Kalkfarbe, wand ist nach dem Streichen fleckig



Kalkfarbe, wand ist nach dem Streichen fleckig

Hallo,

Ich habe eine Wand mit Kalkfarbe gestrichen und man sieht jeden Ansatz, die Wand sieht unschön und fleckig aus. Was habe ich falsch gemacht? Vielleicht kann mir Jemand einen Rat geben?

Die Wand wurde vor einiger Zeit mit Hessler Kalkputz verputzt. Da der Putzer zuvor nur mit Kalkzementputz Erfahrung hatte, war das Ergebnis so mittelmäßig. Es wurde schließlich einmal dünn Hessler Kalkfeinputz aufgezogen. Da uns das Ergebnis ebenfalls nicht zufriedenstellte, haben wir von einem anderen Maler Kalkglätte von Kreidezeit aufbringen lassen. Mit diesem Ergebnis waren wir dann zufrieden.

Nun sollten 2 Wände Farbe bekommen. Ich habe Kalkfarbe von HAGA besorgt und eine hochwertige Naturhaarbürste / Quast zum aufbringen.
Den Ersten Anstrich habe ich Kreutzweise aufgetragen. Die Farbe wurde von der Wand förmlich aufgesogen, so konnte ich nicht nass in nass streichen. Das Ergebnis: die Wand war extrem ungleichmäßig und fleckig.

Für den zweiten Anstrich habe ich die Farbe mit ca. 1 Liter Wasser aufgemischt. Die Verarbeitung war deutlich besser, das Ergebnis ist aber noch nicht zufriedenstellend. Das Bild ist nach dem zweiten Anstrich entstanden und zeigt die getrocknete Wand.

Muss ich noch mehr Wasser in die Farbe geben? Oder soll ich die Wand vornässen? Ich bin etwas ratlos und hoffe Ihr könnt mir helfen...

Gruß Thorben



Grundierung



Hallo Torben.
du hättest die Flächen vor dem Kalkanstrich Grundieren müssen.
Bei Kreidezeit gibt es die Kaseingrundierung und Haga hat die Mineralputzgrundierung.
Kalkfarbe trocknet immer ungleichmäßig auf .
Deshalb sollte diese mit einer Streichbürste in fließenden Bewegungen aufgetragen werden.( Liegende Acht)
Bei dem von Dir verwendeten dunklen Farbton würde ich die Wandfläche mit zwei Leuten streichen.
Lösung : Grundierung der Wand und ein neuer Anstrich





Danke für die schnelle Antwort, das werde ich ausprobieren und berichte dann über das Ergebnis. Bleibt die Wand nach dem Grundieren aufnahmefähig für Feuchtigkeit, oder „verschließe“ ich die Wand damit?





Auf Kalkputzflächen kann ein Kalkanstrich in der Regel problemlos ausgeführt werden.

Der Anstrich ist ja recht stark pigmentiert, dass macht es für den Anstreicher recht anspruchsvoll.

Eine gewisse Wolkigkeit ist Material typisch und wird oft als Ausdruck von Authentizität besonders umworben.

Wenn es weniger lebendig sein soll, sollte zügig nass in nass gestrichen werden um Ansätze zu minimieren.

Hier ist auch die Saugfähigkeit vom Untergrund bedeutsam. Der Pinsel muss leicht über die Fläche laufen und der Anstrich muss einen Moment feucht stehen bleiben. Zumindest so lange bis man alle Ansätze weitergestrichen hat. Die Saugfähigkeit nimmt mit jedem Folgeanstrich weiter zu.

Auch könntest du die Farbe im Kreuzschlag auftragen. Da malst du praktisch viele kleine Kreuze an die Wand. Letztlich entsteht immer ein typisches Muster. Der Pinsel gibt beim Aufsetzen weniger Farbe ab als beim Ausstrich. Das führt zu sogenannten "Pinselkreuzen". Eine routinierte Bearbeitung der Fläche sichert halt dann eine regelmäßige Unregelmäßigkeit.

