Weisskalkproblem

31.03.2006



Hallo,
es ist mal wieder der Kalkputz welcher mir Probleme macht.

Ich wollte beim Baustoffhandel Weisskalkhydrat kaufen, und fragte nach "CL-90". Der mensch sagte daraufhin, das habe er nicht, sondern nur

"schaefer putzkalkhydrat prekal 50S" gelöscht oder ungelöscht.

Na toll. Was heisst das denn?

entnervte grüsse
Kate



Ahnungslosigkeit



Zieht die Baumarktkompetenz jetzt auch schon in den Baustoffhandel ein?

Der gute Mensch scheint mit beispielhafter Ahnungslosigkeit geschlagen zu sein.

Ein ungelöschtes Hydrat (Hydroxid) kann es garnicht geben.
Ungelöschter Kalk ist Calciumoxid, gelöschter ist Calciumhydroxid (umgangssprachlich auch Hydrat).

Da hilft wohl nur eines: Sich entweder das Produkt noch mal selbst anschauen - oder den Laden wechseln. Ich habe in Praktiker-Märkten häufiger Hydrat zu einem günstigen Preis gesehen - die wissen aber auch nicht, was sie verkaufen. Testweise gestellte Frage an der Information führten regelmäßig zu comic-artigen Situationen.

Nicht entnerven lassen - die sind eben so blöd. Entwickelt sich in Richtung "Naturgesetz".

Gruß

Bernd



dein Problem.......



war das du den Verkäufer mit einer bestimmten Markenbezeichnung überrannt hast. Hättest du nur nach Baukalk gefragt hättest du wahrscheinlich mehr Glück gehabt. Genormter Weisskalkhydrat egal von welchem Hersteller hat zu 99% die gleichen Eigenschaften.Abgesehen davon das man eigentlich immer regionale Produkte bevorzugen sollte, wo möglich, kommts beim Kauf von Kalkhydrat nicht auf den Hersteller an.



Schneeflockenkalk...



... lautet bei uns in der Gegend das Zauberwort, mit dem man an den allermeisten Orten Weißkalkhydrat bekommt.

Wenn man sagt, was man damit tun möchte, gibt's meistens auch noch Ratschläge, doch besser den guten, viel haltbareren Kalk-Zementputz zu nehmen.

Nicht verdrießen lassen. Hat ja auch seine komischen Seiten.

Herzlichen Gruß
Isabel



Unsinn



Was bitte schön soll Baukalk sein. Ich finde es fast unverantwortlich, Käufer mit immer neuen, frei erfundenen Bezeichnungen zu strapazieren.
Sicherlich ist der Hersteller egal - aber CL90 ist nun mal ein Begriff aus der neuen DIN/EN. Und diese gängigen Begriffe sollte ein Fachverkäufer (und ggf. noch andere Experten) nun mal drauf haben.

Etwas kopfschüttelnd

Bernd



hmm also



"schaefer putzkalkhydrat prekal 50S" kann ich dann also nehmen, es ist nur ein anderer Markenname für das gleiche Produkt? Habe im Internet nichts über diese Firma gefunden.
Auf Anfrage beim Baustoffhandel hiess es auch "ja da is kein Zement drin". Hoffe das ist dann so in Ordnung.
und ich nehme das dann auch in "gelöschtem" Zustand. Right??



Link



zum Schaefer Precal 50S:

http://www.schaefer-krusemark.de/60.0.html

Ja, den kannst Du nehmen. Und kannst ja noch was für die Bildung des Verkäufers tun und das techn. Merkblatt, auf dem CL-90 deutlich vermerkt ist, aushändigen.

Viel Spaß mit dem Putz

Isabel



Danke Isabel!







Was kostet das Zeug eigentlich?

Mir wollte man Weißkalkhydrat schon als
'Wülfrather Ultraleicht' andrehen (Baustoffhandel),
da finde ich den Hellweg-Baumarkt ausnahmsweise besser,
bei denen steht einfach nur Weißkalkhydrat (CL90) 'drauf.

Grüße,
Philipp



.



Wir kriegen das jetzt von Köbig, kostet 7,70 Euro pro 25 KG.
Der Bausand kommt vom (=aus dem?) Rhein und kostet fast nix.
Mal schaun ob der selfmade-Putz auch klebenbleibt :/ ich sag dann mal kurz bescheid...



