Fugenmörtel



Hallo mal ne Frage an die gemeinschaft der Experten.
Habe eine Klinkerwand die vor ca 5 Monaten verfugt wurde.
Nun Blüht die Fassade aus und es laufen im Bereich der Fugen weiße Kalkschleier raus..Ist das ein Baumangel oder woran liegt das.



Ich fass es nicht !



Was soll man mit einer derartigen Frage anfangen und das noch von einer angeblichen "Fachfirma" für Bautenschutz und ähnliches.
Ein Kabarettist würde sagen, "Das gibt's in keinem Zoo!" und sich lachend an den Kopf fassen.
Ein Gutachter würde die Stirn runzeln und sagen: "Das liegt an der verandotierten Alfanserei!"
Als Laie tippe ich mal auf gemischte Planungsfehler.

Und ich würde mich von der Firma nicht schützen lassen.

Oder ist mir hier etwas in die falsche Fuge geraten ?





@ Herr Froehlich
von Ihren 100 Punkten sind jetzt 10 weg. Ich habe kein solches Problem, aber es würde mich trotzdem mal interessieren, wo der Fehler liegt. Man weiß ja nie was man mal später noch so vor hat... Und Ihre Antwort macht mich nicht schlauer, sondern ärgerlich.
@ Herr Schneider
Ist Ihnen bekannt, auf welchen Untergrund die Klinker mit welchem Material aufgebracht sind und mit welchem Material verfugt wurde? Der Fehler liegt sicher im Detail. Hatte die Wand evtl. vorher schon ein Feuchtigkeitsproblem, welches nicht beseitigt sondern verklinkert wurde und sich nun seinen Weg durch die Fugen sucht?
Gruß Petra



DIE LÖSUNG



Verarbeitungsfehler ,,,,,Baufusch ohne Ende

Mit Phenolphtalein -Lösung 0,1% wurde nach gerigfügiger Freilegung von 2-5 mm Überdeckschicht der Fuge das darunter vorliegende unkarbonatisierte CA(OH)2 Kalziumhydroxid ,violett gefärbt.

Bei richtiger Verarbeitung sotte das Ca(OH)2 mit dem Kohlendioxid der Luft und unterlangsamer Wasserabgabe zu CA(CO)3 ( Kalkstein)karbonatisiert sein.

Zu geringes Vornässen der Fugenflanken sowie fehlendes Aufrauhen der Fugen für eine großflächige CO2 -Aufnahme haben dazu geführt,das es in der Entscheidenden Abbindephase des Frischmörtels zu einer nicht mehr beeinflussbaren Gefüge und Abbindestörung in folge "Aufbrennen ! des feutetechnischen unterversorgten Frischmörtels gekommen ist.
Dies stört die Abdichtung des Verblendmauerwerkes gegen Wasser im Sinne auch der unabdingbaren Schlagregendichtheit und kann sie ganz aufheben.Aufgebrannte Fugenmörtel bieten weiterhin ein besonders hohes Angebot an auswaschbaren CA(OH)2 ,welches zu immer wiederkehrenden Sinterschichten führt.



Präzise Frage ???



Hallo,

wollte lediglich darauf hinweisen, daß man Fragen auch präziser und mit der notwendigen Hintergrund-Info stellen kann.
Ansonsten gerät das ganze zum Rätselraten mit Kaffeeklatsch-Charakter und ständiger Nachfragerei, wenn man denn überhaupt gewillt ist, darauf einzugehen.

Entschuldigung für den satirischen Unterton und vielleicht hat es in diesem Fall auch einen Falschen getroffen. Mir ging's mehr um das Prinzipielle bei Fragen nach dem Motto: "Habe Fachwerk - was können Sie mir raten".

Bei einer derartigen Allgemeinheit könnte Hartmut Stöpler das Forum wirklich bald schließen.

Grüße aus BS



Anmerkung



Kalkstein hat die chemische Formel CaCO3 nicht Ca(CO)3 -wenn ich mich nicht irre.
Petra



Jo stimmt



Sorry vertiptttt grrrrrrrrrr

Danke aus Oldenburg

Gruß Peter



worum gehts eigentlich????



@Peter
ich versteh nicht ganz wieso du zuerst eine relativ oberflächlich wirkende Frage stellst, dann auf den Provokommentar (stimmt doch Bernd, oder?) pikiert mit einer pseudowissenschaftlichen
Detailanalyse kommst. Entweder kanntest du sie schon vorher,
wolltest hier jemanden testen, aber anschliessend uns mit so nem
Kram zu überfluten, find ich irgendwie kindisch...
übrigens, jetzt wo ich nochmals "Frage an die Gemeinschaft der
Experten lese", frage ich mich wieviele Steine du schon in deinem Leben geschleppt, wieviele Balken du schon in den Dachstuhl montiert hast, wieviele Kalkputze du schon aufgetragen hast.
Meine Güte, herr Objektschutzdirektor, hört sich alles richtig
Kacke an. Sorry.

