Mein Kamin macht Ärger

26.12.2006



Hallo zusammen,
der Vorbesitzer meines Hauses hatte vor Jahren den nicht mehr genutzten Kamin bis auf den Speicherboden abgerissen. Ich habe ihn im Spätsommer mittels Fertigelementen wieder aufgemauert und meinen Kaminofen angeschlossen. Der vorhandene Kamin besteht aus gebrannten Kalksandsteinen, aufgestockt wurde mit Allit-Fertigelementen, der Kamin ist nicht ausgezogen und hat ein Innenmaß von 25 x 25cm.
Anschließend ging mein Kaminofen nach dem Okay des Schornsteinfegers in Betrieb und hat meine Feuchte Hütte auch schon hübsch trocken geheizt. Die Luftfeuchte hat sich im Gegensatz zum letzten Winter halbiert.
Den Dachanschluß des Kamins hat ein Dachdecker ordnungsgemäß ausgeführt. Um so größer war mein Erstaunen, als nach den letzten heftigen Regenfällen plötzlich Wasser auf dem Speicherboden stand - und nicht so wenig. Ich habe den Dachdecker angerufen, der hat sich die Bescherung angesehen und mir mitgeteilt, dass nicht der Dachanschluß fehlerhaft sei, sondern das Regenwasser in den Kamin gelaufen ist, und die Fertigelemente von innen heraus völlig durchfeuchtet hat. Diese Erklärung erschien mir plausibel, denn die Fugen zwischen den einzelnen Elementen waren sichtbar und fühlbar naß (siehe Bild).
Also hat mir der gute Mann eine Orkanhaube mit Edelstahldach montiert, jetzt sollte kein Regen mehr in den Kamin fallen können.
Unglücklicherweise sind die Fugen seitdem (ca. 3 Wochen her) nicht mehr getrocknet. Und das obwohl der Ofen täglich läuft und der Kamin auf dem Speicher spürbar erwärmt wird (ca. 12 Grad Oberflächentemperatur bei Null Grad Außentemperatur)
Im Gegenteil, sie haben sich gelblich verfärbt und riechen recht streng nach Schwefel bzw. Ruß.
Gibt sich das nochmal, oder habe ich meine erste Erfahrung mit einem durchgesotteten Kamin gemacht?
Da der Speicher weder bewohnt noch ausgebaut werden soll könnte ich mit diesem Mangel leben, aber ärgern tut es mich doch ein wenig.



Taupunkt im Kamin?



Hallo Herr Körper,

scheinbar haben Sie den Taupunkt im Kamin. Damit sind Versottungen vorprogrammiert. Die Gründe dafür können vielfältig sein: zu nasses Holz, zu wenig Zug im Kamin, Querschnitt oder Kaminhöhe falsch, etc. Sind denn Kamin und Ofen aufeinander abgestimmt? Gab es mal eine Berechnung vom Ofenbauer oder Schornsteinfeger? Oder wurde der vorhandene Kamin einfach nur über Dach geführt und unten der Ofen angeschlossen? Die vorhandene Versottung werden Sie leider nicht mehr los werden, da helfen weder Farbe noch Putz. Reden Sie noch mal mit Ihrem Ofenbauer und Schornsteinfeger, die sollten Ihnen eigentlich auch Lösungsvorschläge unterbreiten können. Ansonsten: Fachwerk-Forum ;-)

Alles Gute für das kommende Jahr!



Da sollen auch noch zwei Öfen ran...



...denn der Querschnitt des Kamins ist für nur einen Ofen etwas zu großzügig bemessen. Darauf hatte mich der Schornsteinfeger schon hingewiesen. Vom Kaminzug her gibt es nix zu bemängeln, auch das Holz war trocken.
Ich versuche mal die Sache positiv zu sehen: Ich habe gelernt, dass ein Kamin erschreckend schnell durchsotten kann, die Notwendigkeit dieser lächerlichen Kaminhauben zur Kenntnis genommen und mir gleichzeitig noch eine Übungsfläche für Sperrputze gegen Versottung geschaffen.
Ich werde die Version mit dem Kuhdung-vergüteten Kalkputz ausprobieren sobald ich anfange, mein Haus innen mit Kalkputz schimmelhemmend auszustatten...

