Der Kauf eines Fachwerkhauses




Wir würden gerne ein Fachwerkhaus kaufen, wissen aber nicht genau auf was wir alles achten müssen. Wir haben jetzt ein aus dem Jahr 1900 besichtigt und sind uns nicht so sicher wie schwerwiegend manche Schäden sind. Kann man z.B. den Borkenkäfer bekämpfen und wie erkennt man ob er in verkleideten Balken sitzt. Ist es ratsam einen Gutachter zu bestellen? Ich würde mich freuen wenn Sie mir so viel wie möglich über den Kauf und die Gefahren eines Fachwerkhauses sagen könnten. Vielen Dank schon mal im Vorraus.
Mit freundlichem Gruß
Katrin Hänscheid



Altes Haus



Guten Morgen Frau Hänscheid,

1. Rat: Schauen Sie sich den Verkäufer an. Weiter: Wenn Sie selber sich nicht zutrauen, ein haus zu beurteilen, dann nehmen Sie doch einen Architekten, Bauingenieur oder Zimmermann mit. Koste liegen ungefähr für einen Architekten bei einem Tagessatz. Ich denke daß sich das lohnt.
Borkenkäfer: erschrecken nur den Förster, weil er Frischholz braucht. Alle anderen holzzerstörenden Insekten lassen sich wirksam bekämpfen.
Viel Erfolg



Kauf eines Fachwerkhauses



Ich habe Ihre Nachricht erhalten. Wir werden uns jetzt auf jeden Fall jemanden suchen der Ahnung hat. Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Mit freundlichem Gruß
Katrin Hänscheid



...



Hallo Frau Hänscheid, nehmen Sie aber unbedingt nur jemanden mit, der sich mit Fachwerk auskennt. Ein "normaler" Architekt oder Gutachter berät Sie vielleicht nicht dementsprechend (das ist wie ein Unterschied zwischen Auto und Motorrad - es fährt zwar beides, hat auch beides einen Motor, Auspuff usw., Sie würden aber auch keinen KFZ-Mechaniker aussuchen, der sich Ihrem Motorrad annimmt...). Woher kommen Sie denn genau? Bei uns gibt es einen tollen Zimmermann, der Restaurator in der Denkmalpflege ist. Den kann ich nur empfehlen, der hat bei uns das Fachwerk fachmännisch restauriert und unseren kompletten neuen Anbau aus Fachwerk gemacht. Grüße Annette





wenn Sie noch genug Zeit haben, auf jeden Fall einen Fachmann für Altbauten nehmen, nach Möglichkeit jemd der völlig überlaufen ist und eigendlich gar keine Zeit hat....wir mussten leider damals schnell handeln und sind etwas auf die Nase geflogen...
Kosten für ein einfaches Gutachten ohne Probeentnahme ca 350 Euro.





Ob es noch aktive Schädlinge im Haus gibt, sieht man anhand ihrer Spuren (Holzstaub ...). Ein Rundgang mit einem sachverständigen Architekten ist vor dem Kauf dringend angeraten, damit Sie auch gleich mal einen groben Kostenrahmen bekommen - ohne krigen Sie das nie hin. Unsrere Architektin hat unser schier uferlos erscheinendes Sanierungsprojekt in überschaubare 50.000-Euro-Happen aufgeteilt. Da hat man die Kosten dann einigermaßen im Griff. Ideal: Der zweite BA (Dach + Fachwerk) war mit 49.500 Euro veranschlagt. Ich habe gerade abgerechnet: 49.725 Euro.



Kauf eines Fachwerkhauses



Da mir auf die Frage ob ich einen Gutachter brauche alle einstimmig geantwortet haben werde ich mich jetzt nach einem guten umsehen. Zu diesem Thema habe ich ausreichend Antworten bekommen. Eine Frage hätte ich allerdings noch zu den Borkenkäfern. Wenn die Borkenkäfer noch aktiv im Haus sind, kann ich sie wirksam bekämpfen? Vielen Dank schonmal für Ihre Hilfe.
Mit freundlichem Gruß
Katrin Hänscheid





