Austausch eines faulen Balkens - Kosten?

30.01.2013 lotos.bluete



Hallo zusammen,

ich bin ganz neu hier - ich hoffe, meine Frage ist richtig platziert.

Ich plane den Kauf dieses Fachwerkhauses aus dem Jahre 1700, welches als Einzelkulturdenkmal unter Denkmalschutz steht. Es wurde vor ca. 20 Jahren kernsaniert und sieht auf den ersten Blick recht gut aus. Auf den zweiten Blick fallen aber einige Schwachstellen auf. Beispielsweise ist der Teilbereich des Balkens, den ich im Bild markiert habe, augenscheinlich angefault. Ich habe absolut keine Ahnung, was da finanziell und auch arbeitstechnisch auf mich zukommen kann. Ist es beispielsweise möglich, nur den angefaulten Bereich auszutauschen oder muss der komplette Balken freigelegt und erneuert werden? Was kann sowas kosten? Mit was für einem Aufwand ist da zu rechnen?

Vielen Dank!



Hallo,



Gerüststellung ca. 100,--
Abstemmen ca. 150,--
Einbau Einsatzstück ca. 200,--
Maler-, Putzarbeiten ca. 150,--

Preise ohne Gewähr und nur, wenn es bei diesem einen Schaden bleibt.

Viele Grüße



Lassen Sie ...



... dem ersten Blick noch einen sehr sorgfältigen zweiten Blick im Detail mit einem Sachverständigen folgen, bevor Sie sich zu einem Kauf entschließen.

Gerade die "kernsanierten" / "modernisierten" / "aufwendig sanierten" / "sehr gepflegten" Fachwerkbauten sind meistens in vollkommener Unkenntnis der geeigneten Materialien und Konstruktionen umgebaut worden.

Viele Schäden entstehen erst nach diesen "Sanierungen" und sind auf den ersten Blick nicht sichtbar, wohl aber als Tendenz. Erster Warnhinweis ist der von Ihnen beschriebene Schaden.

LAssen Sie sich von der hübschen Oberfläche nicht täuschen. Und erkunden Sie, welche Auflagen aus dem Denkmalschutz für dieses Gebäude bestehen (Untere Denkmalschutzbehörde des Kreises), ob es sich in einem Denkmalschutzbereich befindet oder ob ür den Bereich städtebauliche Sanierungsmaßnahmen geplant sind, die für Sie als neuer Eigentümer eine Beteiligung an den Sanierungskosten bedeutet (Baubehörde der Gemeindeverwaltung oder des Kreises)

Als Renditeobjekt, wie Sie in Ihrem Profil schreiben, ist ein solches Haus wahrscheinlich auch nur bedingt geeignet: den Erhaltungs- und Sanierungsaufwand und die die regionale Lage (Grundstücksmarktbericht) müssen Sie berücksichtigen und sehr genau rechnerisch berücksichtigen können. Das ist aber schon fortgeschrittene Finanzmathematik.

Ein Renditeobjekt wird sich wohl eher im Großraum Frankfurt finden oder in einem Baudenkmal, das gerade frisch und hochwertig umgebaut werden soll.





Der Aufwand richtet sich nach dem Schadensumfang.
Entweder kann mit einer Aufbohlung (Materialstärke >4cm) repariert werden, ansonsten wird ein Ersatzstück angeschuht. Dafür müssen dann die angrenzenden Ausfachungen ausgebaut und erneuert werden.
Nach welcher Himmelsrichtung ist der Giebel denn ausgerichtet?
Was für eine Beschichtung ist auf den Hölzern? Wie ist der gesamte Wandaufbau?
Haben Sie die Hölzer mal abgeklopft? Im Bereich der Fenster ist das sicherlich möglich? Gibt es dort evtl. dumpf und hohl klingende Bereiche? Hört sich der Gefachputz scheibenförmig und hart an?
Aus Erfahrungen kann ich sagen, daß die „Sanierungen“, die 20 Jahre zurück liegen, erst einmal mit Vorsicht zu genießen sind. Lassen Sie sich nicht blenden!

Bernd Kibies



Es steht noch nichts fest!



Hallo,

vielen Dank für die Antworten. Ich habe noch nicht gekauft - und wenn, dann wird sich das auf alle Fälle vorher noch einmal ein Gutachter richtig ansehen. Mir ging es VOR dem Kauf nur darum, ob diese Reparatur ein K.O.-Kriterium für den Kauf ist oder nicht. So scheint es den Kauf nun dennoch zu lohnen. Ich bin gespannt!