Möchte Schlafzimmer mit Rotkalk von Marmorit schimmelfrei machen

16.11.2007



2 Jahre nach dem Einzug mußten wir feststellen, daß es auf der Raufasertapete zur Schimmelbildung kommt. Das Mauerwerk besteht aus 70 Jahre altem Kalksandstein. Nach einigen Recherchen kamen wir auf Rotkalk. Lösen wir damit unser Problem?? Welche Produkte von Rotkalk in welcher Reihenfolge (Innenwand) mit welchen Trocknungsphasen. Ist das Winterhalbjahr für diese Arbeiten geeignet? Bin für jeden Hinweis dankbar



Rotkalk



Kalkhydrat wirkt nur so lange fungizid, wie die Carbanatisierung noch nicht beendet ist. Danach, also nach einigen Wochen, ist der Putz neutral, Schimmel kann wieder wachsen. Als Nährsubstrat dient ihm die Tapete, wie Raufaser mit ihren Holz- und Zelluloseanteilen, der Tapetenkleister und Hausstaub, der sich auf der Tapete absetzt.
Was noch fehlt ist Wasser bzw. Feuchte, die durch Kondensierung von Luftfeuchte auf der Wandinnenfläche entsteht.
Die einfachste Methode für eine schimmelfreie Wand ist für eine trockene Oberfläche zu sorgen. Das geht mit Heizung (eine warme Wandinnenfläche lässt kein Kondensat entstehen) und wirksamer Lüftung, die entstehende Luftfeuchte abführt.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Rotkalkputz



hallo guten abend ich rate ihnen zu einem Kalkputz zb.von schäfer-krusemark 430er damit können sie auch gleich die oberfläche so herstellen das sie die nur noch mit einer Sumpfkalkfarbe zu Streichen brauchen und schon hat der schimmel keine change mehr .alles gute u. dahlbüdding



Rotkalkputz



Vielen Dank Herr Böttcher,
wir haben nicht vor, auf diesen Putz wieder Tapete zu kleben. Nach wie vor werden wir nach unseren Möglichkeiten heizen und Lüften (bei Berufstätigkeit -12 Stunden Abwesenheit- schwierig, hinzu kommt auch, daß wir nicht gerne warm schlafen) aber wir mögen unsere Wohnung und möchten diesen Mangel mittels einer Innenwandverputzung ev. ausmerzen.
Gibt es vielleicht auch andere Möglichkeiten? Die Tapete als Nährboden wird auf jeden Fall entfernt.



Innendämmung



Die Schimmelbildung hat mehrere Ursachen. Da das Schlafzimmer immer kälter ist, als die übrigen Räume,muß die Tür geschlossen bleiben. Kalte Luft kann nicht so viel Feuchtigkeit aufnenmen als warme.
Da kann man heizen und lüften bis ins unendliche. Gut wäre eine Innenwandtemperaturerhöhung zu erreichen. Eine Möglichkeit wäre mit eine nicht hydrophobierten Mineralschaumplatte zu arbeiten.
Sie nimmt Feuchtigkeit auf, welche über die Plattenoberfläche verteilt wird, und besser verdunsten kann. Durch diese Platte wird die Temperatur erhöht, das trägt dazu bei, das Feuchtigkeit nicht mehr kondensieren kann.
Diese Platte kann dann mit Lehmputzen verkleidet werden.

Gruß

Sven Schanze



Rotkalk



Hallo Fam. Dietrich,
noch mal zum Kalk:
Es ist, was die fungiziden Eigenschaften betrifft, egal ob der Kalk von der Fa. Marmorit, Schäfer-Krusemark, Solubel oder der Hermann Gewinnsucht KG stammt.

Die Idee mit der Innendämmung, z.B. mit Calciumsilikat, ist da besser.

Das mit dem Lüften und der hohen luftfeuchtighkeit in Schlafzimmern ist ein generelles Problem, da hier mehrere Faktoren ungünstig zusammentreffen:

Faktor 1 Raumgröße
Schlafzimmer sind oft klein gehalten, 12 - 16 m² sind keine Ausnahme. Noch problematischer sind SZ im DG, wo durch die Dachschräge noch weniger Kubatur vorhanden ist.
Wenig Kubatur bedeutet wenig Luft; in den paar m³ akkumuliert sich die in der Nacht im Schlaf emittierte Feuchte aus Atem und Schweiß (von abendlichen Turnübungen mal abgesehen).

Faktor 2 Temperatur
Wie Sie schlafen viele Leute bei Temperaturen so um die 15°. Dabei kann die Raumluft viel weniger Feuchte aufnehmen als z.B. bei 19°C.

Faktor 3 Luftwechsel
In der Nacht steht niemand auf und lüftet. So kann sich in 6 - 8 h eine Menge Feuchte im Raum ansammeln.

Faktor 4 Bauteilinnentemperaturen

Wenn in einem solchen Klima bei rel. Luftfeuchten um 70% die Wandfläche nur einige °C niedriger ist, fällt Kondensat aus. Das kann übrigens auch an der Rückseite von Möbeln, in der Auslegware oder im Kleiderschrank passieren, wenn die Wand keine niedrigen Temperaturen mehr aufweist, wie nach dem Einbau einer INNENDÄMMUNG.

Was können Sie machen:
1. Erhöhen Sie die Raumtemperatur um 3 - 5 °C, drehen Sie die Heizung während der Nacht nicht herunter.
2. Praktizieren Sie vor und nach dem Schlafen Stoßlüftung, ohne Bauteile auskühlen zu lassen.
3. Wenn es möglich ist, lassen Sie die Tür zum SZ Nachts offen. So erfolgt ein Luftaustausch mit der restlichen Wohnung.

Viele Grüße
Georg Böttcher



@Herr Bötcher,



Mir fallen Ihre sachkundigen und ins Detail gehenden Ratschläge immer wieder auf und lese sie deshalb besonders gerne, um meinen beschränkten Horizont zu erweitern. Dies sei einfach mal so bemerkt, für den Fragenden sind ihre Tipps eigentlich Gold Wert, hoffentlich weiß er immer die Spreu vom Weizen zu trennen ;)

Ergänzend sei noch bemerkt: Das mit der offenen Schlafzimmertüre ist nur dann produktiv, wenn der Rest der Wohnung keine hohen Luftfeuchtigkeiten aufweist: also Stoßlüften der ganzen Wohnung! Tagsüber sollte die Tür sogar geschlossen bleiben, wenn der Raum unbeheizt bleiben soll.

Tipp: Die Anschaffung eines Hygrometers (nicht das billigste nehmen!) hilft, die Wirksamkeit von Lüftungsmaßnahmen zu überprüfen. Eine leichte Innendämmung mit Calciumsilikat-Platten dürfte das Problem ebenfalls wirksam beseitigen und ist dem nutzlosen Aufbringen eines Putzes ohne Dämmwirkung vorzuziehen.





Vielen Dank an Alle,
mit dem Thema Calziumsilikatplatten haben wir uns auch schon beschäftigt, scheint uns Nichtfachmännern auch schlüssig -vonwegen Innendämmung- , aber welche ist die bessere Variante?Bitte teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit.