Kalkputz auf vorhandene Gipswände




Hallo,
wir renovieren gerade eine Doppelhaushälfte von 1955. Dabei haben wir die (Gips-)Wände von den alten Tapeten befreit und wollen diese nun mit einem Kalk- oder Lehmputz verputzen.
Der Hintergedanke ist der, dass die Wände durch einen feinen Kalkputz (2-4 mm) schimmelresistent werden. Meine Gipser empfehlen mir mit Glasfaser zu tapezieren und dann den Putz aufzutragen. Das hätte den Vorteil, dass sich keine Risse bildeten.
Meine Frage ist, ob es nicht auch ohne Glasfaser geht und welche Vorbereitung und Produkte ihr empfehlt? Geht nicht auch einfach die Wände zu spachteln und einen Kalk- oder Lehmrollputz aufzutragen?



Innenputz



Was verstehen Sie unter einer Gipswand bzw. wie sehen die Wände aus und aus was bestehen sie?



Wände aus Beton & Ziegel



Die Wände sind aus Beton (Hohlblock) oder Ziegel und mit einem etwa 3-4 cm dicken Gipsputz versehen, der ziemlich glatt und sehr eben ist.



Moin,



Wer hat Ihnen denn den Blödsinn erzählt eine mit Kalk oder Lehm verputzte Wand sei schimmelresistent? Ein weiterer Irrglaube ist, eine Putzstärke von 2- 4mm könne irgendetwas bewirken
Vielmehr ist es so, dass, sollten Sie Schimmel haben es bestimmt nicht am Putz liegt und wenn bis jetzt kein Schimmel da ist es wohl auch keine Veranlassung gibt, dass er kommt........



1955



Muss das wirklich wie ein altes Haus aussehen ?

Ich sage ja nicht Raufaser, aber wie wäre es mit einer anständigen Glasfasertapete, und malen ?



Wanddämmung



Wurden die Wände gedämmt?
Bei 50er Jahre Gebäuden mit Betonhohlblocksteinen wäre dies sinnvoll um Kondensat und in der Folge Schimmel zu verhindern.
Das wäre effektiver als eine dünne Putzschicht, die Schimmel allenfalls verzögern kann aber nicht ausschließt.
Wenn Außendämmung nicht möglich ist kann Innendämmung vorgesehen werden.
Als Putz auf glatten Wänden sind Haftputze möglich, zB MC 55W oä.
Silikatfarben sind am längsten alkalisch und damit schimmelverzögernd.

Wenn die Wände jetzt rißfrei sind ist Glasfasergewebe unnötig.

Andreas Teich



Innenputz



Das sind also keine Gipswände sondern Ziegelwände. Unter Gipswänden versteht man im Bauwesen leichte Trennwände aus Gipselementen mit hoher Oberflächengüte die nur verspachtelt werden.
Ob das reiner Gipsputz ist glaube ich nicht, üblich waren Gips-Kalkputze. 3-4 cm Putzstärke sollte die absolute Ausnahme sein, Innenputz ist normalerweise ca. 1 cm dick.
Möglich das hier schon einmal ein Spachtel aufgezogen wurde um die Oberfläche zu verbessern.
Eine Armierungslage- anscheinend meinte das der Maler- in einen neuen Oberputz einzubetten ist nur sinnvoll wenn der vorhandene Putz bzw. dessen Untergrund zu Rissen neigt.

Ich vermute eher hier geht es darum eine Glasfasertapete aufzubringen und die dann mit einem dicken, gefüllten Anstrich zu versehen; normale Malerarbeit also.
Maler und Baumärkte nennen so was Rollputz oder Streichputz; Maurer verstehen unter Putz was anderes- eine mindestens 10 mm dicke geglättete Mörtelschicht die auf Rohbaumauerwerk aufgetragen wird.