Keller Ausblühungen (Salze, Salpeter) ignorierbar oder Handlungsbedarf?

02.03.2021 Moni87


Hallo Community,

ich habe da eine Frage, steht ja schon in der Überschrift.
Bei allen Fragen/Antworten hier im Forum und in den Weiten des Netztes, liest man immer nur trockenlegen, entfernen, aber kann man damit auch Leben?
Wie schlimm sind Ausblühungen und müssen Sie zwingend entfernt werden? Was für folgen haben Sie?

Kurze Erklärung zur Bauweise etc.
Der Sockel und damit auch die Kellerwände des Hauses sind Bruchsteinmauern aus Muschelkalk.
Die "Bodenplatte" im Keller ist Beton auf gewachsenem Boden (Lehm, Schluff, Erde, etc.).
Das Haus ist ringsrum eingebaut/umbaut und alle Flächen mehr oder wenig versiegelt.
An der Nordseite ist ein anderes Haus L-Förmig angebaut, an der Süd- und Ostseite bilden die Außenmauern die Grundstücksgrenze und hier verläuft der geteerte Gehweg.
An der Westseite ist der betonierte Innenhof.

Die künftige Nutzung des Kellers ist ein klassicher Lebensmittel Keller, (vor)gekühles Bier, Kartoffeln, Zwiebeln....
Letztes Jahr im April habe ich gemessen, 14,5° und 72% Luftfeuchtigkeit, das war auch recht stabil.

Die Ausblühungen sind generell eher in bodennähe zu finden. Daher vermute ich das es eher vom Boden her kommt, als durch die Wände, vor allem da auch in der mittleren Kellerwand in bodennähe Ausblühungen sind.

Mein Fragen:
Soll ich den Putz entfernen und ganz weglassen? Der Putz stammt wohl von meinem Opa aus dem Jahr 1970, zumindest hat er diese Zahl in die Wand gekrazt. ;-)
Kann ich das Problem überhaupt einfach ignorieren oder zerfrisst mir dass das Mauerwerk irgendwann?
Muss man es zwingend trockenlegen, wenn man einen Lagerkeller möchte für Lebensmittel? Wie feucht ist zu feucht?
Reicht es wenn ich das "Salz" einfach abbürste und mit etwas streiche?
Was sollte man dann streichen? Etwas alkalisches?


Gruß,
Simone



Die Feuchtigkeit ist



zumindest für die Lebensmittel egal: im Gegenteil, ein feucht-kalter Keller hält z.B. im Herbst gepflückte Äpfel bis ins Frühjahr schön knackig, frisch! Gesundheitlich bedenklich ist der Salpeter auch nicht. Jedenfalls nicht, solange er nicht direkt auf die Lebensmittel herabbröselt.

Dennoch würde ich die Ausblühungen entfernen. Man stellt ja doch ab und zu etwas an die Wand, lehnt vielleicht Gartenmöbel über den Winter an die Wand....

Möglichkeit1:
Sie können die Salze abbürsten, auffegen und entsorgen. Das dann jedes Jahr mal machen,- fertig.

Möglichkeit 2:
Sie bürsten die Salze ab. Schlagen den Putz an der betroffenen Stelle ab und tragen einen aufnahmefähigen Opferputz auf (z.B. Lehmputz). Die nachdrängenden Salze werden vom Lehm absorbiert und nach einer gewissen Zeit (sieht man dem Lehm dann an) wiederum abgeschlagen und entsorgt. Das Ganze so lange wiederholen, bis keine Salze mehr nachdrängen. Die zeitlichen Abstände dürften mit den Jahren immer größer werden.



Man kann



Problemlos damit leben. Der Putz wird immer wieder abfallen, da das Salz durch die bodenfeuchtigkeit immer wieder "nachwächst". Ich habe die Erfahrung gemacht, je weniger absperrende Schichten drauf sind, umso weniger hoch steigt die Feuchtigkeit und damit die Salzausblühungen. Wenn überhaupt Putz dann Lehm oder Luftkalkputz (ggf mit Ziegel Mehl). Wobei ich nicht weiß wie Lehm mit der Dauerfeuchtikeit zurecht kommt.



Vielen Dank,



für die bisherigen Antworten.

Das hört sich doch schon super an und meine Verunsicherung ist verflogen.
Damit weiß ich wie ich damit umgehen muss bzw. kann.

Gruß,
Simone