Kauf eines alten Fachwerkhauses ratsam?

16.03.2014 hippiesforever



Ich liebäugele damit, ein sanierungsbedürftiges Fachwerkhaus zu kaufen, habe aber keine Ahnung über das Ausmaß. Die Holzbalken sehen angegriffen aus und die Ziegel bröckeln teilweise aus den Gefächern. Soll ich die Finger davon lassen? Danke für eure Tipps!



Hauskauf



Das kommt drauf an.
Auf den Preis,
den Grundrisszuschnitt,
die architektonische Qualität,
das Grundstück,
die Lage,
die Lage,
die Lage,...
Reparieren kann man alles.



Das kommt darauf an,



was sie mit dem Kauf des Hauses erreichen wollen. Wenn sie möglichst billig zu Wohneigentum kommen möchten, um darin auf dem Stand der 60er/70-Jahre zu leben, mag das für ein paar Jahre gehen, bis der Sanierungsstau Investitionen unumgänglich macht. Das wäre der Fall, wenn das Haus wenig mehr als er Grundstückspreis kostet, vom Makler/Eigentümer also bereits als "Totalschaden" gerechnet wird.

Wenn Sie das Haus in baufälligem ZUstand erwerben möchten, über genügend Geldmittel verfügen und Zeit, können Sie es mit einem finanziellem Aufwand, der dem eines Neubaues entsprechen wird, auf einen zeitgemäßen Wohnstandard sanieren. Dafür dauert es dann deutlich länger.

Ein wirklich baufälliges FWH zu sanieren ist in jedem Fall teurer und langwieriger, als neu zu bauen. EIgenleistungen sollte man zeitlich, fachlich und konditionell sehr realistisch einrechnen, nämlich sparsam.

Schlußendlich kann IHnen nur nach einer Objektbegehung jemand fachkundiges Auskunft zum Erhaltungszustand und dem vermutlichen Sanierungsaufwand geben. Wenn Sie vorher wissen, welche Summe Sie maximal investieren wollen oder können, läßt sich nach einer solchen Begehung schon sehr eindeutig sagen, ob Ihr Finanzrahmen ausreichen wird. Sie sollten sich jedenfalls frei von allzu romantischen Vorstellungen über Wert, Zustand und selbstausgeführter Sanierung des Objekts machen.



Kauf eines alten Fachwerkhauses ratsam?



So eine Frage kann in einem Fachwerk Forum ja wohl nur mit JA beantwortet werden;-)

Meine Vorschreiber sehen das ganze aus der professionellen Sicht.
Ich sehe das aus der Sicht des Laien der vor zehn Jahren so ein Haus auf s Auge gedrückt bekommen hat, mittlerweile im vierten Jahr in der Sanierung ist ,alles in Eigenleistung ausführt und den Spass und den Mut nicht verloren hat.

Wenn ich eine Sanierung ausführen lasse muß diese zwangsläugig teuer werden,den Handwerkerstunden kosten nun mal.
Die Eigenleistung muß nicht sparsam eingerechnet werden,die kann volle 100% der Kosten einsparen!

Als ich hier vor zehn Jahren angefangen habe,war das erste Ziel das hier halbwegs bewohnbar zu machen,Sanierung ala Heimwerker,mit viel Rotbanb,Gipskarton und Glasfaser,aber Wandfarbe von Leinos:-)vieles davon ist schon wieder draussen.
Ich habe mich in den Jahren soweit in die einzelnen Gewerke eingearbeitet ,das ich in der Lage bin fachgerecht und eigenständig unser Haus sanieren zu können.

In meinem Profil kannst du sehen ,was so auf Euch zu kommen könnte aber nicht muß.

Zu dem Haus ,es ist von Aussen schon mal unverbastelt und nix ist versteckt,das ist ehrlich und es tauchen keine Überaschungen unter irgendwelchen Fassaden auf.

Sich von einem Gutachter beraten lassen ,ist eine gute Idee,hier im Forum Markus Mattonett mal anschreiben ,der betreut auch Bauherren in Eigenleistung.

Grüße Martin





Hallo,

ein paar mehr Fotos wären ratsam. Wie sehen denn die Giebelseiten aus?
verputztes oder verkleidetes FW?
Dach (Betonziegel), Dachrinne, scheinen akzeptabel, Plastefenster sind nicht gerade toll aber scheinbar noch nicht so alt.
Denkmalschutz?
Der Riss parallel zur Strebe irritiert mich etwas, zumal er bis in den Sockel reicht und der "graue Streifen" an der Giebelecke, daher Frage nach den Giebelwänden.
Mauerziegel scheinen Frost-Verwitterungsschäden zu haben, warum? Falscher Fugenmörtel vielleicht?
Bei der Besichtigung mal ein paar Dachzeigel hochschieben und daruntersehen, wie der Dachausbau gemacht ist.
Für weiteres bräuchte ich meine Glaskugel, die ich einfach nicht finden kann (-:


... und Fachperson mitnehmen, wenn es konkret wird, die paar euro die der GA kostet rechnen sich.