Es wurde schon einmal geschrieben: Der Borkenkäfer labt sich vornehmlich an frischem Nadelholz und dort, daher der Name, direkt unter der Borke, wo des Baumes Lebenssaft fließt. Daher richtet dieser Fiesling in den Wäldern auch so große Schäden an. Sollte Ihr Fachwerkhaus von 1900 frisch geschlagenes Nadelholz enthalten, könnten Sie Probleme mit dem Borkenkäfer bekommen. Ich gehe aber davon aus, dass das Holz im Haus 1. nicht frisch, sondern ebensfalls 103 Jahre alt ist und 2. keine Borke mehr hat sowie 3. womöglich sogar Eichenholz ist. Auf der Liste der verdächtigen Hausschädlinge können Sie den Borkenkäfer also streichen, nicht aber andere tierische und pflanzliche Holzstörer vom Gemeinen Holzwurm bis zum noch Gemeineren Hausschwamm. Noch eine schöne Aufgabe für einen Sachverständigen.



Kauf eines Fachwerkhauses



Ist der Borkenkäfer das gleiche wie ein "Hausbock"? Vor dem haben uns verwandte nämlich gewarnt. Von den Balken die man von außen sehen kann, sind vier die ca. 5-8mm große Löcher haben. Wenn man vor so einen Balken klopft fallt Holzmehl raus. Was bedeutet das?



Kauf eines Fachwerkhauses



Ist der Borkenkäfer das gleiche wie ein "Hausbock"? Vor dem haben uns verwandte nämlich gewarnt. Von den Balken die man von außen sehen kann, sind vier die ca. 5-8mm große Löcher haben. Wenn man vor so einen Balken klopft fallt Holzmehl raus. Was bedeutet das?



Hausbock



Wie Günter Flegel schon schrieb: Hausbock (Hylotrupes bajulis) und die artenreichen Gattungen der Borkenkäfer (Familie Scolytidae, Gattungen Trypodendron, Xyleborus und Xyloterus) ernährien sich unterschiedlich: Borken- und holzbewohnende Borkenkäfer sind Frischholzinsekten, der Hausbock ist ein Trockenholzinsekt und frißt, wie sein Name verrät, Häuser, so man ihn läßt. Er ist häufig - Reichshausbockzählung 1936 erbrachte 32 % Befall im Gebiet der ehemaligen BRD, mit Schwerpunkt u.a. in NRW ! Bekämpfung ist unbedingt angeraten, Methode chemisch oder mit haißluft, in jedem Fall mit umfangreichen Vorarbeiten verbunden, wobei unter anderem die Resttragfähigkeit der Hölzer bestimmt werden muß. Trotzdem: nicht ins (Bocks)horn jagen lassen, mit so einem Vieh wird man fertig.



Nachtrag hausbock



vergessen:
leider spricht das mitgeteilte Maß der Löcher ( 5-10 mm) für Hausbock; Form: oval oder elliptisch, Sägemehl heißt immer, daß der Befall virulent ist.
Sollten es aber nur 4 sein: einfach einsammeln oder mit einem Heißluftföhn braten.



Kauf eines Fachwerkhauses



Ich kann alle weiteren Nachrichten leider erst morgen lesen, weil ich jetzt Feierabend habe, ich freue mich natürlich über weitere Tips und Trick beim Fachwerkhauskauf. Vielen Dank schonmal für die vielen Antworten. Ich bin morgen auf jeden Fall wieder auf der Seite. Vielen vielen Dank an alle die mir meine Fragen so schnell beantwortet haben.
Mit freundlichem Gruß
Katrin Hänscheid



also wirklich ...



