Luftkalk oder Trasskalk ??

06.06.2011



Hallo...
Ich hätte da noch eine Frage:

Ich möchte Fachwerk Gefache (sowohl äußere als auch innere Wände) nach Balkenerneuerung wieder mit Mörtel ausmauern ( Tonziegel) bzw. auch wackelige Gefache ausbessern.
Eigentlich wollte ich, wie hier vielfach angeraten, Luftkalkmörtel kaufen.
Aber...
Zum einen bekomme ich den hier wohl nicht ( Bergisches Land) und außerdem hat mir der ansässige Öko Baustoffmensch geraten, besser TrassKalkMörtel zu nehmen, der sei wesentlich besser zu verarbeiten.
Hörte sich plausibel an.
Geht das so prinzipiell in Ordnung?
Danke für die Hilfe !
Pedro





Zum ausmauern der Gefache tuts ein ganz normaler Kalkmörtel.
Den können Sie aus Kalkhydrat selbst mischen, billiger und besser geht’s nicht.

Grüße
Oliver Struve





Oh.. Ich dachte, das sei so eine Wissenschaft, das richtige Verhältnis zu mischen, damit es auch hält..
Ausserdem hab ich leider kaum Fläche für Sandhaufen etc..
Wäre denn Trasskalkmörtel die Alternative, weil besser zu Verarbeiten als Luftkalk?
Ich hab halt gehört, daran verzweifeln selbst Profis..





Nein,
Trasskalkmörtel wird härter als Reinkalkmörtel, von daher ist ein reiner Kalkmörtel für Fachwerk geeigneter.
Fertige Kalkmörtel dürfte es auch beim Baustoffhändler in Ihren Breiten geben, es muss kein Luftkalkmörtel sein.

Grüße
Oliver Struve





Danke für die schnelle Antwort !
Wieso wird dann hier ständig von Luft- Kalkmörtel geredet ?
Wenn es ja keinen Unterschied macht ?
Haben beide Arten denn die gleichen Eigenschaften ( Diffusion, Stabilität + Verarbeitung)
Und nochmal... Wieso wurde mir zu Trasskalk geraten, mit dem Hinweis, Luftkalk sei selbst für Profis schwer hin zu bekommen?
Ist das bei normalem Kalkmörtel anders ?
Gruß, Pedro





Es gibt schon einen Unterschied zu Luftkalkmörtel, der bildet nämlich (wenn man ihn richtig verarbeitet) ein größeres Porenvolumen.
Das kann für Putzflächen von Vorteil sein, als Maurermörtel ist es aber völlig unerheblich.

Geredet wird viel, auch hier.

Grüße
Oliver Struve



Luftkalkmörtel



Hallo

ruf mal bei solubel an

vielleicht haben die da oben bei Ihnen in der Nähe einen Händler, der nicht so weit weg ist?

Kein Trasskalk - da können sie dann gleich Zementmörtel nehmen.

Entweder mit Kalkhydrat und Sand selber mischen oder so was wie solubel nehmen.

Gutes Gelingen

FK



Wenn...



Solubel keinen Regionalpartner hat (oder man den Namen nicht mitbezahlen will), gibt es durchaus alternative Sackware:

z.B. von tubag:
"NHL-M Hist. Werksteinmörtel"

Hatte bei meinem Baustoffhändler auch so meine Probleme. Das liegt aber mehr daran, dass z.B. ein Reiner Kalkputz dort nicht mehr vorrätig ist. Wenn man die Bezeichnung eines bestimmten Herstellers hat, kann der Baustoffhändler das Produkt aber i.d.R. bestellen.


Gruß
Michael





Hallo,

im Bergischen gibt es meistens Produkte von Weber auf Lager.
Auf Anfrage liefert aber auch Wülfrather zementfreie Produkte,
Granol auch.

