Kaltdach, trocken: Dämmung Geschossdecke ohne jegliche Feuchtigkeitssperren möglich?




Hallo liebe Community,

ich bin völlig neu in der Materie, habe zugegebenermaßen auch kein Fachwerkhaus, sondern einen "stinknormalen" 60er-Jahre-Altbau mit Betondecken. Aber weil ich bei vielen Suchen über Google hier gelandet bin dachte ich, ich kann auch andere Fragen stellen, die mit Naturbaustoffen zu tun haben und nicht nur auf Fachwerk bezogen sind.

Jetzt zu meiner Frage: bei Naturdämmstoffen wie Jute, Holzweichfaserplatten oder Zellulose: ist es möglich, diese einfach auf die oberste Geschossdecke zu legen (Beton 20cm), ohne sie gegen Dampf von unten oder eventuell einrieselnden Schnee bei starkem Wind zu schützen? Ich hoffe diese Frage ist nicht zu naiv oder schon zu oft durchgekaut worden. Wir Lüften regelmäßig durch's Fenster, kochen nicht im Obergeschoss und haben auch kein Fitnessstudio eingerichtet.

Nur ist das Dach halt nicht gedämmt, und das soll sich noch vor dem Winter (also dem echten Winter) ändern.

Mein Plan ist es, Kassetten aus hochkant gestellten Brettern zu bauen, z.B. 230 mm hoch, die Fläche dann mit einem Dämmstoff 200 mm zu füllen und dann mit günstigen Brettern (Fichte Nut-Feder z.B.) begehbar zu machen, damit der Dachboden als Stauraum dienen kann.

Viele Grüße
Philipp



Dämmung DG- Decke



Die Fummelei können Sie sich sparen wenn Sie gleich Holzfaserdämmung auf die Decke legen. Die Markenhersteller wie Steico, Homatherm, Unger oder Pavatex bieten begehbare Dämmplatten für das DG an.



Oberste Geschoßdecke dämmen



Dampfbremsen werden auf Betondecken nicht benötigt, da deren Sd-Wert hoch genug ist.
Bei größeren Dämmstärken ist es am wirtschaftlichsten, Zellulose offen aufzublasen,
dann im Rastermaß von 83,3 cm in gewünschter Dämmstoffhöhe abgelängte Holzklötze oder mit Dämmung gefüllte Papprohre etc aufstellen,
In einer Richtung 4/6 cm Latten auflegen und
quer dazu 18 mm OSB-Platten zu verschrauben.
Die Konstruktion ist dann mit über 100 kg belastbar
(von Isocell angegeben)
Wenn Platz vorhanden ist besser 25-30 cm dick dämmen, Zellulose kostet ca 12,-bis 15,-€/qm bei 33 cm Höhe.
Selbst mit Latten und OSB-Platten deutlich günstiger als andere Materialien.

Wenn später die Dachfläche gedämmt werden soll kann die Zellulose wieder verlustfrei als Dachdämmung eingeblasen werden und die OSB Platten ggf auch dort verwendet werden.

Andreas Teich



Vielen Dank



Vielen Dank Herr Böttcher, Herr Teich!

Ein aufwändiges Abdichten und abkleben wie vom Verkäufer im Baustoffhandel vorgeschlagen kann ich mir also sparen, wenn das Dach einigermaßen vernünftig ist.

Vielen Dank auch für die aufgezeigten Alternativen, ich werde mich morgen mal beim Baustoffhändler nach den Konditionen für begehbare Platten erkundigen.



Dachboden-Fußbodenplatten



Direkt begehbare Holzfaserdämmplatten, zB
Steico Top, 100mm dick 26,-€/qm
bei Lambda 0,041 W(mK), also etwas schlechter als Zellulose.
Plattengröße 120/40 cm, je Palette 10,56 qm.

Selbst mit einem sicher möglichen Rabatt von 20 % kommt das auf knapp 22,-€/qm, x 3 bei 30 cm Dämmdicke ist in jedem Fall erheblich teurer als zB Zellulose bei viel schlechterer späterer Verwendungsmöglichkeit.
Zudem sind die kaum vom Lager direkt erhältlich.

Zuschnitt bei der Stärke ggf mit langem Stichsägeblatt oder beidseitigem Schnitt mit normaler Kreissäge.
Du kannst mitteilen, was der Händler sagt.

Alternativ normale Holzfaserplatten nehmen und eine dünne OSB-Platte zum Schutz auflegen.

Andreas Teich