Hilfe!!!

14.07.2011


Hi,

Ich kann Fachwerkbalken, inklusive Nägel, Risse usw. ganz aus Putz machen. Meine Frage an Euch: Ich möchte mich in diesem Bereich selbstständig machen und könnte Häuser, Raume usw. komplett mit diesem system machen. Weiß einer ob für so was einen Markt gibt?

Danke

P.S. Bilder folgen



Wozu?



Sehr geehrter Herr Carson, wozu solll das gut sein? Wer braucht solche Imitationen?
Mit freundlichen grüßen Ulrich Arnold



Kulissenbau



Es gibt doch auch Waldpanorama Tapeten ,Palmenstrandmotiv Türen,Elektrofeuer Kamine,Buchenplasik Laminat,Holzimitat Fliesen......is nicht böse gemeint!

Grüße
Martin





Lieber Herr Arnold,

vielen Dank für Ihre Antwort. Ich kann Ihnen ein paar Gründe geben: Erstens,kann's sich nicht jeder leisten, ein "echtes" Fachwerkhaus zu bauen. Zweitens, wie viele leute malen sich solche Balken an die Wand/Mauer, oder nageln Holzbretter dran, damit die so was ähnliches haben? Drittens und zu guter letzt, was ist wenn man nicht in einem Fachwerkhaus wohnt, aber möchte trotzdem diesen Stil haben? Soll man dann Holzbretter an die Wand nageln? Ich kann mit meinem Zementputz, z.B. Löcher in die Balken machen. Oder Risse, Markierungen mit dem Stuckeisen machen. Ich kann auch Bögen und auch Querbalken reinziehen. All das, für viel weniger Geld. Und, es sieht sehr, sehr echt aus.

Danke Gary



Moin Gary,



sei nicht böse, wenn deine Anfrage hier nicht auf soviel Gegenliebe stösst, meisstens beschäftigen wir uns hier mit originalgetreuen Restaurationen in Material und Erstellung.

Das rating hier ist vermutlich ähnlich wie das von Moody's für irische Staatsanleihen...;-)

Deinen Markt sehe ich eher im gewerblichen Bereich z.B. dort wo Holz aus brandschutztechnischen Gründen nicht möglich und "old-fashioned-style" gefragt ist.

Neugierig wie es aussieht bin ich aber schon, stellst du noch Bilder ein?

Gruss, Boris



Putz ist die Zukunft! :-)



Dank Dir Boris!

ja, ich werd auf jeden Fall, Bilder einstellen.



Jeder nach seinen Bedürfnissen



Guten Tag Herr Carson,
Sie haben natürlich recht. Wenn jemandem solche Imitationen gefallen, soll er sie sich besorgen. Diese Leute wird sicher freuen, dass Sie ihnen helfen können. Ich persönlich mag solche "Materialfälschungen" nicht. Aber der Kunde ist König.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihrer Geschäftsidee.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Imitat



Moin zusammen
Die ganze Semperoper ist so ein Fake und kommt bei den Besuchern gut an. Kann mir also vorstellen das Das was wird.
Gruß Jürgen



@ Jürgen Weiss



Von der Semperoper kennen Sie mehr als die Radeberger-Werbung?

Mir ist der überbordende Lokalpatriotismus der Dresdner wahrlich suspekt, dennoch: Nur weil die grün marmorierten Säulen im Innenbereich (wie auch schon zu Sempers Zeiten) kein Marmor, sondern ein raffinierter Mix aus was auch immer sind, der Marmor imitiert, kann man das Haus nicht als Fake bezeichnen. Da war viel Handwerk beim Wiederaufbau an Bord, und die Fassade ist nicht angeklebt.

@ Gary

Auch wenn ich Dir persönlich wirtschaftlichen Erfolg und Spaß im Job wünsche, hoffe ich dennoch, daß sich die "Imitatis" nicht zur Seuche auswächst. Findest Du kein anderes Projekt, daß Deiner würdig ist?


Grüße

Thomas



@ Thomas W. Böhme



Moin zusammen
" Von der Semperoper kennen Sie mehr als die Radeberger-Werbung? "
Ne ich beziehe mein Wissen nur aus den Darstellung im Werbefernsehen.

Man wollte beim Wiederaufbau nach dem Totalverlust durch ein Feuer, das ursprüngliche Aussehen wieder haben.
Nur war den Leuten auch klar das das so wie es mal war nämlich aus Holz nicht mehr geht, weil's brennt wie Hulle.
Also wurde aus Gips und Farbe eine Oberfläche geschaffen bei der man selbst beim näher hinsehen nur schwer erkennt das es sich nicht um Holz bzw. Marmor handelt.

