Kalkputz, nur Sand und Kalk?

14.12.2007



Hallo,
ich renoviere derzeit meine Altbauwohnung. Altputz ist ab, Leitungen etc verlegt und nun soll der Innenputz drauf. Ich hatte mich eigentlich für einen Kalkzementputz entschieden, mein Maurer meint ich soll den feinen Putzsand besorgen, ca 7 Tonnen und er den Kalk. Beides gemischt soll dann den Innenputz ergeben. Ohne Zement oder ähnliches.
Ist dies nun im Rahmen des Möglichen oder nicht empfehlenswert?
Zu beachten, da die Innenwände relativ uneben gebaut sind werden verschiedene Stärken an Putz drauf kommen müssen, an manchen STellen denke ich mal bis zu 5, 6 oder 7 cm.

Gruß
Iso



Ein reiner Kalkputz



ist als Innenputz gemäss Din völlig ok. Selbst als Aussenputz kann ein reiner Kalkputz eingesetzt werden, mit hochhydraulischem Kalk auch problemlos an Wetterseiten. Die Zugabe von Zement ergibt eine etwas grössere Härte, ob die beim Bilderaufhängen von Vorteil ist, bezweifele ich mal. Reiner Zementputz ist sehr spröde und reisst sehr schnell, ausserdem verhindert er den Feuchtigkeitsaustausch zwischen Raumluft und Wand und nimmt so den Feuchtigkeitsausgleich. Das macht ungünstiges Raumklima. Ein Kalkputz lässt sich auch bei den Auftragsstärken besser verarbeiten.
MfG
dasMaurer



Innenputz



hallo guten abend bitte achten sie daraut das die Unterputz dosen bei einem kalkputz nicht mit Gips eingesetzt sein solten oder wenn sie schon drin sind das sie mit einem vorspritz Mörtel atwas abgedeckt werden das sich gips und kalkputz nicht unbedingt mögen wieviel putzfläche haben sie denn? und da wäre die überlegung ob sie eine putzmaschiene bei den putzstärken einsetzen?? und ob sich nicht ein kalkmaschienenputz anbieten würde aber das haben sie sich bestimmt auch schon überlegt ok dann veil spaß und grüße aus herdecke u. dahlbüdding



Kalkputz nicht selbst mischen



Ich würde mich an Ihrer Stelle für einen Kalkputz entscheiden.
bei der Auftragsstärke und Ihrem Altbau würde Ich Ihnen Einen Spritzbewurf empfehlen um die Oberfläche zu vergrössern, dann einen Autrag mit Kalputz die großen Unebenheiten egalisieren und quer aufkämmen
und dann die letzten oder letzte Lage.
Bei Ihrer Auftragsstärke würde ich nach dem Spritzbewurf mit einem 220g Gewebe arbeiten. Viel Erfolg

mfg





Hallo,
wenn der Maurer nur Sand und Kalk (hoffentlich Luftkalk) bestellt, nehme ich an, dass er weiss was er will.
Ich arbeite seit sehr vielen Jahren in diesem Beruf(Verputzer) und bin sei9t ca. 20 Jahren Restaurator für historische Kalk-Putze und Stuck.
Alle Gebäude und Wandflächen wurden vor der "Fertigmörtel-Zeit" mit Kalkputzen verputzt. Nur Sand und Kalk. Ohne Zemente, ohne "Vorspritz", ohne Gewebeeinlagen, höchstens leichte Zusätze von Tierhaaren oder Pflanzenfasern. Die so verputzten Wandflächen haben bis zu 900 und mehr Jahre gehalten. Nun seit es Fertigputze in großen Umfang gibt (seit ca. 50 Jahren) sollen diese selbst hergestellten Putze nicht mehr halten? Warum???
Ich rate Ihnen einen Luftkalkmörtel (KalkhydratCL90 oder Sumpfkalk) mit einem Mischungsverhältnis von ca. 1 : 2,8 bis 3,5 (je nach Körnung des Sandes) zu mischen. Dieser Mörtel kann ruhig in größeren Mengen gemischt werden, da dieser Mörtel erst an der Wand abbindet, nicht im Eimer. Diesem Mörtel können Sie nach Bedarf Hanf- oder Flachsfasern (Faserlänge ca. 10-60mm) zumischen.
Vor dem Verputzen muß die Wand gut vorgenässt werden. Beim Verputzen werden an den zu putzenden Wänden im Abstand des Abziehbrettes so genannte "Putzschienen"(kein Metall)im "Lot" angeworfen und verrieben. Danach werden die Zwischenräume zwischen den Putzschienen ausgeworfen. Sollten größere Vertiefungen vorhanden sein können diese mit kleinen Ziegelstücken "ausgezwickt" werden. Sollte der Untergrund sehr saugfähig sein, können Sie mit einer so genannten "Schlämmpe" ein mit Kalkwasser verdünnter Kalkputz vorwerfen. Die so ausgeworfenen Wandflächen werden nach dem "ansteifen" (nach ca. 15-20 Min. je nach saugfähigkeit des Untergrundes) mit dem kleinvormatigem Holzbrett verrieben, sodass eine geschlossene, homogene, aber noch "lebendige" Oberfläche entsteht. Diese Oberfläche kann nach einem Tag freskal mit enem Kalk-Schweissmörtel (Kaklhydrat und Feinsand 0-0,5mm, Mischungsverhältnis 1:1,5) überzogen und fein gefilzt werden. Oder Sie können die Wandflächen nach einem Tag ebenfalls freskal mit einer Kalkglätte abglätten.
Diese Oberflächen können Sie wiederum freskal mit reiner Sumpfkalkfarbe tünchen. Mit der beschriebenen Ausführung können bei fachgerechter Ausführung eine 30jährige Garantie erwarten. Hinderungsgründe währen lediglich Salzbelastungen in den Wänden oder ein Fremdwassereindrang.
Rückfragen können gerne ab 7.1.08 erfolgen . (bin von 1.1. bis 6.1. im Schiurlaub)
freundliche Grüsse
Wolfgang Kenter
Restaurator