Kalkputz oder Gipsfaserplatte



Kalkputz oder Gipsfaserplatte

Hallo,

ich tu mich gerade etwas mit der Entscheidung schwer, ob ich die Außenwände im Innenbereich des DG meines Hauses verputze oder teilweise bzw. sogar komplett mit Gipsfaserplatten verkleide.

Der Aufbau der Außenwände von innen nach außen war ursprüngliche wie folgt geplant:
- Kalkputz+ Gewebearmierung (z.B. Weber 174)
- Ziegel mit Holzständerwerk , Ziegel 24cm mit innenliegenden Holzständerwerk (von außen ist die zweite Ziegelschicht vor den Holzständerwerk, also keine Bewitterung der Holzbalken)
- Kalkunterputz/Schlämme
- WDVS 14cm Steinwolle
- Armierung+Oberputz

Nun überlege ich in Teilbereichen Gipsfaserplatten entweder mit Ansetzmörtel oder mit Unterkonstruktion an die Wände anzubringen. Da ich ja ein WDVS anbringe, dürfte es doch keine Probleme mit Taupunkt etc. geben oder? Bei Ähnlichen Fragen im Forum zu Rigips und sonstigen Platten als Verkleidung war meist das klassische Fachwerk gegeben und keine Außendämmung. Spricht trotzdem etwas gegen Verkleidung mit Gipsfaser o.ä. (Raumklima außen vor)
Ich habe meine Bedenken, dass mir trotz Putzträger und Gewebe der Kalkputz im Bereich der Balken reißt (da ich noch keine Erfahrung mit der Verarbeitung habe). Außerdem bekomme ich mit Gipsfaser doch besser die Unebenheiten ausgeglichen.
Im EG habe ich dann 36er homogenes Ziegelmauerwerk und möchte Kalkzementputz nehmen.

Danke vorab für eure Antworten ????

Mit besten Grüßen


Christian



Außendämmung-Innenputz



Technisch sind Gipsfaserplatten möglich und würden nicht zu einem Schaden führen.
Allerdings würde ich bei einer diffusionsoffenen, kapillaraktiven Außendämmung (Nicht mit Mineralfaser, sondern Holzfaser-,Hanf, Zellulosedämmung) die bestehenden Wände innen nur mit Kalkputz versehen und die Holzbalken reinigen und sichtbar lassen.

Dabei umgehst du evt Rißprobleme und die Hölzer können immer gut trocknen

Andreas Teich



Innenputz



Warum gerade Gipsfaserplatten?



Plattenwerkstoffe



Gipsfaserplatten sind aus meiner Sicht einfacher, schneller und kostengünstiger zu Verarbeiten und gewisse Bewegungen werden kompensiert. Ggf. reichen ja auch einfache GK Platten?
Anders gefragt, warum nicht Plattenwerkstoffe?



Wandbekleidung



Meine Frage zielte dahin warum Sie eine Brandschutzplatte an eine Wand montieren wollen, der Wandaufbau erfordert das sicher nicht.
Deshalb reicht- unabhängig von der Ausgangsfrage- auch eine normale Gipskartonplatte GK 12,5.
Zur eigentlichen Frage:
Ich sehe zwei Aspekte:
Erst mal den gestalterischen.
Mir widerstrebt es auf solche vielschichtigen Wände noch eine "Zwiebelschale" zu setzen auch wenn theoretisch was Feuchteakkumulation betrifft nichts passieren kann.
Deshalb würde ich persönlich lieber die Wand weitgehend so belassen wie sie ist; das wäre bei mir ein frescal gestrichener Pinselputz oder eine Schlämmverfugung des Mauerwerkes sowie eine Säuberung der Konstruktionshölzer. Ich habe nichts dagenen das man sieht woraus das Haus besteht.
Wenn eine Bekleidung mit Gipskarton dann auf einer Traglattung auf Direktabhängern um den Höhenunterschied zwischen Mauerwerk und Holz auszugleichen.
Nachteil: Ein nicht kontrollierbarer Hohlraum und Raumverlust. Vorteil: Die Möglichkeit am Übergang zur Dachschräge und/oder zum Fußboden eine indirekte Beleuchtung zu platzieren; bei dem kleinen Fensterchen sicher ratsam.
Ein durchgehender glatter Verputz wird aufwändig da erst die Mauerwerksteile bis auf Höhe des Verbandholzes aufgefüllt werden müssen, dann eine weitere Putzlage mit Armierung das Holz überdecken muss. Trotzdem besteht die Möglichkeit das sich das Holz im Laufe der Zeit durch Verfärbung der Putzoberfläche (Staub, Kondensat infolge unterschiedlicher Wärmeleitung)) abzeichnet.
Ein Kompromiss stellt ein Glattputz statt des Pinselputzes dar.



