rhytmisch Geräusche unterm Fussboden und aus der Decke




Seit einiger Zeit vernehme ich in unserem Fachwerkhaus seltsame Geräusche. Es handelt sich dabei um ein rytmisches Knipsen, ungefähr so als ob man mit den Fingernägel knipst. Das Knipsgeräusch tritt ca. 5 mal kurz hintereinander auf, dann gibt es eine kurze Pause von etwa 5 Sekunden und dann geht das ganze wieder von vorne los. Wenn ich mich im Raum bewege hört es kurz auf. Bei Stille setzt es wieder ein. Dieses Geräusch kommt aus mehreren Ecken und ich habe fast den Eindruck, ob da irgendwer miteinander kommuniziert. Angefangen hat es hinter einer Holzverkleidung unter der Fussleiste. Hier fiel mir auf dass dort auch Dreck hervorgefödert wird. Holzspäne ist dort aber nicht zu sehen. miitlerweile kommte aber auch vom Fussboden und aus der Decke.
Beim Haus handelt es sich um ein Fachwerkbau von ca. 1900. Das Fachwerk ist aus Eiche, die Deckenbalken aus Kiefer. Der Fussboden ist ebenfalls aus Kieferholz. Die Gefache nach außen sind mit Ziegel ausgemauert und innen mit Lehmstrohgemisch. Der Dachstuhl war früher mal mit Holzbock befallen. An einigen Stellen ist teilweise noch fischer Holzstaub zu finden, aber nicht unbedingt dort wo die Geräusche auftreten.
Hat jemand eine Idee, wer oder was die Greäusche verursacht.

Hoffe auf Antworten. Danke.



Fraßgeräusche



Vermutlich verursacht der Hausbock die Geräusche beim nagen.

Grüße aus Schönebeck



Holzbock?



Danke für die schnelle Antwort.
Bisher wurden die Geräusche des Holzbocks beim Nagen anders beschrieben (eher knirschend). Das macht mich etwas stutzig. Unser Geräusch ist wirklich penetrant rhythmisch. und nervt dadurch total. Ein rhythmisches Geräusch wird ja dem Pochkäfer nachgesagt, der damit die Weibchen anlocken will. Das entspricht auch dem erwähnten kommunizierenden Eindruck. Jedoch soll der Pochkäfer ja vorwiegend pilzbefallende Eiche bevorzugen. Wir haben jedoch keine Probleme mit Feuchtigkeit. Es riecht in dem betroffenen Raum auch nicht muffig. Das Balkenwerk beginnt einem Meter über dem Boden und lagert auf einem Feldsteinfundament.
Im Sommer sehen wir in der Nähe des Hauses oft viele Hornissen. Können die solche Geräusche machen?





Hallo,

der Pochkäfer klopft erst wenn er ein Käfer (Vollinsekt) ist, dafür ist es jetzt eigentlich noch zu früh.
Vom Hausbock kann man durchaus, solange man sich ruhig verhält, Fraßgeräusche hören.
Er befällt nur Nadel(Splint)holz.

Grüße aus Schönebeck



Das klingt ganz nach dem gescheckten (bunten) Nagekäfer,



im Volksmund auch "Totenuhr" oder Klopfkäfer genannt.

Die Männchen versuchen, im Frühjahr, mit diesem rhythmischen Klopfen ihre Weibchen anzulocken.

Hier gibt es nähere Informationen:

http://www.holzfragen.de/seiten/Xestobium_rufovillosum.html

Prinzipiell tritt dieser Käfer eigentlich nur dort auf, wo bereits Vorschädigungen des Holzes durch Pilze vorhanden sind. - Also kurz gesagt: Ursachenforschung betreiben. Der Käfer an sich ist nicht das Problem, sondern wohl eher die Vorschädigungen.

Lesen Sie sich den Bericht auf "holzfragen.de" durch, dann wissen Sie mehr und auch was zu tun ist.

Viele Grüße
Achim Hecke



Danke für die schnellen Antworten.



Ich werde mich nun auf die Suche nach faulige Holzstellen und weiteren Indizien begeben. Die auf www.holzfragen.de/seiten/Xestobium_rufovillosum.html abgebildeteten Kotausscheidungen kommen mir jedenfalls sehr bekannt vor.
Da es sich bei dem Fachwerkhaus um ein "Ferienhaus" handelt, komme ich leider erst in etwa 4 Wochen dazu.
Falls ich etwas herausfinde, werde ich davon hier berichten.



Totenuhr



Hallo,
ich vermute auch, dass es sich hier um den Bunten/Gescheckten Nagekäfer (manchmal auch Pochkäfer oder Totenuhr genannt) handelt. Die Schlupfzeit der Käfer ist etwa April bis Juli - nur wissen das die Käfer nicht immer und kommen auch mal früher oder später raus. Z.B. wurde ich am 1. April durch Klopfgeräusche auf einige Exemplare aufmerksam, die irgendwann in der zweiten Märzhälfte aus einer meiner Holzproben geschlüpft waren.

