Kalk Oberputz mit Cellulose bzw. Tapetenkleister?




Mein selbst gemischter Kalk Oberputz 1:2 oder 1:3 sieht gut aus und wurde auf Testfläche schön hart,als Sand benutze ich feinen Kalksteinsand,der auch reichlich Kalksteinmehl enthält, das Problem ist, dass nach dem Aufziehen in etwa 2-3 mm Putzstärke, der Putz sehr schnell hart wird bzw. ansteift und sich nicht mehr gut Verarbeiten lässt, wahrscheinlich verliert er schnell die Flüssigkeit, da die Schicht sehr dünn ist und so ohne Wasser, kann man den Putz nicht mehr strukturieren,
Meine Überlegung ist, dem Putzmörtel Cellulose unterzumischen, bzw. Tapetenkleister, (Methylcellulose), ich glaube fertige Putzmischungen enthalten auch diesen Stoff. Hat jemand so etwas schon mal versucht und wie sind die Proportionen? Wäre für Ratschläge sehr dankbar..





Probiere 15g auf zwei Kilo Putzmasse. Ich verwende "Glutolin L" ("PUFAS"). Tapetenkleister sind machmal auch mit Kunstharzen verschnitten, da muss man sehen das man da einen "reinen" Zellleim bekommt.

Auch eine "Grundierung" mit Seifen- o. Leimwasser etc. kann hilfreich sein hatten wir ja schon besprochen.

Der Putz muss für das strukturieren mit Bürste oder Reibebrettern aus Holz, Kunststoff, Schaumstoff etc. noch feucht sein.

Für das "modellieren" eines Kellenschlag noch "nass".

So das man in Teilflächen wird arbeiten müssen.

Struktur und Lebendigkeit kann man auch durch rauhe (halb-) offen aufgezogene Putze realisieren. Hier eignen sich etwas gröbere Mischungen.

Die Oberfläche kann dann noch mit Kalkschlämme oder nur mit Bürste etwas geglättet werden.



Cellulose



Sie haben recht Mario, habe mir diverse Tapetenkleber angesehen,Tapetenkleister enthalten Kunstharze, ich bezweifle, dass ich hier an reine Cellulose rankomme, dann muss ich darauf verzichten, ich versuche mal, den Untergrund besser vorzunässen.Gibt es noch andere Möglichkeit, damit sich der Mörtel besser Verarbeiten lässt? Gröbere Sande lassen sich leider schlecht aufziehen, vor allem so ohne Zusätze. Vielleicht wäre eine Mörtelspritzpistole der an einem Kompressor hängt besser geeignet..





Man kann auch Kleister aus Roggenmehl "kochen". Das ist auch so ein (ur-) altes Mittel was man auf dem Bau verwendet hat.

Beispielsweise besteht die bekannte "Schwedenfarbe" Rödfärg aus solch einem Leim. Auch als Dichtungsmittel zusammen mit Hanffasern hatte sich das vor der Erfindung von Bauschaum, hunderte Jahre bewährt.



Kleister



Würde Kleister aus Roggenmehl in Kalkmörtel dessen Verarbeitbarkeit erheblich verbessern, in Hinsicht auf Wasserrückhaltevermögen etc.?
Oder lieber auf alles verzichte, die Wände gut vornässen und schnell arbeiten...

Ich nehme 1:2, könnte es sein, dass zuviel Kalk den Mörtel schneller ansteifen lässt? Bei 1:3 befürchte ich, dass der Putz nicht genug hart wird..Hydraulischen Kalk habe ich leider nicht und weissen Zement wollte ich mit Absicht nicht verwenden, um die Eigneschaften des Kalkes nicht zu beeinträchtigen.





Das könnte man probieren.

Man kann auch "Dextrine" einsetzen das ist durch Hitze oder Enzyme aufgeschlossene Stärke aus Mais oder Kartoffeln.

Zur Verzögerung kann man Auch Zitronensäure zusetzen aber nur in "homöopathischer" Dosierung, das funktioniert wie bei Gips- und Schnellzementmörteln.

Der Putz verfestigt sich als erstes durch Entzug vom Anmachwasser, dass kann durch Vornässen, Grundierungen und Klimabedingungen gesteuert werden.

Der Putz wird weicher je mehr Kalk (fetter) enthalten ist.