Lehm- oder Kalkputz

05.03.2009


Ich bin beim renovieren meines alten Bauernhauses nach der Entfernung diverser alter Tapeten- und Zeitungsschichten an manchen Stellen auf Schimmel (siehe Foto) gestoßen. Der Grund war eine Durchfeuchtung der Aussenwand durch eine defekte Dachrinne. Mittlerweile wurde die Ursache durch eine neue Dachrinne abgestellt. Teilweise musste der lose Putz entfernt werden und jetzt möchte ich die Wand neu verputzen. Angedacht war ein reiner Kalkputz mit anschließendem Kalkfarbanstrich. Jetzt wurde mir alternativ empfohlen mit Lehm zu arbeiten und anschließend eine Lehmfarbe aufzutragen. Grund war die einfachere und schnellere Verabeitung, vor allem der einfachere Anstrich mit der Lehmfarbe.

Welche Variante ist die sinnvollere?



Was sagt Ihr Bauchgefühl?



Es sind beide Lösungen gut, wichtig ist nur, den ganzen alten Putz zu entfernen und den Aufbau von Grundauf neu zu gestalten. Da spielt es dann keine grosse Rolle, ob man Lehm oder Reinkalkputz verwendet.
Lehm ist natürlich wie Sie schon geschrieben haben einfacher zu verarbeiten.
Für Putzoberflächen mit Reinkalk verwenden und empfehlen wir in der Regel den Reinkalkputz von der Fa. Otterbein.

Grüsse Thomas



Kalk ist alkalisch



und damit fungizid/schimmeltötend. Lehm ist Heilerde, da wachsen Pilze und offenbar auch Bauchgefühle prima drauf. Und da er lange zum Trocknen braucht, kann das weiteres Schimmelpilzwachstum fördern. Was dann wiederum Bauchschmerzen machen kann.

Ganz davon abgesehen, daß man mit Lehm/Ton auch Teiche Abdichten kann und ein Lehmputz die Trocknung eines Problemuntergrundes bei weitem nicht so fördert, wie ein Kalkmörtel.

Ökobau und Ökobau sind schon unterschiedlich, wenn man etwas genauer hinguckt.

Außerdem könnte man sich auch am Bestandsputz orientieren.

Viel Erfolg!

Konrad Fischer



Lehm- oder Kalkputz



beides sollte man beherrschen.
Beide sind nicht so wie früher.

"Außerdem könnte man sich auch am Bestandsputz orientieren."= Konrad Fischer

Grüße

Mladen



Lehm- oder Kalkputz ?



Kalkputz!

Grüße

Mladen



Kalk oder Lehm?



Sicher haben meine Vorgänger schon auf den Trocknungsprozess hingewiesen. Der Unterschied der beiden Putzarten liegt an den Trocknung- oder Abbindungszeitraum. Für eine schnelle und schimmelfreie Trocknung des Lehmputzes sind warme tage natürlich von Vorteil. Und meines Erachtens ist die Verarbeitung nicht all zu unterschiedlich im Aufwand. So wird Dir die Entscheidung hier im Forum nicht einfach gemacht. Und ich würde immer wieder mit Lehm arbeiten. Das will ich auch nicht verschweigen.
Schöne Grüße aus der Uckermark von der Lehmschwalbe



Na dann...



...werde ich wohl beim Kalkputz bleiben. Ist der von Solubel in Ordnung oder gibt es eine günstigere Variante?



Kalkputz



was meinen mit "günstige Variante"?
Öko-Variante?

Grüße

Mladen



Günstig...



...bezogen auf den Preis!



Aber ja doch!



Selber machen! Vielleicht haben Sie ja sogar ein Kalksteingebirge. Dann geht es beim Abbau und Brennen des Kalkgesteins an.

Bergmannsheil!

Konrad Fischer



Hallo Jo,



der reine Kalkputz von Otterbein kostet bei uns 7,50 € der 30 kg Sack. ich weiß nun nicht, ob das teuer oder billig ist. Zumindest habe ich den Putz verwandt und bin sehr zufrieden damit, da er Feuchtigkeit gut reguliert. Weil ein alter Kalkputz bei mir vorhanden war, bin ich auch bei Kalkputz geblieben. Viel Spaß wünscht

Joachim Simon



Günstig



...bezogen auf den Preis!

es gibt viele Hersteller von Putzen und alle haben sich bewährt.
Einfach den billigsten wählen.

