Kalkputz - Keller / Zellulose / Steckdosen setzen

25.11.2020


Guten Tag zusammen,

bin ein fleißiger Mitleser und konnte schon viele nützliche Infos hier im Forum finden.
Klasse Forum, danke dafür!

Nun zu meiner Frage, der Putz an einer Kelleraußenwand in meinem Siedlungshäuschen von 1937 war am abbröckeln, und hatte auch diverse Ausblühungen (Abortgrube war in der Nähe). Die Wand besteht aus Magerbeton (Einkornbeton? meinte der Statiker mal, wenn ich mich recht erinnere).
Keller ist 220cm hoch davon ca. 160cm im Erdreich. an den Innenwände ist der Putz noch tadelos.

Seit etwas 10 Jahren war alles mögliche darin gelagert, auch Ordner, Papier usw. Nichts davon ist verschimmelt oder angegammelt.

Nirgends im Keller sichtbare Feuchtigkeit.

Die Wand würde ich gerne neu verputzen, mit Kalkputz (alter Putz ist runter).

1. Kann ich bedenkenlos Kalputz von bspw. Gr**x 61 oder He**ler HP9 und 90 hernehmen (Unterputz + Oberputz)? Oder stellt der "geringe" Zelluloseanteil auf lange Sicht eine Schimmelgefahr dar, und ich sollte lieber die 100% mineralischen aus den jeweiligen Produktlinien nehmen?

2. An der Stelle, an der die Ausblühungen waren, sollte ich da vor dem Verputzen irgendwie grundieren/absperrren, wenn ja mit was am besten?

3. Möchte gerne Unterputzdosen setzten und hier auf Gips verzichten, kann ich Dosen und Leitungen (NYM) auch mit Kalkmörtel setzen (hätte hier noch Mauersand 0-2 und Kalhydrat CL90)?

Vielen Dank schonmal im Voraus.

Grüße
Andi



kalkputz im Keller



1. Besser die mineralischen Kalkputze ohne Zusätze verwenden, u.U. kannst Du auch Deinen CL90 1:3 mit Sand mischen.
2. Eine Grundierung nützt bei Versalzung wenig, möglicherweise wird der neue Kalkputz zum Opferputz und muss in ein paar Jahren wieder runter
3. Für die Dosen gibt es meiner Erinnerung nach einen speziellen Kalk ( Elektrikerkalk ?), ansonsten mischst Du etwas Ziegelmehl in Deinen CL 90, da wird der Mörtel schneller fest. Ah, habs gefunden:
https://www.kalk-laden.de/EKM4_5



Vielen Dank



hallo und vielen Dank für die Antwort, dann mache ich das so.

Das Ziegelmehl für den Mörtel zum setzen der Steckdosen ist nur für die schnellere Aushärtung ja? Das heißt wenn ich Zeit habe kann ich auch nur 1 Teil CL90 und 3 Teile Sand verwenden und es dauert halt nur länger bis es anzieht?

Danke und Grüße
Andi



Ich würde



Zementmörtel nehmen. Dann hält das auch.



Spätestens bei Zementmörtel



Würde ich als Elektriker aber vom setzen der Dosen mit selbigem abraten und lieber Gips nehmen.
Wenn hinterher mal irgendetwas mit den Dosen sein sollte, wenn Sie etwas nachrüsten, eine Steckdose unter den Lichtschalter, größere Abzweigdose etc. dann kriegen Sie die Dosen kaum noch aus der Wand, mit etwas Glück gehen dabei die Leitungen auch kaputt und man kann alles neu ziehen. (Theoretisch: eine Macke in der Isolierung = Leitung neu. In der Praxis sieht’s oft anders aus)

Bei Kalkputz weiß ich nicht, angeblich wird der ja nicht so fest.



Gips ?



wenn ich mir die Beschreibung der Situation im Keller anschaue:
- diverse Ausblühungen lassen auf Salze und hygroskopisches Geschehen schließen
-abbröckelnder Putz
-Keine sichtbare Feuchtigkeit ( aber die scheint da zu sein, ansonsten wäre kein 1. und 2.)
Vor diesem Hintergrund ist Gips die denkbar schlechteste Wahl. Ich habe meine Dosen, die mit Gips in ebensolche Befunde eingesetzt waren, wieder rausgehackt, der Gips war regelrecht verfault. Was konkret spricht denn gegen den Elektrikermörtel ?



