Kanten brechen bei Mehrschicht-Dielenboden

22.02.2022 Nikolaus


Hallo! Wir haben Dielen auf Lagerhölzern und Schüttung verlegt. Die Dielen sind 200 mm breit und bestehen aus einer 6 mm starken Nutzschicht aus 300 Jahre alter Kiefer und 12 mm Multiplex. Die Dielen sind mit einem leicht pigmentierten Öl von Naturalfarben und dem "Tec-Oil" von Naturalfarben behandelt worden (an dieser Stelle viele Grüße an den freundlichen Herren aus der Oberpfalz)

Einige Dielen sind entlang der Kanten recht wurmstichig. Leider haben die Bodenleger nicht darauf geachtet, diese an den Rand zu legen - und ich konnte leider nicht vor Ort sein. Bei diesen Dielen wird die Kante als erstes brechen. Aber auch bei anderen Dielen gibt es hier und da Schwund.

Ich habe festgestellt, dass die Luftfeuchtigkeit bei gerade einmal 35% liegt. Könnte es daran liegen?

Hätte man die Kanten leicht fasen müssen?

Kann man die wurmigen Stellen in irgendeiner Form sichern? Jemand schlug mir Epoxidharz vor. Wie würde man das einsetzen? Wie würde es aussehen und wie würde das Holz langfristig reagieren?

Für guten Rat bin ich sehr dankbar!

Nikolaus



evtl Knochenleim



Ich könnte mir vorstellen, dass Haut- und Knochenleim hier eine Möglichkeit wäre.

Auf den Videos von Lothar Greef benutzt er diesen oft bei wurmstichigem Holz. Am besten mal ein paar seiner Videos auf Youtube anschauen, dann kannst du dir ein Bild davon machen.



Glutinleime...



...sind an dieser Stelle fehl am Platz. Sie dringen kaum ein.

Bewährt hat sich Paraloid B72 gelöst in Ethylacetat. Näheres dazu findest Du auf der Seite von Kremer-Pigmente. Die Komponenten gibt es dort einzeln, aber auch als 15%ige fertige Lösung.

In jedem Fall ist das eine gut injizierbare Flüssigkeit, die tief in die Frasskanäle dringt.

Nach Aushärten des Holzfestigers könnten die Frasslöcher noch mit pigmentiertem 2K Harz geschlossen werden, so gewünscht. Ich arbeite da mit Ponal Duo.

Es sollte aber auch gut funktionieren, obige Lösung mit Holzschleifstaub vermischt als Kitt zu benutzen. Wohlgemerkt, nach vorheriger Injektage der Lösung.

Solltest Du da nicht weiterkommen, gerne eine PN.

Grüße

Thomas

P.S. Das Fasen der Bretter wäre die übliche Herangehensweise gerade bei Anobienschäden gewesen. Mit der Luftfeuchtigkeit haben die Ausbrüche nichts zu tun.