Kalkputz oder Lehmputz

17.04.2014 Steffi1930



Hallöchen alle zusammen!

Wir haben ein Haus (Bj. 1930) gekauft und sind nun dabei die Schlafzimmer zu sanieren.
Eigentlich sind die Wände top, der alte Putz ist absolut fest.
Mein Mann würde nun die neuen Elektroschlitze schließen ein Rissband einspachteln und mit Glasvlies (glatt) tapezieren und spachteln.
Ich hingegen würde gerne das Raumklima optimieren und auf die Wände 1-2cm Kalk- oder Lehmputz aufbringen.
Beim einzigen Natur-Baustoffhändler hier habe ich mir ein Angebot machen lassen. Das Material kostet zwischen 1840€ (Lehm) und 2020€ (Kalk) - Der Preis macht die Verhandlung mit meinem Mann nicht einfacher...
Bei beiden Varianten hat er einen Einbettmörtel, ein Grundputz, Grundierung und ein Oberputzangeboten.
Verarbeiten wird es ein Freund, der Putzen kann - aber beides noch nie verarbeitet hat. Beratung bim Händler war nichts...
PS: Mein Mann und ich sind uns aber zumindest darin einig, dass die fertige Wandoberfläche glatt und weiß sein soll.

Nun meine Fragen:
- Vorteile- und Nachteile, bzw Unterschiede der beiden Putze?
- Muss das ganze so kompliziert mit verschiedenen Putzen.
Reicht nicht ein Putz, Feinspachtel und Farbe?
- Muss ich bei Lehmputz auch Lehmfarbe verwenden oder geht dann auch Kalkfarbe oder was anderes?

Würde mich über eure Meinungen freuen!

LG Steffi



Innenputz



Warum einen funktionstüchtigen Putz abhacken und neu verputzen?
Das macht keinen Sinn und ergibt nur eine große Sauerei.
Eine glatte Oberfläche bekommt man auch mit einer Kalkglätte oder einem Gipsspachtel hin. Darauf passt jede gängige Innenwandfarbe.



Moin Steffi,



wenn der Putz an sich noch gut ist, würde ich auch nur die Schlitze versorgen und mit einer Kalk- Silikat- oder Lehmfarbe streichen. Glasvlies muss nicht sein.
Wenn dein Putzer mit dem angedachten Material keine Erfahrung hat nützt er nix...Lehmputz ist eine völlig eigene Geschichte in die man sich reinarbeiten muss, Kalkputz ebenso.

Gruss, Boris



Über den alten Putz, solle ein neuer



Der alte Putz wird keines falls abgeschlagen, zur Diskussion steht nur, einen neuen in 1-2 cm Stärke darüber zu ziehen um das Raumklima zu optimieren.



Innenputz



Wozu um Himmels willen das denn?
Warum wollen Sie auf einen vorhandenen funktionierenden Putz einen zweilagigen! neuen Putz auftragen?
Haben Sie mal darüber nachgedacht?





Ob das Raumklima durch eure angedachte Maßnahme optimiert wird ,wage ich zu bezweifel.
1800-2000 Euro nur für Putz in zwei Schlafzimmern? Happich!

Ich würd s Geld sinvoller ausgeben.

Grüße Martin



Frage - Antworten(Versuch)



Hallo

- Vorteile- und Nachteile, bzw Unterschiede der beiden Putze?
ohh … das ist sehr komplex …

- Muss das ganze so kompliziert mit verschiedenen Putzen.
Reicht nicht ein Putz, Feinspachtel und Farbe?
Nein … "kompliziert" muss es nicht sein … 
alte Wand vorbereiten (dh.: alte Farbe runter damit nur der Putz "offensichtlich" ist … damit ist er dann auch rau … das sollte er sein
Dann entweder Kalkputz (www.solubel.de) drauf erste Lage, dann einen feineren Oberputz (0 - 1) dann eine Kalkkaseinfarbe drauf oder den Oberputz durchgefärbt nehmen, dann entfällt das "Streichen" … 
Putzaufbau "Kann" man sicher selber machen, rate ich aber ab … ist aber der "beste Klassiker" für's Raumklima und an Qualität … 

Beim System Lehm geht es ähnlich zu: Unterputz – Oberputz … Farbe (entweder Kalkkasein oder Lehmfarbe) oder auch "farbigen Lehmputz" a la Yosima (http://www.claytec.de/produkte/baustoffe/feine-oberflaechen.html) … das alles für "unfeuchte" Normalbauwände gut geeignet … 

- Muss ich bei Lehmputz auch Lehmfarbe verwenden oder geht dann auch Kalkfarbe oder was anderes?
"Was Anderes?" Bitte weder bei Kalk noch bei Lehm irgendein pseudodeklariertes Baumarkt oder Trittbrettprodukt oder gar Dispersoindgeschmier nehmen … !