Mal sehen ob der Speicher dann nach Bauernhof duftet...
Von mir auch alles Gute für 2007



Schornsteinfugen



Dachog. Wenn der Schornsteinfeger sein ok gegeben hat sollte es eigentlich genügen. Dem beigefügten Foto nach vermute ich eher, daß die Ausführung des Schornsteins unsauber ist. Die Schornsteinelemente wurden satt in Mörtel verlegt, es wurde aber versäumt von innen die Fugen sauber zuverstreichen. der nach innen in den Zug hängende Mörtel führt zur Wirbelbildung der aufsteigenden Rauchsäule, die dadurch in ihrem Bestreben zum Aufsteigen gehindert ist. Die Schornsteinhaube tut nun noch ein übriges zur Verringerung des Auftriebs. Mfg ut de ole Mark



Einspruch!



Hallo Herr Kurze,
die Elemente habe ich mit tatkräftiger Unterstützung meines Bruders und meines Vaters (Maurer) aufgesetzt.
Die Fugen sind innen glatt wie der sprichwörtliche Babypopo, da hat mein Vater schon ordentliche Arbeit gemacht. Allerdings mußten wir den Kamin ein bißchen ziehen, um am Firstbalken vorbeizukommen - da gibt es ein paar - immerhin geglättete - Treppenstufen.
Bei der Kaminhaube war ich auch skeptisch, aber eine brennende Seite aus der Tageszeitung schafft den Weg von der Revisionsklappe im Keller bis auf die Dachpfannen noch immer in wenigen Sekunden - so war es auch, bevor die Haube drauf war.
Ich mache mir eher Vorwürfe, den Regenschutz zu spät auf den Kamin gesetzt zu haben. Anfangs war er nämlich knochentrocken, aber der Dauerregen Ende November/Anfang Dezember hat ihm wohl den Rest gegeben.

Viele Grüße



Abwarten



Denke nicht, dass Sie schon sicher sein können, bevor der Schornstein richtig trocken ist.
Wenn der Schornstein wirklich für mehrere Heizstellen ausgelegt ist (25x25 ist schon einen kleinen Backofen wert), dann sollten Sie das mal testen.
Einfach Bullerjahn oder Kanonenofen mit dranhängen, mit trocken Kleinholz durchfeuern und wenns geht, die Austrittstemperatur am Schornstein messen.
Dann wissen Sie es genau.

Alles Gute



taupunkt im schornstein da querschnitt zu gross



Hallo Norman,

ich kann die erste Antwort aus eigener Erfahrung nur bestaetigen.
Ich habe auch einen Ofen
http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/community/a/showPicture/8026$.cfm
dieser hat den schornstein im oberen bereich komplett
durchgesottet.

den nachweiss kannst du nach DIN (irgendwie) mit dem
Programm unter http://www.kesa-aladin.de/
Mit der Demo-Version kannst du ein paar Berechnungen machen,
und die reichen fuer den Privatgebrauch aus.

Meine Loesung sind jetzt so aus, dass ich eine 150er Edelstahlrohr eingezogen habe. Das Rohr steckt nur 2,50m
vom Kopf im Schlot, den Spalt habe ich mit Steinwolle
zugestopft, so dass die Abgase immer durch das Rohr
gehen. Wenn du jetzt mit der Taschenlampe von oben
reinschaust, dann kannst du sehen, dass der Taupunkt
im Schornstein liegt. Durch die Laenge von 2,5m kommt
auch untern kein Tropfwasser mehr an.
Zusaetzlich habe ein ein Messgeraet im Kopf, um Feuchte
und Temperatur zu messen. Die Daten gehen per Funk
an eine zentrale, die dann den Taupunkt anzeigt.

Das Provisorium soll jetzt bis Fruehjahr halten (ist mit
dem Schornsteinfeger abgestimmt), dann ziehe ich ein
komplettes rohr durch und bin dann alle Sorgen los.

Wie gesagt, die Ursache ist ein zu kleiner Ofen, bzw.
richtigerweise der querschnitt des rauchaustritts.
Einen groesseren will ich aber nicht aufbauen, da dieser
kleine Ofen fuer die 80qm voellig ausreichend ist (>25°).



