Holzwurm. Wie lange sind Eier bzw. Puppen schlupffähig




Ich weiss, das Thema Holzwurm wird hier im Forum intensivst behandelt, aber auf diese spezielle Frage hab ich leider keine Antwort gefunden. Vielleicht ist sie auch nur dumm. Aber ich mach mir da viele Sorgen.

Kurz zum Hintergrund. Ich hab ein ca 500 Jahre altes Stadthaus gekauft. D.h. der Kern ist 500 Jahre, der Rest in den Jahrhunderten zu und umgebaut. Dachstuhl, diverse Nebendächer und die Deckenkonstruktionen sind alle Holz.
Soweit so gut. Vor einigen Wochen hab ich an einen der kleinen Vorsprungdächer das bekannte Nagegeräusch gehört. Ich hab die Vertäfelung abgenommen und darunter die Typischen Ausfluglächer bzw. Gänge und Holzspähne Häufchen gefunden. Von der Grösse her der Gemeine oder gefiederte Nagekäfer.

Ich gestehe offen, ich hab in die Chemie Kiste gegriffen.
Ich weiss leider aus leidvoller eigener Erfahrung, dass Hitze und die Hausmittelchen vielleicht gut für die Umwelt sind, aber potentiell nicht ganz so gut für mein Haus. Da bin ich leider Pragmatisch.

Also:
Alle Stellen weggeaxt, die zerfressen, tiefere Bohrgänge mit Cypermethrin halting Mittel ausgefüllt und die befallenen Balken damit noch einmal gestrichen. Dann bei den offensichtlich aktuellen Stellen noch einmal mit der Wärmelampe die Stellen, auch Innen auf über 60 Grad erhitzt. Seit einer Woche ist ruhe.

Jetzt meiner Frage. Kann es sein, dass jetzt im Herbst noch schlüpffähige Eier, bzw. Puppen irgendwo im Holz schlummern und irgendwann alles von vorne beginnt?
Oder anders gefragt, weiss jemand, wie lange die Pupppen und Eier ruhen können.
Das die Raupen bis zu 18 Jahre knappern weiss ich. Aber die hab ich offensichtlich erwischt. Aber wenn die Eier auch länger im Holz bleiben können muss ich nochmal mit Holzschutzmittel drüber und das möchte ich möglichst vermeiden.

Vielleicht weiss jemand Rat. Vielen Dank im vorraus

Andreas



Holzwurm und Co



Bitte mal hier nachlesen vieleicht beantwortet das ihre Fragen.

http://www.holzfragen.de/seiten/tab_insekten.html

Mfg.Peter Schneider





Danke für die schnelle Antwort. Leider nein. Diese Seite kenn ich und sie beschreibt die Zeitstrecke der Raube, aber nicht die in der der Käfer in der Eier, bzw. der Puppenform verharrt.
Warum ich da so nachfrage. Potentiell sind insekten in der Pupe bzw im Eierstadium gegen Holzschutzmittel widerstandsfähiger. Wenn es also der Fall ist, dass sie zb. in Puppenform auch ein paar Monate oder Jahre verharren, hat es keinen Sinn, wenn ich meine Decke wieder schliesse. Dann fang ich zu Weihnachten wieder von vorne an.
Gruss Andreas



Holzzerstörer



Hallo Andy
einen gefiederten Nagekäfer gibt es nicht. Fraßgeräusche kann man beim Hausbock manchmal hören. Im Oktober schlüpft nichts mehr. Wie sahen denn die Ausfluglöcher aus?? Und bekämpfende HSM auf das Holz Streichen oder spritzen?? wenn du schon dein Dach vergiftest, dann bitte mit Sinn und Verstand. Hitze ist gut wenn du eine Larven erwischst.


Gruß Kai





Hi Kay.
Hast natürlich recht. Gefiedert ist er nicht. Gekämmter Nagekäfer.
Die Ausflugslöcher sind 1 bis 2 mm gross, aber eher kleiner. Teilweise dunkel, aber teilweise auch mit Holzmehr verstopft. Das wär für den Hausbock wohl zu klein? Nein gesprüht hab ich nicht. Ich habs gestrichen bzw. mit einer Spritze aufgetragen und in die Löcher gefüllt.
Gruss Andreas



Da fragt man sich nun,



ob, rein statistisch betrachtet, Käfer oder Menschen nun die größeren Holzschädlinge sind.