Dr. Torsten Böhm
(kann ich auch)


So, nun einige Fragen und Kommentare, damit wir ALLE deinen
schlauen Beitrag verstehen.

Phenolphtalein ist ein sogenannter Indikator und verfärbt sich
von farblos auf violett, sobald das Milieu alkalisch wird, ist doch so
oder, Leistungskurs Chemie ist schon bald 20 Jahre her.
Dass sich unterliegendes Baumaterial violett verfärbt hat, bedeutet dass sich calciumhydroxid nicht abgebunden hat (welches zu seiner Neutralisierung führen würde).

weitere Frage:
CaO +H2O+CO2 -> CaCO3. Richtig?
Wenn vordere "Schichten" abbinden, bevor das CaO unter Präsenz von Wasser Kohlendioxid aufnehmen konnte, bleibt
es einfach nur Calciumhydroxid nach der Gleichung

CaO + H2O <-> Ca(OH)2. nun stelle ich mir 2 Fragen:

1) wieso kann man mit Kalkmörtel 1m Dicke Wände bauen,
und der Mörtel karbonatiert in der Tiefe? Hab ich selbst erlebt.
2) was genau ist die Rolle des Wassers in dem Spiel,
da ich ja eigentlich auch CaO + CO2 <-> CaCO3 machen
könnte, d.h. aus Branntkalk wird DIREKT unter CO2 Einwirkung
Kalkstein.





Hallo Torsten,
ich versuch jetzt mal ein wenig Licht ins dunkle zu bringen - die Antwort von Herrn Schneider war wirklich hochwissenschaftlich, mit ein paar Grundkenntnissen und 3 mal lesen aber tatsächlich verständlich.
Der Kreislauf fängt damit an, dass Kalkstein leider nicht in seiner ursprünglichen Form in die Fugen kann, sondern erst aufbereitet werden muss.
Dazu wird der abgebaute Kalkstein CaCO3 in einem Steinbrecher zerkleinert, danach kommt er in einen Drehofen mit ca. 1200 Grad C. Dort entweicht CO2 und wird Brandkalk CaO daraus.
CaCO3+Wärme-->CO2+CaO
Nachdem der gewonnene Brandkalk noch durch die Feinmühle durch ist, bekommst du Ihn als Sackware und kannst ihn selber löschen. Dabei entsteht Löschkalk Ca(OH)2. Die Formel für's Löschen:
CaO+H2O-->Wärmeabgabe+Ca(OH)2
Oder das Löschen machen andere für dich und du kaufst ihn dann gelöscht/ getrocknet/feingemahlen als Löschkalk = Kalziumhydroxid/ Weißkalkhydrat Ca(OH)2.
Und du nimmst jetzt den getrockneten Löschkalk machst ihn wieder nass (Formel bleibt meines erachtens) und verfugst damit, dabei nimmt er CO2 auf, gibt Wasser ab und karbonatisiert zu Kalkstein :
Ca(OH)2+CO2-->H2O+CaCO3
Das Problem dieser Forumsfrage war, dass die zu verfugende Wand nicht richtig angefeuchtet war. Klingt unlogisch, wenn bei der Reaktion Wasser frei wird, der Teufel liegt aber im Detail: BEI der Reaktion!!! Die Reaktion mit dem CO2 dauert seine Zeit. Inzwischen hatte die zu trockene Wand sich mit dem Wasser aus Ca(OH)2 vollgesaugt und stand der Reaktion für die Karbonatisierung nicht mehr zur Verfügung.
zu deiner 2) "....CaO + CO2 <-> CaCO3 machen
könnte, d.h. aus Branntkalk wird DIREKT unter CO2 Einwirkung Kalkstein..." rein formelmäßig sieht das gut aus, aber meines erachtens geht das nicht so ( siehe Umkehrreaktion mit 1200 Grad C bei der Brandkalkherstellung)- nur unter Wasseraufnahme/ Löschkalkbildung möglich. Also im Grunde deine Formel "CaO +H2O+CO2 -> CaCO3. Richtig?" Aber Über Zwischenreaktion Löschkalk. Lasse mich aber gerne eines besseren belehren, wenn hier irgend etwas falsch sein sollte, hatte keinen Chemieleistungskurs und bin auch kein Dr. :-)
Grüße Petra
PS: ich hoffe, ich durfte dich jetzt einfach mal so duzen- ansonsten Entschuldigung!



@ Petra



die Nachricht von unserem Objektschutz war
so unwissenschaftlich wie unwissenschaftlichkeit nur
sein kann, da Wissenschaft Bescheidenheit, vor Allem intellektueller Art, voraussetzt.

