Niedriger Bodenaufbau

10.04.2013 Elmar



Niedriger Bodenaufbau

Hallo Forumsmitglieder, nach langem Studium vieler Beiträge habe ich leider keine Lösung für mein Problem gefunden.

Nachdem viele unterschiedliche Lagen (Spanplatte, Linoleum, PVC) den alten Dielenboden ermordet haben, möchte ich einen neuen Dielenboden im zukünftigen Wohnzimmer haben. Ein Kaminofen soll zusätzlich für angenehme Wärme sorgen.

Meine Frage geht im Allgemeinen auf einen hier sinnvollen Bodenaufbau auf einer Kappendecke und im Speziellen auf einen fachgerechten Unterbau im Bereich des zukünftigen Kaminofens.

(Bild: Bodenaufbau_unter_Kaminofen_01.jpg) (Weitere Bilder in meinem Profil)

Kurzbeschreibung: Baujahr 1925; nicht geheizter Keller mit Naturboden und preussischer Kappendecke (Dicke: 12,5 cm; ohne Zwickelbeton; Endfelder haben keine Zugstangen; Stich: 9 cm; Träger: DIN 1025-1 I 120; Spannweite Kappe: 61 bis 69 cm; Spannweite Träger: 3,4 m); Lagerhölzer auf Obergurten der I-Träger; Füllmaterial: Sand; Dielenboden im Bereich des Kaminofens: “freischwebend“ (siehe Bild).

Der von Georg Böttcher vorgeschlagene Aufbau zu einem ähnlichen Thema ist hier, aufgrund der sehr niedrigen Aufbauhöhe von nur 5 cm (fünf cm), wohl nicht realisierbar. 5 cm = Oberkante Dielenboden bis Oberkante Kappe.
In den nächsten Jahrzehnten möchte ich den Dielenboden nicht mehr entfernen müssen. Wie, bzw. mit was fülle ich am besten den Raum zwischen Kappendecke und Dielenboden
a.) im gesamten Raum?
b.) im Bereich des Kaminofens (ca. 200 Kg)?

Ist der momentan eingestreute Sand ausreichend oder gibt es für diese geringe Aufbauhöhe bessere Möglichkeiten?

Ich freue mich auf zahlreiche nützliche Antworten.

Gruß aus Bühl

Elmar



Kappendecke



Mein Vorschlag:

1. Dämmung der Kappen von unten, dazu empfehle ich Topdec- Deckenlamellen. Damit liegt die Decke innerhalb der warmen Gebäudehülle und die Gefahr von Kondenswasserausfall auf der Deckenoberseite wird minimiert.
2 Einbau von Zwickelbeton bis in Höhe der Obergurte. Wenn die Zeichnung so korrekt ist dann bis ca. 2 cm über die Gurte (dann kein Rostschutz) und entsprechend kleinere Lagerhölzer.
3. Bei Bedarf Rostschutzbehandlung der restlichen freien Stahlflächen.
4. Einbau von neuen Lagerhölzern auf Auflagerbrettchen bzw. Scheiben aus Kunststoff o.ä., Abstand ca. 40 cm auf den Obergurten. Damit wird der Kontaktfläche zum Stahl minimiert, der auf Grund seiner besseren Wärmeleitfähigkeit immer noch kondensatgefährdet ist und die Lagerhölzer ausgerichtet.
5. Fixieren der Lagerhölzer mit ein paar Brettern, Kleber geht auch.
6. Dielen verlegen.
Dabei bleibt ein Hohlraum von ca. 2 cm unter der Dielung, der kann mit einer Weichholzfasermatte passender Stärke aufgefüttert werden. So vermindert sich der Trommeleffekt und der Eintrag von Raumluft durch Konvektion in den Hohlraum.

Wenn die Kappen in Ringschichten und nicht auf Kuf oder Schwalbenschwanz gemauert sind dann können sehr wohl Zugstangen innerhalb der Kappenfugen liegen. Außerdem können die bei der geringen Spannweite auch nur an den Enden der Träger im Auflagermauerwerk liegen.
Unter dem Ofen bzw. am Rand des Feldes ein passendes Kantholz in steifen Zementmörtel höhenmäßig ausrichten. Das wird dann die Auflage für die Dielen. Ofenblech unter dem Ofen nicht vergessen!

Viele Grüße



Hallo Elmar,



den Vorschlag von Georg Böttcher halte ich für sehr vernünftig. Sie können damit vor allem variabel vorgehen; nämlich zunächst einmal oberhalb der Kappendecke den Fußbodenaufbau wie beschrieben machen. Ich würde allerdings eine Dämmschüttung zwischen den Lagerhölzern bevorzugen. Denn damit lassen sich auch kleine Lücken füllen und außerdem: Kappendecke hört sich ländlich an und auf dem Land gibt es Mäuse. Mäuse lieben das Reich unter dem Fußboden, aber sie hassen lockere Dämmschüttungen, denn wenn sie darin Gänge bauen, fallen diese immer wieder zu! Auf die Lagerhölzer Dämmstreifen aus Filz oder Kokos und darauf die Dielung! Nun werden Sie im ersten Winter erkennen, ob der Fußboden angenehm ist oder kalt und dementsprechend entscheiden, ob Sie von unten noch zusätzlich dämmen sollten.