macht doch der Frau Hänscheid nicht so viel Angst. Hallo Frau Hänscheid, lassen Sie sich von BEkannten oder Verwandten ja nix einreden, die haben alle mal irgendwo was gehört und schreiben mit Schreckensmeldungen um sich. Käfer können zwar schwere Schäden verursachen, jedoch handelt es sich bei den allermeisten Fällen nicht um lebenden Befall. Je nach Bauzeit"alter" haben die Leute dicht unter der Rinde das Holz abgeschnitten und so sieht man nun nich die Ausflugslöcher der DAMALS darin lebenden Käfer. Bei uns sind wirklich alle alle Balken "belöchert", von Eiche über Fichte, wirklich alles. Wir hatten nur einen lebenden Befall am Haus und das war der völlig durchnässte und jahrelang feuchtgelegene Teil des Hauses, den wir abgerissen und neu aufgebaut haben. Hartes Holz mögen die nicht (und schlagen Sie mal in einen Eichebalken einen Nagel...), durch Feuchtigkeit wird es aber "weich". Viel schlimmer wäre der Hausschwamm, eine Pilzart, die wirklich verherende Folgen haben kann, und das hat hier glaub ich vom Forum nur mal einer gehabt (Günter, warst Du das?). Natürlich kann an einem Fachwerkhaus vieles kaputt sein, aber es gibt da eher versteckte Sachen, die man nicht sieht (z. B. angefaulte Balkenköpfe, die nur noch 1 cm aufliegen...), weil sie eben vedeckt sind, z. B. weil sie verputzt sind. Das allerwichtigste beim Fachwerkhaus ist die Holzkonstruktion an sich, also dass Balken nicht vergammelt oder verfault sind. Ein Balken auszutauschen kostet nicht die Welt, aber wenn man mit 20 T Euro überrascht wird, weil gleich mehrere Balken dran sind, dann ist das vielleicht nicht gerade "prickelnd". Nochwas: Hören Sie keinesfalls auf andere (Nachbarn, Verwandte usw), hören Sie auf Ihre innere Stimme. Wenn Sie neu bauen würden, wären Sie auch nicht vor Bauschäden geschützt, wie es manche Fernsehsendungen auch grade zeigen. Ein Neubau kann genausogut ein Fass ohne Boden sein (wie meine Mama das auch immer von unserem 250 Jahre alten Haus sagt, dabei hat sie es sich noch nicht mal persönlich angesehen... - sie hat auch von anderen gehört, in ein Fachwerkhaus würde es ständig hineinziehen, alles wäre wackelig und feucht - TOTALER Blödsinn). Also: Kopf hoch, Ohren zu und durch :-) Grüße Annette





Hallo Annette, Gott bewahre: In meinem Wagenhäuschen hatte ich alles vom abstürzenden Zimmermann bis zum Rattennest (25 Mumien) in der Zwischendecke (fiel mir alles ins Genick samt 500 Tonnen Staub und Spelzen), aber keinen Hausschwamm. Über ein paar denkmalgeschützte Bohrlöcher kann ich auch nur lächeln: Schaut euch mal einige Bilder in meinem Profil an; zeitweise bestand mein Haus nur noch aus Löchern in Quadratmetergröße. Machbar ist alles, wie groß die Leidensfähigkeit ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Meiner lieben Frau und mir graust's vor nichts mehr, und wir haben noch keine Sekunde der Renovierungsphase bereut.
Gruß Günter



Pfui Ratte ;-)



Hallo Günter, bei uns gabs nur Mumien-Mäuse und jede Menge alte Hummelnester (ja, wirklich, diese brummenden Bienendinger) - dafür haben wir beim Anbauabriss 2 wunderschöne alte handgemachte Ofentüren gefunden (mitten im Lehm). "Abgestürzt" sind nur die Dachdecker-Helfer. Nach dem Dachdecken mit Bier ;-). Jau, uns macht es auch (noch) Spaß, aber wir sind ja erst etwas über ein Jahr dran (wenn ich drüber nachdenke haben wir echt schon viel geschafft in der Zeit). Gestern sind wir das erste mal seit fast einem Jahr NUR auf der Couch gesessen und haben überhaupt nix gemacht, den ganzen Sonntag lang *faulenz*. Aber solange das Hobby nicht in Horror ausartet, geht das ja noch. Ich seh das immer ganz gelassen und ganz positiv. Einen Sonntag haben wir zu viert das Dach des Anbaus gedeckt. Da das die falschen Ziegel waren, haben wir das ne Woche später wieder ab- und neu eingedeckt. Alle waren genervt, ich hab gedacht: Wenns sonst nix ist, für mich wär das schlimmer, bei einer frisch verputzten Wand die ganze Dämmung wieder herausreißen zu müssen. Dachdecken ist nicht schwer, einfach die Ziegel nebeneinander legen, da hab ich echt schon schlimmere Arbeiten gemacht - im Boden des Wohnzimmers die Schlacke rausgeschaufelt *husthust* - da deck ich doch lieber Dächer :-) (oder staubsaugen - so ne Scheiß arbeit...). Man darf sich halt für nix zu schad sein *iiih, *kreisch* meine Fingernääägel* ;-) und vor allen Dingen: Man sollte es nicht übertreiben, denn wenn man sich gegenseitig auf die Nerven geht und die Beziehung womöglich noch darunter leidet, das ist es nicht wert. Grüßle Annette



noch mal zum Hausbock...