So, nun gehts mir besser. Der arme Bernd.
Ach ja, natürlich kann man den Text von herrn schneider leicht
verstehen, ist ja auch infantil einfach, bis auf die Krux, die er
nicht beleuchtet hat. Und schön die Fugen aufrauhen. Klar,
genau, Fugen aufrauhen. jede einezelne mit einem kleinen
Schraubenzieher. Hört sich nach gelebtem Objektschutz an.
Vom Phenolphtalein zum Aufrauhen. Theorie für Beeindruckbare.

Nun zu deinem Beitrag.
Der 1. Teil ist völlig richtig und klar dargestellt. Gefällt mir, genauso
steht das in jedem Büchlein.
Danach wirds leider etwas abwegig: "Inzwischen hatte die zu trockene Wand sich mit dem Wasser aus Ca(OH)2 vollgesaugt und stand der Reaktion für die Karbonatisierung nicht mehr zur Verfügung.". Das stimmt wohl so nicht, da H2O Endprodukt der
Reaktion ist, nicht Ausgangsprodukt. Es wird kein H2O in der
Reaktion gebraucht, gar keins.
Zu 2. Man nehme CaO, Branntkalk, setze ihn normalfeuchter Luft
aus. Ich garantiere dir (und das DU ist völlig ok :-)), dass du
über die Zwischenreaktion Branntkalk plus Luftfeuchte gleich
Weisskalkhydrat, Weisskalkhydrat plus Kohlendioxid gleich
Wasser plus Kalkstein (Calciumcarbonat) zum Ziel kommst.
Dafür brauchst du kein Wasser, wenn der Branntkalk schon
gelöscht ist. Ich tendiere, lasse mich gerne belehren, zur
Oberflächenabdichtung des Fugenmörtels (Abbinden auf
der Oberfläche), und damit Abschneiden des restlichen dahinterliegenden Weisskalkhydrats vom zur Karbonatisierung
nötigen Kohlendioxids. Aber wie gesagt, ich spreche wie ein
Blinder von der Farbe, bin vieeeel zu dumm für die tollen
und beeindruckenden Sprüche.

gruss und dank
torsten





@ Torsten
Ich sehe, wir sind uns fast (!) einig, auch wenn du immer "aber" sagst. Ich hätte da mal noch eine Frage zu deinem ersten Beitrag: "1) wieso kann man mit Kalkmörtel 1m Dicke Wände bauen, und der Mörtel karbonatiert in der Tiefe? Hab ich selbst erlebt." Hast du dir einen Bunker ;-)gebaut? Mal ernsthaft, was ist denn so dick, eine gemauerte Ziegelwand?
Wegen dem Durchkarbonatisieren werde ich mal einen Maurer fragen, wird aber schwierig unser einer schlauer ist leider vor kurzem verstorben und den anderen treffe ich ca. 1 mal im Jahr.
Gruß Petra



Durchkarbonatisieren



Hallo Petra...
also was es mit dem Durchkarbonatisieren auf sich hat ..
da würde ich mal Herr Albert Ruf anschreiben..Der stellt Luftkalkmörtel her .

Gruß peter



Verkalkung



Moin miteinander,

die Mußestunden über Weihnachten haben doch den Vorteil, daß man zwischen Gänsekeule und -brust nochmal nachdenken kann.

M.E. ist der immer wieder beschriebene Kalk-Kreislauf unvollständig, zumindest der 3. Schritt.

Das Calciumhydroxid Ca(OH)2 kann nicht direkt mit CO2 reagieren, auch wenn die Formel das "vorgaukelt". Hier ist noch Wasser notwendig - und alle Rezepturen empfehlen das auch eindringlich.

Das Wasser reagiert mit dem CO2 der Luft. Daraus entsteht Kohlensäure:

H2O + CO2 => H2CO3

Das Calciumhydroxid kann dann mit der Kohlensäure reagieren:

Ca(OH)2 + H2CO3 => (?) CaCO3 + 2 H2O

Meines Erachtens ist aber auch dieser Schritt noch unvollständig. Aus dieser o.a. Reaktion müßte - zumindest als Zwischenprodukt - zuerst das wasserlösliche Calciumhydrogencarbonat ( Ca(HCO3)2 ) entstehen. Daraus entsteht dann durch Wärmezufuhr (Verdunstung) wieder Kalkstein CaCO3. Das wäre m.E. der klassische Versinterungsprozeß.

Fragende Grüße

Bernd



ausblühungen



Hallo,
um ein gutes ergebnis einer verputzerarbeit zu erzielen muss unter anderem der grund sauber gereinigt werden,da alkalien verunreinigungen oder salze an die oberfläche treiben.effektive ergebnise erreicht man durch Sandstrahlen ohne wasser,da vorhandene salze noch mehr verteilt würden.
man bedenke auch,dass Zement an sich auch leichtlösliche salze enthält.
Mit freundlichen Grüssen
Mladen