Was ihr Foto aufzeigt...



...ist für uns tägliches Aufgabenwerk.
GK würde ich nicht empfehlen, auch wenn hier Verfechter dieses Materials stetig dieses als unbedenklich proklamieren.
Hier würde erstens ein vernünftiger Dämmaufbau erfolgen müssen, um einen guten funktionierenden Winddichtungsanschluss zu erreichen, nachher die Wandbereiche vielleicht mit Lehm Verputzen (somit wird der Winddichtungsanschluss nochmals verbessert!), dann die Schrägbereiche mit Platten oder ähnlichem beplanken und dann die Gesamtflächen mit Feinputzen endfertig stellen.

Ihre Bedenken hin sichtlich Rissen sind unbegründet, da wir seit vielen Jahren derartige Dachgeschossausbauten so erledigen und bis heute gute Referenzerfahrungen damit besitzen.
Kann ihnen gern Objekte zur Besichtigung bieten, damit sie ein Gefühl für solche Ausbaulösungen und Nutzungsansprüche bekommen.





@ Herr Böttcher,
Danke für die Tipps. Der Pinselputz wäre mir , zumindest auf die ganzen 120qm Wohnraum im OG, dann doch zu rustikal(ist aber Geschmackssache) Ggf. aber als Blickfang im Treppenhaus denkbar.
Ich könnte mir, zumindest in Teilbereichen, Glattputz und sichtbare Konstruktionshölzer vorstellen und der Rest dann mit GK Vorsatzschale. Wie Stelle ich dann den Anschluss der Dampfbremse von der Dachschrägen zur Wand her? Mit Anschlusskleber direkt auf die Fußpfette? Und reicht beim Verputzen ein Kellenschnitt beim Anschluss Balken und Mauerwerk?
Die Fenster werden noch vergrößert aber trotzdem eine nette Sache mit indirekten Beleuchtung.... guter Tipp.
@ Herr Mühle
Innendämmung brauche ich keine und Luftdichtigkeit wird doch sicherlich durch meine geplanten Maßnahmen (WDVS, vorher fugen auskratzen, neu verfugen + Schlämme) sichergestellt.





Nochmal die Frage, wie ich den Anschluss von Dachschräge zu Fußpfette am besten herstelle(bei Variante mit sichtbaren Konstruktionholz). Würde es wie auf meiner Skizze machen, jedoch wäre dann schätzungsweise 1/3 der Pfette weg und das sieht doch dann auch nicht gut aus, wenn nur eine halbe Pfette sichtbar ist.



Besseres Bild


Besseres Bild

Detail Anschluss



WDVS


Wärmedämmverbundsystem auf abwegen ...

Das Ganze muss man mal hinsichtlich Wärmedurchgang und Tauwasserausfall einmal durchrechnen.

Außendämmung der Gebäudehülle: Die Besten Erfahrungen habe ich mit hinterlüfteten Systemen gemacht, beispielsweise Holzweichfaserdämmung hinter Boden-Deckel-Schalung oder aber auch Stehfalz. Tauwasser kann hier problemlos abtransportiert werden, während dieses ein herkömmliches WDVS oft erst zögerlich verlassen kann.

Innen kann herkömmlich verputzt oder auch auf einer Holzweichfaserplatte (ggf. in Kombination mit Wandflächenheizung) verputzt werden. Konstruktionen die nicht zu überwachende Hohlräume enthalten würde ich vermeiden.

Die Arbeit mit Dampfbremsen ist für den Ungeübten nicht zu empfehlen. Selbst Profis müssen sich gelegentlich vor Gericht vertreten lassen. Ich würde versuchen rechnerisch das Ganze so hinzubekommen, dass möglichst kein Tauwasser ausfällt, bzw. die Austrocknungszeiten ausreichen. Bei Kunden würde ich (bis auf wenige Ausnahmen) niemals darauf verzichten, das System aber so dimensionieren, dass auch ein Einbaufehler verziehen werden kann.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Das Bild zeigt ein Gebäude mit herkömmlichen WDVS



Alles wird verkompliziert!