Erst machen und dann fragen ist jedenfalls kein Erfolgsrezept. Eine Durchwärmung des Holzes mit einer Lampe erscheint mir praktisch kaum möglich, Holz ist thermisch sehr träge.

Vielleicht dochj besser 'mal einen qualifizierten SV da draufschauen lassen?

Kopfschüttelnde Grüße

Thomas





Danke für den Hinweis auf Professionelle Hilfe. Der ist sicher gut gemeint, aber die hatte ich bei meinen alten Haus in Bezug auf Holzschädlinge. Und zwar 2 mal in 4 Jahren. Mit dem Ergebnis, dass ich schlussendlich eine neuen Dachstuhl brauchte.

Ich hab da leider nicht die besten Erfahrungen gemacht. Viele der Professionellen Firmen, die ich im Haus hatte geben vor zu wissen wies geht, und bieten dann doch nur ihre Standart Lösungen an, die dann leider nicht zu dem Ergebnis führen die man, und sie selbst erwartet. Und schuld ist dann natürlich, das Klima, oder der Kunde oder die Holzfeuchtigkeit oder das Holz selbst. Es mag die Leute geben, die wirklich mein Problem lösen können, aber die hab ich bis jetzt nicht gefunden, und ein try and error will ich mir bei dem Haus nicht leisten.

Ich weiss natürlich nicht wirklich, ob ich das besser mache, aber ich nehm mir dafür zumindest mehr Zeit und ich versuch mich auch besser zu erkundigen. Deshalb die Frage, wie lange das Puppenstadium bzw, die Eiphase dauert. Das konnte mit nämlich bis jetzt keiner der angefragten Professionisten beantworten. Und meine Liste ist lang.

Was die Wärmelampe betrifft. Ich hab mit einem geeichten Thermofühler eine Kerntemperatur von 63 Grad gemessen. Ich denke, das sollte reichen.

Vielleicht noch einmal die Frage ins Forum. Weiss jemand, wie lange das Puppen bzw. das Eierstadium dauern kann.

Danke Viele Grüsse Andreas



Richtig:



"Ich weiss natürlich nicht wirklich, ob ich das besser mache,..."

Im Gegensatz zu Ihnen haben die Schädlingsbekämpfer aber vermutlich theoretische und praktische Fähigkeiten zum Thema. Ihr Dachstuhl ist letztendlich auch nicht von den Holzschutzfirmen ruiniert worden, oder?

Ich riet außerdem zur Hinzuziehung eines Sachverständigen. Das ist NICHT eine Firma, die halt ihr Lieblingsverfahren jedermann auf das Auge drücken will, sondern ein unabhängiger SV, der das Schadbild aufnimmt und eine geeignete Sanierungsvariante vorschlägt. Er wird Ihnen auf Wunsch seriöse Firmen für die Ausführung empfehlen. Schwarze Schafe gibt es halt leider auch in dieser Branche.

Grüße

Thomas



Holzschädling-Ratespiel



Hallo,

einiges passt da nicht zusammen. Der Gekämmte Nagekäfer befällt nur Laubhölzer, welche in der Regel in Dachstühlen nicht zu finden sind. Nagegeräusche passen zum Hausbock, die Ausfluglöcher sind aber zu klein. Den Gemeinen Nagekäfer kann man wie alle Nagekäfer ohne technische Hilfsmittel nicht hören. 18 Jahre leben die Larven auch nicht, eher 2-4 (bis max. 10).

Also Vorsicht vor gefährlichem Halbwissen.

Zahlreiche 1-2 mm durchmessende Ausfluglöcher stammen meistens vom Gewöhnlichen Nagekäfer. Ob nun Lebendbefall vorliegt oder nicht ist auch für den Fachmann nicht immer einfach festzustellen. Mitunter helfen nur langwierige Monitoringmaßnahmen.

