Trasszement für Sandsteinmauer

13.05.2013 JanRuehle



Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei eine relativ große Sandsteinmauer zu mauern. Nun hat mir mein Baustoffhändler Trasszement empfohlen was ich nun auch die letzten Tage verwendet habe.

Leider gefällt mir das ganze aber nicht, der Trasszement ist relativ hell, fast silber.

Gibt es irgendwie eine Möglichkeit das ganze abzudunkeln bzw. eine anderen Mörtel zu verwenden?

Mache ich was falsch? Schaut euch am besten mal das Bild an..

Danke euch!



Abgesehen



ob Trasszemnet das richige Material ist kann der Mörtel z. B. mit Eisenoxidschwarz abgedunkelt werden.

Grüße



Zement und Naturstein?!?!!?



Hey Jan,

Trasszement wird gerne verwendet wegen seiner unkomplizierten Verarbeitung. Je nach Hersteller werden, abgesehen vom Trassanteil, hauptsächlich Zemente verwendet. Durch den Anteil der hochhydraulischen Phasen erreicht der Mörtel Druckfestigkeiten die sogar höher liegen als bei einem handelsüblichen Portlandzement. Auch das E-Modul ist sehr niedrig einzustufen und auch die Feuchtigkeitsregulierende Wirkung des Mörtels ist eher im ungenügenden Bereich zu suchen. Jetzt liegt es an dem verwendeten Naturstein, ob der damit überhaupt klarkommt.

Steinmetze, die wissen was sie machen, verwenden NHL Kalke, Kalkknotenmörtel, Trasskalk (auch mit vorsicht zu genießen, Tubak macht einen relativ reinen Trasskalk). Oder die besagten Mörtel werden so kombiniert, dass sie dem Stein genüge tun, z. B. Mischungen aus NHL Kalk und Romanzement, NHL Kalk und Luftkalk usw.
Die Farbigkeit von NHL Kalk und Romanzement (nur als Beimischung) gehen leicht ins bräunliche, Trasskalk eher ins gräuliche. Diese Mörtel müssen aber alle entsprechend beim Abbindeprozess gepflegt werden um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
Wie du Deinen Mörtel einstellst hängt aber von Sandstein ab, z.B. quarzitisch gebunden, carbonatisch gebunden, Tonanteile etc. etc.

Das Fugenbild sieht super aus!

Gruß Emzet



Auweia...



Danke für deine Antwort, mensch das hört sich aber alles sehr kompliziert an. Da die Mauer nun schon zu 20% steht weiß ich nicht ob ich nun weiter machen soll. Mit welchen Konsequenzen muss ich rechnen wenn ich jetzt so weiter mache?
Wie auf den Bildern zu erkennen sind es teilweise gelbe sowie auch rötliche Sandsteine.

Zudem möchte ich den hinteren Hohlraum mit Betonestrich ausgießen da mir der Trasszement zu teuer ist. Ist das keine gute Idee??

Hintergrund: Es steht bereits eine Wand, davor Mauer ich eine neue, zwischen neuer und alter Wand sind es 50cm, 30-40cm sind die Steine tief und der Hohlraum wird mit übrigen Steinen aufgefüllt, später dann mit relativ flüssigen Betonestrich verfüllt.

Danke an alle, Grüße Jan



Das ist es wohl



gib mal ein paar mehr Randbedingungen.
Freistehende Mauer?
Aus welchem Material ist die hintere Mauer?
In Welcher Region wohnst du bzw. kommt der Sandstein auch daher?

Rot und gelber Sandstein. Auf dem Bild sieht es nach einem quarzitisch gebundenen Sandstein aus. Ist aber halt nur ein Bild.

Verfüllungen mit Beton würde ich kategorisch verneinen. Da treten viel zu viele Spannungen auf und auch die Feuchteregulierung wird dadurch massiv beeinträchtigt. Daraus resultieren dann Rissbildungen, Schadsalzausblühungen, Algenbildung etc. etc.
Um Feuchtigkeitseinträge in den Kern zu optimieren und Spannungen zu vermeiden kann man den Kern mit Monokorn ausfüllen oder mit Luftkalkmörtel mit leichten hydraulischen Anteilen kombiniert mit Grobzuschägen ausfüllen. Auf jeden Fall sollte der Kern weicher eingestellt sein als Innen- und Außenschale. Um einen ausreichenden Verbund herzustellen zwischen den drei Mauerwerksschalen können, bei Kalkverfüllung, Bindersteine gesetzt werden.

Gruß Emzet

Was pasiert wenn ich Natursteinmauern ungünstig setze? Sie funktionieren nicht und gehen vorzeitig kaputt! Das fände ich jetzt echt schade.

