Wetterseite Blockbohlenhaus




Hallo,
mit unserer Zimmerei haben wir unser 1. Blockbohlenhaus im Harz, Nähe Wurmbergschanze, errichtet. Das Haus ist ganz gut gelungen, doch haben wir ein Problem mit der Dichtheit der Giebelwand (Wetterseite).

Es ist eine 14 cm starke Blockbohlenwand aus BS-Blockhausbohlen, verleimt, skandinavische Fichte, mit doppelter Nut und Feder. Zwischen den Bohlen liegt ein 3 mm starker Hanfstreifen zur Abdichtung. Bei starken Regenfällen in Verbindung mit Wind dringt Wasser in das Gebäude, anscheinend durch die Fugen und Verkämmungen. Das Holz (außer im Sockelbereich) ist zur Zeit noch unbehandelt (Bauherrenaufgabe).
Gibt es im Forum jemanden, der Erfahrung im Blockhausbau hat und uns einen Tipp geben kann?

Danke im voraus
Kerstin Spitz



Feuchte Giebelwand



Hallo Fam. Spitz,
ist denn der Wassereintritt während der Bauphase, also mit dem Gerüst vor der Wand, passiert?
Ich hatte so was auch mal an einem Betonfertigteilhaus.
Das Spritzwasser vom Gerüstbelag drückte durch die wenigen Mörtelfugen.
Hier ist es ernster, das eindringende Wasser kann sich in den unteren Nuten und dem Hanf stauen.
Falls es auch in der Nutzungsphase auftritt, fällt mit nur ein vorgehängter Schlagregenschutz (geklinkerte Schalung) als Möglichkeit ein.
Der Dachüberstand ist wohl nicht mehr zu ändern.

Viele Grüße





Hallo Kerstin,
die Sache mit dem Wassereintritt ist zwar ärgerlich, werdet ihr aber so hinnehmen müssen bei ungünstiger Wetterlage.
Der Hanf dichtet, genau wie die Nut und Federverbindung, erst nach einer gewissen feuchtebeaufschlagung ab. Es braucht etwas Feuchtigkeit um zu quillen und die volle Isolierwirkung zu erzielen. Kommt es nach einer längeren Trockenperiode zu dem geschilderten Schlagregen und ordentlich Wind aus der richtigen Richtung, kann das schon mal kurzzeitig unangenehm werden.
Mehr als ein paar Tropfen werden es ja nicht sein oder?.

gruß jens



Imprägnierung



Hallo Jens,

danke für die Antwort. Wir hoffen ja, wenn der Bauherr imprägniert hat, dass das dann vollgesogene Holz kein Wasser mehr durchlässt. Sicher sind wir jedoch nicht.

Gruß
Kerstin





das ist nun wieder so ne Sache mit der Imprägnierung!!?

Bei Schlagregen wird nix vom Holz aufgenommen, die pufferung der Fassade geht verloren. Die Fugen werden schneller mit jedermenge Wasser beaufschlagt.

Ich würde hier wirklich auf die Diffusionswiderstände in den einzelnen Produktangaben achten.
Viel hilft in dem Fall ganz und garnicht viel.
Ein Anstrich!

gruß jens



Lasur oder Holzschutzimprägnierung



Versteh ich das jetzt richtig? Keine z. B. ölige Imprägnierung (Remmers), sondern dunkle Lasur und dann ist gut?

GGruß Kerstin





ich würde eine Dünnschichtlasur favorisieren.

gruß jens



Vorschlag : ---



--- die jetzt supertrockene Witterung ausnutzen und die Fugen ( soweit möglich ) mit einem entsprechend starken Hanfbindfaden mit Hilfe eines stumpfen Spachtels verstemmen.
--- Für Imprägnierungen und Anstriche auf Holz im Außenbereich empfehle ich Produkte von www.osmo.de - ( Dünnschicht Holzschutzlasur mit eingebauter Imprägnierung )
Versuch macht kluch ! Gruß, A. Milling





Hab mal ein Vollstammhaus gestrichen, der Dachvorsprung hatte teilweise Längen bis 2,20m. Schlagregen kam da kaum bis zur Fassade.





