Kaufüberlegung - Instansetzung grob wie teuer?

27.01.2016



Hallo! Bei unserer Suche sind wir auf dieses Forum gestoßen und ich habe mich schon durch einige Beiträge gelesen und hoffe nun, hier noch Hilfe zu unserer speziellen Situation zu bekommen: Wir sind mehr oder weniger durch Zufall über ein altes Fachwerkhaus "gestolpert" und sind nun am überlegen, ob es finanziell überhaupt ansatzweise in unser Budget passt. Die beiden großen Kostenpunkte bei dem Haus sind eine Neueindeckung des Daches (Satteldach, Betonstein, Doppelrömer mit einer Gaube) sowie die Ersetzung der Fußschwellen. Das geht so zumindest aus dem Holzschutzgutachten hervor.
Das Haus hat eine Grundfläche von ca. 120 qm und steht unter Denkmalschutz. Es gab wohl Insektenfraß, der aber nicnt mehr aktiv ist und keine "behandlungswürdigen" Schäden hervorgerufen hat. Hausschwamm gibt es nicht.
Ich und mein Mann sind handwerklich zwar geschickt aber gerade auf diesem Gebiet Laien was die Einschätzung angeht.
Könnte uns hier jemand grob eine Hausnummer sagen was das so kosten würde oder uns sagen, welche Infos wir bräuchten um das einschätzen zu können. Wir wissen, dass uns hier keiner etwas genaues sagen kann aber wir wissen auch nicht so recht, wie wir sonst entscheiden sollen, ob wir das Haus schnell wieder aus unserem Kopf Streichen sollten oder ob es eventuell doch in Betracht kommt. Über jede Hilfe, Anmerkung etc. sind wir sehr dankbar! Mit freundlichen Grüßen Mareike und Sebastian



Ferndiagnosen



sind nicht zu leisten. Denn sie haben neben den Punkten im Holzschutzgutachten noch die Auflagen der Denkmalbehörde zu beachten und Ihre eigenen Vorstellungen vom Leben in diesem Haus einzupflegen. Zwar können sie Ihre Kostenfragen punktuell durch das Angebot eines lokalen Handwerkers lösen, aber dieser sollte gleich einige weiterführenden Fragen beantworten haben, um eine realistische Auskunft geben zu können.
Es wären also nur einzelne Zeilen aus einem Lied zu hören. Es hilft nur eine Einschätzung des Bestandes vor Ort und die Kenntnis Ihrer Vorstellungen. Dies ist nicht in Eile oder gar in einem Forum zu leisten. Aber vielleicht ist die Nachfrage auch gar nicht so drängend und sie können sich der Entscheidung langsam nähern.



FwH (Denkmalschutz) kaufen



Ohne Kenntnisse des Objekts lässt sich aus der Ferne faßt nichts sagen.
Betondachziegeln gehen gar nicht.
Ansonsten einen Gutachter zur Besichtigung des Hauses mitnehmen.
U.U. einen Energieberater mit der erweiterten Qualifikation für Denkmalschutz unter
https://www.energie-effizienz-experten.de/energieeffizienz-experten-fuer-foerderprogramme-des-bundes/
suchen oder mit
http://www.igbauernhaus.de/home.html
Kontakt aufnehmen.
Viel Erfolg



Ich hoffe auf Infos



Das eine ferndiagnose nicht möglich ist, dass ist mir absolut bewusst, darum ging es mir auch nicht. Nur wissen wir nicht, woran wir entscheiden können, ob es sich lohnt das Objekt zu sanieren oder ob wir das gleich verwerfen sollten. Lage und Haus sind wunderbar aber wir wissen nicht, wonach wir beurteilen können, was uns da blühen würde.
Deshalb die Frage. Ein Gutachten wurde ja bereits gemacht und liegt uns vor, danach der wie oben beschriebene Haupthandlungsbedarf. Das noch viel "Kleinkram" nötig ist um das Haus für uns passend zu machen ist uns klar.
Wieso gehen Betonziegel nicht? Das ist die momentane Eindeckung...
Was sind den sont so Knackpunkte die es zu beachten gibt bei einer Kaufentscheidung? Wir haben jetzt mal Handwerker angefragt um grob schätzen zu lassen was finanziell die beiden Hauptpunkte (Schwelle und Dach) kosten würden aber was gibt es vllt sonst zu beachten?
Vielleicht kann uns ja doch noch jemand weiterhelfen...



Hauskauf



Schauen Sie hier mal rein:

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Vademecum_f_r_Hausk_ufer_-_Teil_1_Der_Hauskauf.pdf



Bin grad mitten drin



Einfach mal so ein paar Probleme die ich so hatte:

Ich habe das erste halbe Jahr keine Handwerker bekommen. Es waren alle ausgebucht und es war schwierig einen Termin auszumachen. Inzwischen nach mehrmaligen Anläufen hat es dann mit den meisten geklappt.

Obwohl die Elektrik überwiegend in den 50er und 70er Jahren erneuert wurde, musste alles neu gemacht werden, da teilweise auch noch alte Leitungen aus der Jahrhundertwende genutzt waren. Das war zu gefährlich da nur einen Teil zu machen. Dasselbe wurde auch für das Wasser entschieden da nach heutigen Bedürfnissen auch eine komplett neue Struktur notwendig war.

