Jemand Erfahrung mit Flüssiggas?

07.03.2014 claudisun



Hallo, wir sind gerade erst in ein schönes Fachwerkhaus gezogen. Es ist uns wichtig eine Heizungsalternative zu Öl zu entdecken. Ist es hier sinnvoll sich erst um die Isolation des Hauses zu kümmern oder durch eine Heizungsmodernisierung die Kosten zu senken? Leider können wir in diesem Jahr nur eins Baustelle angehen. Hat hier jemand Erfahrungen mit Flüssiggas gemacht die er mit mir teilen kann? Insbesondere auch was den Anbieter http://www.primagas.de angeht. Service, Beratung, etc?
Danke für euer Feedback!



Flüssigas habe ich auch,



sogar von Primagas. Bisher lief alles super. Was befürchtest Du denn?

Ansonsten:
Eine neue Heizung bringt euch mehr nach vorn, als die Dämmung. Wenn also nur eines möglich ist, dann erst die Heizung.

Kleine Anekdote: Gasalarm - oder - wie man meinen Rasen ruinierte



LPG - Flüssiggas



Man kann sagen, dass LPG unter den fossilen Energieträgern die "sauberste" ist, da außer Odoriermitteln nahezu 100% der eher "einfachen" chemischen Verbindungen Propan und Butan enthalten sind, die dementsprechend "sauber" zu CO2 und H2O verbrennen. Das ist bei Öl und Erdgas ein bissel komplizierter und komplexer...

Preislich nimmt sich das mit Öl im Einkauf nicht viel, im Betrieb überwiegen die Vorteile von LPG. Die Verbrennung ist besser zu steuern, moderne Gasbrennwertgeräte haben auch bei LPG-Betrieb einen weiten Modulationsbereich, außer bei extremen Minusgraden kommt es bei entsprechender Routinewartung im allgemeinen zu keinen Störungen, weder beim Gasgerät noch bei der Tankanlage.

Primagas ist nach Progas wohl die Nummer 2 auf dem deutschen Markt. Das Produkt ist bei allen Anbietern im Prinzip identisch, das betrifft sowohl die Gasqualität, als auch die Tanks und die Regler, sodass man bei der Angebotseinholung schlicht und ergreifend einfach auf das Angebot des Wettbewerbers verweisen kann um die Preise zu drücken. Ihr solltet Euch eine Preisbindung an den "Schweinepreis", das ist der Preis, den der Schweinzüchterverband ISH mit den Lieferanten aushandelt, bei geschicktem Verhandeln ist ISH-"PluseinpaarCent" möglich, was sich dann auch im Vergleich zu Erdgas kaum noch was nimmt.

Primagas unterhält seit einigen Jahren keinen eigenen technischen Kundendienst mehr und greift auf Vertragsinstallateure zurück, sodass es im Bedarfsfall nicht unmöglich ist, dass es zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Mit einem "kleinen" regionalen Anbieter fahrt Ihr da womöglich besser.

Die Beratung sollte OK sein bei Primagas, wobei natürlich anzumerken ist, dass die "Berater" eben Verkäufer sind und halt Provision einstreichen für jeden Vertrag, der unterschrieben wird. Rein technisch sind sie geschult und haben Ahnung von der Materie, sie sind alle sog. "bP" (befähigte Person), dürfen also z.B. die 2-jährig wiederkehrende "Äußere Prüfung" durchführen. Bei meinen entsprechenden, auch weiterführenden, Lehrgängen (übrigens durch unabhängige Institute) lag die Durchfallquote immer bei rund 40%.

