Kalkputz auf Trockenbauplatte

25.08.2019 Limeslaker


Hat jemand von euch Erfahrung mit dem Aufbringen von Kalkputz auf Trockenbauplatten? Ich habe eine Trockenbauwand, die ich in einem ersten Schritt mit einem Flex-Fliesenkleber unter Einlage eines Glasfasergitternetzes beschichten möchte. Den Fliesenkleber würde ich aufrauen, z. B. nach dem Ansteifen scharf mit der Kelle abziehen, mit Putzkamm / Rabot aufrauen oder mit Handfeger stukturieren). Anschließend möchte ich einen fetten Sumpkalkputz aufziehen (1 mm Sand, 2 Lagen, mit Schwamm abgerieben) aufziehen. Kann das funktionieren? Als Flexkleber würde ich einen weißen Natursteinkleber benutzen.



Kalkhaftputz



Warum so kompliziert
Kalkhaftputz von Kreidezeit mit Gewebeeinlage geht auch direkt auf Trockenbauplatten.

Gruß aus Kiel



Geht ganz gut



Hi, haben wir letzten Herbst auf Fermacell gemacht, Silikatgrundierung drauf und die Stöße gut überspachtelt, dann geht das. Mit der Konsistenz ein wenig üben, der Untergrund muss so griffig wie möglich sein. Stellenweise habe wir auch direkt mit ner Schlämme, also sehr verdünntem Kalkputz rumrpobiert das ging auch. Wichtig ist, der Untergrund darf nicht saugen, sonst hälts nicht. Ging auch hervorragend ohne Gewebe mit ca. 1 cm

Gruß



Putz auf Trockenbauplatten



Um welche Trockenbauplatten handelt es sich?
Warum zusätzlich Kalkputz?
Die Sorptionsfähigkeit des Untergrundes wird bei Flexkleber unterbrochen.



Kalkputz ist der einfachste Putz



Kalkputz kann direkt auf die Trockenbauplatte aufgezogen werden. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Mischungen aus Sand und Kalkhydratpulver (Weißkalkhydrat CL 90 aus dem Baumarkt ) Einfach gut Mischen, über Nacht sumpfen lassen und am nächsten Tag nach erneutem Mischen und ev. Wasserzugabe verarbeiten.
Ganz wichtig ist ein gutes Vornässen und auch ein nachträgliches Befeuchten (24 ... 48 Stunden) Dann wird der Kalk auch halbwegs wischfest und sandet nicht!



Hat funktioniert



An dieser Stelle herzlichen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen. Ich möchte abschließend berichten, wie ich vorgegangen bin. Die Gipskartonplatten habe ich, wie eingangs erwähnt, mit einem Flex-Fliesenkleber unter Einlage eines Glasfasergitternetzes beschichtet. Diese Schicht habe ich sehr dünn gehalten. Anschließend habe ich versucht, die Schicht in der eingangs beschriebenen Weise aufzurauen. Das hat nicht besonders gut geklappt (auch weil die aufgetragene Schicht sehr dünn war). Da ich Zweifel hatte, ob der Kalkputz auf diesem Untergrund halten würde, habe ich noch einmal Fliesenkleber mit einer Zahnspachtel auf die Platten aufgetragen. Ich glaube, die Zahnung der Spachtel war A2 (also eine sehr feine Zahnung). Anschließend habe ich den Kalkputz aufgezogen. Da die Saugfähigkeit des Untergrunds durch den Fliesenkleber stark herabgesetzt war, musste ich einige Stunden warten, bis ich den Putz abreiben konnte. Es hat aber alles gut funktioniert. Der Putz hält und hat auch an den Innen- und Außenkanten keine Risse bekommen.



Kalkputz auf Gipskarton?



Was soll der Sinn davon sein?
Warum auf nicht feuchtebeständige Gipskartonplatten Kalkputz auftragen?
Kurzfristig hält vieles- kaum aber über Jahre und der Abfall kann nicht mehr als Bauschutt entsorgt werden.

Wenn überhaupt würde ich Gipsfaserplatten als Untergrund nehmen, die zumindest feuchtebeständiger sind.

Flexkleber enthält Acrylate u.a. Kunstharze und unterbricht die Kapillarität und die Sorptionsfähigkeit des Untergrundes.

Wenn man sich schon so viel Arbeit machen will besser den Gipskarton abreißen und Heraklith oder Lehmbauplatten Verlegen mit wesentlich besseren Eigenschaften.



Kommentar



Hallo Herr Teich,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Die von mir verwendeten Platten waren für den Einsatz in Feuchträumen geeignet und faserverstärkt. Aufgrund meiner konkreten baulichen Situation war mir an einer Herabsetzung der Kapillarität gelegen. In einer anderen Situation würde ich auch auf Gipskarton verzichten bzw. zumindest statt des Flexklebers einen Kalkhaftputz ohne Kunststoffanteile verwenden.