Ihre Definition: "fertige Wandoberfläche glatt und weiß sein soll" ist nicht so präzise … was für den einen "glatt und weiß" ist ist für den Anderen vielleicht ganz was anderes … 

Gutes Gelingen und Viel Erfolg

Florian Kurz



@ Georg Böttcher und Martin



Der vorhandene Putz (was auch immer um 1930 verwendet wurde?) ist, nimmt sehr wenig Feuchtigkeit auf - Das ist mir beim Tapeten kratzen aufgefallen.

Die Decke hingegen ist super (nur zum Tapeten entfernen nicht (-; ). Der Putz dort ist sehr hell und saugt Feuchtigkeit sofort auf, daher vermute ich, dass es Kalkputz ist.

Da ich chronisch Probleme mit den Atemwegen habe, ist mir ein gutes Raumklima mit einer ausgeglichenen Luftfeuchtigkeit wichtig.

Die Kosten finde ich auch sehr hoch für 90qm Wandfläche, oder ist das normal?



Innenputz



Liebe Steffi,
um 1930 wurden innen Kalkputze verwendet.
Vermutlich hat einer Ihrer Vorgänger beim Tapezieren irgendeine Grundierung verwendet, die kann das Saugverhalten der Oberfläche verändern. Das können Sie mit einer Sprühflasche und etwas Wasser testen. Perlt das Wasser von der (gut)abgewaschenen!, getrockneten Wand ab ist eine Grundierung drauf. Die kann man Abschleifen (was ich für unnötig halte)und dann mit einer Kalkglätte o.ä. nachbessern.
Auf das Raumklima hat das keinen Einfluß, auch nicht ob im Putz etwas Zement ist oder nicht.
Im Gegenteil, Kalkzementputz kann z.B. bei 75% RLF etwa dreimal mehr Luftfeuchte einlagern (etwa 1,5 Masse%) als reiner Kalkputz (0,5 Masse%).
Die Art der Tapete, die Oberflächentemperatur der Wände, das Sorptionsverhalten von Fußbodenbelag, Möbeln, Bettwäsche usw. haben einen viel größeren Einfluß auf das Raumklima als die Art des Putzes und nicht ob der Putz etwas Zement enthält oder nicht.
Wenn Sie das Raumklima steuern wollen geht das über Heizung und Lüftung viel effektiver.
Es macht keinen Sinn überschüssige Luftfeuchte in Bauteilen einzulagern statt abzulüften und sich anschließend zu wundern warum es in den Ecken schimmelt.
Außerdem:
Nicht nur die produzierte Luftfeuchte sondern das Kohlendioxid, ein in höheren Konzentrationen giftiges Gas das Sie nachts produzieren, ist das eigentliche Problem.
Das können Sie nicht im Putz parken, es muss durch Lüftung abgeführt werden.

Zur Information ein paar allgemeine Fakten zum Putz:
Ein Putz wird auf eine Rohbauwand aufgetragen.
Dafür, rohes und damit unebenes Mauerwerk zu bekleiden, ist er da. Nicht um funktionierenden, schon vorhandenen Putz zu bekleiden, das ist gaga.
Innenputz wird üblicherweise EINLAGIG aufgetragen und nicht zweilagig.
Unterputz wird bei Außenputzen eingesetzt. Im Innenbereich nur wenn die rohe Wand sehr uneben sein sollte- Ihre ist glatt!





Steffi du glaubst da etwas.....mittlerweile bestehn hier wieder dreiviertel aller Wände und Decken aus Lehm ,meinem Asthma is dat egal:-(

Für den oben genannten Preis bekomme ich 5-6 Bigbacks Lehmputz!
Ich denke das einzige was dabei optimiert wird ist die Kasse des Putzhändlers.

Grüße Martin



Moin Steffi,



da wo der Putz bei uns noch i.O. war hab ich lediglich ausgebessert und bin mit Silikatstreichputz drüber. Dazu muss allerdings der Kleister vollständig runter (abwaschen oder schleifen). Keine nennenswerten Risse nach 5 Jahren auch ohne Gewebe oder Glasvlies.
Falls doch einer auftaucht über die Jahre: Finger und Tubenspachtel, mit feuchtem Schwämmchen den Überstand wegwischen und wech isser!

