Sumpfkalk aufbringen, bitte um Hilfe, Tipps für den Laien

30.06.2005



Hallo liebe Fachwerk-Gemeinde,
habe gerade meinen Mann überzeugt statt "Kalk aus dem Baumarkt + Wasser + auf die Wand klatschen" Sumpfkalk (von B.Szeppek, 29362 Hohne, 28-33 Monate eingesumpft, 17,5l Gebinde)zu kaufen und in Stall und Scheune aufzubringen (nur Innenwände). Nun stoße ich als Laiin aber wieder an die Argumentationsgrenzen; mein Mann hat sich zwar nun zähneknirschend auf den Sumpfkalk eingelassen, meint aber 1x Streichen reicht (wir müssen ca. 500 qm Wandfläche streichen, ist ja man nicht wenig) !! Nun lese ich zwar überall, dass ein dreimaliger Anstrich vonnöten ist, kann dies aber nicht sachkundig begründen. Kann mir dazu jemand Schützenhilfe leisten ?
Außerdem haben wir es mit sehr unterschiedlichen Untergründen zu tun: alter Kalkanstrich, Ziegelmauerwerk,
eine frisch verputzte Wand, außerdem waren an einigen Stellen Salpeterausblühungen. Alle Wände wurden vor ca. 2 Wochen mit Hochdruckreiniger gesäubert.
Habe viele Schutzhinweise wegen der ätzenden Wirkung des Kalks gelesen, weiß aber nicht so recht wie ansonsten idealerweise gearbeitet werden sollte. Worauf muß noch geachtet werden; gerade die unterschiedlich Untergründe machen mir etwas Sorge.
Würde mich sehr über Hinweise freuen.
DANKE
Regina Ludwig



Das Ziel ist wichtig



Hallo Regina Ludwig,

wnn Sie nur Ihren Stall streichen wollen, müssen Sie nicht den teuren Sumpfkalk nehmen. Da genügt wirklich das normale Weißkalkhydrat (25 kg für ca. 4,50 - 6,00). Ich nehme an, Sie beabsichtigen die desinfizierende Wirkung des Kalks und brauchen dort nicht unbedingt Schönheit des Anstrichs.

Kalkmilch sollte sehr dünn (fast wässrig) verarbeitet werden. Probieren Sie mal ca. 1 kg Kalk auf ca. 4 Liter Wasser. Wenn Sie dicker streichen, kann der Kalk nicht richtig abbinden - und es bröselt Ihnen wieder von der Wand.
Nicht bei Temperaturen über 20°C verarbeiten.

Ob Sie nun insgesamt 3 Anstriche benötigen, sollten Sie nach dem Ergebnis des ersten entscheiden. Aber bitte nicht dazu verleiten lassen - viel hilft viel - und deshalb dicker streichen. Es könnte durchaus sein, daß 1 oder 2 Mal ausreicht.

Wegen der unterschiedlichen Untergründe würde ich mir keine Sorgen machen. Mit Kalk können Sie auf alle mineralischen Untergründe streichen, wenn Sie sauber und fest sind.

Tragen Sie beim Streichen eine Schutzbrille - damit nichts ins Auge geht. Bei Hautkontakt mit nassem Lappen abwaschen.

Sie können Kalkmilch mit Rolle oder Quast verarbeiten. Nehmen Sie am besten Werkzeug aus Kunststoff. Die Mischung während der Verarbeitung häufiger durchrühren.

Viel Erfolg

Bernd



noch ahnungsloser



Hallo Bernd,
vielen Dank für die Antwort! Bin scheinbar noch ahnungsloser als ich dachte...hatte es so verstanden, dass Kalk -auch wenn man den "normalen" Kalk nimmt- aus Gründen der Haltbarkeit auf jeden Fall eingesumpft werden sollte. Daher bin ich davon ausgegangen, dass ich mit "fertig" eingesumpften Kalk auf der sicheren Seite bin. Nun ja, ist eh zu spät, habe den Sumpfkalk schon bestellt, wobei mich die Ausgabe von 130 Euro für die Fläche von 500 qm nicht wirklich schocken kann (wenn ich da an andere Dinge denke).
Also dann auch den Sumpfkalk möglichst dünn auftragen ?
Auch den Sumpfkalk zwischendurch durchrühren ?
Wenn Sie sagen es könnten auch 1 oder 2 Anstriche reichen, bedeutet das, dass es eigentlich mehr eine Sache der Optik, also der Deckung und nicht der Haltbarkeit ist ?
Wie oft muß ein solcher Anstrich denn nachgestrichen werden - nur wenn er sich "abgenutzt" hat?
Könnte ich die ev. übrigen Reste auch für den Wohnbereich wie normale Farbe einsetzen ? Könnte man darauf z.B. Lasuren einsetzen ?
Sorry, eine Antwort und 10 neue Fragen ...
Gruß
Regina



Unterschied bei Kalk



Moin Regina,

Eingesumpfter Kalk verändert sich physikalisch - nicht chemisch. Aus der Kristallstruktur wird eine Plättchenstruktur - mit der sich dann auch "feine" Anstriche herstellen lassen.

Mit der Haltbarkeit und der alkalischen Wirkung hat das nichts zu tun.

Für den Anstrich mußt Du auch aus Sumpfkalk eine Kalkmilch herstellen - wirklich dünnflüssig - und verarbeiten wie oben beschrieben. Ich würde an einer weniger wichtigen Stelle erst einmal eine Probefläche anlegen.

Einen sauberen, festen Kalkanstrich kannst Du immer wieder überstreichen.

Es ist also alles eine Frage der Optik.

Im Wohnbereich kann man die Anstriche auch wunderbar einsetzen. Bei pigmentierten Lasuren aber darauf achten, daß die Pigmente "kalkecht" sind.

Bernd



eine letzte noch



Hallo Bernd,
gilt das 1:4 Verhältnis auch für den Sumpfkalk, also 1 liter Sumpfkalk mit 4 litern Wasser verdünnen ?
Nochmals vielen Dank für die Hilfe. Am Wochenende gehts los (Montag kann ich mich wahrscheinlich nicht mehr rühren ...)
Regina



Verhältnis



... etwas weniger nehmen, da der Sumpfkalk bereits Wasser enthält.

Kannst Mich in der nächsten Stunden auch noch anrufen. Tel-Nr. im Profil

MFG

Bernd