Kalkanstrich im Keller wird lila. Warum?




Liebe Forenmitglieder,

wir haben das alte Haus meiner Oma gekauft und beginnen nun mit den Renovierungsarbeiten. Der erste Kellerraum wurde jetzt mit Kalkmilch gestrichen. Zuvor hatten wir die Wände abgebürstet und ordentlich befeuchtet – soweit schon Routine für uns, denn es ist nicht unser erster Anstrich mit Kalkmilch. Auf den Wänden befand sich an manchen Stellen irgendein schwarzer Anstrich – eher kein Bitumen; zwischenzeitlich vermuteten wir, das könnte auch alles alter Schimmel sein (was man halt so denkt an Unsinn, wenn man sich fragt, was da Sache ist), aber dafür hätte es sich um Schimmel mit ästhetischem Gefühl handeln müssen, denn alles war gerade und symmetrisch, sah also eher gestrichen aus.
Also, nicht weiter den Kopf zerbrochen und ran an den Kalk.
Nur da, wo es zuvor schwarz war, ist es nun lila, violett – und das leuchtend!
Was ist das, mit dem der Kalk da reagiert? Was hat mein Opa denn da an die Wand geschmiert? (DDR!) Gab es da irgendetwas an Chemikaliengedöns, was man an die Kellerinnenwände strich?
Müssen wir uns jetzt Sorgen machen?
herrje.
Vielleicht weiß jemand Etwas?
liebe Grüße vom Dorf
Rebekka

P.S.: Bei Bedarf versuchen wir mal ein Bild zu machen.





Das kann keiner wissen, womit der Opa so experimentiert hat.

Nun wird man nicht aus jux im Keller ein paar wände schwarz streichen, irgend etwas wird er wohl bezweckt haben.

Bei lila fällt einem immer Kaliumpermanganat ein, ein Salz, dass trocken nahezu schwarz aussieht und in Lösung prächtig violett.

Früher hat man das wegen seiner desinfizierenden Wirkung gerne benutzt für den Rachen, für den Säugling, wenn er irgendwelche "Hautgeschichten" hatte und aber auch um Obstbäume gegen Schimmel zu schützen. Manche tun das heute noch.

Vielleicht hatte der Opa Schimmel im Keller und Obstbäume im Garten!

Nun ist es aber so, dass alkalische Lösungen (Kalkmilch) das Zeugs erst braun oder gar grün färben sollten . Erst wenn das ganze wieder wieder neutral ist (carbonatisierung) könnte noch restliche Substanz in den weißen Farbauftrag gelangen.

Ist aber alles Raterei!



Ein ätzendes Mittel...



...namens Vogel-Fluat isoliert bzw. zersetzt viele Farbstoffe und sollte kompatibel zum Kalkanstrich sein.

Am besten 'mal einen m² zum Test bearbeiten.

Grüße

Thomas



Ein Bild und noch keine Lösung


Kalkanstrich im Keller wird lila.

Danke zunächst für die Antworten!

Also, das mit dem Obst ist korrekt – mein Opa war Obstbauer. Und wir haben hier bereits 2 Tonnen (!) alten Dünger und Pestizide/Herbizide entsorgt. Kaliumpermanganat war zwar nicht dabei, könnte hier aber in Gebrauch gewesen sein. Da dieser Teil meiner Familie sehr pragmatisch war und auch gerne experimentierte, ist die Vorstellung auch nicht absurd, mein Opa könne Kaliumpermanganat im Keller verstrichen haben. Es ist nur beim Streichen weder bräunlich noch grünlich geworden – es wurde direkt zu einem dezenten, nun leuchtenden, Lila.

Vogel-Fluat kenne ich nicht, lässt sich aber wunderbar in die vorherige Gedankenwelt eingliedern ...

Es leuchtet noch immer alles unverändert violett im Keller :(

Falls der Hinweis nützt: Beim Überstreichen wurden die Flächen, die jetzt lila sind, irgendwie leicht schleimig.

Ein Bild versuche ich anzuhängen.

Vielleicht hat noch jemand eine Idee?



Kaliumpermanganat...



bildet eine violette Lösung, färbt aber braun.

Um Ihren Gedankenwelten auf die Sprünge zu helfen, ein Merkblatt zum Vogel-Fluat:

http://www.naturfarben-leipzig.de/f/STG-018-Merkblatt.pdf

Rein mineralisch, und sollte nicht ohne nähere Kenntnisse abgewählt werden. Mit einem Sud aus Brennnesselkraut oder mit Heilsteinen kriegen Sie den Pamps nicht von der Wand. Und wenn's gar schleimt, ist möglicherweise mit reinem Überstreichen gar nichts getan.

Grüße

Thomas



Nachbarschaft



mal einen "Senior" in der Nachbarschaft befragen...

sh