Umbau von Kachelöfen zu Strahlungs-Heizkörpern - Erfahrungen?

04.11.2007



Hallo,

folgendes Problem. Habe Fachwerkhaus erworben und versuche die Heizproblematik zu lösen: Holz-geheizte Kachelöfen müssten alle saniert werden. Wegen neuer Feinstaubverordnung (ab ca. 2008) können die neuen Werte nur durch Komplett-Neuaufbau erreicht werden (neuer Einsatz) - dann aber auch nur bis 2014 im gültigen Messbereich. Kosten weit über 10000€.
Alternative wäre z.B. Holzvergaser-Zentralheizung incl. Schornsteineinsatz - würde die gesetzlichen Feinstaub-Bestimmungen schon heute auch für die Zeit nach 2014 erfüllen.
Frage: wäre es denkbar, die schönen Kachelöfen stehen zu lassen und als (strahlende) Heizkörper umzubauen? Habe mal
überschlagen - Wärmetauscher bei 70 Grad - ca. 40 m Kupferrohr - Erfahrungen oder Neuland ?



Welche Verordnung?



Hallo,

welche Verordnung meinst Du? Unter "Feinstaubverordnung" finde ich nur etwas für Autos im Netz.

Ein richtiger Kachelofen hat eine Oberflächentemperatur von 150 Grad.



Umbau von Kachelöfen zu Strahlungs-Heizkörpern - Erfahrungen?



ich meine die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (Novelle)
- meine Ofenbauer ist verzweifelt. Danach gibt es noch keine richtige Kachelofenlösung, die bis über 2014 hinwegträgt. Lösungungen mit Feinstaubfiltern im Kamin
wären denkbar - aber es gibt noch keine zugelassenen Systeme! (übrigens: früher hat der Entwurf eines neuen Gesetzentwurfes ca. 3 Jahre gedauert - bis alles abgecheckt war - vielleicht geht es heute manchmal zu schnell)



und alte Öfen?



Aha. Soeben die FAQ gelesen.

Wie alt sind Deine Öfen? Alles vor 1950 sind Oldtimer und habe keine Grenzwerte....



so alt wohl nicht...



erst mal herzlichen Dank, daß Du Dich so engagierst!!!
Die Öfen sind vermutlich später aufgestellt worden.

Sehe mehrer Konflikte.
1. Heizen mit Holz ist CO2-mäßig optimal.
2. Feinstaubemission ist ohne Brennräume neuer Technologie bei Holzbrand beträchtlich - möchte das auch reduzieren (Luftkurort)
3. Umrüstung bestehender Kachelöfen sehr aufwendig/teuer und für die Forderungen nach 2014 praktisch noch gar nicht möglich.
4. Hocheffiziente Verbrennung geht vermutlich immer mit niedrigen Abgastemperaturen einher, heisst Auskleidung des Kamins.
Der Gesetzentwurf ist hier zu wenig differenziert(Abstufung Immisionswerte!)
Habe mit der Gemeinde gesprochen - die würden das unterstützen, wenn ich initiativ würde, die Problematik bei den Zuständigen einzukippen (Differenzierung, Förderprogramm,...)... weiß natürlich nicht, ob ich als Nichtpolitiker da was bewirken kann.

Zum Schluß noch zurück zu meiner Ursprungsfrage. Die 150 Grad kann ich mir für die Oberfläche des Ofen nicht vorstellen. Dann müßte man sich ja verbrennen?



Habe mich vor Schreck selbst mal bischen eingelesen!



So wie ich es verstanden habe, kann man bei Kachelöfen durch Messung das Erreichen der Grenzwerte nachweisen ODER einen Filter nach Stand der Technik einsetzen lassen. Das die Grenzwerte mit Filter kommen müssen stand nicht da. Deshalb wohl "Stand der Technik".
Bin dabei über eine Firma für solche Filter"gestolpert" morecat.de. Vielleicht Wissen die mehr?
Wenn du was herausgefunden hast, kannst du ja 'mal bitte einen Tipp geben was genau möglich ist. Wäre nett und interessiert bestimmt auch viele.

Gruß Marko

Nachtrag von der Internetseite des Umweltministeriums:

"12. Müssen alle bestehenden Kaminöfen und Kachelöfen ausgetauscht werden?
Keineswegs! Es gibt sicher Feuerungsanlagen, die hohe Schadstoffe emittieren, aber auch welche, die bereits heute die geforderten Grenzwerte einhalten.

Allerdings wird der Betreiber gemäß novellierter 1. BImSchV nachweisen müssen, dass seine Feuerungsanlage die Grenzwerte einhält. Dazu hat er mehrere Möglichkeiten. Er kann die für ihn günstigste Variante wählen.

Er kann eine Bescheinigung des Herstellers vorweisen, die zeigt, dass der Typ der Feuerungsanlage die Grenzwerte auf dem Prüfstand einhält.
Er kann vor Ort prüfen lassen, ob seine Feuerungsanlage die Grenzwerte einhält.
Er kann nachträglich einen Filter zur Reduzierung der Staubemissionen nach dem Stand der Technik einbauen.
Bestehende Einzelraumfeuerungsanlagen, die diesen Anforderungen entsprechen, können zeitlich unbegrenzt weiterbetrieben werden. Die restlichen Einzelraumfeuerungsanlagen unterliegen einem lang angelegtem Austauschprogramm."



Kacheln



Der originale Kachelofen hat Kacheln aus unglasierter Keramik. Die Wärmeleitfähigkeit ist so schlecht, dass die Abkühlung durch die Hand ausreicht, um Verbrennungen zu vermeiden.

http://www.sancal.de/sites/holzofen.htm



Schornsteinfilter bei Kaminen mit Holzfeuerung



Vielen Dank für den Hinweis!

Habe die Fa. moreCat bez. Infos/Lieferbarkeit angemailt.
Lt. Homepage verwendbar nach Anwerfen des Ofens, danach
Feinstaubminderung um ca. 50%, andere Abgase ca. 75%. In Ofenrohr einsetzbar. Auswaschbar. Geringer Druckverlust (Wert=?). Preis angefragt.
Vielleicht in Kürze mehr Infos.



Vorm Kauf die Rücksprache mit Ofenbauer und Schornsteinfeger nicht vergessen!



Nicht dass hinterher dann die Lösung doch nicht zulässig ist!

Gruß Marko



Katalysator gegen Feinstaub



Hallo - bin jetzt (auf meiner Baustelle) wieder am Netz. Habe Infos zu dem Katalysatoreinsatz. Zur Zeit ist das System noch in der Zulassung und nicht lieferbar. Das System wird als herausnehmbarer Einsatz in das abgehende
Ofenrohr eingbaut. Kann herausgenommen werden und
ausgewaschen werden und wieder weiterverwendet werden.