Unterschied von Sumpfkalk aus Löschkalk und Hydrat

30.09.2008


Hallo,

wie unterscheidet sich Sumpfkalk, der gelöscht aus Branntkalk gewonnen wird, von einfachem, eingesumpftem Weisskalkhydrat (Calciumhydroxid)?

Laut http://de.wikipedia.org/wiki/Sumpfkalk laesst sich Sumpfkalk aus beidem erzeugen. Anscheinend ist das einsumpfen aber wohl vor allem nach dem Ablöschen erforderlich, weniger bei der Gewinnung aus Hydrat.

Was macht es für einen Unterschied?



Wenn



Branntkalk mit einer genau vorberechneten Wassermenge zusammengebracht wird, zerfällt er zu trockenem Hydrat. Hab ich Wasserüberschuss, ergibts Sumpfkalk. Geb ich dem Hydrat zusätzlich Wasser, hab ich auch Sumpfkalk.
Allerdings beim einsumpfen von Branntkalk Vorsicht. Die Reaktion ist recht heftig und ein Kunststoffkübel kann da ganz schnell mal die Form verlieren.
MfG
dasMaurer



Feinere Struktur?



Laut Recherche hier ist fuer den Sumpfkalk aus Branntkalk die (heftige) Waerme vorteilhaft, um dann gleichmaessiger einzusumpfen.

Nach anderen Lehrmeinungen dient das Einsumpfen wohl eher dem Absetzen von Verunreinigungen. Wenn man sich Sumpfkalk aus der Grube holt, nimmt man dann nur die oberste Schicht?

Gibt es eine Mindestgroesse fuer Sumpfgruben oder reicht da auch ein alter 10-Liter-Farbeimer mit Deckel oder ein 100-l-Fass, beides dicht verschlossen?



Sumpfkalk...



Heute erhält man ungelöschten Kalk zumeist als "feines Pulver", d.h. der stückig gebrannte Kalk wurde incl. aller nicht durchgebrannten Anteile (Lunker) zermalen, daher gibt es im Gegensatz zu früher auch nichts, was sich beim Einsumpfen absetzen könnte...

Und ich vermute, damit ist auch der Einfluß der Wärme hinfällig...

Manchmal wird Stückkalk zum Einsumpfen empfohlen, da sich dann die nicht durchgebrannten und damit auch nicht bindenden Anteile absetzen, allerdings ist bei heutigen Verfahren deren Anteil sehr gering und die Art des Ausgangsgesteins hat weit mehr Einfluß auf das Ergebnis (z.B. Reaktivität)...

Früher wurden die unteren Schichten nur zum Mauern verwendet...

Gruß Frank

p.s.: erst viel Wasser, dann langsam Kalk - Schutzbrille tragen - oder vielleicht doch lieber "natürlichen hydraulischen Kalk (NHL)" als Putz verwenden...