Prinzipiell solltet Ihr aber schauen, dass Ihr einen Eigentumstank erwerbt, dann könnt Ihr auf dem freien Markt LPG ordern, was in der Regel deutlich günstiger kommt, als bei einem Miettank mit entsprechender Lieferantenbindung, das betrifft nicht nur Primagas, sondern eigentlich alle Anbieter. Allerdings ist der "Schweinepreis" auch hier meist die absolute Grenze. Andersherum fallen natürlich die einmaligen Kosten für den Tank, den/die Regler, die Tiefbauarbeiten für einen Erdtank bzw. das Fundament für einen oberirdischen Tank und die vorgeschriebenen wiederkehrenden Wartungen ("Aüßere Prüfung", "Innere Prüfung"), sowie natürlich ggf. Reparaturen und Ersatz an. Regler und Leitung verbleiben allerdings auch bei Miettanks üblicherweise in der finanziellen Verantwortung des Betreibers. Insgesamt gesehen ist ein Eigentumstank aber auf längere Sicht die günstigere Lösung.

Grundsätzlich macht es aber eher Sinn, sich zunächst um die Dämmung des Hauses zu kümmern, wenn das sowieso angedacht ist. Wenn dann der Leistungs- und Energiebedarf gesunken ist, kann die neue Heizungsanlage, egal ob Öl oder LPG, dann optimal darauf abgestimmt werden und wird dementsprechend optimiert arbeiten. Andersherum ist das trotz Modulationsmöglichkeiten ("automatische Leistungsanpassung") der Geräte NICHT ganz so optimal möglich.

Ist eine Pellets-Heizung oder ein Holzvergaser eine Option für Euch?... anschließend ist Erdgas ja nicht möglich...

MfG,
Sebastian Hausleithner



Heizung oder Dämmung zuerst?



Letztlich kann man das natürlich nur Vorort entscheiden, denn derzeit kennt niemand den Ausgangszustand. Da das Haus aber bereits bezogen worden ist, gehe ich von einer "weitgehend" intakten Immobilie aus. Dann sind die Mittel anscheinend sehr begrenzt.

Bevor ich also nun das ganz große Fass aufmache und anfange zu dämmen, ist der effektivste Mitteleinsatz der Austausch der Heizung. Auch hier wissen wir nicht, welche Heizung derzeit im Einsatz ist, aber eine moderne Therme kann ohne große Bautätigkeit erhebliche Einsparen bringen. (Bei mir waren es 25%).

Statt dieser Dämmförderung wäre eine Abwrackprämie für Heizungen wesentlich wirksamer.



Die perfekte Heizung



Sebastian, vielen Dank für deine Ausführungen zu Flüssiggas. Damit hast du auch mir schon etliche Fragen beantwortet, die mir seit Wochen im Kopf herum gehen, seit ich eine Anfrage des örtlichen Gasversorgers im Briefkasten fand, ob Interesse an einem Gasanschluss besteht. Weil die Straße eh aufgebaggert wird, kann mir relativ günstig ein Erdgasanschluss angeboten werden. Noch funktioniert die Ölheizung lt. Schornsteinfeger sehr gut, ist aber auch schon 20 Jahre alt. Irgendwann in den nächsten Jahren ist eine Haussanierung fällig und dann stellt sich die Frage nach der Heizungsart neu.

Gestern nun bekam ich das Kundenmagazin des Stromversorgers, in dem die Funktionsweise einer Eisheizung vorgestellt wurde. Die kannte ich schon und ist mir an sich sehr sympathisch (Sommerkühlung!), vielleicht auch, weil ich deren Preis noch nicht kenne.

Was mich grundsätzlich beschäftigt ist die Frage, wie sähe denn eine „perfekte Heizung“ für ein Einfamilienhaus aus (ein bisschen denke ich auch an eine ausgebaute Scheune). Mit irgendwelchen Solarmodulen auf dem Dach wird es nicht getan sein. Es wird in welcher Form auch immer für kalte Wintertage eine zusätzliche Heizung benötigt. Nehmen wir mal an, es ist Platz für Solarmodule, Öltanks, Pelletlager, Holzlager, Eistank und ich lasse jetzt einen Erdgasanschluss legen. Wie könnte man aus diesen „Zutaten“ die „perfekte Heizung“ komponieren, die zum einen maximale Umweltverträglichkeit bietet als auch einen dauerhaften sicheren Betrieb, der einen auch nicht ständig an die Kosten denken lässt? Die Anschaffungskosten selbst interessieren mich zwar auch, sollen aber mal nicht an erster Stelle stehen.

Herzliche Grüße aus der Pfalz



Entweder oder



... war nicht die Frage, sondern was zuerst... und da bleibe ich bei meiner Ansicht.
Wenn die Uralt-Öl-Heizung eh demnächst die Grätsche zu machen droht, dann ist das natürlich wichtiger... Ansonsten macht es einfach mehr Sinn, eine neue Heizung auf die nach der Dämmung reduzierte Heizlast hin optimiert auszulegen.
Unabhängig von der Frge welcher Energieträger dann zum Einsatz kommt...

Die generellen Hinweise bzgl. Eigentumstank oder Miet-/Liefervertrag beim LPG gelten allgemein, die magst Du, lieber Hartmut, auch bitte mal für Dich durchdenken. Du kennst meinen Background und kannst also einschätzen, dass ich weiß, wovon ich rede/schreibe...

MfG,
Sebastian Hausleithner



Die Frage war:



Ist es hier sinnvoll sich erst um die Isolation des Hauses zu kümmern oder durch eine Heizungsmodernisierung die Kosten zu senken?

Aber was den Tank angeht, da stimme ich Dir zu. Eigentum ist besser, weil die Bezugsquellen frei wählbar sind.



Jetzt wird es grundsätzlich



Die "perfekte" Heizung aus dem Baukasten gibt es nicht, sonst hätte sie jeder...
Am Anfang steht die Ermittlung des Bedarfs an Heizenergie. Hierzu muss die Nutzung des Gebäudes im Endzustand bekannt sein oder vernünftig abgeschätzt werden. Das beinhaltet die Heizlast ebenso wie den Bedarf an Energie für die Warmwasserbereitung, weiter natürlich auch den Platz für irgendwelche Geräte und Installationen, die Art des vorhandenen ode angedachten Wärmeverteilsystems und schlussendlich auch die finanzielle Potenz (es soll sich alles irgendwie irgenwann ja mal "rechnen").

Das alles muss individuell auf das Haus und seine Nutzer abgestimmt sein, dafür gibt es Fachplaner... eine Kombitherme in eine 70qm-Dreizimmerwohnung zu hängen, ist keine Herausforderung...

Wie sich Energiepreise in Zukunft entwickeln und welche persönlichen Prämissen für einen Energieträger im Endeffekt für die geplante anscheinend notwendige langfristige Investition dann auch noch mit einfließen sollen sind ebenfalls Faktoren, die im Entwurf, der Planung und auch der Ausführung einer zukunftsfähigen Heizungsanlage eine Rolle spielen.

MfG,
Sebastian Hausleithner



Vereinfachte Fragestellung:



Soll ich mir jetzt einen Gasanschluss legen lassen?

Den Heizbedarf für die Scheune (das Haus lassen wir mal beiseite) kann ich nicht abschätzen. Auf zwei Ebenen sind ca. 160 qm Wohnfläche möglich. Wie ich hier gelernt habe, ist eine Wandheizung einer Fußbodenheizung vorzuziehen. Soll mir recht sein. ;-) Es soll möglichst wenig Energie zugekauft werden, im Idealfall gar keine. Der Idealfall würde unverhältnismäßig teuer werden und ist in einer ganzheitlichen Betrachtung auch nicht das Gelbe vom Ei. Ein Kompromiss verschiedener Techniken ist gefragt. Ich kenne weder die Vor- und Nachteile aller Heizungsarten noch kann ich eine Heizung in ihren Dimensionen berechnen. Letztendlich wird das in den Händen eines Architekten liegen.

Die Heizung/Energieversorgung ist für mich ein so wesentlicher Teil der Wohnqualität eines Hauses, dass die Installationskosten nicht an erster Stelle stehen. Lieber würde ich an anderer Stelle sparen.

Vor Ort ist fast alles möglich. Die Frage, die ich mir bis Ende März beantworten muss ist eben die, ob ich mir die Option „Gas“ als zusätzliche Winterheizung unbedingt offenhalten soll, weil sie nicht zuletzt mit Blick auf die Umwelt sinnvoll ist?

Herzliche Grüße aus der Pfalz



Eisheizung



... ist irreführend, da natürlich nicht das Eis heizt, sondern der (teure) Strom, es wird lediglich die Speicherfähigkeit des Wassers/Eises um das Latentwärmepotential beim Wechsel des Aggregatzustandes erweitert, was bestenfalls Platz spart und aufgrund des niedrigen Temperaturniveaus die Abstrahlverluste minimiert.

Solarthermie ist eigentlich finanziell gesehen ein Nullsummenspiel...

PV ist bei sinkenden Subventionen teuer in der Anschaffung und macht im kleinen Maßstab eigentlich nur "Sinn", wenn der Eigenverbrauch entsprechend optimiert ist. Hier kommen dann Konzepte mit Strom wieder in den Vordergrund... so in Richtung Wärmepumpe... was wiederum nur "Sinn" macht, wenn das Verteilsystem im Haus auf niedrigste Temperaturen hin ausgelegt ist, was wiederum meist nur in Verbindung mit "guter" Dämmung zu erreichen ist...

Unter dem Aspekt "Preis/Leistungsverhältnis" ist aktuell und mittelfristig eigentlich eine Gasbrennwertheizung wohl die beste Variante, zumindest wenn ein Erdgasanschluss vorhanden ist oder einfach und kostengünstig herzustellen ist.

Wenn Du eine dauerhafte günstige Holzquelle hast, dann wäre ein HV eben auch eine Möglichkeit...

Mein Großvater hatte als ehemaliger "Siemens"-Mitarbeiter entsprechende Rabatte und dementsprechend in den 70ern seine zwei Mietshäuser und sein eigenes mit Stromheizungen (Nachtspeicher) ausgestattet. Die Erbengeneration musste dann vor ein paar Jahren erst einmal umbauen lassen und investieren, da Wohnungen und Häuser mit Nachtspeicheröfen quasi nicht marktfähig sind.

Alles nur beispielhaft und unvollständig um zu zeigen, dass eins mit dem anderen zu tun hat und es eben nicht DIE optimale Heizung für jedermann gibt...

MfG,
Sebastian Hausleithner



Punkt



Um es auf den Punkt zu bringen: JA, ich würde dazu raten, wenn das Angebot "vernünftig" ist... Preis/Leistung ist mittelfristig kaum zu toppen... Auch bei Berücksichtigung der aktuellen politischen Lage bleibt noch anzumerken, dass "unser" Erdgas NICHT zum Großteil aus dem fernen Osten Europas via Weißrussland und Ukraine in die Netze gespeist wird und insofern die Versorgungssicherheit durchaus gewährleistet ist.

MfG,
Sebastian Hausleithner



Vermutung bestätigt



Danke für deine Erklärungen. Ich dachte mir schon, das Gas ein wichtiger Baustein ist und ich insofern die Möglichkeit eines günstigen Anschlusses nutzen sollte. Vor etwa 15 Jahren, bei der ersten Anfrage, lagen die Kosten bei ca. 1.100 DM (wenn ich mich recht erinnere). Der Ausbau wurde dann wegen mangelnder Nachfrage in unserer Straße abgeblasen. Wir hatten damals auch kein Interesse.

„Solar“ wird sicher eine Rolle spielen, aber ausschließlich für den Eigenbedarf. Insofern sind mir Subventionen egal.

Danke dir.



Das hört sich ja sehr gut an!



Hallo zusammen wir haben zwar kein Fachwerkhaus, aber einen Altbau. Dort müssen wir jetzt die völlig ausgediente Ölheizung rausschmeißen. Ich habe eben nach Informationen zu Gasheizung und Primagas gesucht und bin auf diese Diskussion gestoßen, die schon jetzt sehr informativ für uns ist.

