Sumpfkalkputz




Es freut mich immer auf`s neue, wenn Anfragen kommen ,wie Verputzen mit Sumpfkalk (holzgebrannter Stückkalk).- nicht eingesumpftes Kalkhydrat - muss man ja heute unterscheiden.

Die Zuschlagstoffe Sande, Kies müssen sauber, trocken gelagert werden. Sind die Zuschlagstoffe zu nass, müssen dieselben so lange gelagert werden , bis diese trocken sind.
Es ist einfacher Mischungen zu machen wenn die Zuschlagstoffe trocken sind.
Sumpfkalk hat schon Wasser enthalten, gibt man zu viel Wasser dazu, verliert das Bindemittel die Haftung zum Füllstoff.

Grüße

Mladen



Darf der Kalk...



...auch konventionell gebrannt sein (Gas/Öl). Hat das brennen mit Holz und das "stückige Einsumpfen" Einfluß auf die Materialeigenschaften ?

Interessierte Grüße
Frank



Ökologisch



Holzgebrannter Stückkalk ist Schwefelfrei, also gilbt er nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Mladen



Schwefelfrei



...bedeutet auch es bildet sich keine Gipskruste an Fassaden, die dann schnell abplatzen können.

Grüße

Mladen



Vermute...



...der Schwefel stammt aus dem Brennstoff, beim Brennen mit Schweröl und minderwertigem Koks nachvollziebar, aber der Schwefelanteil im Gas ist doch noch geringer als bei Holz, dann müßte doch gasgebrannter Kalk optimal sein?
Und was ist mit der Stückigkeit. Hatte mal ein Gespräch mit einem Chemiker aus der Kalkindustrie.
Daraus ergab sich, daß die Forderung nach Stückkalk lediglich den historischen, unvollkommenen Brennprozessen geschuldet sei. Ungebrannter Kalkstein kann sich dann beim Sumpfen absetzen während er, würde er vorher zermalen, die Bindefähigkeit quasi als Zuschlagsstoffanteil herabsetzt. Bei den heutigen Verfahren sei dies jedoch nicht mehr der Fall und unvollständig gebrannte Anteile seien verschwindend gering.
Viel entscheidender sei die Reaktivität des Kalkes, und diese sei abhängig vom Ausgangsgestein...
Chemisch gesehen soll es angeblich auch keine Unterschiede zwischen eingesumpftem Brantkalk und Kalkhydrat geben... habe aber dann doch lieber selbst gelöscht, der 1/2cbm Sumpfkalk steht hier nunmehr seit 10 Jahren im Keller im Weg... Vielleicht sollte ich ihn mal ins Forum setzen... nachdem ich meine Fassade nach eingehendem Studium der Literatur dann doch lieber mit NHL2 von Otterbein verputzt habe.

Klugschwätzende Grüße ;-)
Frank



Kalk brennen



-Beim Brennen wird die Kohlensäure aus dem Kalkstein ausgetrieben.
-Dieser Vorgang ist abhängig von der Temperaturhöhe; egal ob Holz, Öl, oder Kohlebefeuerung.
-Durch den "geringen" Brennwert des Holzes gegenüber Öl und Kohle, ist die Gefahr einer zu hohen Temperatur geringer.
Zu hohe Temperaturen versintern die Kalkgestein-Oberfläche; der Löschvorgang wird erschwert und die Gefahr von "Kalktreibern" (nachlöschender Branntkalk) erhöht sich.
Durch den Holzbrand gelangen auch weitaus weniger oder keine unliebsamen Verunreinigungen in den Kalk, als dies bei Kohle und Öl der Fall ist.

Die Frage bleibt offen; mit wieviel °C brennt die Industrie?

Grüße

Mladen