Marmorit Rotkalk fein




Haben in einem Denkmal Teile der Lehmwände ausgebessert! Anschließend wurden die Wände von einer Baufirma mit Marmorit verputzt. Laut Aussage des Vertreters von Marmorit, hält der Putz ohne Vorbrhandlung auf festen Lehmwänden ohne Vorbehandlung. Loser Lehm sollte mit lösemittelfreiem Tiefengrund verfestigt werden, der würde die Eigenschaften des Lehms nur im 0,0...% Bereich beeinträchtigen. Ich bin der Meinung, Lehm und Kalk gehen nur eine mechanische Verbindung ein! Da Marmorit von Knauff würde es mich interessieren, was da alles drin ist.
Im Technischen Merkblatt sind nur Begriffe wie Wasserrückhaltemittel, Verarbeitungsmittel, Haftmittel und Luftporenbildner angegeben. Hört sich für mich nicht gut an! Hat jemand Erfahrungen damit gemacht?
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Marmorit Rotkalk fein



Alle werkgemischten Trockenmörtel haben mehr oder weniger viele Zusatzstoffe, die Produkteigenschaften gezielt beeinflussen sollen. Neben den genannten Stoffen ist oft auch Weißzement in Kalkputz enthalten. Luftporenbildner sollen z.B. die Verdichtung schaffen, die sonst beim klassischen Putz durch Reiben entsteht. Verarbeitungs- und Gleitmittel sollen die Maschinengängigkeit verbessern. Wasserrückhaltemittel sollen handwerkliche Fehler wie falsches oder kein Vornässen, Verarbeiten in der Sonne und das Entmischen verhindern usw.
Das ist wie mit einem fertigen Kuchenteig aus der Tüte, die Verarbeitung ist einfacher und kann auch durch weniger versierte Handwerker erfolgen. Wenn man solchen Heinis ihren Fertigputz wegnimmt, kriegen sie oft nichts mehr an die Wand, weil sie gar nicht mehr richtig putzen können. Handwerkliche Fertigkeit wird durch Produktchemie ersetzt. Ob die gewählte Variante für Lehmuntergrund geeignet ist, kann nur der Hersteller sagen. Ich würde klassischen Kalkputz vorziehen.
Was mir nicht gefallen würde, ist der Tiefengrund, der auf Lehm nichts zu suchen hat. Lehmuntergründe sollten entsprechend aufgerauht sein, z.B. kleine Löcher mit dem Latthammer einschlagen, damit der Kalkputz sich richtig verkrallen kann. Dann braucht man so etwas nicht. Auch sollte mehrlagig angeworfen (und nicht nur mit dem Kellenrücken draufgeschmiert) werden, um eine feste mechanische Verbindung zu erzielen, die Lagen sollten gut anziehen usw. aber wem sag ich das.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Marmorit



wurde von dem Architekturbüro vorgeschlagen, das die Bauaufsicht hat. Für dieses Büro ist es wichtiger, das Freitags um 14 Uhr die Baustelle Besenrein ist, als sich dauernd am Objekt aufzuhalten, um eventuelle Fragen, die sich stellen, zu beantworten.
Deine Antworten decken sich mit meinen Vorstellungen.
Habe einen Kalkputz mit Sumpfkalk und gebrochenem Sand vorgeschlagen. Da die Baufirma wahrscheinlich wenig Erfahrung im Denkmalschutzbereich und gar keine mit Lehm hat, wurden meine Vorschläge verworfen und der Vorschlag des Architekturbüros aus Sicherheitsgründen übernommen.
Habe beim abklopfen schon etliche Hohlstellen entdeckt.
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Zusätze



Hallo Harald,

es wurde ja schon alles gesagt.