Gutes Gelingen

Mit freundlichen Grüßen

Mladen



Reinkalkputz



ist eine gute Wahl, vorallem ist dieser Putz ein reiner Kalkputz nach alter Rezeptur und hat keine Zuschlagstoffe drin.

Grüsse Thomas



Der reine Kalkputz



-
Auch Rajasil verspricht höchsten ökologischen Standard.
HAGA setzt auf BIO...
etc. etc.

Mit freundlichen Grüßen
Mladen



m2Preis



@Joachim Simon

Hallo Joachim,

was würde den der m2 kosten wenn ich eine Putzstärke von ca 1,5 cm habe

vielen Dank im voraus
Gruß
Mladen



Hallo Mladen



das kann ich dir beim besten Willen nicht sagen. ich habe zwischen 4 und 12mm aufgezogen, um die Wände gerade aber nicht unbedingt absolut in Waage zu bekommen. Echt, da habe ich keine Ahnung.

Viele Grüße Joachim Simon



Oh lala!



"reiner Kalkputz nach alter Rezeptur ... hat keine Zuschlagstoffe drin"

So fett, daß ein altrezeptierter Kalkputz keinerlei "Zuschlagstoffe" - also Sande und ggf. Steinderl verschiedener Korngröße - drin gehabt hätte, waren die von mir beobachteten historischen Putze jedenfalls nie.

Die nächste Frage sind dann die "Zusatzstoffe" zur Veränderung diverser Eigenschaften. Heute oft zur geschwinderen Abbindung, Maschinengängigkeit und Wasserrückhaltung eingesetzt. Und diese sind nun mineralisch oder organisch oder synthetisch. Und haben teils unerwartete, teils sogar nachteilige Nebenwirkungen.

Schöne Tricks gelingen auch durch Zugabe von allerlei gemeinen Hydraulestoffen / latent oder hoch hydraulischen Bindemitteln wie NHL (hydraulischer Kalk), Traß, undeklarierten Zement (gerne als Weißzement dem Kalkmörtel untergejubelt), der sogar nach DIN im Rezept unterschlagen werden darf, Hüttensand usw. - alle erhöhen die Wasserrückhaltung, verzögern die Austrocknung, riskieren Überhärte, beinhalten ausblühfähige Alkalien.

Spannende Angelegenheit ...



Muss mich berichtigen,



Der von mir angegebene Kalkputz ist kein Reinkalkputz, da das Bindemittel NHL ist und somit kann man nur bedingt von 'Kalkputz' sprechen wenn überhaupt.

Grüsse Thomas



Der Preis



@Joachim Simon

Hallo Joachim,

das macht nichts, Dankeschön.

Die/Der Häuslebauer/in sollte sich - ja, eine "Akte", anlegen, mit welchen Materialien gearbeitet wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Mladen



Oh lala!



@Herr Fischer

Hallo Herr Fischer,

also es freut mich ja schon, wieder mal was von Ihnen zu lesen!
Wie wir herausgefunden?, gelesen haben, vermuten, kannten Sie persönlich meinen Meister?

Was meinen Sie?:
wie lange ist so ein Fertigmörtel, angerührt zur Verarbeitung, haltbar? Die mit Zement oder hydraulischem Kalk ausgeschlossen.
Diese Frage habe ich schon jemandem gestellt, aber keine Antwort bekommen.(keine Zeit gehabt)und ich rühre keine anderen Fertigmörtel an, auch nicht zu experimentieren.

Mit freundlichen Grüßen
Mladen Klepac



Hallo Mladen,



das Tagebuch, mit welchen Materialien gearbeitet wurde, ist eine gute Idee. Ich kann bei mit zumindest anhand der Rechnungen nachvollziehen, was ich alles verbaut habe. Nur was ein qm Putz kostet - wie gesagt, ich weiß es nicht. Kann aber so teuer nicht werden. Ich habe 5 Säcke für etwa 33 m2 verbraucht, aber in unterschiedlichen Stärken.

Gruß Joachim



Herr von Ribbeck auf Ribbeck



im Havelland
ein Birnbaum in seinem Garten stand ...

Ist das DAS Ribbeck?

Zum Putz würd ich den solubel empfehlen, der passt dafür!
mehrlagig

FK

gutes Gelingen



Einen Birnbaum



habe auch ich im Garten, ob der Herr Fontane allerdings von diesen Birnen genascht mag ich bezweifeln. Es gibt zwei Ribbeck´s in Brandenburg und das von dem Gedicht ist meines nicht. Danke für den Tip mit Solubel!