Dreikantlatte im Drempelanschluß?
Für was?
Normale Latte.
Dämmung definierte ich für die Sparrenfelder!
Wie soll innenseitig der Putz erfolgen und an der GK-Platte anbinden?
Ich würde eher eine Fermacell-Platte empfehlen, diese bis an den Drempel führen und nachher die Übergangskante ausgerundet ausbilden und die Fermacellfläche mit in den Verputz (Feinputz) einbeziehen.

Sieht immer sehr ästhetisch aus und es kommt auch keine Rissbildung und es wird funktional winddicht.



Ziegelwandübergang zum Dach herstellen



Zuerst die Fugen zwischen Balken und Ziegelwand aufweiten und mit Kompriband oder besser Hanf ausstopfen, um die Luftdichtigkeit zu verbessern.
Die Wände würde ich mit Lehm- oder Kalkputz versehen und die Balken vorher reinigen und behandeln.
Wenn eine ganz gerade oder gleichmäßig gerundete Putzkante gewünscht wird auf die Balken eine zum Putz hin abgeschrägte/gerundete Holzleiste in gewünschter Stärke des Putzes aufschrauben dann bündig mit der Leiste den Putz auftragen.

Unter den Fußpfetten können leicht Fensteröffnungen hergestellt werden- das natürlich ggf zuerst.

Dämmung außen mit Stegträgern, Zellulosedämmung und Verputzen Holzfaserplatten, Holzverkleidung oder Putzträgerplatten mit hinterlüftung.

Oben auf die Fußpfette einen Streifen Dampfbremsfolie aufkleben, dann ein ca 3 cm nach vorne überstehendes Brett darauf schrauben- die Folie läuft unter dem Brett nach hinten und dann nach oben auf die Sparren.

Unter dem Brett eine waagerecht verlaufende, nach vorne überstehende Putzträgerplatte befestigen.
Damit kann ein waagerechter Putzabschluß hergestellt werden, der dann in die Sparrenverkleidung übergeht und die Pfette fast in voller Stärke sichtbar läßt.

Am besten alle Maße ermitteln und eine maßstäbliche Zeichnung anfertigen (lassen).

Andreas Teich



Naja...


Naja...

Ich habe nochmal genau gemessen und es bleiben nur 3-5 cm von der Pfette übrig, da ich den Sparren 4-6 cm Aufdoppeln muss, um den seitens Bauamt / EnEVgeforderten Uwert zu erreichen. Mit Installationsebene und Beplankung bin ich dann bei ca. 10cm zusätzlichem Aufbau auf dem Sparren. Das wirkt doch dann nicht, wenn nur so ein Streifen sichtbar ist. Also doch überputzen oder gleich alles mit GK verkleiden.



Wand-Dach-Übergang



Deshalb hatte ich den Vorschlag mit dem waagerechten Übergang auf der Pfette gemacht- oder ist das nicht deutlich geworden?
Um die Wärmebrücke zu reduzieren könnte darunter noch eine Holzfaserplatte geschraubt werden.

Wenn die Außendämmung der Wand bis zur Oberkante der Sparren erfolgt wird die Luftdichtigkeit verbessert und Wärmebrücken reduziert.

Andreas Teich



Anschluss



Hallo Andreas, so richtig verstehe ich den Aufbau nicht . Ich Stoße ja mit der GK-Verkleidung an den unteren Bereich der Pfette aber Schräg (im Verlauf mit den Sparren) und nicht waagerecht... stehe grad auf dem Schlauch .

Die Außerdemdämmung soll bis an die Dachschalung herangeführt werden, also bis OK Sparren.

Alternativ könnte man auch nur die 14cm Sparren dämmen, dann Dampfbremse und dann anstelle aufzudoppeln gleich die Installationsebene (4cm) anordnen und dämmen, was vom Uwert auch noch passen würde. Hier habe ich aber Bedenken bzgl. Tauwasser. Bei der Variante wären dann ca. 10 von der Pfette sichtbar.



Waagerechter Pfettenübergang



Hallo Christian
Versuche mal genau nachzuvollziehen was ich geschrieben habe-
vielleicht wird's dann deutlich- sonst muß ich mal eine Skizze machen wie ich es meine.
Willst du die Wand von außen später Verputzen wenn sie gedämmt ist?
Sollen noch Öffnungen hergestellt werden?