Weisskalkproblem



Hallo Kate,
wenn Sie den Kalkhydrat für Verputzarbeiten benötigen, reicht CL-80.Und wenn Sie der Umwelt einen Gefallen tun möchten, und können, verwenden Sie doch Gasgebrannten Kalkhydrat statt Öl- oder Koksgebrannten...ausserdem ist dieser reiner.
mit freundlichen Grüßen
Mladen



Qualitäten



Hallo Mladen,

schön mal wieder einen Fachmann dabei zu haben. Deinen Hinweis über den holz- oder gasgebrannten Kalk und die höhere Reinheit kann ich nur unterstützen. Auch die zulässigen Sulfatanteile können mitunter ein Problem darstellen.

Ich verstehe nur im Moment Deinen Hinweis auf den CL80 noch nicht. Hier hast Du dann im Zweifel ca. 10% Hydraulefaktoren und der Putz wird starrer. Gerade bei Fachwerk könnte das m.E. zum Problem werden.

Gruß an Veronika

Bernd



Danke



Mladen für den Tipp, aber der Kääs is scho gegesse.
Sprich ich hab jetzt CL-90 gekauft.
Bin auch brav meiner Aufklärungspflicht nachgekommen und habe dem Verkäufer er zählt dass es kein ungelöschtes Hydrat geben kann, worauf er entgegnete es sei ihm eigentlich egal ob da hydrat drin sei oder nicht 8/.
Auf der Verpackung steht neben "Schaefer XXXX Markenname" ausserdem dick und fett "Weisskalkhydrat CL-90" drauf. Tja wer lesen kann ist klar im Vorteil.

Grüsse aus der Baustelle
Kate



Kalkputz



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@ Bernd,
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Hallo Bernd,
Liebe Grüße zurück.
meinst Du Magnesia und Eisenoxid?
Wir wollen uns erinnern was früher genommen wurde als es noch keine solchen Transportmöglichkeiten gab wie heute.Man hat das genommen was in der nächsten Umgebung zur Verfügung stand,oft eben auch "mindere" Qualität,Reinheit = eben auch eine Preisfrage.
-Der erste Anstrich sollte 1:15 mit 20-jährigem Sumpfkalk erfolgen,(heute 1:3?)wer macht das heute noch?
-Für Frescomalereien wurde früher min.30-jähriger Sumpfkalk genommen-war vorgeschrieben,
Die Industrialisierung hat neben Nachteilen (das verschwinden von Fach-wissen,-können, auch Vorteile(viele fallen mir im Moment leider nicht ein)aber z.B.Kalkhydrat wird heute mit 0,2 mm Sieb gesiebt,nach DIN xy.
Der Kalk "will" zurück zur Gesteinsform,der Abbindeprozess dauert also sehr lange...
aber was erzähle ich Dir das,Du weisst es ja.
Zurück zu diesen 10% ?
Meinst Du nicht das diese unrelevant sind,wenn die Arbeiten Fachgerecht ausgeführt werden; von der Arbeitsvorbereitung,der Mischung des Grundputzes,das anpassen des Deckputzes der mit Sumpfkalk erfolgen sollte bis zum letzten Anstrich, eingenommen der Putzpflege?
Es wäre natürlich am besten Altmannsteiner,holzgebrannten Sumpfkalk auch für den Grundputz zu nehmen,hat dieser doch über 99% Kalkanteil
liebe Grüße
Mladen



Kalkputz



@ Kate
.
Hallo Kate,
Vielleicht kann ich mit ein paar grundsätzlichen Tips behilflich sein,aber etwas später, weil ich weg muss.
Grüße
Mladen





Hallo Mladen,

ich kenne die Laborwerte vom Altmannsteiner - das ist wirklich eine Superware.

Zurück zu CL90. Die 90 besagt ja, daß mindestens 90% Calcium- UND Magnesium-Karbonat drin sein muß - aber höchstens 5% Magnesium. Bei höheren Magnesium-Anteilen schwenken wir dann rüber zu den Dolomitkalken.

