Kann eine 20cm Porenbeton-Innendämmung drinnen bleiben?

06.01.2015 Rosengoldmarie



Wir haben ein Fachwerkhaus übernommen, was 30 Jahre leer stand. Vor einigen Jahren hat schon mal jemand angefangen, das Haus wieder aufzubauen. Dabei hat er eine Innendämmung mit 20cm Porenbeton eingebaut. Zwischen der Porenbetonwand und der Fachwerkwand (Holzbalken mit Ziegeln ausgemauert) ist ein Hohlraum 5-10cm.

Aus Kostengründen und weil sie nun mal da ist, würden wir die Porenbeton-Innendämmung nicht rausreißen wollen. Geht das?

Falls ja, muss der Hohlraum ausgefüllt werden oder leer bleiben?

Hoffentlich weiß einer Rat.
Grüße, Bettina und Dietmar



Kompromisslos rausreißen...



Oje...das mit dem Platzverlust stimmt natürlich. Und auch der Lichteinfall durch die Fenster wird durch die 20cm-Porenbetonwand eingeschränkt. Aber dennoch...ist alles sauber verarbeitet (keine Eigenleistung, sondern Baubetrieb) und eben besonders an den großen Giebelwänden auch 'ne Menge Geld, das wir da vernichten würden.



Kann eine 20cm Porenbeton-Innendämmung drinnen bleiben?



jetzt haben Sie mich erwischt ;)

Hat jemand noch 'ne andere Idee dazu?



Rückbau u.U.!



Aus der groben Sicht ihrer Erläuterung und den bereits durch den Kollegen vor mir in seinen Wortmeldungen, angedeuteten Ausführungen, bin ich ebenfalls der Auffassung, einen Rückbau zu favorisieren.
Homogenität ist hier das Wichtigste, was bei einem Fachwerk eine Dauerhaftigkeit der Gesamtkonstruktion mit sich bringt.
Tauwasserausfälle sind vorbrogrammiert, auch wenn man Hohlräume ausfüllen kann.
Zusätzlich ergibt sich die Möglichkeit, die innenseitige Konstruktion in Augenschein nehmen zu können und verdeckte Bauschäden, die bei solchen Aktivitäten der "Sanierung" vertuscht wurden, somit aufzudecken.
Zu funktionalen Innendämmsystemen bei Fachwerk kann ich ihnen verschiedenste Lösungsausführen dann vorschlagen.

FG Udo



Bauen...



Sie doch eine Wandheizung mit moderater Holzweichfaserdämmung davor, dann ist das sowieso eher theoretische Taupunktkonstrukt ganz vom Tisch.

Grüße

Thomas



Doch,



so denn der Platz da wäre. Ich würde tatsächlich 5cm Holzweichfaser als Basis für die WH verwenden. Das muß man nicht machen; aber es spricht auch nichts dagegen. Wozu die Wand aufheizen?

Grüße

Thomas



Wandheizung an die Porenbetonwand



...so war es geplant: eine Wandheizung und dann mit Lehm Verputzen oder gleich Lehmbau-Ferigplatten mit eingebauter Wandheizung:
https://www.youtube.com/watch?v=_TbnTD6jvBE&spfreload=10



Das trifft...



jedoch bei einer WH nicht zu... Ganz kalt wird die Wand nicht sein, auch mit 5cm HWPl nicht.

Zudem ist nicht bekannt, wie dicht nun der Hohlraum abgeschlossen ist. Alles in allem wohl eher ein Fall für einen Fachmann vor Ort, statt für Ferndiagnosen.

Grüße

Thomas



Ytonginnenwand vor Fachwerk



Problematisch ist's auf jeden Fall, gib doch den gesamten Wandaufbau in den www.u-Wert.net Rechner ein und sieh was da zur Dämmung und Tauwasseranfall herauskommt.
Auch das ist aber keine Garantie für Schadensfreiheit.

Du könntest auch eine genaue Beschreibung der Situation an Ytong übermitteln und deren Beurteilung hier einstellen- wäre interessant.
Ggf Techniker von denen anfordern.
Wurde unter den Wänden eine Feuchtigkeitsabdichtung verlegt?

Man könnte auch an mehreren Stellen durch die Ytongwand mit Sensoren die Feuchtigkeit auf der Innenseite der Fachwerkwand messen um mehr Sicherheit zu bekommen.

Die Schlagregendichtigkeit der Fachwerkwand sollte beurteilt werden, da diese Feuchtigkeit neben der Raumfeuchte ausdiffundieren müßte.

Notfalls ließen sich Wandheizungsrohre in den Gasbeton Einschlitzen und dann mit Lehm einputzen, wobei die Wärmeübertragung im Gasbeton schlecht ist- spart zumindest Aufbauhöhe.

Andreas Teich



Hohlraum verfüllen....



....aber mineralisch!
Klar, eine sensible Situation, aber um dem enormen Rückbau vielleicht entgegenzutreten, machbar.
Ich aus meiner Sicht, würde eher öffnen oder zurückbauen, um der Sache dahinter ein Augenmerk zukommen lassen zu können.
WH und Lehmverputz ist eine gute Ansatzlösung für das Raumklima und die energetische Lösung.