Weißkalkhydrat einsumpfen?

02.10.2012 v.brose



Hallo Forum,

habe die letzte Zeit viel über Kalk gelesen. Eine Frage bleibt für mich allerdings unbeantwortet und ich könnte mir vorstellen, dass die Antwort für viele interessant sein könnte.
Weißkalkhydrat ist industriell gelöschter Luftkalk. Wenn man traditionell löscht, dann entsteht Sumpfkalk. D.h. vor dem löschen handelt es sich um das selbe Material (gebrannter Kalkstein bei 900°C). Da sich die Eigenschaften von Sumpkalk mit der Zeit verbessern (min. 6 monatige Reifung im Becken) stellt sich für mich die Frage ob ich nicht auch Weißkalkhydrat einsumpfen kann um den selben Effekt zu erzielen? Weißkalkhydrat wäre, wenn man Zeit hat, eine günstige Alternative zu Sumpfkalk.

Bin gespannt auf die Antworten.

V. Brose



Im Prinzip richtig



Im entpr. Wiki unter

http://de.wikipedia.org/wiki/Baukalk

gibt es einen entsprechenden Abschnitt "Sumpfkalk versus Kalkhydrat".

MfG,
sh





Hallo,
es macht den Unterschied wozu der Kalk benutzt wird. Zum Putzen oder Streichen. Beim Putzen reicht es wenn man mind. 3 Monate sumpft, beim Streichen sollte dieser schon 1-3 Jahre abgelagert sein. Dadurch wird dieser fetter und weißer. Je älter desto besser.

Ich selber stelle mir meinen Sumpfkalk aus Kalkhydrat her und mache gute Erfahrung damit.

MfG



Besorge Dir doch einfach...



... alternativ zum Weißkalkhydrat mal ungeklöschten Branntkalk und mache den Einsumpf-Vergleichstest.

Beides kostet bei uns im 25kg-Sack jeweils so um die 8-9 €.

Der "echte" Sumpfkalk hat schon nach kurzer Zeit ungefähr eine Konsistenz wie fette Crème Fraîche und lässt sich super verstreichen, wogegen Weißkalkhydrat von vorneherein "spröder" ist und sich auch nicht mehr merklich verbessert.

Mich macht jedoch stutzig, dass ein am Sonntag vermörteltes Loch einer Rohrdurchführung bis heute nicht fest abgebunden hat, obwohl ich sogar noch mogelte und noch etwas Zement in den Kalkmörtel hereinmischte.



Supf Hydrat oder Unsinn?



Hallo

interessante Infos vom Fachmann:

http://www.holzkalkbrennerei-koerndl.de/

Florian Kurz
www.slow-house.de

P.S.
Selber machen - macht Freude!

Selber richtig machen hat aber nur Bestand!



Wird mit ordinärem Kalk…



… jetzt auch schon ein Hype getrieben, wie mit irgendwelchen sauteuren und exklusiven Whiskybrennereien im schottischen Hochland in Orten mit möglichst unaussprechlichen Namen?



ordinärer Kalk



Hype …
Ordinär ist nur Zement

Kalk braucht Hirn und Erfahrung … und permanent irgend welche tollen Ideen generieren zu müssen um teueren Kalk zu "billigern" ist doch lachhaft … den Baustoff Kalk gibt es schon seit annähernd 10000 Jahren und nach dem Brennen kommt das Löschen und Einsumpfen …

… aber es gibt immer gescheitere Küken als es die dummen alten Hennen sind …

Vor dem Wissen steht das Lernen und die Erfahrung … nicht die Sparsamkeit …

Gutes Gelingen

Florian Kurz
www.slow-house.de



Kalk



Zum Putzen und Mauern im normalen Rahmen reicht das trocken gelöschte Weißkalkhydrat völlig aus. Kalktreiber sind nicht zu erwarten, ich habe noch keinen erlebt. Das Sumpfkalk bessere Eigenschaften hat ist unstrittig, aber er hat auch einen anderen Preis. Man sollte also nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen wenn es darum geht die Garage zu Verputzen oder den Keller zu streichen.
Ein Tipp von mir: Wenn man Weißkalkhydrat vorher abschlämmt kann man die groben Bestandteile separieren, damit wird selbst angesetzte Farbe besser streichbar und ergiebiger.

Viele Grüße





Wie ist das mit den groben Bestandteilen im Weißkalkhydrat gemeint?
Der 25 Kg-Sack CL90, den ich im Baumarkt gekauft habe, ist ein extrem feines Pulver. Den habe ich bisher nur zum Putzen verwendet und habe bisher keine groben Bestandteile entdecken können.
Vielleicht würde das auffallen, wenn ich das erste Mal versuchen würde damit zu streichen.

Wie würde man das mit dem Abschlämmen der groben Bestandteile machen?



zum



besseren verarbeitung beim Putzen reicht es schon, die Mischung einen Tag eher anzusetzen, der Unterschied ist unzweielhaft. Wie es nach mehreren Tagen aussehen könnte, weiß ich nicht, aber es könnte auch ein Platzproblem sein, wenn man mehrere Tage putzen will. Es muß ja alles mit Wasser abgedeckt werden.



