Klopfkäfer




Auf der Suche nach Antworten bin ich hier ins Forum gelangt, Antworten auf die Frage, was Klopfkäfer mit meinen Balken machen habe ich bisher nicht gefunden. Die akustische Belästigung würde ich angesichts des Aufwands, die eine Beseitigung erfordern würde, ignorieren oder überschallen, aber was steht mir an Schäden ins Haus?



Xestobium rufovillosum



Hallo Mike Holzauge,
Was macht Dich so sicher, dass Du gerade den gefunden hast?
Der Bunte Nagekäfer, Gattung Anobien, volksmündlich auch Klopfkäfer genannt, ist ein Spezialist für Laubholz mit Pilzvorschädigung.
Das würde heissen, Du hast nicht nur ein Problem!
Das zweite, meist größere Problem ist die Pilzschädigung im Holz, ergo irgendwas könnte Faul oder morsch sein.
Klopf- oder Nagegeräusche hingegen lassen sich auch beim Hausbock hören.
Also mal Fakten auf den Tisch: wie groß sind die Löcher, welche Holzart ist befallen, wie könnte man das Geräusch beschreiben?
Erst dann kann man eigentlich auch ein paar Hinweise zur Sanierung ableiten.
Anbei noch ein netter Link:
http://www.holzfragen.de/seiten/prinzversion.php?datei=/srv/www/htdocs/spiegel_h_de/htdocs/seiten/Xestobium_rufovillosum.html
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



Klopfkäfer



Hallo Mike,
wenn es denn der Kamerad ist, würde ich etwas dagegen tun. An meinem Haus war der Kumpel auch zu Gange (allerdings vor meiner Zeit) hat mir aber ordendlich Arbeit (und Kosten) beschert.

[pubimg 11177]

Hier ein älterer Beitrag zu dem Thema:



---Forenreferenz-----------
alter Käferbefall -
Hallo Gemeinde,
bei der Sanierung unseres Fachwerks (Eiche) fiel mir ein massiver, aber alter, Käferbefall auf.
Die Schwellbalken waren durch Feuchtigkeit und Insektenfrass nur noch zu ca. 20 % erhalten.

In diesem Bereich waren fast alle Ständer und Streben, teilweise bis 50 cm Höhe vollkommen durch Käferfrass zerstört. Dort war eine Vielzahl von toten Käfern zu finden, die ich einmal fotografiert habe. In meinem Profil sind noch einige mehr Bilder davon.
Die Käfer sind etwa 8 mm lang und mattschwarz. Die Löcher, bzw. Gänge haben einen Durchmesser von 3 mm
Ich gehe davon aus, dass in Vergangenheit einmal gegen die Tierchen vorgegangen wurde. Was bringt einen Käfer sonst dazu sich als seine letzte Ruhestätte seine Gänge ausszusuchen?

Nun meine Frage(n):
-kann mir jemand sagen um was für einen Käfer es sich handelt?

- kann nun, nach Ersatz der schadhaften Bereiche, mit einem neuen Befall gerechnet werden?

Vielen Dank schon mal im Voraus!
Gruß
Martin Wittwar mehr ...
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Gruß
Martin



Klopfkäfer



Hi, danke für die Antwort, das schliesst den Klopfkäfer wohl schon aus. Die Klopfzahl liegt bei 2-3/sec, etwa 5 sec lang,
kurze Pause. Die Balken (Eiche) sind alle nach mindestens einer Seite offen, auch die Schwellen. Ausserdem ist das Haus, zumindest an diesen Stellen, knochentrocken. Spuren (Mehl, Löcher) sind keine vorhanden.



Ich weiß: Bange machen gilt nicht!



Hallo Mike,

auch unser Fachwerk ist aus Eiche, nach Außen "offen", und augenscheinlich trocken.
Fast alle der schadhaften Ständer und Streben sahen von Außen gut aus. Der Schaden trat von Innen nach Außen auf.
Aus meiner Sicht aufgrund eines falschen Innenwandaufbaus, gepaart mit aufsteigender Feuchtigkeit.

Wie ist der Wandaufbau bei euch?

Die Feuchtigkeitsquelle von Unten wurde in früheren Jahren bereits beseitigt, was wohl zu einer Außtrocknung der Balken, und somit zu mangelnder Besiedlungsfähigkeit durch den Käfer führte.

Ich denke, da solltest ihr wohl einen Fachmann hinzuziehen, der den Übeltäter ermittelt und ein entsprechendes Konzept zur "Bekämpfung" erstellt.

Nage- und Klopfgeräusche sind nichts Gutes und erfordern aus meiner Sicht ein relativ schnelles Handeln!

Gruß
Martin

P.S. Ich hoffe, du hast nicht all zu sehr mit deinem Motto "zu kämpfen"!



Zerstörungsarm.



Da hat der Martin Wittwar mindestens zweimal recht: Ruhe bewahren, aber nicht zögerlich sein und vorne hui, hinten pfui.
Um nicht alles gleich völlig zu zertrümmern und kaputt zu hauen auf der Suche nach den klopfenden Schurken gibt es ein paar Untersuchungsmethoden wo Du überlegen solltest, Dir dabei von Profis helfen zu lassen.
Beispielsweise Bohrwiderstandsmessung. Hier wird mit einer dünnen Nadel der Bohrwiderstand bemessen und als Kurvenstreifen ausgegeben, da die Stichfestigkeit durch Schädigungen sofort rapide herabgesetzt wird. Das hat gerade beim Fachwerk ziemliche Vorteile, weil nur ein Miniloch dabei produziert wird. Fakt ist jedoch, dass man einerseits mit Verstand bohren muß um nicht auf Risse oder Löcher in Holzverbindungen herein zu fallen, andererseits muß man den Kurvenstreifen auch lesen können, ergo Sache für Leute mit diesbezüglicher Erfahrung.
Hier aus dem Forum fallen mir direkt schon etwa drei Mitglieder aus deinem erweiterten Umfeld ein, die Dir da weiter helfen könnten: Ulrich Arnold, Hans-Joachim Rüpke und Andreas Vollack.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



Für eine erste "Diagnose"...



...hilft auch ein simpler Hammer. Balken klopfen, gewissermaßen.
Ich habe es bei meinem Fachwerk auch probiert und war sehr erstaunt, wie "präzise" schadhafte Bereiche zu "hören" sind.
Da ich den ganzen "Krempel" selbst saniert habe, konnte ich mir ein Bild vom "Klang" und der tatsächlichen Auspreitung des Schadens machen.
Jedesmal ein "Volltreffer". (Hat mir aber auch nur wenig genutzt, da der Schaden eben doch etwas "größer" war. Aber der Lerneffekt war schon gut)

Bei der Schädlingsanalyse und -bekämpfung hilft das natürlich nichts. Da ist fachmännische Hilfe absolut angesagt. Die Forumsmitglieder die mein "Namensvetter" nannte (hallo Martin), sind sicher eine gute Adresse!
Bei mir waren die "Käferkameraden" aber schon ausgezogen. Von daher ging es "nur" noch um Schadensbeseitigung und nicht um Schadensbegrenzung.

Grüße in den Abend
Martin