Kalkputz auf Altputz, Grundierung notwendig?

08.04.2015 Christian H.



Hallo,
ich habe jetzt schon mehrere Tage hier im Forum gelesen, aber bin irgendwie nicht schlau geworden.

Ich habe in unserem Haus BJ91 die Tapeten von den Wänden gemacht und diese gründlich ab gewaschen. Jetzt möchte ich einen Kalkputz darauf machen. Ich schwanke noch zwischen Kreidezeit Kalkhaftputz fein oder Auro Sumpfkalkputz. Auftragsstärke ca. 2mm. Letzterer ist recht teuer und ich habe noch keine Eigenschaften gefunden (beim Recharchieren) welche den hohen Preis rechtfertigen.

Die eigentlich Frage ist die nach der Grundierung. Der jetzige Kalkzementputz ist recht hart. An manchen, wenigen kleineren stellen ist die Oberfläche etwas rauer und sandet. Wenn ich mit einem Meisel schabe und die obere Schicht wegkratze sandet es auch. Elektroschlitze habe ich mit Kalkputz oder übrigen Armierungsspachtel zugeschmiert.
Ich möchte ökologisch und baubiologisch "richtige" Materialien verwenden. Benötige ich eine Grundierung? Wenn ja, welche... Kaseingrundierung, Auro Haftgrund 505 (Dispersion?), Haga, Leinos Mineralputzgrundierung habe ich bisher gefunden.



Innenputz



Du kannst auch einen ganz normalen Kalkputz nehmen mit Basis Kalkhydrat und Sand- wie früher auch schon verwendet.
In der Hinsicht ist ein günstiger Kalkfeinputz mit der geringsten Festigkeitsklasse CS 1 genausogut geeignet wie teure Ökoputze.

Ich habe den von Kreidezeit (und auch Kalk-Feinputz von Baumit) verwendet, der aufgrund der Zellulose- Bestandteile etwas besser haftet als zB Kalk- Feinputz von Baumit,
dafür aber bei unter 8,-€/40 kg Sack erheblich günstiger ist.

Auro enthält Sumpfkalk statt Kalkhydrat bei Kreidezeit (hier aus Marmor) und Baumit.
Ökologisch und technisch sind alle verwendbar und geeignet und bei Kalk-Zementputz als Untergrund wären minimale Zementbestandteile im deckputz auch ohne jede Relevanz.

Bei unterschiedlicher Saugfähigkeit kann das gleichmäßige Verreiben etwas schwieriger sein- da hilft eine Grundierung.

Du kannst aber auch erst einmal eine kleine Fläche mit günstigem Putz versehen und dann beurteilen wie es haftet und sich verreiben läßt.

Wand vorher anfeuchten, saugende Stellen stärker.

Alternativ könntest du auch Lehmputze verwenden, die es auch in weiß gibt.
Das Material wird ohnehin überall hin verschickt, sodaß es egal wäre wo du wohnst und ob es örtlich besorgt werden kann.

Andreas Teich



Innenputz



Ihrer Beschreibung nach zu urteilen brauchen Sie einen keine Grundierung und keinen neuen Putz; vorausgesetzt solange der alte noch fest ist und keine großen Hohl- oder Fehlstellen hat.
Neu putzen bedeutet alten Putz ABSCHLAGEN und das Mauerwerk dann mit einlagigem Innenputz bekleiden.
Es genügt bei Ihnen die Putzoberflächen mit einem Flächenspachtel oder einer Kalkglätte nachzubessern. Auftragsstärke 0 bis max. 5 mm.
Wie das genau funktioniert kann ich Ihnen bei Bedarf mitteilen.



Kalkputz Grundierung



Vielen Dank für die Antworten. Putz abschlagen wollte ich vermeiden, ist auch nicht notwendig.
So wie ich das verstanden habe kommt es nur auf die Saugfähigkeit an. Die sollte doch gleich sein, außer bei den Elektroschlitzen.
Ich wollte gern gleich weiß putzen um mir das Streichen zu sparen.
Lehm habe ich in vielen Zimmern benutzt, aber im Flur wollte ich was festeres.



Innenputz



Nicht putzen!
Spachteln!



Unterschied Putzen/ Spachteln



Dann erklären sie mir mal bitte den Unterschied bzw. die Vorgehensweise.
Ich wollte Kalk-Feinputz nehmen und den mit der Glättkelle 2mm aufziehen, evtl. mit der Lasurbürste bearbeiten, filzen oder gleich so lassen.



Putzen-Spachteln



Ddie Auftragsweise wird in deinem Fall sicher mal als Putzen, mal als Spachteln bezeichnet werden- ist aber eh nur ein sprachlicher Unterschied.

Es ist evt leichter, wenn du die Ecken der Traufel leicht abrundest (mit Schleifpapier oder Feile etc), dann bekommst du keine scharfen Absätze beim Auftragen.

Wenn du nicht zusätzlich streichen willst darauf achten, ob der Putz für diese Optik vorgesehen ist.
Am Besten Musterflächen ansehen.

es gibt zB von Baumit oder auch anderen Herstellern einen Feinputz oder Fertigfein-Weiß,
die weißeren Varianten haben haben hellere Sande, Marmorsand oä, teils Weißzementzusätze-erkennbar an höherer Druckfestigkeit, teils Titanoxid als Pigment und hellere Kalksorten.

Im Prinzip kann man die günstigsten Putze verwenden, die die wenigsten Zusätze haben,
oder wie schon gesagt einfach aus Weißkalkhydrat und hellem feinem gewaschenem Sand bis max 1 mm Korngröße selbermischen, ca 1 : 3,5 Raumteile.

Allerdings sind Anstriche auch zur Oberflächenbindung gegen Absanden günstig.

Ich würde einfach eine kleine Fläche zur Probe herstellen- am Besten eine mit verschiedenen Untergründen nehmen und nach Trocknung sehen wie gut es hält.

Das siehst man dann beim Beseitigen/Abspachteln dieses Probeputzes von der Wand
und kann dann beurteilen, ob eine Grundierung der gesamten Fläche sinnvoll ist.

Andreas Teich