Warum ist ein Bauernhaus so kalt?

20.08.2009



Die Frage klingt naiv, aber ich wollte dem schon immer mal auf den Grund gehen.

Das Haus meiner Eltern ist ein ca. 1860 erbautes niedersächsisches Bauernhaus. Es wurde nach dem Krieg umgebaut, d.h. das Reetdach entfernt und gegen eine Ziegeldeckung ausgetauscht, das Fachwerk wurde größtenteils entfernt und eine Wand vorgemauert.

Wir haben also eine Zweisteinwand mit Luftspalt dazwischen, Decken teilweise von innen isoliert (es wird nur das EG bewohnt), auf dem Dachboden teilweise noch Stroh, Dämmung nach unten gibt es keine (Holzdielen, daunter Sand).

Mit dem Heizen im Winter kommen wir soweit relativ gut klar, aber es ist auch im Sommer immer so kühl innen. Das Haus hält konstant 16°C, egal ob draußen 10° oder 30° sind. Mir erklärt sich das nicht, es muss doch immer ein Wärmetransport von warm nach kalt stattfinden, so lehrt es die Physik.

Auch im Hochsommer muss man abends entweder die Heizung anmachen, oder mit dicken Wollsachen vor dem TV sitzen.

Kann mir das mal jemand erklären, wie das Haus diese physikalische Besonderheit schafft, immer die gleiche Temperatur zu halten (nein, das Thermometer ist nicht kaputt...)? Habt ihr auch inmitten der größten Hitzeperiode so kalte Abende?

Ist mein erster Post hier, ich hoffe ich habe alles richtig gemacht...!



Kaltkeller



Sie haben die Anwort doch schon selbst gegeben.
Der erdreichberührende Fußboden sorgt für ein frisches Bauernhausklima.



Dämpfung



Guten Tag, eine gewisse Dämpfung ergibt sich aus dem Produkt von Masse (Gewicht) und der spezifischen Wärmekapazität (Der Energiemenge, die benötigt wird um ein kg eines Stoffs um 1 Kelvin zu erwärmen) der Baustoffe. Darin findet sich ein Teil der Lösung. Einen anderen Anteil hat "JFB" bereits beschrieben. Mit freundlichen grüßen Ulrich Arnold





Die meiste Wärme wird durch Verdunstung von Mauerfeuchtigkeit verbraucht. Da die kalte Luft absinkt, messen sie in Bodennähe weniger als unter der Decke.
Wegen diesem effekt und der grossen thermischen Trägheit des Wandmaterials stellen sich relativ konstante Temperaturen ein; mangels Dämmung ist im Untergeschoss auch das umgebende Erdreich mit beteiligt.
Im Winter sorgte früher der Futtervorrat auf und hinter den oberen Stockwerken für ausgezeichnete Dämmung und heizbare Zimmer bis ins Frühjahr hinein, bei leerem Heustock ist es bitter kalt.



gleichbleibende Temperatur



die 2 steinige Außenwand mit Luftspalt dazwischen sorgt für eine gleichbleibende Temperatur. Dass diese so tief liegt hängt wahrscheinlich von einer gewissen Feuchteeintrag durch die Bodenkonstruktion zusammen.
Sie sollten zunächst einmal nachmessen lassen wie feucht die Wände sind. Je mehr Feuchtigkeit in den Wänden ist um so schwerer lassen sie sich erwärmen.
Dann sollten sie sich die Außenwand ansehen sind Lufteintritts- und Austrittsöffnungen vorhanden und offen?? Neutrale Hilfe erhalten Sie von einem meiner Kollegen vor Ort --einem unabhängigen Energieberatern. für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Michael Michler
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