Andreas Teich



Aufdopplung



http://daemmraum.de/produkte/verarbeitungshinweise/dachausbau-aussen-sparrenexpander.html



Ausführung Kalkputz



Hallo Andreas,

ich kann mir wirklich keinen Reim auf auf deine Beschreibung machen. Ne einfache Skizze wäre nicht schlecht;-)

Aktuell würde ich zum klassischen Aufbau der Dachdämmung mit Aufdoppeln, Klemmfilz etc. tendieren und dann die restlichen 3cm von der Pfette mit Kalkputz + Gewebe verputzen.

Würde den Putz (P1) wie folgt ausführen
- Ziegel mit Gartenspritze anfeuchten
- Putz vorwerfen (ca.1-1,5cm) und grob abziehen
- Frage- trocknen lassen(ca.10Tage) oder nur anziehen lassen? Aufrauen?
- 2.Putzschicht (1-1,5cm) mit Gewebe (auf senkrechten Konstruktionsholz zusätzlich mit Ziegeldraht o.ä. überbrücken .
- trocknen lassen und ggf. mit Kalkglätte nacharbeiten
- Silikatfarbe

Gibt es Einwände zum Putzaufbau und wie sieht es mit den Trocknungszeiten zw. den Putzschichten aus?



Pfette-Wand-Übergang


Pfette-Wand-Übergang

Hallo Christian
Besser gleich eine Skizze- ein Bild sagt mehr als 1000 Worte...
(jetzt ist sie 90 Grad verdreht-beim zweimaligen Anklicken steht sie bei mir wieder senkrecht..)

Wenn die Sparrenkerven tief ausgeschnitten sind, sodass du davor nur wenig Platz hast muß eine kleinere Leiste statt Brett genommen werden.
Du hast ja noch die schmale Kante zwischen Fermacellplatte und Pfette, um die Folie zu verkleben.
Oder du nimmst statt Fermacellplatte etwas dickeres.
Der Übergang der waagerechten Fläche in die Dachschräge kann auch gerundet werden.

Als Putz entweder Lehmputz verwenden, ggf mit Feinputz und weißer Lehmfarbe.
Oder Kalk-Zementputz mit Kalkfeinputz als Abschluß- ohne die Balken zu überdecken.

Als Außendämmung zB Stegträger bis Oberkante Sparren, davor Holzfaserplatten, und Kalkputz/Silikatfarbe oder Holzverkleidung-Dämmung aus Zellulose (bei Ziegelsteinfassade muß dabei kein Egalisationsputz erfolgen)

Am besten wäre eine maßgenaue Skizze mit allen Angaben und Dachneigung- dann könnte das als genaue CAD-Zeichnung dargestellt werden.

Andreas Teich



Decke Holzfaserplatten



Hallo Andreas,

für die Leiste hätte ich auf der Pfette zum Sparren hin nur 2,5cm und dann müsste die auch noch etwas abgeschrägt also wie eine Art Dreikantleiste sein, damit ich unter die Sparren komme.
Was für Holzfaserplatten sind für die Beplankung der Decken geeignet und wo bringe ich meine Installationen unter?



Kalkputz oder Kalkzementputz als Schlämme


Kalkputz oder Kalkzementputz als Schlämme

Ich habe mal bei einer Fläche die Fugen mit Kalkzemetunterputz ausgeworfen und anschließend die ganze Fläche dünn mit der Glättkelle aufgezogen, kurz anziehen lassen und anschließend mit einer feinen Bürste nachgewaschen/verschlichtet. Dadurch kommt die Ziegelstruktur dezent durch, wie bei einer Art Schlämme. Uns gefällt das Ergebnis und wir würden anschließend nur noch einen Anstrich machen. Die Balken würden bei der Variante sichtbar bleiben.
Funktioniert dieser Aufbau auch mit einem Kalkputz (z.B.Maxit Purcalc 380) oder muss ich hier Risse erwarten, weil die Schichtdicken nicht stimmen? Oder kann ich alternativ gleich die ganzen Flächen mit einem Kalkzementputz (up210 knauf) bearbeiten oder gibt es dann Probleme mit Diffusion, Balkenanschlüssen etc? Der up210 wäre mir am liebsten, da der sich ganz gut Verarbeiten ließ.