Obwohl in der Literatur Schlagserien von durchschnittlich 12 Schlägen angegeben sind, haben sich meine Käfer deutlich kürzer gefasst. 5-6 Schläge habe ich gezählt. Anbei ein Schnappschuss eines Bürogastes.

Befallen wird hauptsächlich pilzbefallenes oder pilzvorgeschädigtes Holz. Dass im Innenraum kein pilzlicher Geruch wahrgenommen werden kann, hat keine Aussagekraft.


Gruß aus BS
Boris Blenn



Feuchte Schwelle



Nachdem von außen nichts zu sehen war und die Schwelle einen guten Eindruck macht, habe ich die Holzverkleidung im Innenraum abgenommen sowie die ersten zwei Dielen entfernt und mir die Eichenschwelle von innen angesehen. Sie war sehr naß und an der Unterseite an einigen Stellen ziemlich weit weggegammelt. Den gescheckten Nagekäfer konnte ich nicht entdecken, jedoch jede Menge Ameisen. Ursache der Nässe ist, dass unter der Schwelle keine Fundamentspappe liegt, die Schwelle mittig auf der Rollschicht liegt, so dass Regenwasser unter die Schwelle fließen kann und dass der Dielenboden bis unter die Dielen mit Sand aufgefüllt ist, so dass keine Luft an der Schwelle und unter den Dielen zirkuliert. Die Erbauer hatten zwar alle 1,5 Meter kleine Tonröhren in die Rollschicht eingemauert, jedoch was nützt das, wenn die komplett mit Sand verstopft sind. Auf der Oberfläche des Sandes lagen maßenhaft kleine "Sandkügelchen", die ich nicht einwandfrei als Kot des Klopfkäfers indentifizieren konnte.(Das Bild auf der Seite http://www.holzfragen.de/seiten/Xestobium_rufovillosum.html sieht etwas anders aus). Die Balkenlage für die Dielen war etwa die ersten 20 cm zur Schwelle hin komplett weggefressen.
Die Klopfgeräusche waren nun nicht mehr zu hören. Was natürlich auch daran liegen kann, dass die Paarungszeit vorbei ist.
Ich habe nun den Sand im Bereich der Schwelle entfernt, die Tonröhren freigelegt und das verfaulte Holz abgekratzt, so dass die Schwelle erstmal trocknen kann. Ich hoffe, dass nun auch die Ameisen verschwinden. Können die Ameisen auch für die Geräusche verantwortlich sein?



staublaus macht geräusch wie klopfkäfer alias totenuhr



die geräusche die hier beschrieben werden (fortlaufende 5-fache knipsgeräusche getrennt von relativ konstanten pausen) habe ich auch ab und an in der Wohnung (150 jahre altes fachwerk) vernommen. heute nacht lag ich im Bett und habe mit kopfhörern film geschaut, als plötzlich wieder dieses besagte Geräusch auftauchte, welches erstmals sehr laut und sehr nah erschien. es kam erstaunlicher weise aus den kopfhören ! ich habe natürlich sofort meine chance gesehen dieses rätsel ein für alle mal zu lösen und die kopfhörer demontiert. alles was ich darin fand waren ca. 10 kleine (ca. 2mm große) insekten, die ich anhand dieses forums als staubläuse identifizieren konnte. die meisten davon schwarz, aber auch zwei helle darunter. die identifikation dieser insekten war mein urpsrünglicher grund dieses forum zu besuchen - womit sich der kreis wieder schliesst.

ich schreibe das um die sachverständigen, die holzkundler und die anderen experten darauf aufmerksam zu machen, bei solchen geräuschen auch eine staublaus in betracht zu ziehen.
meine kenntnisse insekten betreffen sind nicht ausreichend, um zu erklären wie und warum diese kleinen tierchen ein solches geräusch machen, aber es steht defacto fest dass sie es tun. eine falsche Bestimmung des insekts kann ich nicht ausschliessen, halte diese aber für sehr unwahrscheinlich. ich vermute ohnehin dass man es nur hört wenn sich die staubläuse auf einem ausreichend großen resonanzkörper befinden, sonst könnte ich vermutlich vor lärm nicht schlafen, denn im bereich der fensterbänke sind eine vielzahl dieser tierchen.

ich hoffe geholfen zu haben.



Staublaus oder Pochkäfer



Vielen Dank für Ihren Hinweis. Leider konnte ich bislang noch kein Insekt in Augenschein nehmen, dass bei mir für die Geräusche verantwortlich ist. Da die Geräusche jedoch jetzt im Frühjahr deutlich abgenommen haben, führe ich das auf den mittlerweile getrockneten Balken Balken zurück.