Kalkanstrich, Kreide oder Kalk????

24.08.2005


Hallo an alle die das lesen.
Ich bin in einigen Zimmern mittlerweile schon mit dem Kalkputz fertig, nun habe ich mehrere Möglichkeiten gehört womit man den Kalk anstreichen kann. Zum ersten wäre da der Kalk, gemischt mit Magerquark und Kleister und zum zweiten mit einem Kreide gemisch. Nun würde ich gerne von euch wissen was ihr empfehlt und woher ich die Kreide überhaupt bekomme. Danke fürs lesen. Ach und noch was, hier spielt Geld eine wichtige Rolle denn davon haben wir nicht allzu viel also bevorzuge ich billige Alternativen.



Welchen Farbton ...



... soll der Billiganstrich denn erhalten ?

Und was soll er sonst noch sein:

- wischfest
- wasserfest

etc.

Also: Nochmal 'n bißchen nachdenken

LG
Bernd





Ob sich Kreide und Kalk zu einer Farbe mischen lassen, weiß ich nicht. Kleister als Farbgrundlage wäre dann das, was man unter Leimfarbe versteht. Die sind für gewöhnlich nicht wisch -und abriebfest.

Ich habe einmal eine Wohnung mit Lehm-Kalk-Kaseinanstrich gestrichen, wobei ich den Lehm eher als Farbnuance eingesetzt hatte. Das ging sehr gut, war äußerst preiswert, aufgrund eines minimalen Leinölzusatzes auch wischfest. Allerdings dauerte der Carbonisierungsprozess mehrere Monate, so dass die Farbe anfangs recht stoßempfindlich war. MfG



Obacht !



Kreide und Kalk sind chemisch betrachtet ein und dasselbe - Calciumcarbonat. Insofern lassen sie sich problemlos mischen. I.d.R. wird in Kalkfarben aber nur wenig Kreide als Füllstoff zugesetzt.

Zu den Leim-Kreide-Farben: Auch diese lassen sich problemlos selbst herstellen - und auch pigmentieren. Allerdings ist hier der Untergrund entscheidend. Bei alkalischen Untergründen - Kalk-, Zementputz - darf nur Leim aus Methylzellulose verwendet werden, da andere pflanzliche oder tierische Leime und Stärkekleister durch die alkalische Wirkung zersetzt werden.

Zu Lehm-Kalk-Kasein-Farben & Co.

Man kann Lehm sicherlich als eine Art Pigment zusetzen. Hier sollte allerdings bedacht werden, daß durch die tonigen Bestandteile auch Hydraulefaktoren eingebracht werden. Das entspricht im Prinzip einem schwach hydraulischen Kalk oder Trasskalk mit den geschilderten sehr langen Abbindezeiten. Ein weiterer Schwachpunkt ist, daß dieser Kalk eine sehr hohe Festigkeit entwickelt, die nicht immer gewünscht ist.

Als Ölzusatz bei Kalk- und Leimfarben tendiere ich grundsätzlich zu Distelöl / Safloröl statt zu Leinöl. Beide haben ein ähnliches Trocknungsverhalten, allerdings neigt Leinöl zum Vergilben - und bei weißen oder sehr hellen Flächen kann das schon zum Problem werden.

Gruß aus BS

Bernd




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