Vielen Dank für die Tipps



Hallo Herr Schubert,

abwarten werde ich ohnehin müssen, denn für Ofen Nummer zwei braucht es noch ein paar bauliche Veränderungen (Wand muß weg und wieder mit Lehmziegel aufgemauert werden)
Zur nächsten Heizperiode gehen dann aber zweimal 8 KW durch den Kamin. Der vorhandene Ofen steht im Erdgeschoß, der neue wird in den ersten Stock kommen und den Kaminkopf stärker erwärmen.


Hallo Gerald,

mein Schornsteinfeger würde alleine bei dem Gedanken an eine Querschnittsverringerung schon graue Haare kriegen.
Ich würde ihn ja gerne mal zu meinem Problem befragen, aber er ist mehr als schlecht erreichbar.
Ich habe auch schon Bilder von in Mineralwolle gewickelten Kaminen gesehen und mich gefragt, ob ich damit den Taupunkt übers Dach Verlegen kann - das wäre vom Aufwand her recht problemlos zu machen im Gegensatz zur Innenverkleidung mit Edelstahl, die meine knappe Kasse zur Zeit über Gebühr belasten würde...

Viele Grüße und Danke für die Tipps



querschnitt beachten



Hallo Norman,

auch bei einem zweiten Ofen wird das Problem bestehen
bleiben. Damit es funktioniert, muessen wahrscheinlich immer
beiden Feuerstellen in Betrieb sein.

Wenn du den Kaltbereich mit Steinwolle einpackst, dann hat
das schon einige positive Wirkungen. Ich habe den gesamten
Kaltbereich und den aussenliegenden Kopf schoen eingepackt.
Damit habe ich das Problem ca 2 meter nach oben geschoben.

Ich finde aus Gefuehl, dass dein schornstein auch maechtig
gross ist. Hier hat man um 1900 einen 180er Querschnitt
fuer 5 Oefen gebaut. Der andere ist nur 150 fuer 4 Oefen.

Aus Erfahrung wuerde ich dir zu einer (wenn auch teilweisen)
Verrohrung raten, denn durch die Kondensatbildung machst du
den Schornstein kaputt. Ich habe das Spiel seit 4 Jahren durch und habe schon 1500 EUR in die Erneuerungen gesteckt.
Haette ich von Anfang an ein Rohr reingezogen, waere es
billiger gewesen.

die ganze geschichte kann ich dir ja mal bei interesse
als PM schicken :-)

viele gruesse

gerald, der gerade wieder die messpunkte im schornstein geprueft hat



Ich fürchte da liegt der Hase im Pfeffer



Hallo Gerald,

die erste Antwort auf meine Frage hat es schon auf den Punkt gebracht - Herr Mispagel hat es klar erkannt.
Ich hatte gehofft, der Regen wäre Schuld, aber gestern Abend habe ich mich vom Gegenteil überzeugen lassen müssen.
Obwohl ich meine Zwangshandlungen auf ein Minimum reduzieren will, verschlug es mich - rein zufällig natürlich - auf den Speicher. Schon mal da oben, habe ich einen Blick durch die Putztür riskiert. Diese befindet sich im alten, gemauerten Teil des Kamins. Oberhalb davon sind alle Fugen zwischen den Fertigelementen feucht. Na gut, eigentlich sind sie naß.
Dann werde ich in meinem Urlaub nächste Woche
1.) den Kamin in Mineralwolle packen - und zwar nicht gleich komplett, sondern erst mal nur den unteren, gemauerten und noch trockenen Teil. Wenn die Temperatur darüber durch diese Maßnahme ansteigt, und die Fugen trocknen, ziehe ich die Isolierung weiter nach oben. Wenn es mir gelingt, das Problemchen 2 Meter nach oben zu verlagern, habe ich es aus dem Haus gescheucht.
2.) einen weiteren Ofen im oberen Stockwerk anschließen, der zusätzlich dafür sorgen sollte, dass der Kamin trockener wird.
3.) den Schornsteinfeger mal fragen, ob er mich nicht hätte vorwarnen können, als er den Kamin abgenommen hat. Von Querschnittsverringerung wollte er nämlich nix wissen.