@Dietmar: wenn ich vor das Holz kloppe und dann fällt Mehl raus, dann heisst das nicht zwangsläufig, das der Befall noch aktiv ist! Viel mehr dürfte es sich hier um einen inaktiven Befall handeln, wenn die Hölzer genau so alt wie der Rest des Gebäudes sind. Hausböcke finden nämlich nach 60-80 Jahren nicht mehr so viele Nährstoffe im Holz.
@Annette: Du schreibst immer so herrlich enthusiastisch von Eurer Baustelle, das man glatt Lust bekäme am Wochenende mal übern Bauzaun zu läuern. Aber wir haben schon ganze Dach- und Fachwerkbereiche weggerissen, nur wegen Insektenschaden, kein Pilz weit und breit. Beim einem Fall vor 3 Jahren blieben von 25 m3 Hölzern der Gesamtkonstruktion, gerade mal 3 (in Worten drei) über, die wir weiter verwenden konnten. Wohlbemerkt auch kein akuter Befall mehr, reine übriggebliebene Zerstörung.
@Katrin Hänscheid: Nehmen Sie doch mal einen spitzen Schraubenzieher oder ein kleines Beil zur Hand und testen es selber aus - immer in Gegenrichtung zur Holzfaser (also quer zur Wuchsrichtung) die Kanten der Hölzer einritzen oder schlagen. Hausbockfrassgänge finden sich immer 1-2 mm unter der Holzoberfläche, während die Ausfluglöcher eher rar sind, kann das Holz unter der Oberfläche schon heftig zerstört sein. Übrigens will Ihnen hier keiner Angst machen, sondern eher dazu animieren sich munter, aber besonnen in eines der letzten Abenteuer der Menschheit zu stürzen *grins*. Grüße aus dem Osten



Kauf eines Fachwerkhauses



Guten morgen,
ich habe mir gerade alle nachrichten durchgelesen, die sie mir gestern noch geschrieben haben und ich muss sagen ich bekomme immer mehr Mut. Wir waren gestern Abend nochmal im Haus und ich werde mit jedem Mal entschlossener es zu nehmen. Bis auf die paar Balken mit Löchern und der etwas krumme Boden (bzw. Decken) in manchen Zimmern habe ich nämlich noch nichts gefunden was mich wirklich gestört hätte. Kann man die befallenen Balken den einfach so austauschen, wenn es nur ein paar sind? Ich kann mir das so gar nicht vorstellen wie das gehen soll ohne das der Rest zusammenfällt.



Re: Hausbock



@Martin Malangeri: Hausböcke scheinen sich nicht an ihrem Behaglichkeitsoptimum (28 bis 30 Grad)zu orientieren sondern sind wahre Überlebenskünstler, wenn sie einmal da sind: so fand ich am Col dÁgnel in den Südalpen in 2200 m Meereshöhe einen aktiven Befall in 200 Jahre altem Holz aus Hochalpenlärche !!! Die Käferchen konnte ich mit der Hand einsammeln. In der Literatur findet sich der Hinweis, daß Holzbocklarven oberhalb von 10 Grad, bei 10-11 Prozent Holzfeuchtigkeit und mehr als 60 % Luftfeuchtigkeit immer noch gefräßig sind. Ich habe damals gestaunt.
Richtig ist natürlich, daß Mehl da anfällt wo gebohrt wird, wenn man wissen will, ob das Mehl frisch ist, hilft die Farbe weiter, oder altes Mehl wegfegen, Papier unterlegen, später wieder nachsehen. Trotzdem viel Spaß bei der entomologischen Exkursion ins Holzinnere.