Ich meine nun die lt. DIN/ EN nicht erklärten Anteile - und das können u.a. auch tonige Bestandteile (z.B. beim Brennen von Kalkmergel) sein. Die alte DIN hatte hier den Begriff "Wasserkalk" als latent oder schwach hydraulischen Kalk. Da diese Hydraulefaktoren im Putz / Mörtel zementähnliche (hydrophobierende) Phasen ausbilden (und relativ starr werden) sollte man sie im Fachwerkbau m.E. wirklich nicht verwenden. Bei einem CL80 können das u.a. ca. 10% sein. Da es nur selten Laborwerte für die einzelnen Angebote gibt, weiß man in der Regel bei einem CL80 auch nicht, ob er nun 80 oder 89% Calciumcarbonat enthält. Bei einem Massivbau hätte ich dagegen nichts oder allenfalls wenig gegen einen CL70 oder CL80 einzuwenden.

Liebe Grüße

Bernd



@Mladen



gerne, es hat auch noch ein bisschen Zeit, da

--> in dem Bad , an dessen Wände der Putz soll (ehem. Waschküche, die 1946 zu einem Mini-Anbau erweitert wurde)zuvor eine Zwischenwand entfernt werden muss
--> auf dieser Wand liegt eine eingezogene Schlackenbetondecke auf, die muss also mit raus
--> auf der Decke liegt das Dach auf, in einer abenteuerlichen Konstruktion.

also sind wir gerade am Dach neubauen, nachdem wir heute morgen erstmal das Rad neu erfunden haben :D



Verarbeitungsfehler vermeiden



Hallo Kate,
hier erstmal zwei Hinweise die man beachten sollte.
-Kalkputz braucht Kohlensäure und! Feuchtigkeit(Wasser).
Wasser ist sehr wichtig sonst passiert gar nichts.Zuviel Feuchtigkeit füllt die Poren,so dass die Kohlensäure nicht hinein kann.
-Ein m² Kalk-Putzfläche von 1 cm Dicke benötigt die Kohlesäure aus ca. 2000 m³ Luft um zu karbonatisieren.Dies kann Jahre/ Jahrzente/ Jahrhunderte dauern.
-
Darum muss der Kalkputz im Anfangsstadium bis in die zweite Woche "gepflegt" und beobachtet werden = berieseln (Rebspritze),und Lüften ist also sehr wichtig ,vorsicht bei Zugluft!Ich erwähne diese Merkpunkte weil sie oft vernachlässigt werden.
Bis dann...
mit freundlichen Grüßen
Mladen



Propleme Mit schaefer putzkalkhydrat prekal 50S



Wir Haben den puz auf eine Ausen Wand Aufgetragen Weill der Kunde Ein rustikallen puz wie er Freuer war haben wollte.
Doch diser ist Gerissen wie ausgetockneter boden und fengt an sich ab zu lösen Was haben wir falsch gemacht?



Propleme mit Putzkalkhydrat



Hallo Marco,
das ist ärgerlich.
Vielleicht können wir zusammen die Ursache analysieren?Ich habe zunächst eine Frage:
-Was ist es für ein Untergrund?
-Welche Kornbeschaffenheit hat der Sand?
-Wie stark ist der Putz aufgebracht?,wieviele Lagen?
-Welche Struktur war gewünscht?,welches Korn?
-War der frische Puz vor Witterung geschützt?Wie war das Wetter?
-Wie erfolgte der Anstrich,wenn einer erforderlich war?
-Wie lange wurde der Putz gepflegt?
-Wann wurde verputzt?

@-Doch diser ist Gerissen wie ausgetockneter boden und fengt an sich ab zu lösen Was haben wir falsch gemacht?

Eine genauere Beschreibung wäre hilfreich;z.B. netzartige Risse,klein,gross-durchscheinende Fugen bei Regen-bricht "Tafelweise",-Untergrund weich,sandig,Oberfläche relativ hart usw
mit freundlichen Grüßen
Mladen Klepac



re



Also Das War woll der Feller

Wie ich hir Nachgelenehabe im forum Must ich feststellen das wir was wichtiges fergesen haben den Sand !!!!!!

der Hersteller Gibt aber an das man.
Im Anlieferungszustand verarbeitbarer, gelöschter Kalk für geschmeidige Putze und Mauermörtel.

