Kalkunterputz

21.02.2020 Chrisi



Hallo Zusammen,
Nachdem ich in meinem ersten Beitrag viele Denkanstöße erhalten habe, habe ich mich in den letzten Tag ausgiebiger mit dem Thema Kalkputz beschäftigt, aufgrund der füllen an ( für mich) neuen Informationen bleiben dort aber noch ein paar Fragezeichen.

Ausgangslage: Altbau (kein Fachwerk), massive Aussenwänden unverputzer Ziegel. Als ersten Schritt würde ich die Aussenwände mit Kalkputz egalisieren wollen. Im letzten Beitrag wurde mir ein Lehmputz empfohlen, da wir aber noch nicht 100% wissen ob wir eine Wandheizung umsetzten, werden wir hier mit Kalkputz arbeiten, ich halte das für die bessere Ausgangslage. Ob wir dann dort hinterher mit dem Aufbau Weichholzfaser und Wandheizung mit Lehmoberputz weitermachen oder z.B. nur einen Feinen Kalkoberputz aufbringen, entscheiden wir in den zwei Wochen die der Kalkputz zum aushärten braucht.

Allerdings bin ich bei der Auswahl der Kalkart doch leicht überfordert. Die Kalkregeln habe ich gelesen, auch hier im Forum viel, aber so richtig Klick gemacht hat es noch nicht.

Ich komme im Baumarkt an Weißkalkhydrat CL90 und an Otterbein HL5. Das eine ist ein Luftkalk, das andere ein Hydrauluscher Kalk. Sind beide bei der Diffusionsoffenheit ähnlich?
Dann gäbe es noch NHL 2 oder NHL 5, und viele viele andere. HL5, NHL 2 oder 5 sind, soweit ich bisher weiß, in der Endfestigkeit höher als Weißkalkhydrat?

Welchen Kalk würdet ihr für einen möglichst robusten Unterputz empfehlen?

Danke und viele Grüße
Christian



Kalkunterputz



Für einen Kalkputz innen, sind Kalkbindemittel wie Weisskalkhydrat (CL 90) oder ein natürlich hydraulischer Kalk 2 (NHL2) geeignet.

HL5 ist ein Gemisch aus Kalkhydrat, Portlandzement, ggf. auch Flugasche und für die Erstellung von Kalkputz nicht empfehlenswert.

Ein Innendämmung könnte auch mit einer selbstragenden Vorsatzschale aus Hanfkalk erfolgen. Hierzu werden Hanfschäben mit Kalkbindemittel gemischt in einer Gleitschalung eingebracht und verdichtet. Dadurch wäre eine zusätzliche Ausgleichschicht entbehrlich.



Kalkunterputz



Hallo Christian,

das Dach: ist das so fertig?

kommt diese, sieht so aus wie "Frischhaltefolie" an der Dachschräge, weg, oder soll das so bleiben? Anschluß zur Ziegelwand.

Die Abbindezeit, steht mit der Erhärtungszeit eines Kalkputzes soweit in keinen Zusammenhang, weil Kalk über Jahrhunderte abbindet, die Erhärtungszeit oder Frühfestigkeit hängt damit zusammen, wie modifiziert dieser ist.
Ein reiner Kalkputz von einem cm stärke braucht angeblich, theoretisch, pro m², den CO² Anteil, von 20 Tausend m³ Luft... eine ganze Menge... mit Theorie kann man sich beschäftigen wenn man denn Lust dazu hat.
Ausreichende Belüftung muss gewährleistet sein.

Viele Grüße

Mladen Klepac



Ich habe



es bei mir im Haus mit der guten alten Handmischung gemacht.
Mind. 1-2 Tage eingesumpftes Weißkalkhydrat CL80-90 (das macht den Mörtel besser verarbeitbar).
Auf einen Eimer dieses Weißkalkhydrates (konsistenz wie Creme Fraiche) kamen 3 Eimer Dresdner Putzsand (ungewaschen 0-4mm).
Sollte es eine Unterputz werden habe ich 1-2 Kellen Ziegelmehl dazu gegeben. Sollte es der deckputz werden habe ich es weggelassen.
Holzbalken / Stürze / zugesetzte Fenster habe ich vorher mit Gewebe armiert.
Ich kann heute, nach einem Jahr sagen, keine Risse und sehr gutes Raumklima.
Das Ziegelmehl verhindert in meinen Augen nicht die Wasseraufnahmefähigkeit des Putzes, sorgt aber für die notwendigen Hydraulefaktoren. Nicht nervös werden, wenn der Woche nach einer Woche noch bröselig ist, er braucht ein paar Wochen länger als Zementputz.