Der Saugfähigkeit kannst du durch weiteres verdünnen mit Wasser etwas ausgleichen.

Bewährt hat sich auch ein "Vorseifen" der Fläche.

Hierzu wird pro Liter Wasser drei Gramm (Kern-/bzw. Pflanzenöleife) auflösen. Feste Seife raspeln (Küchenreibe) und in warmen Wasser auflösen, abkühlen lassen.

Dann die Fläche satt einstreichen und in die noch Feuchte Fläche streichen.





Wie ist der Zustand des jetzigen Anstrichs? Kreidet er?
Für 2 Anstriche ist der Anstrich viel zu deckend. Man sollte für Kalkanstriche nur reinen Sumpfkalk verwenden. Dieser muss mindestens 24 Monate gelagert sein. Man muss mit 7 bis 8 Anstrichen rechnen und der Kalk sollte folgendermaßen verdünnt werden, 3 Teile Kalk : 7 Teile Wasser. Der Untergrund sollte bei zu starkem saugverhalten mit Schellack grundiert werden oder den 2 ersten Anstrichen kann Leinöl zugesetzt werden. Aber nicht mehr als 5% da die weiteren Anstriche sonst abperlen. Dem Kalk sollte nicht mehr als 10% Pigment zugegeben werden.
Ein guter Beitrag dazu: https://www.youtube.com/watch?v=uxVWQnOa09A





Der Anstrich macht einen vernünftigen Eindruck, er kreidet nicht und hält sehr gut an der Wand.

Stark gedeckt hat es bereits nach dem 1. Anstrich. Da war die Farbe aber auch unverdünnt und von der Konsistenz eher wie Dispersionsfarbe. Da habe ich wohl eine ordentliche Schicht aufgebracht.
Wie dünn sollte die Kalkfarbe denn ungefähr sein, wie Wasser?

Ich habe nun Mineralputzgrundierung bestellt.
Nachdem ich diese dann aufgetragen habe, werde ich die Kalkfarbe weiter mit Wasser aufmischten und einen 3. Anstrich aufbringen.



Kalkanstrich



ich orientiere mich an der Konsistenz von fettarmer Milch.





Diese fertig formulierten "Profi-" Kalkfarben unterscheiden sich von der bereits beschriebenen tradierten Kalkmalerei durch gesteigerte Haft- und Bindekraft, sowie durch hohe Füllstoffgehalte.

Die soll die "Erwartungshaltung" des Anwenders in Bezug auf Deckkraft und rationeller Verarbeitung mehr entsprechen.

Das kann man schon so mach. Die Offenporigkeit und höhere Schichtstärke intensiviert aber auch etwas die Saugfähigkeit.


Der "HAGA" weist in seinem Merkblatt darauf hin den Erstanstrich mit 20 Prozent Wasser verdünnt auszuführen.

"... Für den 1. Anstrich werden 5 Teile HAGA Kalkfarbe mit ca. einem Teil Wasser verdünnen, je nach Saugfähigkeit des Untergrundes. Je saugfähiger der Untergrund, desto mehr Wasser.
2. Anstrich: HAGA Kalkfarbe schwach verdünnt streichen, je nach Struktur des Untergrundes. ..."


Auch verweist man auf die "artypischen" Materialeigenschaften hin.

"Nach dem heutigen Stand kann man eine weiße Kalkfarbe mit dem Roller applizieren, eine eingefärbte Kalkfarbe sollte man immer mit Quast, Bürste oder Pinsel aufbringen! Es liegt in der Natur des Kalkes, dass es zu einer Wolkenbildung kommen kann! Dadurch kann es durchaus zu einem wunderschönen Farbenspiel kommen."



Was sagt den der



Verkäufer und oder der Hersteller?

Grüße Gerd



Update


Update

So der Hersteller hat mir ebenfalls die Grundierung und 1 weiteren Anstrich mit einer hochwertigen Bürste empfohlen. Das habe ich auch so gemacht, trotzdem eine sehr ungleichmäßig Wand.