Dieses ist so gut gemacht das man bei Führungen stolz auf die Imitate hinweist.
Vieleicht sollten sie mal an einer Führung teilnehmen. Auch für Tischler sehr interesant.

@ Gary Carson
Und da das selbst bei so filigranen Oberflächen hinhaut denke ich wird das auch bei Fachwerkbalken hinhauen. Nach meiner Enschätzung wird der Martk überschaubar sein aber es wird ihn geben.

Gruß Jürgen



@ Jürgen Weiss



"Ne ich beziehe mein Wissen nur aus den Darstellung im Werbefernsehen."

Dann sind Ihre Kenntnisse zwangsläufig begrenzt. Zum Beispiel ist Ihnen wohl entgangen, daß die erste Semperoper 1869 ausbrannte, die Zweite Ende der 1870er Jahre eröffnet wurde. Sie sehen heute somit den Wiederaufbau des 1945 durch Bomben zerstörten Wiederaufbaues.

Und Sie dürfen mir glauben, daß ich die Oper als Dresdner Museologe, Restaurator und Musikfreund nicht nur von außen kenne. Die dort angewandten Imitationstechniken sind handwerkliche Meisterleistungen und historisch gewachsen und bewährt. Eine Fachwerkelei aus Putz hingegen ist nicht 'mal dieselbe Liga, sondern ein ganz anderer Sport.

Und ich habe zu Styropor"balken" im Inneren dieselbe Meinung wie zu Putz"balken" an der Fassade: Kitsch und völlig überflüssig.

Grüße

Thomas



Imitat



@ Thomas W. Böhme
Na dann sind wir ja bezüglich der Semperoper einer Meinung.
Da wir die Fachwerkimitation von Gary Carson werder gesehen noch gefühlt haben, finde ich ihre Meinumg zu diesem Thema ein wenig voreingenommen. Wer weis, vieleicht ist sie genauso Genial wie die Imitationstechnike in der Semperoper.
Gruß Jürgen



Gibts doch schon!



Hallo,

einfach mal nach "Fachwerk aus Mörtel" googeln. Der MDR hat dazu auch einen Beitrag bei "einfach genial" gebracht, den man bei YouTube ansehen kann.

Und ja, leider scheint es dafür einen (hoffentlich begrenzten) Markt zu geben. Genau wie für Tapeten mit Fachwerkstruktur. Denn beides sind - meiner bescheidenen Meinung nach - furchtbar hässliche Auswüchse. Es gibt sehr viele erhaltenswerte Fachwerkhäuser die verrotten - und die Leute pappen sich an ein Steinhaus Fachwerk-Mimikry... :-(

Viele Grüße

Dirk





Danke Dirk,
danna habe ich mir, offensichtlich, die falschen infos bei Google engegeben.

Ich werd's mir angucken.



Andere Idee ;-)


Vielleicht sieht das Haus bald so aus?

Ich vermute Du kennst Dich gut mit Putz aus - möchtest Du da nicht lieber Experte für die wunderschöne, denkmalgerechte Sanierung von echten Fachwerkhäusern werden? Auch da gibt es spannende Aufgaben im Bereich "Verputz"...

... ich mein' ja nur ;-)





Bloody hell!

I'm so tired, but this is soooooooo exciting! :)

Also, scheint doch nicht schlecht zu sein, mein Arbeit. :)

Helft mir bitte dabei, eine Weltfirma zu werden! :) xx



Shut up mate,



and bring the pictures......

Oder anders:

Wenn Bilder nix gut, du woanders Weltfirma machen.

;-), Boris



Imitat



@ Boris Webler
schau doch einfach mal in das profil. :-)
Da sind sie.
Gruß Jürgen



@Jürgen Weiss:



Danke, so weit reicht's Hirn bei mir am Sonntag Morgen doch noch nicht.....;-)

@Gary:

Sorry mate, eyes wide shut....;-)

Nicht mein Geschmack, aber wirklich gut gemacht!
Nur die Holzrisse aussen sind nicht ganz "anatomisch korrekt"....

Eine Killeranwendung könnte noch das nachher kaum sichtbare Ausflicken von historischen Balken mit Luftkalkmörtel sein, da wo ein auswechseln nicht lohnt.

Oder wenn in historischen Strassenzügen einzelne Bausünden der 70er wieder angeglichen werden sollen. Da finde ich es auch legitim mit Imitaten zu arbeiten.