Hattet ihr irgendwo Schimmel, oder wieso hast du Bedenken, dass euer Putz nicht gut ist?

Gruss, Boris



moinmoin:)



Der Preis für den Lehmputz erscheint mir auch sehr hoch es sei denn eure schlafzimmer haben so 300-400 quadratmeter Wandflächen,,(davon ausgehend das 1840€ der Materialpreis ist)

wieviel Qm zu verputzende Wandfläche sind es denn so in etwa?

und wie uneben ist der Alte Putz?
reicht eventuell eingefärbter Lehmfeinputz in Weiss oder eben Wahlweise Kalkglättespachtel.

ohne irgendwem zu nahe treten zu wollen jemand der sagt er kann Putzen,aber Kalkputz und Lehmputz noch nicht gemacht hat,,,kann auch nicht verputzen,,
es ist ein Himmelweiter unterschied zwischen,,, mal n Gipsputz gemacht,,und eine Wand mit Mörtel verputzt.
und wenn die Wände hinterher Glatt und Weiss sein sollen,dann sollte der Handwerker das Material zumindest kennen.
greets Flakes



neue Überlegung... Kalkspachtel + welche Farbe?



Also nachdem wir begonnen haben die Farbe von der Decke zu entfernen, haben wir festgestellt, dass die Decken einen Kalkputz auf Schilfrohr hat - feinspachteln, streichen, fertig.

Die Wände haben einen Kalk-Zementputz - würde ich zumindest behaupten.
Wenn man Wasser an die Wände spritzt, läuft dieses ohne dass die Wand etwas aufnimmt nach unten - wahrscheinlich durch die alte Farbe oder eine Grundierung. Deshalb war jetzt meine Überlegung die Wände abzuschleifen, denn der Putz selbst ist schon "saugfähig". Wir würden dann die Wände mit Kalk malerfertig spachteln.

Was würdet ihr dann für eine Farbe empfehlen? Kalkfarbe, Silikat...





Hallo Steffi,

ich weiß nicht was du meinst wenn du sagst dass du die Wände bzw die Decke mit Kalk malerfertig spachteln willst. Aber wenn ich das richtig interpretiere, willst du bzw kannst du das mit Kalkglätte machen.
Diese kannst du mit Pigmenten einfärben, so dass du dir die Streicherei ganz sparst. Allerdings kriegst du damit keine knalligen Farben hin, eher die pastellige Version.
Kannst ja z.B. mal bei Kreidezeit schauen, die haben Kalkglätte und Farbkarten wo du schauen kannst was mit 5% Pigmentzugabe möglich ist.
Bestellen kannst du glaube ich direkt bei Kreidezeit bzw alternativ auch über mich, falls dein Naturbaustoffhändler Kreidezeit nicht führt.

Beste Grüße



Welche Kalkglätte?



örtliche Baustoffhändler = Quick Mix Kalkglätte KGL kg/1,00€
Natur-Baustoffhändler: = Haga Bio Kalkputzglätte kg kg/1,90€
Kreidezeit = kg/2,25€
Ökohaus in der Nähe = Auro Profi-Kalkspachtel kg/5,00€

Wo liegt da der Unterschied? Wir machen jetzt erstmal 90qm Wandfäche, haben aber noch 350qm + 150qm Decken vor uns - der Preis ist also nicht ganz unerheblich.

Der jetzige Putz ist ja recht "wasseraufnahmefähig" das wollen wir mit der Glätt/dem Feinspachtel nicht kaputt machen.





Hallo Steffi,

Kannst dir ja mal das Kreidezeit Produktdatenblatt durch lesen, wenn du es noch nicht getan hast.
Ein wie ich finde großer Pluspunkt bei Kreidezeit, die VOLLDEKLARATION.

http://www.kreidezeit.de/Produktinformationen/PDFs_Datenblaetter/Kalkglaette.pdf

Quickmix würde ich einfach mal intuitiv nicht nehmen...

Gegen Haga ist nicht schlechtes zu sagen, dagegen spricht höchstens der große Transportweg aus der Schweiz,
gegenüber Kreidezeit, die nur 200km von Hamburg entfernt produzieren.

Gegen Auro spricht dann wohl der Preis...!?


Ich will hier aber keinesfalls einen Hersteller über den anderen loben, falls das so rüber kommt, aber so wäre meine Denkweise wenn ich die Auswahl hätte aus den von dir gelisteten Produkten.