Grüße





Ich habe jetzt gefunden, was ich gesucht habe :

Es scheint wohl so, als sei Trasskalkmörtel zwar ein Kalkmörtel, aber mit seinen Eigenschaften dem Zementmörtel so ähnlich, dass er für Fachwerkwände nur bedingt zu empfehlen ist. Eher zur Not und für Aussenbereiche, die sehr durch Wasser angegriffen sein könnten (Sockel etc). Wurde ja auch bei den Römern zur Abdichtung gegen Wasser benutzt (Aqädukte etc) und ist daher später auch nur bedingt diffusionsoffen. Er härtet richtig aus.
Also sozusagen die "Öko Variante" von Zementmörtel.
Das Problem am Luftkalkmörtel ist wohl, dass er recht schwer zu verarbeiten ist, da er nicht schnell beim trocknen aushärtet, sondern sehr langsam durch Aufnahme von CO2. Deshalb nehmen viele lieber Trasskalk.. ist halt einfacher und schneller.
Da ich aber einen Kalkmörtel suchte, der nicht die "schlechten" Trasseigenschaften hat und immer diffusionsoffen bleibt, aber auch von nem Trottel wie mir zu verarbeiten ist, mache ich folgendes:

Ich nehme fertigen Kalkmörtel/Putz aus einem Kalkwerk, was glücklicherweise schon von Natur her einen leichten Tonanteil im Kalk hat und gebe bei der Verarbeitung noch zusätzlich Hanffasern vom Kalkladen dazu. Das vermischt, speichert das Wasser länger im Mörtel/Putz, ist also besser zu verarbeiten und hält später wohl auch besser,weil die Hanffasern zusätzlich noch armierende(verbindende) Funktion im Mörtel/Putz hat.
Ich halte das für einen klugen Plan und mach das jetzt so !
Villeicht hilft es ja noch anderen ..
Grüße, Pedro



Putz oder Mörtel



Hallo

Wie sie schon richtig schreiben haben die Römer das für Aquädukte verwendet.
Aber NICHT für Sockelbereiche.

Nur wenn Wasser in einer Rinne laufen muss und den Putz permanent beanschlagt kann dieser Zuschlag sinnvoll sein - nicht im Nass-Trocken-Wechsel.

Ihr Hanffasern-Trick ist zwar nicht neu - wird aber nichts bringen - kommt Ihnen wieder runter nach Jahren!

Aber versuchen Sie's ruhig.

Aus Erfahrung lernt man! (manchmal)

FK





Komisch.. Wieso wirken Ihre Beiträge stets zynisch und selten konstruktiv? Wenn Sie eine Verbesserung wissen, schreiben Sie es doch und helfen damit..
Aber nur das Gefühl vermittelt zu bekommen, man sei zu blöd und Sie ganz schlau hilft eher nicht..



siehe oben



Zitat:

Entweder mit Kalkhydrat und Sand selber mischen oder so was wie solubel nehmen.

FK





Ja, Danke ..!
Der Unterton ist halt oft nervig..
Wo liegt denn das Problem bei den Fasern?



Zwischenfrage:



Ungefragterweise hänge ich mich mal mit einer kleinen Zwischenfrage an:

Bei uns werden gerade die Holzarbeiten erledigt (FW Reparatur), danach sollen die Gefache wieder mit Vollziegeln (Backsteinen) ausgemauert werden.
Nun hab ich zwei drei Gefache Probeweise mit BAcksteinen und Kalkmörtel ausgemauert:
1:3 (Weißkalkhydrat CL90 : "Mauersand" vom Baustoffhändler)
Bei der Verrarbeitung gabs keine Probleme, die Steine hab ich vorher ins Wasser getaucht, dass sie nicht mehr so stark saugen.
Die Gefache sind fest, der Mörtel auch.
Die rumliegenden Mörtelreste machen mich aber etwas stutzig:
Die "Batzen" sind zwar hart, können aber mit rel. wenig Kraftaufwand "Zerbröselt" werden.
Ist das normal?

Vielleicht kann ja jemand was dazu sagen!
Danke&Gruß
Michael





Hallo,

gerade verarbeitet: Sie sagten es schon. Die Erhärtung ist zeitabhängig und von manchem anderen auch. Also ist die, hoffentlich geringe, Endfestigkeit nicht vor 30 Tagen erreicht.
Auch soll die Druckfestigkeit (die merkt man beim "zerbröseln") für Innenputze möglichst niedrig sein, damit er elastisch bleibt.
Also: bisher alles in Butter.

Grüße