Fertigbauhaus Okal 1969 - welchen wert heute noch?

18.05.2012 stephanmg



Hallo, ich bin etwas verzweifelt. Wir wohnen seit März in einem Okal Fertigbauhaus und nun soll es verkauft werden. Ganz toll natürlich und rechtlich muss ich das noch überprüfen lassen. Nun der Eigentümer will nun 159.000 Euro für das Haus haben Es sind 150 qm unten und oben ausgebaut, jedoch bspw. Fliesen haben Risse,Bad habe ich renovieren lassen. Ansonsten auch schon etwas verwohnt, mit Keller jedoch komplett. 1990 wurde neue Ölheizung eingebaut, Fenster und Aussentüren neu und Innentüren neu, (vor zehn Jahren) jedoch nicht auf dem Dachboden und im Keller. Bad im Dachgeschoss renovierungsbedürftig, Land ist Erbpacht und eine 1 1/2 Garage ist mit dabei, kleiner Garten und Terrasse. Den Betrag finde ich selbst für Dorsten (Ländlich) im Wohngebiet jedoch sehr ruhig gelegen doch sehr teuer, oder? Das Haus ist doch jetzt 43 Jahre alt und nie und nimmer noch das Geld wert, oder? Vielleicht kennt sich damit jemand aus? Mir wäre wirklich sehr geholfen. Vielen Dank



Mieten und Kaufen...



Hallo Stephan,

Du bist bis jetzt Mieter in dem Haus, stimmt's?

Ich war auch einmal in Deiner Lage. Deswegen kann ich Dir erstmal nur den Rat geben, gelassen zu bleiben. Der Vermieter hat nämlich schlechte Karten. Vermietet kann er das Haus nur schlecht verkaufen, weil die meisten Käufer so ein Haus als Selbstnutzer haben wollen. Er müßte Euch also kündigen. Aber wie? Eigenbedarf kommt nicht in Frage. Und gegen eine andersartige Kündigung könntet Ihr Euch eine ganze Weile lang wehren.

Das beste was der Vermieter in dieser Lage machen kann, ist an Euch zu verkaufen. Und dafür wird er bluten müssen, d.h. weniger bekommen als auf dem freien Markt üblich. Das weiss er sicher auch.

Ihr solltet Euch jetzt als erstes überlegen, ob Ihr das Haus wirklich kaufen WOLLT. Passt es für die Bedürfnisse, die Ihr in den nächsten 20 Jahren haben werdet?

Wenn das mit "JA" beantwortet werden kann, dann geht's um den Preis. Wenn Ihr bei Banken wegen Kredit anfragt, könntet Ihr auch da nachfragen. Grundstückspreise erfragen!

Dann alle anstehenden Renovierungen auflisten. Dazu gehört auch: Komplettdämmung, Wärmeschutzglas, neue Heizung (die alte ist zu groß und Öl kannst Du Dir in xxx Jahren nicht mehr leisten). Warmwasser über Solar. Also die Dinge, die auch jeder Käufer in Betracht ziehen würde. Der vergleicht das Haus nämlich mit einem Neubau, den er statt dessen erstellen könnte. Da kommt dann oftmals nicht mehr raus als der Grundstückspreis.

So gerüstet in die Verhandlungen gehen. Wir haben damals den Preis um 20% drücken können.

Und viel Glück.