Vielen Dank für Eure Hilfe

P.S. Trotzdem nervt es mich, dass ich mir durch jede vermeintliche Verbesserung am Haus ein neues, vorher noch unbekanntes Problem einhandele.
Insbesondere die zahllosen Möglichkeiten, sich mit Kondensation die Bude zu ruinieren regen mich ziemlich auf. Jetzt weiß ich auch, wo die Feuchtigkeit hin ist, die ich aus meinem Wohnzimmer per Ofen vertrieben habe - die feiert jetzt feucht-fröhliche Partys im Kamin...



hase im pfeffer (2)



Hallo Norman,

das Einpacken kann aber nur eine Uebergangsloesung sein.
Bei mir war es so, dass das Wasser foermlich aus den Fugen
lief. Bei dir wird es an den Fertigteilen runter laufen.

zu 2) ein zweiter Ofen muss das Problem nicht unbedingt loesen, da du wie ich schon sagte, mit 25x25 doch einen grosses "loch" hast. Wie gross ist der Querschnitt des
Ofenrohrs? Durch dieses Wert wird der Massenvolumenstrom
bestimmt und dieser wiederum bestimmt wieviel Wasser
absolut durch den Schornstein geht.

zu 3) ich habe so viele experten hier gehabt und jeder hat
was anderes gesagt :-)



Bei mir...



...sah es noch schlimmer aus, die Soße war braun.

Lange, vorsichtig auslotende Gespräche mit dem zuständigen Mieter ergaben letztlich, daß er viel zu nasses Holz nimmt.

Jedenfalls sollte der Ofen täglich befeuert werden, damit der Zug nicht kalt wird. Kohlen sollten eigentlich weniger Wasser entwickeln, zum trockenheizen könnte man also auch auf dieses "unromantische" Brennmittel zurückgreifen.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas



Das ist mittlerweile braun...



denn das Bild ist schon ein paar Tage alt :-)
Die Kohlen finde ich in der Tat unromantisch mit Tendenz ins Unmoralische.
Bei mir kommt noch die immense Luftfeuchte im Haus dazu (vor dem Ofen zwischen 60-70%), die geht auch über den Kamin raus und macht die Verbrennungsluft mit Sicherheit nicht trockener.
Aber mein ater Freund Schimmel hat jetzt keinen Spaß mehr bei 30% Luftfeuchte.
Der Kaminofen für den oberen Stock, in den ich meine letzten Hoffnungen setze, wird heute abgeholt.
Wenn das nix hilft brauche ich ein Rohr in meinem Fabrikschlot oder ein mittleres Kraftwerk im Keller.

Guten Rutsch



dringend das heizen einstellen



Hallo Norman,

ich kann dir nur dringend ans Herz legen, das Heizen
einzustellen.
Hast du schon mal mit der Taschenlampe in den Schornstein
geschaut? Da muesste das Wasser richtig runterlaufen.



Ist das eigentlich...



ein offener Kamin oder ein Kaminofen mit Türen?

Neujahrsgrüße

Thomas



Der Dachdecker kann was erleben...



...da läuft immer noch Wasser rein. Gut, es war stürmisch, erwarte ich etwa zu viel?

Hallo Gerald,

noch läuft im Kamin nix runter - es betrifft bis jetzt nur die Fugen.

Hallo Thomas,

es ist ein Kaminofen. Ich drehe auch die Luftzufuhr ab wenn er nicht läuft. Damit nicht noch mehr Raumfeuchte im Kamin kondensiert. Von der Restfeuchte des Holzes wollen wir mal großzügig absehen...
Ich hoffe, dass der zweite Ofen den Kamin über den Taupunkt erwärmt, dann bin ich das Problem los.
Wenn nicht, was ist empfehlenswerter/günstiger, ein Edelstahl- oder ein Keramikrohr?

Viele Grüße
Norman





Hast du mal innen nachgesehen? Wasser kondensert nicht nur
an den fugen. Ich denke es wird so wie bei mir sein, dass
das wasser innen foermlich runterlief und Glanzrus entstand.

nachtraeglich wirst du wohl nur ein edelstahlrohr reinbekommen. ich ziehe jedefalls im Fruehjahr sowas ein.

gerald



Wenn der Kamin schief gezogen werden musste...