Gegen Primagas scheint wohl nichts zu sprechen. Ein eigener Gastank kommt wohl eher nicht in Frage. Wann hätte sich denn dieser wieder amortisiert? Ein Beispielrechnung wäre interessant. Derzeit vergibt Primagas einen 500€ Geld zurück Bonus beim wechsel von Öl auf Gas, den würden wir glatt mitnehmen ([url]http://www.primagas.de/weg_vom_oel/vorteile.cfm[/url]). Wir werden aber wahrscheinlich zur Sicherheit doch die politischen Spannungen noch etwas abwarten. Auch wenn nur ein Teil durch die Ukraine zu uns kommt, wird der Gaspreis bei Eskalation enorm steigen. Gibt es eigentlich noch Förderungen beim Wechsel von Öl auf Gas?



Das hat nicht geklappt



Ich weiß nicht wie das hier funktioniert mit den Links, vielleicht lag es an den Klammern davor? Wenn es wieder nicht klappt, einfach kopieren [url]http://www.primagas.de/weg_vom_oel/vorteile.cfm[/url].



Mieten oder Kaufen



Das "Problem" bei einem Miettank, unabhängig vom Anbieter, ist der damit verbundene Liefervertrag, mit dem der Lieferant die Preise vorgeben kann, was sich bei den weiteren Lieferungen nach der Erstbefüllung i.d.R. ziemlich rasch bemerkbar macht. Deshalb kam ja mein Hinweis oben eine Kopplungsklausel an den ISH-Preis; dann muss man nicht für jede Lieferung aufwendig nachverhandeln.
Nun gut, verträge kann man kündigen, dann holt der Anbieter den Tank halt wieder ab, allerdings auf Kosten des Betreibers, Restentleerung, Kranwagen, Anfahrt, Personal. Sonstige bauliche Maßnahmen und technische Einrichtungen fallen ohnehin in die technische und finanzielle Verantwortung des Betreibers. Das heißt bei einem Problem mit allem außer dierekt am Tank ist der Betreiber ohnehin dabei, sozusagen ab dem Regler.
Die Kosten für die wiederkehrenden Prüfungen, die mit dem Mietvertrag abgedeckt werden und bei Eigentum auch vom Besitzer zu tragen wären, sind moderat. Vor ein paar Jahren lagen sie bei rund 45,- (ÄP alle 2 Jahre) und 120,- (IP alle 10 Jahre bzw. kürzer bei Erdtanks). Heute klettert da niemand mehr in den Tank, deswegen sind die Kosten deutlich gesunken.
Zu einem Eigentumstank kann man auch einen reinen Wartungsvertrag abschließen, dann wird das automatisch eingetaktet...

Weitere Förderungen kann man bei Umstieg auf Brennwerttechnik bekommen, must Du mal im web suchen, BafA, KfW-Einzelmaßnahme.

Wenn kein Erdgas anliegt oder der Anschluss nur teuer und aufwändig zu schaffen ist und ohnehin "tabula rasa" gemacht werden soll oder muss, ist eine Flüssiggasanlage durchaus eine vernünftige Alternative... ansonsten kannst Du Dich ja auch mal in Richtung Pelletsheizung informieren...

MfG,
Sebastian Hausleithner

PS: Um einen direkten Link zu posten und auch Bilder hochzuladen musst Du angemeldet sein...



Heizungsvergleich



Aktueller Vergleich in der WELT:

http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article125595358/So-entreissen-Sie-Putin-die-Macht-ueber-Ihre-Heizung.html



