Kalkputz karbonatisierung




Hallo zusammen,

Bei mir wurde ein reiner Kalkputz verarbeitet.

Verwendet wurde ein Luftkalkputz, der von der Kiesgrube angeboten wird. Der Putz würde erdfeucht im bigbag geliefert. Auf der Baustelle wurde dieser Putz mit Otterbein NHL 5 im Verhältnis 1 zu 6 gemischt.

Als ich nun die überputzten Steckdose freigelegt habe, ist nur aufgefallen, das der Putz selbst nach 10 Tagen nur zu etwa 1/3 der Gesamtstärke erhärtet war. 5mm waren fest, etwa 10 mm darunter waren sehr sandig. Mittlerweile war der Putz auch trocken.

Das es wohl zu Fehlern gekommen ist, scheint klar zu sein. Frage ist, lässt sich hier noch was retten? Toll wäre natürlich, wenn die gesamte Putzstärke karbonstudieren würde.

Einfach nochmal wassern?

P.s. der verarbeitende Maurermeister ist erst wieder im September greifbar.

Grüße





Bei Zuschlag von hydraulischen Kalk reagiert ein Teil des Kalk mit dem Anmachwasser bei der Verfestigung, dieser Prozess vollzieht sich aber in den ersten Stunden. Der hydraulische Kalk soll eine gleichmäßige Erhärtung im Putzquerschnitt sicherstellen um Materialspannungen und damit Risse zu vermeiden, da die Carbonatisierung sich mit dem Luftzutritt von oben nach innen vollzieht. Dieser Prozess wird dann von der "Lufterhärtung" überlagert.

Bei der Carbonatisierung reagiert das Kalkhydrat mit den in Spuren in der Luft enthaltenen Kohlendioxid. Hierzu muss eben jene Luft in den Putz diffundieren können, was bei zuviel Wasser im Putz erschwert würde. Für die langsam fortschreitende Karbonatisierung wird eine Feuchte (nur) um die 8 Gewichtsprozent benötigt. Das dürfte in aller Regel anliegen. Nur zur Beruhigung könnte man die Fläche ja nochmals mit der Blumenspritze abnebeln, aber mehr nicht.

Wäre der Putz aufgebrannt, müsste auch die Oberfläche sanden und es dürften sich auch Risse gebildet haben. In der Regel ist die Feuchteversorgung in Innenräumen nicht das Problem.

Ich würde der Sache noch etwas Zeit geben.