Holzschädling bekämpfen




Unser Haus ist BJ 65 und hat eine ebensoalte Buchentreppe in den 1. Stock - unter der Treppe befindet sich direkt der Keller. Nun haben wir vor einigen Wochen kleine Wurmstiche von unten bei einer Treppenstufe entdeckt. Innerhalb kurzer Zeit haben diese sich rasend "vermehrt" und sind inzwischen auch auf der Oberseite der Stufe und an der "Seitenhalterung" der Treppe zu sehen. Das Haus ist eigentlich immer recht warm (trockene wärme, da wir überwiegend mit einem Kaminofen heizen) und das Holz dürfte bei dem alter doch wohl auch kaum noch feucht sein... Meine Frage ist jetzt was das für ein Tierchen (bzw. wahrscheinlich ja mehrere) ist und was wir dagegen tun können??? Eine neue Treppe ist ja doch recht kostspielig. Und können die Schädlinge auf den Dachboden vordringen? Wenn ja, wie schnell sind sie dann?



Wurmstiche



Guten Tag Frau Rieger,
das von Ihnen beschriebene Bild spricht für Pochkäfer (Anobien), möglich ist aber auch der Parkettkäfer. Aber ohne die Tiere gesehen zu haben, kann man das nicht endgültig sagen.
Die nötige Feuchtigkeit beziehen sie aus der Kellerluft, warm genug ist es an der Grenze zum Wohnbereich auch immer und das Holz ist noch nährstoffreich genug. Die Tiere leben hier in der Nähe ihres physiologischen Optimums. Deshalb lohnt es sich, alle erreichbaren Holzteile etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Solange der Schaden begrenzt ist, lohnt sich auch eine lokale Bekämpfung. Sie können dies mit einem gegen Insekten bekämpfend wirkenden Gift machen, was ich persönlich nicht tun würde (streichen oder besser noch Loch für Loch injizieren). Gute Erfahrung habe ich mit lokaler Heißluftbehandlung gemacht: mit einem Heißluftföhn ca. 1600 W zum Farbe abbrennen die Viecher ausglühen. Die dann geschwächte Holzstruktur, es geht nämlich viel Bohrmehl fliegen, kann man mit Epoxispachtel, der mit Sägemehl gestreckt ist, wieder gut füllen. Aber achten Sie auf den Brandschutz ! Viel Erfolg.



Holzwürmer



Guten Tag, so wie Sie es schildernn entstehen zur Zeit neue Ausfluglöcher, im Dezember ist das selten. Möglich ist alles. Wenn wirklich aktiver Befall vorliegt, vermute ich auch die Gruppe der Anobien. Es könnte entweder der von Hr. Beckmann genannte Gewöhnliche Nagekäfer oder vielleicht der "Buchenfreund" Gekämmter Nagekäfer sein. Parkettkäfer gehören zur Gattung Lyctus, diese Käfer sind auf stärkereiches Splintholz angewiesen, zB. Eiche, Lima, Abachi, ...
In Buche kann ich mir einen Lyctusbefall nicht vorstellen. Ob Sie mit dem Fön alle Plagegeister erreichen scheint mir fraglich. Die Norm sieht bei Heißluftverfahren 55°C über eine Stunde in allen Holzquerschnitten vor. Man kan sich sogar darum streiten, ob nicht nach Norm vorzugehen ist, da eine Treppe ein sicherheitsrelevantes Bauteil ist. Die chemische Keule sollte, wenn überhaupt, auch als zeitverschlingende Maßnahme nicht nur im Anstrich, sondern auch in Tränkung jedes einzelnen Ausfluglochs erfolgen. Es gibt Hinweise und Einschränkungen zur Anwendung von chmischen Mitteln, großflächige Anwendung ist problematisch. Falls Sie Chemie verwenden, nehmen Sie ein bauaufsichtlich zugelassenes Insektenbekämpfendes Holzschutzmittel oder wenigstens eins mit RAL-Prüfzeichen.
mfG. Ulrich Arnold