rot/braune Käfer im Keller




Guten Tag,
ich habe ein riesiges Problem. Da ich einen Kaminofen besitze, habe ich auch ein gewissen Holzvor-rat angelegt. Nun habe ich das Problem, dass ich eine regelrechte Käferplage habe. Die Käfer sind rot/braun ca. 1,5 cm lang und können fliegen. Bei meine Recherche im Internet bin ich auf mehrere Möglichkeiten gestoßen. Ich vermute aber das es sich um scharlachrote Feuerkäfer handelt. Diese Käfer sind im eigentlichen Sinne ja keine Schädlinge aber, da mein Holz direkt neben meine Terasse steht, ist es mir leider nicht mehr möglich auf der Terasse zu sitzen. Was kann ich tun? Gibt es irgendwelche Mittel diese Käfer zu bekämpfen?
Nisten diese Käfer auch in verbautem Holz? Bitte helfen Sie mir!

Vielen Dank



Brennholzkäfer



Hallo !

Ist das Eichenholz, ca. 2-3mm große Ausflugslöcher nur in der Rinde? Fraßgänge direkt unter der Rinde? Die Käfer fliegen sehr langsam und krabbeln praktisch nicht ?
Dann sollte das der Rothaarbock sein, so sagte mir ein Förster. Befällt normalerweise nur berindetes, noch feuchtes, totes Eichenholz. Wenn es jetzt ein paar Tage warm ist, zeigen sich die Viecher.
Wenn Das Holz direkt neben der Terasse liegt oder sogar drinnen gelagert ist, kann das natürlich lästig sein.
Tja, was da hilft, Tip vom Förster: "Wenn Du das Holz verbrennst, ist auch der Käfer tot" ;-)


Karsten



Rothaarbock (Pyrrhidium sanguineum)



Hallo Nirastde
Vor jeder weiteren Äußerung wie z.B. die Vermutung auf Rothaarbock sollte doch zumindest ein Foto von deinem Käfer vorliegen.
Hier z.B. eine Beschreibung des Rothaarbockkäfers(Pyrrhidium sanguineum). Aber pass bitte auf, für einen Laien schauen die Kerle alle ähnlich aus.

Beschreibung
Die Käfer werden 8 bis 12 Millimeter lang. Der flache und breite Käfer ist schwarz bis braunschwarz gefärbt und hat gelbrote oder gelbbraune Flügeldecken. Diese sind auch wie das Halsschild samten rot behaart. Das Halsschild ist querliegend und besitzt an der Seite einen großen dreieckigen Höcker. Die Antennen sind bei den Männchen körperlang, bei den Weibchen reichen sie bis zur Hälfte. Die Weibchen sind aber deutlich größer als die Männchen, deswegen haben sie ungefähr gleich lange Antennen. Die Beine haben breite Schenkel.


Vorkommen
Sie kommen von April bis Juni in großen Teilen Europas, in Nordafrika, Klein- und Vorderasien in Eichen-, Laubwäldern, Gärten und auch in der Nähe von Holzlagern vor. Die Käfer schlüpfen häufig im Winter aus Kaminholz, wenn es mehrere Tage in warmen Räumen gelagert wird.


Lebensweise
Die Eier werden in die Risse von trockenen halbstarken Eichenästen oder anderen Laubbäumen (Buche, Hainbuche, Ulme oder Obstbäume) gelegt. Die Larven entwickeln sich zuerst unter der Rinde dringen später drei bis sechs Zentimeter tief ins Holz ein, indem sie sich nach ein bis zwei Jahren verpuppen. Die Käfer leben auf den bevorzugten Bäumen.



Rothalsbock (Stictoleptura rubra)



Nur zur Verdeutlichung hier rechts ein Rothalsbock (Weibchen) (Stictoleptura rubra)

Merkmale
Die Käfer werden zehn bis zwanzig Millimeter lang. Bei den Geschlechtern gibt es starke Unterschiede in der Färbung und Gestalt (Sexualdimorphismus). Die Rothalsböcke sind leicht mit Vertretern ähnlicher Arten zu verwechseln.


Weibchen
Die Flügeldecken (Elytren) und der Halsschild des Weibchens ist leuchtend rotbraun gefärbt. Der Kopf ist schwarz. Die Fühler sind mittellang und schwach gesägt.


Männchen
Die Färbung der Männchen variiert. Die Flügeldecken sind ockergelb und der Halsschild ist ganz oder teilweise schwarz. Die Fühler sind deutlich stärker gesägt. Die Männchen sind kleiner und schlanker als die gedrungeren Weibchen.


Lebensweise
Die ausgewachsenen Rothalsböcke (Imagines) ernähren sich von Pollen und Blütenteilen, wie den Staubgefäßen, Stempeln oder Blütenblättern von Dolden- oder Korbblütlern. Die tagaktiven Käfer fliegen von Juni bis September. Die Tiere sind auf waldnahen Wiesen und auf Lichtungen auf Dolden- und Korbblüten zu finden. Ferner kann man sie auf Totholz wie Baumstümpfen von Nadelhölzern antreffen. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas - in Großbritannien nur lokal vertreten - Nordafrikas und Asiens bis Sibirien. In Nordamerika wurden die Rothalsböcke eingeschleppt und stellen somit dort Neozoen dar. Sie sind sowohl im Tiefland, als auch im Gebirge häufig zu finden.


Larvalentwicklung
Die Larven der Rothalsböcke ernähren sich xylobiont von totem Nadelholz, bevorzugt von Fichten und Kiefern. Daher legen die Weibchen ihre Eier an Stubben und totem Rundholz ab. Die Larven entwickeln sich in zwei Jahren im Holz des verrottenden Wurzelwerkes oder der Rundhölzer und verpuppen sich nah am Holzrand. Sie können an Holzhäusern großen Schaden anrichten.