Du kannst auch mal bei kalk-laden.de schauen, die bieten eine gute telefonische Beratung.


Beste Grüße

Christoph



QuickMix/Kreidezeit



Die Datenblätter habe ich mir beide angeschaut, ich sehe nicht, wo der Unterschied liegt - Beim doppelten Preis müsste es aber einen geben, oder?

PS: Ich kaufe gerne beim Händler - Internetshop sind nicht so meins...



Grundieren



Muss ich die Wände vor dem spachteln/glätten grundieren?
Oder reicht nässen?

Die Wände sollen ja auch weiterhin Feuchtigkeit aufnehmen...



Der Preis



bildet sich aus dem Marketing...

Quickmix oder Tubag vertreiben genau so NHL und hochhydraulischen Kram...





Wo liegt der Unterschied?

Ich sag mal so, Kreidezeit ist ein "sympathischer" Naturbaustoffhersteller, mit ehrlicher Preisstruktur und fairem Vetriebssystem und VOLLDEKLARATION aller Produkte.

Quick Mix ist ein international tätiger Großkonzern, bei dem die Kalkglätte vermutlich einen Promilleanteil am Jahresumsatz bringt... und auf deren Produktdatenblatt steht z.B. "...enthält Kalk", mehr muss ich dazu wohl nicht sagen.

Wie ich finde wirklich eine Frage der Einstellung und des Geldes. Muss jeder für sich entscheiden, ob ihm die Unterstützung des nachhaltig wirtschaftenden Mittelstandes der Euro mehr wert ist.


Grundierung ist eine Frage für sich, wenn du wie vorab mal erwähnst die Wände eh komplett "abschleifst" brauchst du wahrscheinlich keine.
Ansonsten wäre eine mineralische Putzgrundierung sicher nicht verkehrt. Ist aber aus der Ferne schwer zu sagen...

Beste Grüße und frohes Schaffen...



es ist zum davonlaufen... ich befürchte Raumklima wie im Plattenbau!



Wir haben heute zusammen mit einem Maler, einer Giraffe und diverser grobkörniger Schleifpapiere versucht die vermeintlich Farbe von den Wänden zu bekommen. Leider hat es sich herausgestellt, dass es sich um Reste von Leinfarbe mit einer Grundierung darüber handelt, die mehrere MM in den alten Putz eingezogen ist. Diese Grundierung ist verantwortlich, dass der alte Kalk-Zementputz von der Raumseite keine Feuchtigkeit aufnehmen kann. Wenn man Wasser gegen die Wand spritz, läuft es nach unten, ohne dass die Wand etwas davon aufnimmt.

Mein Mann hat keine Lust mehr und möchte die Schlafzimmer fertig machen. Er meint die aufnahmefähige Decke und die Holzdielen reichen aus für ein gutes Raumklima und eine konstante Luftfeuchtigkeit. Seid Ihr auch der Meinung?

Er argumentiert, dass keiner hier im Forum meine Meinung bestätigt, im Gegenteil, das überputzen oder entfernen des alten Putzes wurde als Quatsch abgetan...

Wenn ich nicht bessere Argumente bringen kann, wird am Wochenende glatt gespachtelt und Glasvlies tapeziert.



Raumklima



Was ist denn so schlimm am "Plattenbauklima"?

Jetzt stellen Sie fest das der Vorbesitzer beim letzten Renovieren mit Grundierung gearbeitet hat. Sie haben weiter oben gefragt ob man vor dem Spachteln nicht Grundieren sollte.
Ich hoffe Ihre Frage hat sich damit erledigt.
Übrigens begegnet mir so etwas immer wieder. Das "grundieren" ist mittlerweile bei Selbstrenovierern zu einer Art zwanghaftem Komplex geworden. Egal was man auf die Wand aufbringen will- es muß erst einmal grundiert werden. Wofür das gut sein soll, was auf die Wand kommen soll, wie die Wand vorher beschaffen ist und welche Art von Grundierung man aufträgt ist egal, Hauptsache es steht Grundierung auf dem Kanister.



Die perfekte Luftfeuchtigkeit



Das schlimmst für mich sind trockene Räume.
Auf Verdunster, Massen am Zimmerpflanzen, habe ich keine Lust mehr. Ich hab da viel ausprobiert und mich stundenlang Informiert... nur alle Maßnahmen zusammen ergeben ein gutes Raumklima.
Mir ist klar das man das natürlich auch zu einem großen Teil der Luftfeuchtigkeit durch Lüften und Heizen reguliert, da ist aber auch witterungsabhänig.
Ich würde mir gerne aber einen zusätzlichen "Speicher" mit den Wänden schaffen. Die in bei hoher Luftfeuchte aufnehmen und bei trockener Luft abgeben.

