Kauf eines Fachwerkhauses

09.06.2003



Wir haben vor,uns demnächst ein Fachwerkhaus zu kaufen.Das Haus ist 1850 gebaut worden und ist in einem guten Zustand.Dennoch möchten wir gerne noch Tipps und Anregungen haben,worauf man beim Kauf achten sollte.Wenn uns jemand helfen könnte,wäre das toll.
Mit lieben Grüssen
Sigrid und Stefan Weber



als erstes ...



Hallo Familie Weber, kaufen Sie sich auf jeden Fall vorher Fachbücher und lesen Sie durch, was auf Sie zukommt/zukommen kann. Vor dem Kauf sollten Sie unbedingt zumindest mit einem Zimmermann durch das Haus gehen, bei uns wurde jeder Balken abgeklopft. Die Holzkonstruktion ist mit das Wichtigste an so einem Haus, Gefache ausmauern z. B. ist "Pipifax". Die Holzkonstruktion muss in Ordnung sein, kann man aber auch durch Austauschen reparieren. Der Zimmermann kann auch feststellen, dass kein Hausschwamm im Haus ist. Der Rest ist "Fleißarbeit" :-). Kaufen Sie am besten ein unsaniertes Haus, denn beim Sanieren kann man viel kaputtmachen. Lieber selber machen, anstatt in 5 Jahren wieder alles rausreißen zu müssen, weil alles vergammelt ist. Wir sind seit August letzen Jahres am sanieren (alte Tapeten/Putz runter), Balken wurden ausgetauscht, Gefache haben wir ausgemauert, Dämmung haben wir gemacht und die Wände verputzt (Lehm ist ein göttlicher Baustoff und wir - die den ganzen Tag im Büro sitzen - machen so gut wie alles selber und es macht tierisch Spass) ... In 3 Wochen ziehen wir ein, es ist bis dahin noch lange nicht alles fertig, aber wir haben es noch nicht bereut (im Gegenteil, man ist stolz, was man alles selber kann) und ich würde es immer wieder tun. Und wie gesagt, ich würde auch immer wieder nur ein unsaniertes Fachwerkhaus kaufen (ein Architekt, der selber ein FW-Haus hat, hat uns empfohlen, die Gefache mit Ytong auszumauern, er hätte das auch so gemacht - und wenn ich mir nun vorstelle, jemand kauft ein Haus vom Architekten und denkt "was besseres kann einem ja nicht passieren, der macht ja alles richtig", dann Amen. Und wenn ich ehrlich bin, unsere Architektin hat nur Müll gebaut und nen Haufen Geld dafür verlangt, ich würde es ohne Architekt machen, egal, was andere sagen. Hier im Forum gibts genug nette Leute und jede Menge Hilfe. Viele Grüße Annette



Kauf eines Fachwerkhauses



Da muss ich mal eine Lanze für den Architekten brechen! Aber es muss halt einer sein der auch Ahnung hat.
Wenn ich ein Fachwerkhaus ernsthaft kaufen will - das bedeutet ich lege mir ein aufwendige Hobby zu - darf es an dem Geld für eine guten Architekten nicht hängen. Er soll ja nicht alles machen. Aber er kann Auflisten was alles gemacht werden muss und in welcher zeitlichen Reihung.
Bitte denken Sie auch jetzt schon an Ihre Gespräche mit der Bank, der KFW und dem Denkmalamt. Einen Styroporkasten in der Siedlung finanziert jede Bank ohne Benutzung der grauen Hirnmasse, ein Fachwerkhaus von 1850 - da kommen Fragen!!
Erkundigen Sie sich doch beim Denkmalamt mit wem die gerne zusammenarbeiten und lassen sich ein Angebot machen.
PS. Eigene weiterbildung ist übrigens auch sehr wichtig.

Martin Preiß





auch ein architekt ist nur ein mensch, und da gibt's, auf gut unterfränkisch, södda und södda (solche und solche). Ich kann an dieser stelle auch nur ein loblied auf unsere architektin singen, die uns bei kauf und Sanierung unseres fachwerkhauses bestens beraten hat, die arbeiten zuverlässig betreut (und kontrolliert), beim schreibkram absolut fit ist und uns auf diese weise viel geld gespart und viele zuschüsse reingeholt hat. ich werde nie vergessen, wie sie bei strömendem regen nach abschluss der dacharbeiten auf Gerüst und First rumgekrabbelt ist und alles noch mal genau nachgemessen hat. siehe da: das Dach war doch ein bisschen kleiner als die firma dachte ... ein paar hundert euro nur, aber immerhin!
Günter Flegel, Wagenhäuschen in Unterfranken