...wird es mit dem Einziehen von Rohren schwierig werden. Keramikrohre sind vermutlich außen vor, weil die so gar nicht flexibel sind. Bei Edelstahl geht da vielleicht eher noch etwas. Einer meiner Schornsteinzüge ist auch etwas verzogen, da ging mit dem Einfädeln der Edelstahlrohre nichts mehr, wir mussten den gemauerten Zug an 2 Stellen öffnen - bei den Fertigelementen kommt das einem Neuaufbau gleich.

Der neue Ofen ist hoffentlich nicht noch ein offener Kamin? Die Temperatur der Verbrennungsluft (und damit die Chance des Trockenheizens) sinkt mit Sicherheit beim offenen Kamin. Schon des Holzverbrauches wegen könnte ja die Möglichkeit des Umrüstens auf einen Kamineinsatz mit Türen geprüft werden.

Vielleicht hat der Dachdecker den Kaminzug verletzt, als er die Abdichtung angebracht hat, und jetzt kann Regenwasser durch Bohrlöcher in den Zug gelangen?

Ich denke, daß hier mit Probieren viel mehr Geld ausgegeben werden wird, als wenn man ein paar Euro in einen Gutachterbesuch investiert. Und den Schornsteinfeger sollte man vorher auch noch mal bitten, sich das genau anzusehen - vermutlich kommt er kostenlos. Besonders die Sache mit dem Rohreinziehen sollte eine Firma vom Fach erledigen.

Grüße

Thomas



expertenwissen



bei dem angegebenen querschnitt von 250x250 sollte
ein 130er rohr locker durchpassen. Wichtig ist dann noch das
Isolieren rundherum bzw. an ein paar stellen, so dass sich
neben dem rohr keine Luftbewegung bildet.

Den Tip mit dem Gutachter kann ich so erstmal micht bestätigen,
da ich damit keine gute erfahrungen hatte. Nach deren Meinung
war alles gut - nur die realitaet war anders. Aber das ist
ein anderes Thema.

Frohes neues Jahr und einen im naechsten Winter funktionierenden Abzug

gerald



@ Gerald



Schön, daß Du eine Lösung gefunden hast, die bei Dir funktioniert.

Ob das so auf einen anderen Fall übertragbar ist, kannst auch Du nicht mit Bestimmtheit sagen, und ob die Rohre in den gezogenen Kamin überhaupt 'reinpassen, erst recht nicht. Letztlich kosten die Edelstahlrohre einen Haufen Geld, und wenn's irgendwo nicht weitergeht ("Allerdings mußten wir den Kamin ein bißchen ziehen, um am Firstbalken vorbeizukommen - da gibt es ein paar - immerhin geglättete - Treppenstufen"); oder das Problem dort ein ganz anderes ist, sitzt Norman Körper auf einem Haufen sehr teuerer Rohre, die er nicht mehr loswird.

Auf unsichem Terrain bin ich sehr dafür, vor dem Bezahlen gründlicher als bisher geschehen zu sondieren.

Grüße

Thomas



@ Thomas / Gerald



Hallo zusammen,
nun streitet euch nicht wegen meines Kamins.
Wir haben sehr moderat gezogen, da sollte ein 160er Rohr ohne Wandberührung reinpassen - immerhin habe ich bei dem Durchmesser reichlich Spiel in alle Richtungen.
Der Dachdecker macht Betriebsferien - den bestelle ich mir auf jeden Fall noch ins Haus.
Ofen zwei (Werkstattofen, Gußeisen mit Schamotte, 111kg mit 8 KW) wartet noch auf ein paar starke Männer (mich ausgenommen) die ihn die Treppe hochschleppen.
Wenn der läuft, halte ich euch auf dem Laufenden, wie die Sache weiter geht.

Vielen Dank an alle



Update für den Kamin



Hallo an alle Interessierten,
um etwas Zeit zu gewinnen und auf die wohlige Wärme des Ofens nicht komplett verzichten zu müssen, habe ich den Kamin erst einmal warm eingepackt. Die Temperatur im isolierten, unteren Teil ist deutlich höher (fast 20 Grad mehr) als im unisolierten. Im Laufe der nächsten 2 Wochen sollte der zweite Ofen endlich in Betrieb gehen. Oberhalb der Isolierung breiten sich die feuchten Stellen leider weiterhin aus. Aber die Menge der Feuchtigkeit hat sich auch nicht verändert, ich habe lediglich den Platz für die Kondensation verkleinert. Und damit hoffentlich die Lage nicht zusätzlich verschlimmert. Man wird sehen.

