Kalkputz versiegeln

16.05.2021 Nedde

Kalkputz versiegeln

Hallo!

Nach dem Abschlagen des alten Putzes möchten wir an einer Wand im Bad die Steine sichtbar lassen. Dafür haben wir rundherum verputzt, das heißt, den Kalkputz (NHL 3.5) aufgetragen und anschließend – noch feucht – mit der Drahtbürste über den Steinen abgebürstet. Der Rest wird mit einem kleinen Akkubohrer mit Drahtbürstenaufsatz im trockenen Zustand entfernt.
Nun sandet der nicht perfekt geglättete Putz zwischen den Steinen noch etwas.
Gibt es eine Möglichkeit, den Putz zu versiegeln, ohne eine Farbe aufzutragen?
Wir dachten bereits an (Lein)Öl, wäre das was?
Gerade habe ich auch noch von Seife gelesen, die allerdings in Tadelaktmanier auf den noch feuchten Putz aufgetragen werden soll. Unserer hat leider schon drei Wochen hinter sich.

Herzlichen Dank und viele Grüße von der Insel.





Solche Sichtflächen sind in ihrer Behandlung immer etwas diffizil. Eigentlich dürfte nichts "sanden". Eventuell ist mit der Drahtbürste die Fläche zu sehr aufgerissen. Ich würde das mehrmals scharf abfegen.

Mit der Seife kannst du machen. Brauchst eine Pflanzenölseife (Olive, Leinöl). 20 Gramm in 1 Liter (heiß-harmes) Wasser lösen, abkühlen und dann damit zweimal, nur die Kalkfugenfläche vorsichtig (Läufer) satt einstreichen.

Im Mörtel ist auch noch nach drei Wochen genügend freier Kalk für eine Reaktion vorhanden.

Wie gesagt erstmal an einer Stelle auf optische Eignung prüfen.



Seife.



Wow, herzlichen Dank für die schnelle Antwort! Dann schau ich mal vorsichtig, ob es nicht doch besser hält. Und wenn nicht, werde ich das mit der Seife versuchen. Ich werde berichten. ;)



Bitte warten



Kalkputz braucht Zeit zum Carbonatisieren (Aushärten).
Wenn ihr den Putz gerade erst aufgezogen habt, glättet zunächst die rauen Fugen wieder und wartet ein paar Tage, bevor ihr in seift. Die Faustregel sagt: Pro mm Putzdicke einen Tag. Haltet den Putz dabei etwas feucht, damit er da wo er sehr dünn ist nicht aufbrennt.



... nicht mehr ganz frisch



Lieben Dank auch für diese Antwort! Ganz frisch ist der Putz (wie oben beschrieben) nicht, im Gegenteil, ich hab mich sogar geirrt, er hat schon 6 Wochen auf dem Buckel, ist also durchgetrocknet, und zu glätten ist da nichts mehr.



Bitte warten, die Zweite



Wer lesen kann ist klar im Vorteil.
Sorry, ich habe die "drei Wochen" gleich zweimal überlesen.... :-(

Jetzt wirds etwas schwieriger aus der Ferne Tipps zu geben, was das Glätten der rauen Fugen angeht.
Ich habe gerade das Foto mal heruntergeladen, um es so weit es geht zu vergrößern.
Kann aber immer noch nicht beurteilen wie rau die Fugen sind.
Je nachdem wie rau sie sind und wie grobkörnig der Mörtel ist, würde ich zuerst mit verschieden harten Bürsten versuchen ihn noch etwas mehr zu glätten (was Mario schon mit "scharf abfegen" meinte), oder, falls das nicht mehr geht, nochmal eine Kalkschlämme drüber streichen, um so zumindest die "schlimmsten" Stellen nachzubessern. Evtl. geht eine Kombination aus beidem. Was bei der Wand allerdings mehr als ein Geduldsspiel ist.....

Btw., du schreibst: "Der Rest wird mit einem kleinen Akkubohrer mit Drahtbürstenaufsatz im trockenen Zustand entfernt."
Ihr tragt dabei hoffentlich eine dichte Staubmaske. Kalkstaub ist sehr ätzend !!!



An Geduld soll es nicht liegen.