NHL Kalk kannst du günstig bei Kalk und Zementwerk Otterbein beziehen. Aber lass dich in der Verarbeitung einweisen, die ist etwas Tricky.



Fotos sagen mehr als Worte



Freistehende Mauer? <- nein
Aus welchem Material ist die hintere Mauer? <- auch Sandstein
In Welcher Region wohnst du bzw. kommt der Sandstein auch daher? <- Scheune wurde 1860 gebaut, Raum Rhein Neckar Kreis

aber Bilder sagen mehr als Worte, es folgen 3...



Foto



zweites...



Foto



drittes...


Grüße Jan



Stützmauer



Nach den Fotos zu urteilen ist (oder war) das eine biegesteife Schwergewichtsstützmauer, wahrscheinlich beim Bau der Scheune einhäuptig gegen das Erdreich gesetzt.
Soll die vorgesetzte Schale nur optischen Zwecken dienen oder beginnt die Wand sich zu verformen?
Sickert denn Wasser durch die Wand, wenn ja wieviel und wo?
Wie hoch soll sie werden, was ist als Abschluß geplant?

Viele Grüße



Scheune



Hallo,

ich kann mir nicht vorstellen das diese Wand anders sein sollte als die seitlichen, Sie ist genauso breit und sieht vom Aufbau her auch wie alle anderen Wände aus.
Ich habe damals den hinteren Berg mit Bodenproben analysieren lassen, dabei kam raus das direkt hinter der Mauer Felsgestein anliegt. Scheinbar wurde damals die Scheunenrückwand in den Fels reingemauert. Im ehmaligen Weinkeller konnte man sogar die Felsardern sehen da diese in den Keller reinragte.

Zu den restlichen Fragen:
1. Ja es kam ab und zu Wasser durch die Wand, nicht viel und auch nur wenn es 4-5 Tage geregnet hatte. Kam also nicht so oft vor.
Ich denke aber nicht das dies ein Problem darstellt, das Scheunendach hatte damals keine Regenrinne, es lief also alles hinten rein.
Der Boden besteht hauptsächlich aus Lehm, seit dem die Scheune weg ist habe ich auch keine weiteren Wassereintritte gefunden.

2. Die Wand wird aus optischen Gründen neu davorgebaut
Verformungen habe ich nicht festgestellt.

3. Das Grundstück wird noch mit 40cm Muttererde verfüllt, die hintere Mauer kommt noch 4 bis 5 sprossen von der Leitern runter. also so ca. 60cm.
Höhe dann ca. 2,2m



Meine Fragen nun:
1. Soll ich mit Betonestrich ausgießen?
2. Kann ich so weiter verfugen, dann im Anschluss nochmals Trasszement anmischen und mit Eisenoxidschwarz abdunkeln und dann ganz dünn auf die vorhanden Fugen auftragen? Hält das?

Muss ich sonst noch was beachten bei den Ausmaßen von 16m länge und ca. 2,2m höhe?


Grüße Jan



Stützwand



Also stimmen meine Annahmen zum Typ der Mauer.
Verformungen sind trotzdem nicht auszuschließen, da man Risse in der Bestandswand nicht erkennen kann.
Die Frage zur Farbe der Fugen ist verglichen mit der Lösung der eigentlichen Probleme völlig nichtig.
Nach ein paar Jahren erledigt sich das von selber. Es stellt sich eine Patina ein, die Fugen dunkeln nach.
Umgehen kann man das Problem auch wenn man die Steine knirsch als Trockenmauer setzt und rückseitig mit einem Beton- bzw. Mörtelverguß verankert. Dann sollte die Wand aus optischen Gründen eine leichte Neigung hangseitig erhalten. Sie hätten sie auch gleich als Trockenmauer setzen können, mit einer wasserleitenden Verfüllung dahinter. Das ist jetzt aber müßig zu diskutieren, erstens sollte man das können und zweitens haben Sie schon angefangen.
Womit wir beim eigentlichen Thema wären:
Die Entwässerung und damit die Frostsicherheit der Wand. So wie Sie jetzt bauen wird die Wand - egal ob mit hellem oder dunklen Fugenmörterl- in den nächsten Jahren langsam zerbröseln und in Richtung Garten marschieren. Dafür sorgt das hangseitig einsickernde, sich aufstauende und im Winter gefrierende Wasser im Bereich des Mauerfußes.
Am sichersten ist eine senkrechte Dränschicht zwischen alter und neuer Wandschale, die am Fuß über Öffnungen oder einen Liniendrän entwässert wird.
Sie können auch versuchen weiter so zu mauern (aber bitte ein bisschen handwerksgerechter, auch wenn es nur Klamottenmauerwerk ist), dann aber mit einem Betonverguß (0-8 mit Dichtmittelzusatz) zwischen alter und neuer Wand und einem Zementmörtel mit Dichtzusatz möglichst hohlraumfrei und frostsicher.Eine Garantie das es keine Frostschäden geben wird ist das trotzdem nicht. Trasszement (eigentlich Puzzolan- oder Kompositzement) ist dafür als Bindemittel eine gute Wahl. Wenn Sie den kaufen sollte auf den Zementtüten CEM II B-P 32,5 R stehen.
Sorten mit CEM IV oder CEM V in der Bezeichnung gehen auch, damit wird der Mörtel etwas dunkler.
Achten Sie darauf das am Ende der Bezeichnung nicht 42,5 R steht und das es kein Portlandkalksteinzement (z.B. CEM II A-LL) ist. Der ist sehr hell.