Zusätze dienen der leichteren Verarbeitung und der Verringerung des notwendigen Wassermenge; der Mörtel trocknet schneller und es entschtehen weniger oder keine Risse.Verwendet werden Stoffe wie; Schlacke, Steinmehl, Kunststoff- und Kunstharzdispersionen.Weitere Zusätze wirken als Beschleuniger, Luftporenbildner, Verzögerer, Frostschutzmittel, Stabilisierer.Auf Zusatzstoffe könnte man verzichten.Um so mehr, wenn nicht wenige davon gesundheits- und umweltschädigende Substanzen enthalten etwa radioaktive Mineralien,Kunststoffe, schwermetallhaltige Farbzusätze und Äzende Salze.

Welche Stoffe zusätzlich im, von Ihnen gennantem Produkt sind, weiss ich nicht.

Wir schmieren und stopfen unseren Grundputz von Hand in den Lehm nach dem aufbürsten, säubern;innen wie aussen.

Schade ist man auf Ihren Vorschlag nicht eingegangen..und das bei einem Denkmal.

Mit freundlichen Grüßen
Mladen Klepac



Rotkalk



Das Rot im Wort Rotkalk kommt von Ziegelmehl, unter uns als hydraulischer Zuschlag bekannt, ausserdem handelt es sich beim Bindemittel um hydraulischen Kalk . Würde dieses Putzsystem unter Garantie nie auf Lehmuntergründe aufbringen.

Wenn ichs mir so überlege, wie kann sich die örtliche Denkmalbehörde die ja dieses Denkmal zu betreuen hat auf so eine Nummer einlassen. Hier scheinen sich ja Abgründe aufzu tun , Architekten keien Ahnung, Denkmalbehörde scheinbar auch nicht, Hier wird für viel Geld wiedermal viel Murks produziert.



@ Roland Welsch



Bei meinem ersten Termin, habe ich gebeten, die Untere Denkmalschutzbehörde mit einzuladen, das wurde abgelehnt. Nach den Erfahrungen auf dieser Baustelle weiß ich auch warum. Ein Treppenhaus wurde über 3 Etagen(Raumhöhe 4,5m)eingebaut die Wände aus Beton, was selbst die Maurer in Erstaunen versetzte(Denkmal)! Als Dämmung dient Mineralwolle zwischen Eichenbalken Darunter die Decke 2x mit Rigips abgehängt, dazwischen die Versorgungsleitungen. Ein Raum ist mit Lehmfeinputz dem vorhandenen Untergrund angeglichen worden. Zu meinem Estaunen haben dort mitarbeiter der Fa. Keim eine Probe mit Hosch Glasvlies angebracht. Dazu wurde ein Kleber mit Kunststoffanteilen verwendet, laut Aussage der Fa. Keim ohne Beinträchtigung des Lehmputzes. Als Anstrich ist eine Kunstharzdispersionsfarbe vorgesehen.
Wie gesagt, eine saubere Baustelle ist für den Bauleiter wichtiger, als die Verwendung denkmalgerechter Materialien!
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



@Herrn Vidrik



Absolut pervers, für ne anonyme Anzeige an die zuständige Denkmalschutzbehörde wird es hoffentlich noch nicht zu spät sein!Ich hör die Eichenbalken jetzt schon um Hilfe schreien.



Denkmal und "Fachleute"...



...ist heute ebenfals so eine sache geworden, wie mit der Unmenge an "Wissen", also immer noch Unwissen, über den Baustoff Lehm.
Laufen bei diesem BV Fördermittel?
Wenn ja, dann einfach die Behörden über deren Verschwendung informieren.
Desweiteren einfach Bedenken anmelden, hinsichtlich der Funktion Deiner Leistung, was den Lehm betrifft (Gewährleistungsanspruch!!).
Und zu guter letzt, sprich doch diesen "Architekten" einfach einmal dazu an, ob er nicht als Bauleiter bzw. Einsatzleiter in einer Reinigungsfirma sich bewerben möchte?
Wenn man Deinen Erläuterungen folgt, so ist der letzte Lehm nunmehr fast tot gemacht worden und das Gebäude reiht sich in die Kette weiterer tickender Zeitbomben und schweren Kulturerbes mit ein.
Einfach schade, was manche so vollbringen und damit anrichten!!

Grüße Udo