Wir renovieren seit über drei Jahren – wenn wir was haben, dann Geduld ;)
Und Masken. Zwischenzeitlich wurde es aus bekannten Gründen eng, aber die guten FFP2s kommen auch auf der Baustelle zum Einsatz. Ich werde mal ordentlich fegen und schauen, was dabei rauskommt.

Der Mörtel besteht übrigens aus feinem Sand, den man an weißen Stränden findet und Kalk, ist also recht fein. Kann sein, dass ich die Oberfläche mit dem Akkuschrauber etwas aufgerissen habe, vielleicht haben wir die Wand auch nicht feucht genug gehalten, das ist in einem Haus ohne Türen, dafür mit umso mehr Wind, auch recht schwierig.

Wie gesagt, ich werde berichten, was das Abfegen gebracht hat.
Danke.



Sand vom Strand ?



"Der Mörtel besteht übrigens aus feinem Sand, den man an weißen Stränden findet...."
Oje, du meinst damit hoffentlich nicht Meeresstrände?
Wenn doch, war/ist das keine gute Idee!
Der Sand ist voller Salz vom Meerwasser!!!
Wundert euch nicht, wenn ihr davon über kurz oder lang Ausblühungen in den Fugen bekommt.
Wenn überhaupt. müsst ihr den Sand mit Süßwasser ausgiebig "waschen" um das Salz auszuspülen.
Fragt lieber Einheimische wo sie ihren Sand holen.

".....vielleicht haben wir die Wand auch nicht feucht genug gehalten, das ist in einem Haus ohne Türen, dafür mit umso mehr Wind, auch recht schwierig."
Hängt Tücher, alte Bettlaken/Teppiche, o. ä. vor die Wand und haltet diese ein paar Tage nass. Das reicht um dem Kalk genug Feuchtigkeit zukommen zu lassen.



Sand ...



Ich musste herzhaft lachen, als ich gestern abend die Nachricht las. Nicht über die Antwort an sich (!!!), sondern nur, weil wir uns zwei Jahre lang den Kopf darüber zerbrochen haben, wie wir hier an gewaschenen Sand kommen, denn: Die Einheimischen schwören auf ihren Sand, der zwar – das hatte ich ungünstig ausgedrückt – nicht direkt vom Sandstrand kommt, aber dennoch aufgrund der Insellage eine hohe Salzbelastung aufweist, die wir bis dato als Grund für aufsteigende Feuchtigkeit im Haus ausgemacht hatten. Letzten Endes haben wir uns aus Kostengründen und um einen unglaublich hohen logistischen Aufwand zu vermeiden für den Sand entschieden, den hier alle nutzen, und hofften, dass, wenn die Wände trocken bleiben, es keine Ausblühungen geben würde.
Und tatsächlich haben wir bereits mehrere Räume komplett mit diesem Sand (hier "Jable" genannt) verputzt, die sehen auch nach vier Monaten alle gut aus, blühen nicht, und wenn man drüberschleckt, schmeckt da auch nichts salzig ;)
Und die aufsteigende Feuchtigkeit ist bislang auch ausgeblieben, seitdem wir als Quelle ein bis drei Lecks in den Wasserleitungen unter der Straße vorm Haus ausmachen und reparieren lassen konnten.
Übrigens habe ich von (nicht nur deutschen) Kalkfarberezepten gehört, in die man Salz einrührt, damit dieses die Feuchtigkeit hält und die Farbe länger Zeit zum Trocknen hat. Vielleicht hat der (geringe) Anteil an Salz ja auch Vorteile?
Wir bleiben optimistisch.

Ach, tatsächlich hat die Bröselei nach ein paar kräftigen Fegern aufgehört! So einfach kann es manchmal sein! (Mann, Mann, Mann ... Geduld, da war sie wieder ...) ;)

Danke noch einmal ganz herzlich!!!
Saludos, Nedde



kleiner Nachtrag:



(auch das Entfernen der dicken Zementschichten und der Plastikpanele, mit denen die Vorbesitzer die Wände verkleidet hatten, hat wahre Wunder vollbracht! Jetzt kann die Wand die Feuchtigkeit, wo auch immer sie herkommen mag, wieder abgeben.)




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