Die Kerntemperatur zu messen, ist nicht so einfach. Es kann nicht schaden, eigene Messungen auch mal zu hinterfragen (z.B.: Ist die Bohrung nach außen ausreichend wärmeisoliert? Wird kein Wärme über die Sonde an die Messspitze übertragen?). Ich gebe das nur zu bedenken, weil es sehr schwierig ist, einen großformatigen Balken bei einseitiger Bestrahlung so weit aufzuheizen.

Zur Frage:
Die Schlupfzeit des Gewöhnlichen Nagekäfers beträgt 2-3 Wochen. Für die Verpuppung benötigt die Larve am Ende Ihres Lebenszyklus 2-4 Wochen.
[Sutter (1992): Holzschädlinge an Kulturgütern erkennen und bekämpfen]

Gruß
Boris Blenn



Seit einer Woche Ruhe ...



... bei aller Diskussion um gefiederte Nagekäfer, die dann als gekämmte erkannt wurden ... (am Morgen bin ich da auch immer etwas eitel ...)

Ich würde es jetzt dabei lassen und nicht noch mehr Gift unqualifiziert ins Haus bringen. Wenns dann wieder los geht - ja, dann geht's halt wieder los und man kann neu überlegen.

Wenn Du aber so weitermachst, dann überleben Dich das Gebälk und vielleicht auch die gekämmten Käfer sowieso.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Eigenmedikation


Hausbock (Hylotrupes bajulus)  hier die Larve

Lieber Andi
Um deine eigentliche Frage (Kann es sein, dass jetzt im Herbst noch schlüpffähige Eier, bzw. Puppen irgendwo im Holz schlummern und irgendwann alles von vorne beginnt?) zu beantworten:

Nein!
Die Eilarven schlüpfen ca 10 - 20 Tage nach der Eiablage


Ansonsten halte ich die Einwände der Forumsmitglieder, die sich um eine Stellungnahme bemüht haben, für durchaus berechtigt:

# Die Bestimmung des Holzschädlings kann so nicht stimmen

# Man geht zu einem versierten Holzschutzsachverständigen oder sucht sich zumindest einen seriösen und erfahrenen Holzschutzspezialisten um eine geeignete Strategie zu finden.
Ich suche ja auch zuerst einen Arzt auf und lasse mich untersuchen und gehe erst dann zum Apotheker der mir die Medizin verkauft.

# Deine Vorgehensweise erscheint mir eine wenig sonderbar und mit vielen irrigen Annahmen behaftet. Aber vielleicht hast du ja Glück gehabt und das Problem zufällig beseitigt. Eine fachlich fundierte Bekämpfung schaut allerdings anders aus.

# Das du mit den "professionellen Firmen" kein Glück hattest, tut mir leid. Trotzdem gibt es versierte Holzschützer die verantwortungsvoll und erfolgreich ihren Beruf ausüben, man sollte sich jedoch den Spezialisten (wie auch bei den Ärzten) gut auswählen.
Im übrigen finde ich auch immer wieder Betroffene die eine gewisse Beratungsresistenz zeigen und nur ihre vorgefasste Meinung und zusammengebastelte Eigenstrategien bestätigt haben wollen.

Gruß

L. Parisek





Danke, Herr Pariasek, für die Auskunft.

Das wollte ich wissen.

Es kann ja sein, dass den Fachleuten und Professionisten die Laien auf die Nerven gehen, die versuchen selbst was zu machen, wie das offensichtlich bei den Vorschreibern der Fall war. Das ist Schade.

Besonders weil ich nur eine Frage bezüglich Puppen und Eistadium gestellt habe und keine Schädlingsbedämpfungs Strategie haben wollte.

Vielleicht mein Fehler, dass ich zuviel von meinen Fall geschildert habe.
Vielleicht auch mein Fehler, dass ich hier gefragt habe.

Bei ihnen Herr Pariasek möcht ich mich trotzdem noch einmal herzlich für die Beantwortung meiner Frage bedanken.

mfg Andreas