Ich



hab vor ca 5 Tagen nen halben Sack CL 90 eingesumpft, es sind relativ grobe Klumpen drin trotz intensivem Rühren.
Werd einfach einen Teil des eingesumpften Kalkes abnehmen, noch etwas verdünnen auf Streichkonsistenz und durchs Sieb streichen. Mal sehn wie es sich Verarbeiten läßt.
Bei mir stand der Sack allerdings ca 3 Jahre trocken in der Scheune noch vom Vorbesitzer, dachte erst das Zeug hat Wasser gezogen und klumpt deshalb
Learning by doing....
Gut wenn man Wände hat an denen man experimentieren kann...



3 Jahre "trocken" in der Scheune…



Vermutlich liegt darin die Ursache für die Klumpen im angesetzten Kalk. Ich habe so etwas bei CL90 von verschiedenen Baustoffhandlungen noch nicht erlebt, glaube allerdings auch nicht an den neumodischen "Markenkult" bei Kalk. Ungelöschten Branntkalk bekomme ich z.B. erst im Frühjahr wieder, weil der Händler meinte, über den Winter würde er sich keine Paletten davon mehr hinstellen, denn die könne er danach alle entsorgen, weil sie Wasser gezogen hätten.

Ich kann aus Erfahrung Olafs Tipp nur bekräftigen: Man merkt keinen Unterschied mehr, ob Weißkalkhydrat nun einen tag oder 3 Monate eingesumpft wurde. Wer Zeit hat und Experimentieren will, dem kann ich nur raten, eigenen richtigen Sumpfkalk anzusetzen. Wem es nicht egal ist, ob das Wasser auf dem Gasherd, E-Herd oder Kohleherd gekocht wird, der holt sich halt die Luxus-Ökoprodukte aus der Apotheke, … ähmm natürlich beim Edel-Kalkbrenner seines Vertrauens, für den Rest reicht der gute Baufachhandel.



Der



Kalk kann gerne ausm Baustoffhandel kommen, wollt den Sack vorm entsorgen lieber ausprobieren, fürn Hühnerstall dürfts wohl noch reichen..
Bevor ich mein Material in der Apotheke hole, lieber die Getränke aus Schottland aus Orten mit unaussprechlichen Namen....



Weißkalkhydrat trocken gelöscht



Der Ausgangspunkt für Kalk ist ein Naturprodukt; Kalkstein wird immer einen kleinen Teil Verunreinigungen wie Sand usw. haben. Für Putz- und Mauermörtel ist das völlig unerheblich.

Viele Grüße





Vielen Danke für die Antworten. Wie bei vielen anderen Kalkfragen viele Meinungen. Vielen Dank hierfür! Wie dem auch sei, mein Resümee aus den Antworten und Links ist, dass ich ca. 400l "Sumpkalk" aus Weißkalkhydrat ansetze für den Oberputz. Für den Grundputz werde ich wie Olaf aus Sachsen schreibt, die benötigte Menge am Tag vorher ansetzen.
"Echter" Sumpkalk scheidet aus Kostengründen aus.



@ creuzburger



wie bei Gips sollte man den (Weiß)Kalk ins Wasser und nicht das Wasser in den Kalk kippen!
Natürlich kann auch Weißkalk im Winter noch Feuchtigkeit ziehen - darum "entsorge" ich meine Restsäcke im Garten und hole mir im Frühjahr frische Ware beim Baustoffhändler.
Etwas Zement und Kalk lagert aber immer in einem dichten Faß mit Sprengring für den Notfall.



@ olaf



schon richtig rum gemacht "erst das Wasser dann die Säure sonst geschieht das ungeheure" , immer erst wasser dann alles andere
Wollt eigentlich ausprobieren ob der Sack wenigstens noch fürn Hühnerstall taugt
Grüße von nem Exsachsen



im



Hühnerstall taugt der immer - und wenns als Kalkfutter ist.

LG an den Sachsen - man bleibt immer Sachse



Warum …



… scheidet Sumpfkalk >aus Kostengründen< aus?

Rein preislich tut sich doch beim Rohmaterial also Kalkhydrat bzw. Branntkalk so gut wie nix, oder gilt auch fürs selber einsumpfen "Zeit ist Geld"?

Dann wäre allerdings auch die Eingangsfrage insofern überflüssig, als dass ja auch geplant war, Weißkalkhydrat über einen längeren Zeitraum einzusumpfen.

P.S.: Auch wenn ein Sack Branntkalk, z.B. als Granulat 3 Jahre irgendwo herumstand, würde ich ihn lieber nicht als Kalkfutter an die Hühner geben, sondern bestimmungsgemäß zur Stallhygiene verwenden.



ich



meine nachtürlich den an die Wand gestrichenen Weißkalk, der irgendwann wieder runterfällt, wenn er zu alt war....
er schrieb ja "CL 90 probiert"





Bis ich realistisch an den Oberputz komme geht sicher noch ein halbes Jahr ins Land => werde mal versuchen Brandkalk zu bekommen. Wird eingesumpft ja nicht schlecht. Danke für den Tip.

V.





Ich habe ja nun auch schon etliche Wände mit selbstgemischtem Kalkputz verputzt - ich habe dabei immer Weißkalkhydrat benutzt.

Macht es von der Verarbeitung her einen spürbaren Unterschied, wenn ich dieses Weißkalkhydrat einen Tag vorher "einsumpfe"? Was ändert sich dabei - wie macht sich sowas bemerkbar?