Die Wahl des Heizungsbrennstoffs



Die Wahl des "richtigen" Brennstoffs ist oft eine Glaubensfrage.
Wegen der Kosten und der Verfügbarkeit kann man sich nur auf die bisherigen Erfahrungen und mehr oder weniger zutreffende Prognosen stützen.
Tatsache ist, dass alle fossilen Energieträger nur eine begrenzte Verfügbarkeit haben.
Diese Zeitspanne liegt sicher deutlich über der Haltbarkeit einer jetzt installierten neuen Heizungsanlage.
Inwieweit sich die derzeitigen politischen Unruhen in der Ukraine auf die Verfügbarkeit von Erdgas auswirken ist unbekannt.
Seit Timoschenko verurteilt wurde, hat es immer wieder Probleme gegeben; trotzdem gab es genügend Erdgas.
Wenn der Gasversorger die Möglichkeit eines Hausanschlusses bietet, würde ich zugreifen.
Erdgas ist derzeit der günstigste Brennstoff (und das schon seit geraumer Zeit).
Die zweite Wahl wäre Flüssiggas mit eigenem Tank, wegen der besseren Verhandlungsmöglichkeiten mit den Gaslieferanten.
Heizung vor Dämmung oder umgekehrt? Kommt drauf an.
Dämmung vor Heizung ist eine weitverbreitete Sicht.
Ich plädiere in vielen Fällen für die umgekehrte Reihenfolge.
Bei einem durchschnittlichen EFH ist der Wärmebedarf für die WW-Bereitung deutlich höher als die Heizlast. Dadurch ist die Größe des WE schon vorgegeben; es sei denn, man baut zwei WE, DE oder einen WW-Speicher (was hygienisch bedenklich ist) ein.
Eine moderne Erdgasheizung wird gleitend gefahren und hat über einen sehr großen Bereich einen gleichbleibend hohen Wirkungsgrad.
Wird ein Pufferspeicher installiert, können zudem noch mehrere Wärmequellen, wie Pellet- oder Scheitholzkessel, Solarpanele oder auch ein Kaminofen mit WT angeschlossen werden.
Dies als kurze Übersicht.
Noch ein Wort zur "Eisheizung". Dieser Begriff ist irreführend.
Das ist eine Wärmepumpenanlage, bei der der Erdkollektor durch einen Wasser-/Eis-Tank ersetzt wurde. Die durch den Phasenübergang gewonnene Energie muss durch die Sonnen-/Luftkollektoren wieder zugeführt werden; ein Nullsummenspiel.
Eine WP setzt eine Flächenheizung voraus um wirtschaftlich zu arbeiten. Will man nicht mit teuerem Strom das WW erzeugen, braucht man dafür einen eigenen WE.
Die o.g. Ausführungen sind ein kurzer Überblick. Jedes BV ist anders und muss individuell geplant werden.



Nullsummenspiel



Dass eine „Eisheizung“ kein Perpetuum mobile ist, ist mir auch klar. Mit gekauftem Strom die Wärmepumpe zu betreiben, erscheint mir witzlos. Aber könnte im Zusammenspiel mit Photovoltaik, Batterie und Solar-/Luftkollektoren auf dem Dach bei den laufenden Kosten für die Heizung und Warmwasser am Ende nicht doch eine NULL stehen? Von mir aus noch mit Gas oder Holz als Notnagel im Hintergrund für kalte Wintertage?

(So rein interessehalber.)



Energetisch Autark



Doch, dass könnte man.



Franky



Ich bin jetzt schon froh diese Diskussion gefunden zu haben, vielen Dank für die guten Informationen. Der Artikel aus der Welt, ist ebenfalls sehr informativ. Die 2000€ für einen eigenen Gastank hat man dann doch "relativ schnell" wieder drinnen, mit einem günstigen Gaslieferant. Nach Feierabend werde ich mir die nötige Zeit nehmen und unsere Heizungsplanung noch mal neu angehen/kalkulieren. Vielleicht ist gas doch nicht die beste Variante für uns.



Ich



würde ehrlich gesagt schon zu Erdgas tendieren wenn verfügbar.

Ein nicht völlig unwesentlicher Punkt mit Flüssigggas sind die erhöhten Sicherheitsauflagen aufgrund des spezifischen Gewichts > Luft. Das heißt, das Gas bildet bei Lecks in Kellern quasi Seen wohingegen Erdgas auch durch ein Fenster unter der Kellerdecke türmt.

Mir persönlich wäre auch der Tank im Weg, es sei denn es wäre ein Erdtank.




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