Darauf hin haben wir bis auf Wasser nichz hinzu gegeben.

Der Puz Lis sich einfach abkrazen und werden jezt ein Amirungs mörtel ferwenden.



Probleme mit Putzkalkhydrat



Hallo Marco,
bin vor 5 min. aus der Wanne gestiegen,sehe nach welche Nachricht eingegangen ist,...und dann---Ihre Feststellung überrascht mich ein bischen...
Vielleicht wäre es besser,wenn Sie den "technischen Leiter,Schäfer Kalkwerke"kontaktieren,
mit freundlichen Grüßen
Mladen Klepac



Verarbeitungsfehler vermeiden



Moin,
da wir grad dabei sind, noch ein Tipp;
den Mörtel nicht zu dünn machen,es besteht das Risiko der Sackbildung,Hohlstellen-besonders an Fassaden ;kondenswasserbildung=Frostsprengung,aber auch innen ...
mit freundlichen Grüßen
Mladen Klepac



Verarbeitungsfehler vermeiden



Moin,
immer wieder stellt man fest,..warum; Lehm-,Kalk-putze gezüchtet werden...
mit freundlichen Grüssen
Mladen Klepac



Verarbeitungsfehler vermeiden



Moin,
habe noch einen,
die Sinterthaut wirkt wie eine Dispersion.Darum muss Sie peinlichst genau entfernt werden.Wohlgemerkt, ich spreche immer von reinen Kalkputzen.
Aber es muss ja noch so viel mehr beachtet werden -bei einem reinem Kalkputz.
mit freundlichen Grüssen
Mladen Klepac



Verarbeitungsfehler vermeiden



Moin,
also etwas wichtiges darf man nicht vergessen...den Wetterschutz-das ist der Anstrich-dieser sorgt dafür,das der reine Kalkputz nicht zuviel Wasser in kürzerster Zeit aufnehmen muss.Allerdinds kann man einen sehr fetten Sumpfkalkputz herstellen, bei dem sich der Anstrich,-das Kalken, erübrigt
mit freundlichen Grüssen
Mladen Klepac
(Pause)



hallo



wir haben inzwischen soviel respekt vor dem zeug dass wir es machen lassen ;)
nun meine frage: habe Kasein-Marmormehlfarbe gekauft. Wird diese am besten frisch aufgetragen oder lässt man den Kalkputz erst trocknen?
Lieben gruss
Kate



Kaseinfarben



Hallo Kate,
wir stellen ja Kaseinfarbe auch her,allerdings ist das Kasein in der Farbe selbst, (Trockenform) ,nicht! enthalten,das heisst, es muss vom Anwender selbst, aus dem Magerquark abgespalten werden- sprich, frisch angerührt werden.Wir empfehlen Kaseinfarben nur auf trockenem Untergrund zu streichen,allerdings haben schon manche keine Geduld gehabt und auch auf feuchtem Untergrund gestrichen=hat auch funktioniert.In Nasszellen empfehlen wir die Kaseinfarbe nicht.Es war festzustellen dass sich die Farbe in Nassräumen,wo mit reinem Kalkputz verputzt war, gut bewährt(bei wenig Benutzung innerhalb z.Z. 8 Jahre), als auf Untergrund herkömmlicher Putzweise im selbem Raum.Grundsätzlich empfehle ich Sumpfkalk als Anstrich,und das aus einem ganz einfachem Grund, während heutzutage FarbRezepturen verbessert, geändert werden müssen, weil sich auch die Putzrezepturen ändern,weil sich mauersteine ändern...Die Sumpfkalkquelle kann doch gar nicht versiegen...
Wenn Sie bei einem System bleiben, so können die Nachkommen weitermachen...
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Kate,Sie müssten vielleicht/zur Sicherheit/abklären ob der Hersteller Ihrer Farbe nicht empfehlen würde "den Untergrund vorgrundieren",bei Ihrer Putzweise.
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übrigens- das meinen Sie doch nicht im Ernst,dass Sie die Arbeit aus Unsicherheit vergeben,oder?Es gibt doch hier im Forum genügend Kompetenz die Sie beraten kann:))
mit freundlichen Grüßen
Mladen