Aber wie? Die einzige Lösung die ich derzeit sehen, ist den alten (und intakten) Putz abzuschlagen... da macht mein Mann wohl nicht mit...
Die Grundierung lässt sich wohl auch nicht "neutralisieren"?



Raumklima



Liebe Steffi,
dieses trockene Raumklima kam zustande weil im Winter die Raumtemperatur über das Fenster geregelt wurde. Ständige Kaltluftzufuhr die von der Heizung aufgewärmt wurde... Mit Plattenbau hat das nix zu tun, aber mit der Heizung.
Diese Zeiten sollten wohl auch bei Ihnen vorbei sein.
Mit modernen Fenstern und energiesparenden Thermostatventielen sind wir jetzt beim Gegenteil angelangt, miefigen Zimmern mit feuchten Wänden an denen in den Ecken der Schimmel sprießt. Das passiert unabhängig davon ob Sie 5 mm oder 50 cm Kalkputz an der Wand haben. Deshalb noch mal mein Hinweis:
Neuer Putz nützt nix wenn Sie Ihr Lüftungs- und Heizungsverhalten nicht anpassen!
Denken Sie an Frau Holle, die ließ morgens Ihre Betten nicht nur aufschütteln sondern auslüften. Auch in Ihrem Bettzeug steckt morgens ein Mehrfaches dessen an Feuchte was Sie glauben im Putz speichern zu können. Der speichert nämlich nur nennenswerte Mengen an Wasser durch Kondensation und kaum durch Sorption. Wenn Luftfeuchte auf den Wandoberflächen kondensiert haben Sie Schimmel. Dem ist es es egal ob er auf Kalkputz oder auf Zementputz wächst. Hängen Sie sich ein Hygrometer an die Wand und schauen Sie ab und zu mal drauf.



Klimafragen



Hallo Steffi … 

Nicht nur der Glaube, dass viel Dämmung die Eisbären rettet und deshalb die EnEv so "wichtig" ist … ist irrig … sondern auch dass der gute Kalkzementputz a la DIN und Altbaumeistermörtelmacherwieimmer doch soooo gut ist …

Je härter der Mörtel und je mehr zementäre Anteile der hat, desto weniger Feuchte nimmt er auf … :
Versuch:
schmieren Sie mal 1m2 blanken Zement an die Wand
daneben dann 1 m2 Luftkalkmörtel von z.B. solubel.de

dann reiben Sie diese mit einem Schwammbrett ab und lassen Sie die dann langsam "reifen" oder "trocknen"

dann spritzen Sie mit einer Sprühflasche Wasser drauf … und Sie werden das Ergebnis sehen … ohne DIN-Beweis und Fraunhofersiegelzertifikation …

oder Sie nehmen ein klassisches Bad der Deutschen bis in den letzten Winkel zugefliest … also keinerlei Feuchteaufnahme möglich und das Wasser läuft beim Baden und langem Duschen nicht nur an der Duschwand und dem Spiegel hinunter … 

Bei wenigst Fliesen und viel "feuchteadaptivem" Lehm oder Kalkputz (mit der richtigen Farbe drauf) kan der Lehm oder Kalkputz wirklich puffern … 

Was natürlich richtig ist, ist die adäquate Heizerei … vermeiden Sie Konvektionsmärchen . setzen Sie auf Strahlung … ergo Temperierung … lowtech statt Bürokratenwahn … 

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Kapillarität



Kapillarität und Diffusion sind etwas Unterschiedliches, Florian. Kalkzementputz und Sanierputz sind auch was Unterschiedliches.
Ich empfehle Dir dieses Experiment mal selber auszuprobieren. Nicht wundern wenn ein anderes Ergebnis rauskommt wie von Dir gewünscht.
Das mit der Spritzflasche ist ein guter Tipp, das praktiziere ich seit Jahren um Kunden zu zeigen wie das mit der Kapillarität bzw. dem Wasseraufnahmevermögen funktioniert. Mit einem weiteren Fläschchen verdünnter Salzsäure, ein paar Blatt Löschpapier, einem Feuerzeug und einem kräftigen Schraubenzieher ergibt das schon ein kleines mobiles Labor. Die Luxusausstattung hat dann noch Uranin AP, einen Akkuschrauber und einen dünnen Wandbohrer.