Kappendecke abreißen

04.01.2014



Hallo,

ich habe ein Nebengebäude, das früher als Schweinestall genutzt wurde. Das EG ist in Sandstein gebaut. OG1 ist ein ausgemauertes Fachwerk und OG2 ist Spitzboden mit einer Holzbalkendecke.

Zwischen EG und OG1 ist eine Kappendecke eingebaut. Die Stahlträger sind ca. 4 m lang, ohne Unterzug / Stützen. Die Felder sind mit Ziegel ausgemauert (die Bögen), darüber ist eine Schüttung und darauf wurde ein Estrich betoniert. Im OG1 wurde früher Getreide gelagert, in OG2 Stroh / Heu.

Das Gebäude hat die besten Zeiten hinter sich. Das Dach werden wir demnächst neu Decken müssen. EG können / wollen wir aufgrund von Sicherheit nicht nutzen. Die Felder haben teilweise Risse, ein Feld wurde bereits von unten abgestützt und die Stahlträger sind durch den früheren Stallbetrieb sehr angegriffen. Da wir die oberen Bereiche nicht nutzen werden, würde ich am liebsten die Decke abreißen.

Jetzt die spannende Frage. Wie reißt man so eine Decke ab?

Mit Gerüstbohlen oben drauf mit dem Abbruchhammer? In der Mitte anfangen? Was passiert, wenn mehrere Felder gleichzeitig ausgelöst werden? Gibt's andere Möglichkeiten? Hat so eine Zwischendecke Auswirkungen auf die Statik des Gebäudes? Das Dach steht auf der Fachwerkkonstruktion und die auf der Außenmauer. Die Stahlträger sind wahrscheinlich bei den 60cm Außenwänden nur innen aufgelegt.

Die Stahlträger würde ich drin lassen, daneben Holzbalken einziehen und mit OSB auslegen.

Vielleicht hat jemand schon mal was ähnliches gemacht und kann mir ein paar Tipps geben.

Viele Grüße
tkaess



Das geht



Die Kappen haben keine weitergehende statische Funktion und tragen nur sich selbst bzw. die Deckenauflast. . Die Decke kann aber als Scheibe das Gebäude aussteifen und die Knicklänge (Höhe) der Aussenwände halbieren.

Ein Statiker muss nachweisen, das die neue Deckenkonstruktion die gleiche statische Funktion hat, wie die alte Decke und ggf. Hinweise geben auf den Ablauf der Abrissarbeiten.

Wenn die Stahlträger stark korrodiert sind, muss die Ersatzkonstruktion eventuell ihre Funktion übernehmen und daraufhin bemessen werden, auch im Auflager. Holzbalkenauflager auf Bruchsteinwänden sind sehr überlegt auszuführen, da es hier zu Kondensatausfall und Holzschädigung kommen kann.

Der Sandstein kann ggf. durch den verdunsteten, auskondensierten und biochemisch umgewandelten Tierurin mit einer Salzbelastung befrachtet sein (siehe Korrosion an Stahlträgern), die wiederrum hygroskopisch wirkt. Auch in Deckenhöhe. Im Zusammenhang mit Holzbalken eventuell keine gute Kombination. Sollte überprüft werden.