Gruß

Selle



Lieb äugeln



Moin, :-)

Sie möchten ein Fachwerkhaus erwerben und wissen nicht, was auf Sie zukommt ? - Wir schon :-)
Als Sachverständige für Fachwerkhäuser und andere historische Gebäude Können wir Ihnen in zwei Schritten helfen.
Vor dem Kauf:
Gemeinsame Begehung des Gebäudes , Beurteilung des Kaufpreises, Erkennen von Beschädigungen, Baufehlern und daraus folgernd Hilfestellung bei der Entscheidung zum oder gegen den Kauf. Erste grobe Kostenschätzung nach Gewerk je qm Wohnfläche. Kontakt im Moment am besten über : uweschlauch@web.de oder 01722871534
Besprechung der Ergebnisse und Eindrücke bei einem Tässchen Kaffee.:-))

Nach dem Kauf oder schon in Besitz:
Fachkundige Bestandsuntersuchung mit nachvollziehbarer Darstellung von Schäden in Plänen oder Fotos inklusive Ausarbeitung von Leistungstexten mit detaillierten Preisen für die Instandsetzung. Kostenschätzung nach DIN für gewünschte Modernisierungsmassnahmen .
! Beratung zu Fördermöglichkeiten - KFW, NRW Bank inkl. Antragstellung durch einen von der KfW Bank zugelassenen Energieberater.
Besprechungen wieder bei einem Tässchen Kaffee.

Im Bild ist ein Verfahren der Bestandsaufnahme dargestellt. Wir schlagen Ihnen jeweils die angemessene Form vor mit angemessenem Preis vor.

Ebenfalls bietet unser Team sämtliche Fachingenieure in Kooperation, ebenfalls kompetente Handwerker. Auch eine Betreuung von Eigenleistungen ist uns ein Vergnügen , Grüße, Uwe Schlauch.



Vielen Dank!



Danke an alle für eure schellen Antworten!
Mmmh, ehrlich gestanden dachte ich, ich entferne die alten Anstriche (Wasser-? Wahrscheinlich eher Sandstrahlen wegen der Feuchtigkeit), dann klebe ich die losen Ziegel fest und verputze außen mit Kalkputz und innen mit Lehmputz wegen der Luftzirkulation, die Balken außen schleife ich und versiegele sie anschließend mit was auf Ölbasis...
Die Fläche ist ja recht überschaubar, geht alles mit einer Leiter, es handelt sich nur um Vorder- und Rückseite des Hauses, die Giebelseiten sind verputzt. Fenster, Dach, Wasser-, Gas-, Stromleitungen sind relativ neu (90er Jahre, also 1990er :-))) Ich stelle noch ein paar mehr Fotos ein.

Ja, ich habe mich in dieses Haus verliebt. Aber so ist es mit dem Verlieben ja: Man geht sehr naiv und zuversichtlich eine Beziehung ein und die Ernüchterung kommt nach etwa einem Jahr der Erfahrung :-/
Ich werde es auf jeden Fall noch mehrere Male gut überdenken :-)
Herzliche Grüße!



Nüchtern betrachten



sollten Sie ein solches Objekt vor dem Kauf. Die Warnungen kommen nicht von ungefähr. Es wird nicht mit MAlerarbeiten und Ziegel verfugen getan sein. Sie müssen die Anforderungen an die Gebäudedämmung bedenken, die die EnEv stellt; die Frage der Heizung stellt sich und die grundsätzliche Frage nach dem Erhaltungszustand.

Es kann gut sein, das sich unter dem Farbanstrich eine in weiten Teilen verrottete Fachwerkkonstruktion befindet, die keine oberflächliche Sanierung zulässt, sondern nur eine INstandsetzung mit den damit verbundenen Folgekosten. Welche Arbeiten ggf. auf sie zukommen, zeigt der Beitrag der Holz- und Lehmbau GmbH. Und das ist dann nichts mehr für den engagierten Laien und ein knapp bemessenes Budget.

Nehmen Sie vor dem Kauf in einem zweiten Besichtigungstermin auf jeden Fall einen fachwerkerfahrenen Gutachter mit