Viele Grüße

p.s. Kommen Sie bitte nicht auf die Idee, an der alten Mauer hangseitig herunterzuschachten und eine Dränung zur Entwässerung zu legen!
Was geht ist das anströmende Tagwasser oberflächlich über eine Mulde zu fangen und abzuführen.



Hallo Jan



Ja jetzt hast du schon angefangen.....ich würd es wieder abreissen:-(

Du hast da jede Menge Kreuzfugen ,auch in so einer Mauer sollte man im Verband arbeiten ,du arbeitest nur vorne mit Mörtel da hinter verfüllst du lose,entweder alles in Mörtel oder gar keinen.
Meine erste freistehende Trockenmauer hab ich vor 23 jahren zwei Schalig errichtet,einmal zur Hälfte wieder abgerissen weil ich nicht zufrieden war,steht seit dem.

Wenn es um die optik geht ,alte Wand säubern und neu verfugen und mit den jetzigen Steinen ,was anderes schönes mauern.

Grüße Martin



Planung



Okay ich glaub ich sollte mal meine komplette Planung mal euch darstellen, ich hoffe das geht aus dem Bild hervor.

Kurz zu den Punkten:
1. meine Mauer neigt sich etwas zur vorhandenen Mauer
2. Trasszement von Tubag M10 gem. EN 998-2
Wasseraufnahme 0,4kg auf m²/min
3. Wasser kann seitlich unten ablaufen sowie oben
Problem sehe ich nur das die geplante Drainage die
vorhandene Mauer komplett zudeckt.

Bitte sagt mir kurz bescheid ob das was ich vorhabe wirklich so umsetzbar ist und ob ich den Hohlraum verfüllen soll.
Ist der Trass okay?

Bitte seid ehrlich, abreißen?



roman menzi



Lieber Jan

Schau mal, wie schön die alten Steine gemauert sind. Achte auf das Fugenbild und den Wechsel von flachen, horizontal gelegten und grossen Steinen.
Warum mauerst du vor? Die Ästhetik der historischen Mauer folgt den handwerklichen und physikalischen Gesetzmässigkeiten und übertrifft deine Vormauerung bei weitem.

Was ich dir raten würde:
Brich die Vormauerung wieder ab. Oft ist ein Rückschritt ein Fortschritt. Reinige das alte Mauerwerk und stopfe die Fugen satt mit einem Kalkmörtel. Sand, NHL Kalk und etwas Trasszement. Nicht zuviel Zement sonst wird der Mörtel zu hart.
Wenn du den Trass mit Sand vermengst wird er auch nicht mehr silbrig. (Einfärben mit Eisenoxyd ist keine gute Idee.)

Ein Natursteinmauerwerk mit Beton nachträglich zu hinterfüllen ist Unsinn.

freundliche Grüsse
Roman



Natursteinmauer



Oh, Mann.
M 10 ist ein fertig gemischter WERKTROCKENMÖRTEL und kein ZEMENT.
Ich habe mir nach Ihrer Planung die Fotos noch mal genauer angeschaut. Das Abbrechen sollten Sie entweder selber vorsehen oder Schwerkraft und Frost erledigen das viel schneller als gedacht. Die von Ihnen vorgesetzte Wand ist zu dünn, fehlerhaft vermauert und wird allein schon durch thermische Spannungen reißen und brechen.
Wenn mauern dann anständig und nach den Regeln der Handwerkskunst.
Oder Sie machen so weiter dann aber mit einer hohlraumfreien Verfüllung aus wasserdichtem Beton und Mörtel nach meiner Empfehlung (opus implectum). Auf der Länge ist mindestens eine Bewegungsfuge anzubringen bzw. eine konstruktive Bewehrung des Vergußbetons einzubauen.
Dann funktioniert Ihre Wand nur als verlorene Schalung und Optik. Da die auch nicht besser aussieht als die Altwand neu verfugt können Sie auch die Altwand stehen lassen und sich die ganze Eierei sparen.

Viele Grüße