Dankeschön + Oberputzfrage



Danke für die Antworten seither.

Gibt kein Problem mit dem Elektrikerkalk, im Gegenteil, danke für den Tip. Sand und CL90
hab ich halt noch hier. und Zeit zum Trocknen lassen hätte ich auch, daher meine Frage ob Ziegelmehl nur für die schnellere Aushärtung sorgt.

Werde dann rein mineralischen Unterputz verwenden, ohne Cellulose. Tendiere zum HP9 pm.
Konnte aber bisher keinen Kalk-Oberputz bzw. Feinputz finden, da scheint überall Cellulose drin zu sein. Habt Ihr da evtl. auch einen Tipp? Soll eine ebene Fläche werden, ohne spezielle Strukturierung, nur abgefilzt.

Grüße
Andi



Jo stimmt



Wenn’s nass ist ist Gips meistens keine gute Idee.
Mit dem Kalkzeug ist es vielleicht auch weich genug. Es ist halt nur immer ärgerlich, wenn da einer den Atombunkerbeton für genommen hat und man macht sich bei einer kleinen Änderung soviel kaputt dass man gleich die halbe Installation neu machen kann.



Ziegelmehl



das bewirkt, dass der Mörtel schnell anzieht. Gips hat ja grundsätzlich den Vorteil, dass man beim Verlegen der Kabel nicht so viele Fixierpunkt mit Nagelschellen o.ä. ( manche schlagen auch nur Nägel schräg in die Fugen) in der Mauernut benötigt.
Welche Oberflächengüte brauchst Du denn im Keller ? Ein gefilzter Kalkputz mit CL 90 und Sand 0/2 reicht nicht? Also mir wäre der Hessler hier im Keller viel zu teuer. Wegen der Kalkglätte, schau mal bei Otterbein Dir die Datenblätter an, ich dachte die Calcea-Kalkglätte wäre Cellulose-frei. Bin mir aber nicht sicher.



Zeit



Hast du denn die Zeit, nach dem Dosen setzen eine Wochen zu warten, bis das Ziegelmehl seine Wirkung entfaltet? Oder bis das Spezialprodukt aus dem Internet angekommen ist. Dann los.



Wände verputzt - Gibts Kalkspachtel ohne Zellulose und Co?



Nochmal Hallo,

hab jetzt die Wände neu verputzt, mit CL90 und meinem 0-2er Sand (1:3,5).
Putz hab ich mit Schwammbrett abgerieben.

Eigentlich...würde es für den Keller jetzt so ausreichen...aber irgendwie hätte ich Lust die Wände doch noch zu Spachteln für eine noch glattere Oberfläche (ja ich weiß ist ein Keller...hab aber Lust drauf :-) ).

Jetzt hab ich extra nur CL90 und Sand verwendet um keine Zellulose im Putz zu haben (Keller aus den Dreißigern, nicht 100% trocken). Finde aber keinen Kalkspachtel ohne Zellulose, kennt Ihr da ein Produkt?

Viele Grüße
Andi



kalkspachtel



ja, die Kalkglätte von Otterbein ist ohne Zellulose, bitte berichtige mich, wenn Du was anderes rausfindest.



Können muss mans auch



In Kalkglätte ist nicht umsonst Cellulose drin.
Die dient dazu die Feuchtigkeit länger zu halten.
Wenn man eine nur 2 mm dicke Kalkglätte aufzieht, zieht der darunterliegende Putz das Anmachwasser direkt weg.
Bei einer Glätte ohne Cellulose muss erstens, der Untergrund richtig gut angefeuchtet werden, besser noch nass-in nass aufziehen und zweitens muss man extrem schnell arbeiten können und nicht viel auf der Glätte herum "fummeln", sonst hat man den Kalkanteil an die Oberfläche gezogen, der Sandanteil liegt zu mager auf dem Untergrund und die Glätte fällt wieder ab.
Ein Kalkputz (was Glätte ja auch ist) ist so alkalisch dass die darin enthaltene Cellulose bezügl. Schimmelwuchs kein Problem ist.




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