Viele Grüße
Norman



Zweites Update: Mehr Feuer gemacht



Hallo zusammen!
Es ist soweit: Mein zweiter Ofen hat den Betrieb aufgenommen.
Durch die Kraft der zwei Öfen und die Isolierung, die ich mittlerweile bis an die Dachziegel hochgezogen habe, ist es in meinem Kamin deutlich wärmer geworden.
Die feuchten Stellen wurden nicht größer, aber leider auch nicht kleiner. Die Temperatur liegt im isolierten Bereich zwischen 40° direkt unten am Boden und knapp 25° kurz vor den Ziegeln - da sollte eigentlich nix mehr kondensieren.
Der Kaminkopf wird wahrscheinlich um so mehr leiden.
Eventuell entferne ich im Sommer die Verkleidung und isoliere den Kopf ebenfalls. Dann sollte sich die Kondensation nur noch im Freien abspielen - und das wäre mir reichlich gleichgültig.

Viele Grüße
Norman



mein aufbau (3)



Hallo Norman,

habe gerade meinen Ofen angeheizt und musste an deinen Kamin
denken...

Hast du schon mal innen gemessen? Die Austrittswerte sollten
so bei 40°C/40%RH liegen, damit liegt der Taupunkt bei 23°C.
Schau dir mal folgendes Programm an:
http://www.vaisala.de/Feuchterechner/?SectionUri=%2fgeschaeftsbereiche%2finstruments%2frhcalc

Meine Erfahrung zeigt, dass zwischen Temperatur und Feuchte
20 Punkte liegen sollte. Wenn bei 25°C der Taupunkt bei
23°C liegt, dann hast du auch nichts gewonnen.
Du musst auch daran denken, dass durch das Heizen mit Holz
einen hoeheren Massenvolumenstrom erzeugt als das Heizen
mit Kohle und in diesem Strom ist auch noch mehr Wasser
drinne. Bei dem von mir erwaehten Programm fuer die DINxxx
muss das auch angegeben werden.

Ich denke, dass du diesen Winter noch ueberstehen wirst, da
das alles Beton ist.
Aber eine Verrohrung oder anderweitige Querschnittsverringerung
ist bei dir dringend notwendig.
Meine Übergangsloesung hat übringens auch bei der letzten
Kälteperiode (-3°C) sehr gut funktioniert. Eine
erneute Versottung kann ich mir auch nicht mehr leisten,
nachdem ich den Schornstein dreimal neu zumindestens
teilweise neu aufgebaut habe

Ich habe das Prinzipbild des Provisoriums mal mit veroeffentlich,
wir werden sicher nicht die einzigen mit diesem Problem sein.

viele gruesse
gerald



Allgemeiner Hinweis



Hallo zusammen, bin gerade zufällig auf diese Seite gestoßen und habe die Meinungen überflogen.

Bei einer Schornsteinversottung führt meist die Summe mehrerer kleiner Fehler zum großen Problem:

Richtig ist, dass die Versottung durch Taupunktunterschreitung im Schornstein entsteht. Bei zu großen Schornsteinquerschnitten ist das Verhältnis Abgasmassenstrom und Schornsteinquerschnitt nicht abgestimmt. Dadurch haben die Abgase eine viel zu große Verweildauer im Schornstein und durch die zu großen Abkühlungsfläche ist dann auch die sehr große Entwärmung der Abgase gegeben.

Der Wärmeübrgang von den Abgasen auf das Mauerwerk ist von der Temperaturdifferenz zwischen Abgas und der inneren Schornsteinoberfläche abhängig. Die Oberflächentemperatur des inneren Schornsteinmauerwerks ist wiederum von der Intensität des Wärmeabflusses nach außen abhängig. Der hier vorhandene Schornstein hat durch sein Material keinen hohen Dämmwert. Schnell kann die Wärme von innen nach außen abfließen. Wenn dann das Material durchfeuchtet ist, wird der Wärmeabfluss noch erheblich verstärkt, was den Versottungsprozess dann noch stark beschleunigt!!! - Teufelskreis -

Abhilfevorschläge:
Den Schornstein bis zum Dach intensiv mit Wärmedämmung einpacken - wie im unteren Bereich schon geschehen.