Hallo Katrin, wirklich: traut euch. An meinem Haus mussten, was vorher nicht zu sehen war, alle Schwellen ausgetauscht werden. Zu diesem Zeitpunkt war das Dach schon gemacht. Nicht einmal der gemauerte First ist bei der Wahnsinnsaktion gerissen. Ich sehe noch wie heute vor mir, als wir die größte der neuen Schwellen (aus altem Eichenholz) eingebaut haben: zwei Zimmerleute und ein Gehilfe, der Bauherr und noch ein paar kurzerhand rekrutierte Helfer wuchteten die Schwelle auf das Gerüst und in die vorbereitete Zapflöcher, schwitzend, dampfend, fluchend - und dann musste der Zimmerer noch einmal nachstemmen ... Es hat geklappt - ein unbeschreibliches Gefühl, dann vor der ehemaligen Ruine zu stehen und die neuen alten Balken zu bewundern, die rein optisch schon unzerstörbar wirken! Nichts wie ran ans alte Haus!



Die viele Arbeit gerät in Vergessenheit, die Schönheit bleibt



Hausbock: Hallo, ja, sicher, wir hatten auch ein paar Balken, die aussahen wie schweizer Käse. Da war eigentlich garkein Holz mehr dran (aber wie gesagt, das waren die feuchten). Von Außen sah das aber noch seeehr gut aus. Wir hatten auch 2 wichtige Balken mit Kernfäule. Unser Zimmermann hat zum prüfen jeden einzelnen Balken mit dem Zimmermannshammer bearbeitet. Zimmermannshammer reinschlagen: Ist das Holz fest, kriegt man ihn fast nimmer raus. Ist das Holz kaputt, splitterts und krachts nur - man muss sich dann vorarbeiten, möglicherweise ist nur das Äußere betroffen... Ja, enthusiastisch bin ich schon, aber wer hat in der heutigen Zeit schon so klasse zu verarbeitende Baustoffe in seinem Haus wie Lehm? -Man kann ihn flüssig machen, kann ihn etwas fester auftragen, wenn er runterläuft, fliegt er wieder in den Eimer. Wenn er trocken ist, kann man ihn wieder einsumpfen. Man kann ihn wunderbar glatt Streichen - oder auch Kellenmuster machen, man kann ihn an die Wand kleben, in Decken schütten oder sogar Stühle damit einpacken (hallo Günter *grins*), man kann ihn in den Garten schmeissen, er nimmt Schadstoffe auf... und das alles in einem Produkt! Und das auch noch völlig ökologisch. Er hinterlässt keine Verätzungen oder so an den Körperteilen, es juckt nicht, wenn man ihn verarbeitet - Lehm ist einfach toll. (ok, waschen sollte man sich schon hinterher ;-) - weil plötzlich aussehentu wie ich mit Nachnamen heiss). Was wohl am meisten bei der Sache anspornt: dass man so vieles selber machen kann, was man nie gedacht hätte. Hinterher sieht man die viele Arbeit nicht, man wird einfach nur "entschädigt", wenn man sich z. B. seinen schönen Dielenboden anschaut (auf dem man vorher 3 Tage rumgerobbt ist, um mit der Spachtel alle Klebereste zu entfernen, wo man 3 Stunden die Nägel eingeschlagen hat, wo man einen Tag abschleift, je 2 Stunden 2 mal streicht...). Die viele Arbeit gerät in Vergessenheit, die Schönheit bleibt. (PS: ok, ich gebs zu, langsam hätt ich aber schon gern ein Bad ;-)).



Okay, okay, Dietmar...



Es gibt Befall in älteren Hölzern, zugegeben, aber der ist vergleichsweise selten, weil sich der Hausbock ja vorwiegend vom Eiweiß in den Holzzellen ernährt und das Eiweiß im im Alterungsprozess des Holzes verloren geht. Aber gerade aus den erhöhten Alpenregionen sind aktive Befälle von 200 Jahre und älteren Bauwerken gemeldet worden. Die Frage lautet vielleicht: Bewahren Hölzern in in größeren Höhenlagen länger Ihren Eiweißanteil? Damit haben sich in jüngster Zeit ein paar österreichische Holzbauinstitute beschäftigt aber ich habe noch nix neues davon gehört. Mir geht es hauptsächlich darum, wirklich genauer zu überprüfen ob der Befall noch aktiv ist, denn Chemie dranzuhauen, wo nur noch verlassene Behausungen sind, sollte ja auch nicht Sinn der Sache sein. Grüße in den Pott von einem Bergischen Exilanten




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Hilfe!!!Welcher Putz??