Kalkfarbe bekommt Risse mit Erhebung

12.11.2018 Frau Felishya



Hallöchen,
ich habe meine Wände mit Lehm verputzt, darauf eine Feinputzschicht aus Lehm mit einem Kalkzuschlag (etwas unter 20%) und darauf habe ich viele Schichten Kalkmilch aufgetragen. Die ersten Schichten waren 1 zu 5, dann 1 zu 3 und zuletzt 1 zu 2. Wie oft ich gestrichen habe, weiß ich leider nicht mehr, so 7-10 Mal wird es wohl gewesen sein. Die letzten Schichten hatten optimale Bedingungen 15 Grad und 85 % Luftfeuchtigkeit. Die ersten Schichten waren suboptimal, weil da noch Sommer war und ich glaube, ich habe nicht genug vorgenässt. Dafür waren da längere Trockenzeiten dazwischen, die letzten Anstriche hatten immer etwas um die 24 Stunden.
Es bilden sich nun Risse mit Erhebungen, welche von Auftrag zu Auftrag breiter werden. Es ist hohl unter der Erhebung. Kann ich das irgendwie lokal reparieren, oder muss ich die Kalkschichten komplett abtragen und neu anfangen?
Liege ich richtig mit der Vermutung, dass es daran liegt, dass ich bei den ersten Schichten nicht ausreichend vorgenässt habe, bzw die Bedingungen nicht perfekt waren? Oder gibt es eine andere mögliche Ursache für das Schadbild?
Liebe Grüße
Feli
PS: Anbei ein Foto von einer Schadstelle. Leider kommt es auf Fotos nicht so gut rüber. Sollte meine Beschreibung nicht reichen, versuche ich nochmal bessere Bilder zu machen.



kalkanstrich



Also ich bin kein ausgewiesener Kalkfachmann, habe aber schon paar Jahre Erfahrungen mit Kalkanstrichen. Ich finde die Anzahl der Anstriche ziemlich hoch, bei mir reichten immer 3. Auch das Mindern der Verdünnungsrate finde ich zu hoch. Ich habe nie ein bestimmes Verhältnis gewählt, alle Anstrich hatten die Konsistenz von Magermilch. Bei mir bis jetzt gut funktioniert. Hatte es einen bestimmten Grund, in den Lehmfeinputz 20% Kalk zu rühren ( und was denn für welchen?).



Konsistenz von Magermilch



Hallo, danke für deine Antwort. Ich weiß nicht wie die Konsistenz von Magermilch ist, aber ich habe die üblichen Verdünnungsempfehlung angewendet. Magermilch stelle ich mir aber etwas dicker vor, als das was ich gestrichen habe.
Der Kalkzuschlag (Sumpfkalk) im Lehm wurde empfohlen um die Verbindung zwischen Anstrich und Putz zu verbessern. Habe ich aus einem Buch.
Mein Wissensstand war bisher: zu dünn und dafür öfter streichen, statt zu dick und dafür weniger oft... Liege ich damit falsch?



Kalkanstrich



Du kennst keine Milch mit 1,5% Fettanteil ? Beim Verdünnen kommt es ja darauf an, welchen Ausgangsstoff Du hast. Der Ansatz, dünn aber mehrmals, ist richtig, aber ich finde eben 7-10 mal zu viel. Die richtige Konsistenz ist auch eine Erfahrungssache. Hast Du vorher mal eine Probefläche angelegt? Wenn Du mal so eine hohle Stelle abnimmst, ist es dann nur die zahlreiche Farbschicht die sich wölbt oder eher der Feinputz. Ich streiche immer auf den abgeriebenen Lehmputz mit Kalkmilch, ohne Kalkzusatz im Putz. Wenn Du in den Lehmfeinputz reinen Kalk ( also CL 90 z.B.) untergemischt hast, sind 20% meines Erachtens zu viel, da hast Du ja eine superfette Putzmischung. Die sichtbaren Bürstenansätze hatte ich immer, wenn ich zu dick gestrichen hatte.



Kalkfarbe



Was sich hier löst, ist wie es aussieht sehr wahrscheinlich nicht die Kalkfarbe sondern der (Ober)putz. Am besten die Stelle abkratzen, beiputzen und mit Kalk streichen. Mit der Konsistenz der Kalkfarbe hat das nichts zu tun.



Der Feinputz ist wohl das Problem



Ich habe jetzt mal einen Riss geöffnet, und siehe da, die Feinputzschicht kommt fein säuberlich mit von der Wand, also habe ich wohl da einen Fehler gemacht. Woran könnte das liegen? Die Feinputzschicht hat keine gute Verbindung zum Oberputz. Könnte es an der zu fetten Mischung liegen?

Kann ich die Risse jetzt direkt mit Kalkfeinputz beispachteln? Oder muss ich Lehmfeinputz nehmen und dann hoffen, dass ich auf die gleiche Farbe komme?

Liebe Grüße





Der Lehm hafte nur mechanisch, ist die Oberfläche vielleicht nicht "rau" genug gewesen. Bei zu "fetten" Mischungen müssten sich zumeist bereits nach dem Trocknen flächig (Schwund-) Risse bilden, die zu schollenartiger Ablösung führen können. Lokal begrenzte Mängel dürften eine andere Ursache haben.



Fette Mischung



Ja stimmt, das hat mich auch iritiert. Wenn das das Problem wäre, hätte man es früher sehen müssen, naja ich werde dennoch den Kalkzuschklag beim nächsten mal weglassen, wenn er nicht nötig ist.
Kann die Ursache sein, dass der Feinputz noch nicht ganz trocken war?

Wenn ich an die Risse ran gehe platzt es großflächig weg, ist jetzt die Frage, wie ich das Problem lösen kann. Kalkfeinputz und beispachteln? Oder komplett abkratzen? Oder mit Lehm beiputzen?