Das Gewicht des Kaminofens und vielleicht einer zusätzlichen Steinplatte ist für eine anständige Dielung (28-30 mm) und einen Lagerholzabstand bis 80 cm kein statisches Problem; auf unseren Dielen steht das Klavier!

Viel Spaß und Glück beim Bauen,

Erik Heinrich.



Niedriger Bodenaufbau auf Kappendecke



Hallo Herr Böttcher,

vielen Dank für Ihren Vorschlag. Ich habe zeichnerisch den IST-Zustand mit Ihren Anregungen ergänzt (siehe beigefügtes Bild). Dabei sind mir noch einige Fragezeichen erschienen:

Zu 1.) OK, werde ich machen.

Zu 2.) Zwickelbeton OK (Estrichbeton 0-8). Zeichnung ist korrekt, bis auf die Anzahl der Ziegel. Nach Einschalten meines Gehirns interpretiere ich das so: Bei Verwendung von Zwickelbeton keine vorherige Rostschutzbehandlung durchführen. Den Zwickelbeton ohne Vornässen direkt auf den von Staub und losem Rost befreiten Träger geben.

Zu 3.) Rostschutzbehandlung auf restlichen freien Stahlflächen: d.h. in meinem Fall: nur die Untergurt-Unterseite im Keller (der Rest der Träger ist unter dem Zwickelbeton, bzw. zwischen den Ziegeln der jeweils benachbarten Kappen): Evtl. abblätternde, alte Lackschicht abbürsten, entfetten und drüber streichen. Ich werde vorsichtshalber zweimal satt lackieren, denn nach dem Dämmen der Kappen von unten sind die Träger nicht mehr im Sichtbereich.

Zu 4.) Ich habe noch einige Reste von Macrolon-Platten. Die könnte ich auf den frischen Zwickelbeton aufsetzen und mit einer langen Richtlatte „ins Wasser bringen“. Durch das geringe Absacken der Platten im frischen Beton habe ich dann auch gleich eine leichte Sicherung gegen Verschieben der Platten.

Zu 5.) “Fixieren der Lagerhölzer mit Brettern“: Ist damit eine temporäre Fixierung gemeint, welche im Zuge der Dielen-Verlegung wieder entfernt wird? “Kleben“ müsste ich im Bereich der Kunststoffplättchen.

Mein Zimmermann möchte die Lagerhölzer mit den Obergurten verschrauben. … ups ?!? Ist das eine gängige Vorgehensweise? Wenn ja, könnte ich mir das so vorstellen: pro Lagerholz zwei Gewinde M6 in die Obergurte bohren, M6-Gewindestange einschrauben und kontern, Zwickelbeton obendrauf. Herausschauende Länge der Gewindestange muss kleiner sein als benötigte Lagerholz-Dicke. Abstand zweier Gewindestangen auf Lagerholz übertragen und durchbohren. Senkung auf der Dielenseite für Scheibe und Mutter. – montieren. --- Bin ich da auf dem Holzweg?

Vor dem Verlegen der ca.2 cm dicken Weichholzfaserplatten müssen aber noch die Hohlräume zwischen Kappe, Lagerholz und zukünftiger WHF-Platte aufgefüllt werden. --- Oder? (siehe Zeichnung) Was ist hier das geeignetste Material?

Zu 6.) OK

Gruß aus Bühl
Elmar



Kappendecke



Zum Fixieren:
ich meinte damit zwei Bretter, die nach dem Ausrichten der Lagerhölzer provisorisch oben über die gesamte Breite verschraubt werden um die Lagerhölzer erst einmal zu fixieren. Sonst kann es passieren das sie beim weiteren Arbeiten verschoben werden. wenn die ersten Dielen liegen können sie entfernt werden.
Rostschutz:
Wenn der Zwickelbeton über die Obergurte reicht nicht streichen. der Zement und der Stahl gehen eine feste Verbindung ein, der Stahl wird passiviert und so vor Rost geschützt. Die Tragfähigkeit erhöht sich.
Das mit dem Festschrauben ist theoretisch gut aber praktisch hat das seine Tücken. Löcher bohren sich nicht so einfach in massivem Stahl, es kann punktförmige Lasteintragungen und damit Verformungen des Fußbodens geben usw. Ich würde mir die Fummelei ersparen. Wenn die Dielung montiert ist liegen die Lagerhölzer und die Dielen bombenfest. Wenn Ihr Zimmerer Angst hat das sich vorher was verschiebt kann er die Lagerhölzer mit ein paar Klecksen Kraftkleber fixieren.
Den freiliegenden Untergurt sollten Sie vor dem Aufkleben der Deckenlamellen mit Rostschutz behandeln.

Viele Grüße