Ein grosser Markt wartet evtl. in Japan:

Ein Bauingenieur meinte in einem BBC-Beitrag, dass eine kammartige Massiv-Konstruktion im EG (durch die das Wasser hindurchfliessen kann) plus Holzbauweise in den oberen Stockwerken wohl die einzige Möglichkeit sei sowohl Tsunami als auch Erdbeben zu überstehen.

Damit die traditionelle Optik gewahrt bleibt, könnte da dein know-how gefragt sein......

Good luck, Boris





Cheers Boris,

Ja, das sehe ich ein, das mit den rissen. Ich kann mich aber bessern. :)

Danke für die netten Kommentare.

Shut up mate? Haha! COOOOOL



*seufz*



Ich finds ja toll wenn jemand wie Gary sich selbstständig machen möchte mit neuen Ideen (die wie gesagt nicht ganz so neu ist, es gibt wohl bereits ein Patent oder eine Patentanmeldung dazu! Vorsicht...).

Aber ich bekomm' bei "Fachwerkbalken aus Putz oder Mörtel" Gänsehaut...

Manfred Gerners Buch "Fachwerksünden" lässt jedenfalls grüßen… Tipp: das Buch kann man kostenlos beim Deutschen Nationalkommitee für Denkmalschutz bestellen (http://www.dnk.de/Publikationen/n2359)...

Und ja, ich hab' zum Thema "Rekonstruktion", "Restaurierung" und co im letzten Jahr auch einiges gelesen und gelernt. Bei unserem Fachwerkhaus - EINZELDENKMAL - wollten wir auch erst eine vor vielleicht 100 Jahren aufgebaute Backsteinmauer abreißen und wie den Rest der Fassade als Fachwerk neu aufbauen. Das Bild das ich gepostet habe zeigt unseren ersten Ansatz den wir als Laien entworfen haben - die Realität wird im linken Bereich wieder wie heute Mauer zeigen.

Die Denkmalpfleger haben uns davon überzeugt, dass dort weiter sichtbar bleibt, dass hier mal etwas anders war. Hätten wir Fotos oder Befunde für die genaue Fachwerkstruktur gefunden, hätte das vielleicht anders ausgesehen.

Und nein, ich finde es auch nicht passend wenn man "weils so hübsch ausschaut" 70er Jahre Häuser in einer Fachwerkstrasse mit Fachwerkimitat bepflastert. Das gehört maximal nach Disney World...



Wo ist das was Neues?



Hallo Herr Carson,
das Imitieren von Materialstrukturen ist doch nichts Neues, das kann doch letztlich jeder gute Bühnenbildner oder Stuckateur. Ob nun aus Gips oder Armierungsmörtel.

Das Imitieren hat doch auch lange historische Tradition, z.B. der Adel im alten Mecklenburg, der in Sachen Reichtum dem Süden Deutschlands immer hinterher hinkte, sich letztlich Prunk in der „südlichen“ Form nicht leisten konnte - ihn aber auch nicht missen wollte - imitierte aus Pappmaschee in den Schlössern Marmorsäulen etc.Letztlich getürkten Luxus, den heute alle Besucher mit großen Augen bestaunen.
Da dies insbesondere im mecklenburgischen Schloss Ludwigslust zur Blüte getrieben wurde hat sich dieses Herangehen unter dem Begriff „Ludwigsluster Pappmachee“ manifestiert.

Damals und heute ist das Imitieren von Bauarten (auch Fachwerk)wohl zunächst einmal eine reine Geldfrage.

Heute dadurch noch kompensiert, dass mit der staatlich geforderten Anbringung von Vollwärmeschutz bei Fassadensanierungen, im Einklang mit Fachwerk, sehr hohe Kosten und auch Wärme-/Kältebrückenprobleme entstehen, die manch einen gehörig finanziell überfordern oder auch den gewollten Wärmeschutz in der gewünschten Effizienz mindern.

So begründet verschwindet da letztlich so manches regionsprägende Fachwerkgebinde unter einer Schicht von Dämmstoffmatten, PVC-Gaze und Strukturputzen.

Da wäre eine wirklich gut gemachte Strukturimitation im Sinne von Erhaltung regionaler Optik vielleich doch überlegenswert. . . ,
. . . wie gesagt, die Architekten von Schloss Ludwigslust werden heute für ihren Fake auch nicht mehr geächtet sondern eher für ihren Erfindungsreichtum gelobt.

Was es da allerdings patentrechtlich zu schützen gibt entzieht sich meiner Vorstellung, Vollwärmeschutz aufbringen ist nicht schützenswert, das Auftragen von Gips oder Armierungsmörtel und das nachträgliche Einkratzen/-drücken von Strukturen kann es doch auch nicht sein . . .