Für die Betondachziegel sollte Bestandsschutz gelten, das sollte kein Problem sein. Bei mir möchte das Denkmalamt trotzdem wieder kleinteilige Ziegel mit Wunsch die Pfannen durch Biber oder Falzbiber zu ersetzen. Ein neues Dach wird durch Isolation schwerer und deshalb auch hier höhere Kosten durch einen erfahrenen Zimmereibetrieb und evtl. auch einen Statiker. Bei mir sind dann auch noch ein paar kleinere "Schätzchen" in der Dachkonstruktion eingebaut worden die zwar halten, aber keine sauberen Konstruktion sind und deshalb ergänzt werden müssen. Die Fachleute haben mich auf diese Probleme hingewiesen.

Dann wollte ich noch neue Fliesen ... Schon war es notwendig den vorhandenen Unterboden aus Balken in Dreck gelegt zu entfernen und einen komplett neuen Unterboden auf Erdreich und Gewölbekeller einzubauen ...

Das sind alles Kosten die neben den schon von ihnen genannten in den nächsten Jahren auf sie zukommen. Ich hatte dafür schon ein Budget vorgesehen, hätte aber vieles lieber erst in 10 Jahren gemacht.

Also nicht zu knapp planen.

Gruß Herbert



FwH kaufen



Hallo Mareike,
für eine Beratung aus dem Forum sind die mitgeteilten Infos zu dürftig.
Ich habe zwei Links eingestellt und Georg einen weiteren, da gibt's reichlich Infos.
Und wenn schon ein Gutachten vorliegt, warum nicht diesen Gutachter fragen, der das Objekt kennt.
Ein FwH ist nun einmal sehr vielschichtig, seriös lässt sich das nur vor Ort beurteilen.
Noch ein Satz zu den Dachziegeln: Zu Zeiten des Fachwerkbaus gab's noch keine Betondachsteine. Auch wenn da jetzt welche draufliegen. Man kann viel machen, aber ob das richtig ist, ist eine andere Frage. Ich denke das Denkmalamt hat das sicher nicht abgesegnet. Und wo liegt das Problem, bei einer Neueindeckung Tonziegeln zu nehmen? Z.B. von Jacobi den Z5; ein Hohlziegel speziell für den Denkmalschutz, aber mit moderner Technik.
Im übrigen: Was kostet ein Auto?
War nur 'ne rhetorische Frage;-)
Also mehr Input, wie Beschreibung, Bilder (gehen nur, wenn man angemeldet ist), dann gibt's auch mehr Output.
Ansonsten: Viel Erfolg.
Schöne Grüße
Paul



.. wie ein Neubau



(aber es kann auch teurer werden)

Die Betondachsteine würde ich aus ästhetischen Gründen und wegen dem Gewicht ersetzen, da würde ich mir auch Falzbiber ansehen. Wird z.B. im Elsass gerne verwendet, günstiger und leichter als eine echte Biberschwanzdeckung. Was für Ziegel sind in MV ortsüblich ?

Die Dachziegel ersetzen ist sowieso oft günstiger wegen der Arbeit. Neue Ziegel werden palettenweise mit dem Kran auf das Dach gestellt, bei alten Ziegeln muss man das selber irgendwie deichseln.

Ich hatte 110 Jahre alte Ziegel auf dem Dach, an denen die Denkmalpflege hing. Wir hatten Profis auf dem Dach, einige günstige Sherpas für die Schlepperei nach unten, ich habe mit einer Bürste gereinigt und sortiert, am Schluss hatten wir knapp genug für die Strassenseite und ein kleines Vordach... Alles in die Mulde schmeissen wäre schneller gegangen.

Netterweise gab es mechanisch kompatible neue Ziegel, so dass ich eine neckische Zierdeckung mit neuen und alten Ziegeln machen konnte.



Fachwerkhaussanierung



Bei so einem Gutachten und Einschränkungen und Auflagen wegen Denkmalschutz wird der Kaufpreis entsprechend niedrig sein.
Statt Betonsteinen auf dem Dach wird sicher Biberdeckung besser passen oder was sonst bei euch üblich ist.
Ob die Tragfähigkeit des Dachstuhls genügt hängt auch von euren weiteren Ausbauplänen ab- das sollte eine örtliche Dachdeckerei und Zimmerei beurteilen können- die können dann auch gleich Kosten dafür angeben.
Aufbau dann besser mit Holzfaser-Unterdachplatte, ggf Zwischensparrendämmung mit Zellulose, Holzfaser- oder Hanfplatten und zusätzlich zur Reduzierung von Wärmebrücken komplette Untersparrendämmung mit Holzfaserplatten vorsehen.
Die können dann mit Lehm verputzt und ggf mit Wandheizung versehen werden.
Dann die üblichen Sachen wie ggf Neuinstallation Elektro, Bäder, Wasserinstallationen und Heizungssystem.
Innen- oder Außendämmung und Fußboden-Neuaufbau im Erdgeschoß.

Das hängt natürlich davon ab ob schon irgendwelche Sanierungen vorgenommen worden waren und von euren Ansprüchen und Familiensituation.
Man kann auch in einem Haus wohnen wie es früher üblich war, nur eben mit Komfortabstrichen- mehr Pullover anziehen, Eisblumen an den Fenstern, Baden im Zinkbottich mit Warmwasser vom Ofen oder schon Wanne mit Bade-Holz/Kohleofen.
Hab' ich selber früher auch mal gemacht- irgendwann stiegen die Ansprüche...
Wie schon gesagt wurde:
Bilder helfen weiter und Beschreibung des Zustandes, Pläne etc
Das kannst du mir auch mailen und ich kann dir dann Hinweise geben

Andreas Teich