Beide Öfen möglichst parallel intensiv betreiben.

Trockenes Holz verwenden. Bitte nachmessen! Es sollte unbedingt unterhalb 20 % Holzfeuchte liegen. Geeignete Holzfeuchtemessgeräte sind im Fachhandel zu erhalten.

Aber auch die Restfeuchte sollte noch ohne Kondensation ins Freie gelangen. Hier ist Wert auf die Hand des Betreibers zu legen! Bitte das Holz unbedingt mit heller leuchtender Flamme unter Zuführung von ungedrosselter Verbrennungsluft verbrennen. Erst venn die Flammen erloschen und das Holz in Glut gefallen ist, kann die Verbrennungsluft gedrosselt oder verschlossen werden.

Nicht zu viel holz auflegen! Lieber immer nur einzelne Scheite nachlegen. Die Wärmeleistung des Ofens nicht durch Verbrennungsluftdrosselung regulieren, sondern nur durch die aufgelegten Brennstoffmenge.

Durch diese bewusste Betriebsweise kann möglicherweise die Durchfeuchtung aufgehoben und ausgetrocknet werden.

Wenn der Schornstein einmal richtig versottet ist, wenn also mit der Durchfeuchtung Rußteile durch das Mauerwerk gedrungen sind und an der Außenseite als dunkle Flecken sichtbar werden und ein unangenehmer Geruch abgesondert wird, hilft nur noch der Abriss!

Der Ofen (Feuerstätte) und der Schornstein (Abgasanlage) bilden mit dem Schornsteinanschlussrohr des Ofens (Verbindungsstück) eine bauliche Einheit als Feuerungsanlage. Die einzelnen Komponenten der Feuerungsanlage müssen aufeiander abgestimmt werden. Dabe kann das Berechnungsprogramm von Kesa gute Dienste leisten.

Wenn nichts hilft, muss der Schornstein durch eine Querschnittsverkleinerung "saniert" werden!

Weitere Hinweise zu solchen Problemen können auch unter www.rewiofen.de entdeckt werden.



Der feuchte Kamin nach einem Jahr - eine Bilanz:



Hallo an alle Interessierten:

Der Zustand des Kamins hat sich nicht verschlechtert. Die vorhandenen Flecken werden wohl nicht mehr verschwinden, sie sind aber auch nicht größer geworden, obwohl - oder vielleicht gerade weil - der Ofen täglich befeuert wird.
Die Isolierung mit Steinwolle hat mir also bislang eine Sanierung erspart. Fühlbar naß ist da oben auch nichts mehr, den Sommer über hatte ich die Steinwolleplatten entfernt, und vor der Heizsaison wieder angebracht.
Ich habe sogar das zwanghafte Temperaturmessen aufgegeben...

Viele Grüße
Norman



ebenfalls Bilanz



Hallo Norman,

bei mir ist jetzt auch alles im grünen Bereich, es
gibt kein Kondensat im Schornstein, das Stückchen
Edelstahlrohr könnte eigentlich raus - aber nur bleibt
es dort.
Ich habe an meinem Ofen noch etwas modifiziert: Beim
Reinigen viel mir auf, dass es im Feuerraum noch
einn kleinen Deckel gibt. Diesen habe ich ausgebaut, somit
ist der Massenvolumenstrom erhöht worden, bzw. der
Querschnitt im Abzug ist jetzt gleich.
Eingepackt habe ich den Schornstein auch noch mit
Steinwolle (wie du).
Temperatur messen muß ich auch nicht mehr. Aber die
Meßgeräte hängen jetzt an anderen Stellen :-)

gerald



Eine weitere Bilanz nochmal 2 Jahre später...



Hallo zusammen,
jetzt ist Ruhe im Kamin. Die Steinwollepackung bleibt das ganze Jahr über und die dunklen Flecken sind weder kleiner noch größer geworden. Der Schornsteinfeger ist auch zufrieden mit dem Gesamtzustand und sieht keinen Handlungsbedarf bzw. die Notwendigkeit einer Sanierung.
Alles wird gut :-)

Und die Sauerei auf dem Bild war nur ein kaputter Ziegel...

Viele Grüße
Norman Körper