ich würde eh zusehen dass das von einem Fachmann gestrichen wird. Laien haben so ihre Probleme mit nem gleichmassigen Auftrag, nochdazu wenn kaum Pigmente vorhanden sind.
Vielleicht kommen sie ja mit Thomas Lingel überein wenn´s denn nicht zu weit ist?!
Der Vorschlag von Andreas Milling mit dem nachdrücken der Fuge ist ein guter Ansatz und schlussendlich die einzige Alternative, wenn es mit dem Wasser bei Wind kein Ende findet.

gruß jens





Danke Jens !
Aber schreib meinen Namen das nächste mal bitte ohne "e" ! :-)
Das Haus zu Streichen wär eine schöne Arbeit, sind unkomplizierte Flächen, da sieht man schön seine Tagesleistung !
Aber leider bin ich ausgebucht, vielleicht wärs was für den Ralf Schlehan, der ist auch ein klein bißchen näher dran als ich.





auweih......sorry Thomas.

Aber ich glaub eigentlich das da mal ein "E" war?!
Sicher im laufe der Generationen irgendwo abhanden gekommen.
Denk mal drüber nach!!

gruß jens





Also entweder haben 1. die Ahnen das "e" verschluckt, es heißt wir Oberpfälzer sind recht mundfaul :-), 2. es wurde auf dem weiten Weg von Schlesien über Tschechien verloren oder 3. gewissenlos im dunklen Böhmerwald ausgesetzt ! Bis Schlesien bin ich schon gekommen auf der Suche nach der Gegend wo dieses "Lingl" herkommt, irgendwann findet sich bestimmt eine Erklärung. Einen Zwischenstopp haben sie mal mittendrin in Tschechien gemacht,ich glaub das war die Urururoma,ein Teich 5 Häuser rum.
Weist du was über "Schröters" ?





ich bin sicher so was wie Kasper-Hauser, hochadelige Vorfahren die mich verstoßen haben!
Eigentlich sollte ich in nem Schloss wohnen mit Bentley und Ferrari vor der Tür, kurzberockte Sekretärinnen um mich herum etc. Aber was soll ich dir sagen, Handwerksmeister mit blasen an den Händen.....schei.. eh, echt.

gruß jens



Hallo Kerstin



Vor Jahren konnte ich erstmals die Bekanntschaft mit NARURAL machen. Habe es dann auch in die Region geholt.
Damals wurden von mir zwei Bauherren komplett beliefert, die beide ein Holzhaus (Blockbohlen) erstallt hatten.
Sämtliche Anstriche wurden in sehr guter Qualität ausgeführt, obwohl es Ungeübte waren.
Bis heute in keinster Weise Beanstandungen, obwohl bereits einige kleinere Mengen an Wetterschutz nachgeordert wurden.
Die Nachpflege ist eben ganz wichtig!

Wurden früher nicht die Fugen zusätzlich mit leinölgetränkten Hanfschnüren gestopft?

Stehe auch gern telefonisch noch zur Verfügung.

Grüße nach Bernburg und an Anton,

Udo



Zöpfe aus Hanfwolle, in Leinölfirnis getaucht



sind eine praktikable Methode zum Fugen schließen am Blockhaus und am Holzfachwerk.



Danke



für die vielen Hinweise.

Die Fugen zwischen den Blockbohlen sind so eng, dass dort keine Hanfschnur mehr reinpasst. Die einzige Möglichkeit, wo man noch etwas schließen könnte, wäre an den Stirnseiten der Verkämmungen zwischen Nut und Feder. Wir werden es probieren.

Viele Grüße an alle Ratgebenden
Kerstin Spitz





Leider zeigt das Bild wenig über konstruktiven Holzschutz (Dachüberstände). Da ist amfalschen Ende gespart worden.
Nach meiner Einschätzung ist Hanfwolle für die Wasserdichtigkeit auch weniger geeignet, da sie Wasser aufnimmt und dieses in alle Richtungen (gebremst) weitergibt.
Besser ist die Verwendung von Gummimoosbändern - leider in Deinem Fall nicht mehr korrigierbar.

In diesem Fall bleibt (wahrscheinlich) nur noch das Verkleiden der überstehenden Sitrnhölzer mit einem "Kasten".

Andere Lösungen bedürften einer Inaugenscheinnahme

der blockhausdoktor