Ist Dachbodendämmung überhaupt notwendig?



Ist Dachbodendämmung überhaupt notwendig?

Guten Morgen,

die Geschoßdecke zum Dachboden ist in meinem Haus von ca. 1870 "klassisch" konstruiert (in dieser Gegend hier zumindest wohl der damalige Normalfall): Balkendecke, die Gefache mit einer Mixtur aus Lavakrotzen, Lehm und ? ausgefüllt.

Die Decke ist ca. 38cm (!!) dick, wobei ich nicht weiß, wieviel cm Leerraum sich zwischen den Holzpaneelen der Schlafzimmerdecke und der eigentlichen Schüttung befindet.

Reicht diese vorhandene Decke als Isolation zum Dachboden eigentlich nicht völlig aus?

VG
Markus



Oberste Geschossdecke



Ob der Dämmwert einer 38cm starken obersten Geschossdecke mit diversen Inhalten den Anforderungen der EnEv entspricht oder nicht, lässt sich annähernd rechnerisch bestimmen, wenn die eingebauten Baustoffe und die Schichtdicken bekannt sind. Mit Sicherheit werden die in der EnEV geforderten Werte nicht erreicht - müssen sie auch nicht.

Entscheidend ist, ob Sie den Dämmwert als ausreichend empfinden oder ob Sie der Meinung sind, das Ihnen zuviel der Heizenergie zum Dach hinaus entschwindet. ODer Sie Probleme mit ungeplanter Konvektion (Zugerscheinungen) haben.

Wenn Sie das Haus innerhalb der letzten beiden Jahre erworben haben, gelten allerdings die sog. "Nachrüstverpflichtungen", zu denen auch die Dämmung der obersten Geschossdecke nach den Vorgaben der EnEV zählt.



Oberste Geschossdecke



Das "ausreichend empfinden" ist schwierig zu beurteilen. Das Schlafzimmer ist immer unbeheizt und ob ein Teil der Wärme, die vom Erdgeschoß übers Treppenhaus nach oben strömt über die Schlafzimmerdecke verschwindet kann ich nicht sagen. Im Januar war es in der ca. 3wöchigen Kälteperiode ungewöhnlich kalt im Schlafzimmer, aber ich denke, das ging im wesentlichen über die stark ausgekühlten Außenwände von statten. Zugerscheinungen gibt es jedenfalls keine.

P.S.: Haus gekauft vor 8 Jahren.



Gebäudedämmung



Wenn die fehlende oder nicht ausreichende Gebäudedämmung den Gebrauchswert des Hauses / der Wohnung stark mindert, sollten Sie über eine Gebäudedämmung nachdenken. Fehlt die sog. "Behaglichkeit" in den Räumen -ein Begriff, der auch bauphysikalisch verwendet wird- dann ist das der Fall.

Der Temperaturunterschied zwischen der Raumluft und den Bauteiloberflächen sollte eine definierte Größe nicht überschreiten; i.d.R. sind das max. 2-3 Grad. Bei Ihnen kann das deutlich mehr sein.



Oberste Geschossdecke



Eine Fassadendämmung (Außenwände m.E. der "Hauptverursacher") geht nicht und scheidet komplett aus.

Die Frage ist: ist die Geschossdeckendämmung dann überhaupt noch notwendig?

Ich versuch's mal mit fiktiven Zahlen:
Wenn die fehlende Fassadendämmung für 90% des Problems verantwortlich ist und die fehlende Dachdämmung für die restlichen 10%, kann man sich den Aufwand für diese Kleinigkeit dann nicht komplett sparen?

Wobei ich eben nicht weiß, ob 90/10 stimmt, oder 80/20, 70/30 usw. Aufgrund der massiven Decke kann ich mir aber nun einmal vorstellen, daß nach oben nicht so viel verloren geht. Könnte diese Annahme richtig sein?



Lies mal hier



http://www.enev-online.org/enev_2009_praxisdialog/110627_dibt_nachruestpflicht_ungedaemmtes_dach.htm

Brauchst also nichts machen!



Dämmung Dachboden



Hier kannst Du auch lesen:

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Waermedaemmung_ja-nein.pdf



Oberste Geschossdecke



O.k., Danke an alle :-)



Die Vorschriften...



...sind ja nun nicht alles.

Wenn ich lese: ungedämmte Geschossdecke zum Boden, ungeheiztes Schlafzimmer, Wärmeströme aus dem Erdgeschoß; dann sehe ich Schimmrelrasen wachsen. Zuerst hinter dem Schlafzimmerschrank. Und in der kalten Aussenecke.

Im Zug einer moderaten Holzweichfaserdämmung mit daraufliegenden Dielen könnte der Boden nicht nur gedämmt, sndern auch halbwegssauber und mopdern begehbargemacht werden. Vielleicht mit Billiard :-)

Grüße

Thomas





Was ist denn Holzweichfaserdämmung? Ich geh mal g**geln ;)



Holzweichfaserplatten...



wie von Doser die DHD25N (2fach überlappend, ges. 50mm) oder die Steico base20 (2fach überlappend, ges 40mm) bieten mit zwischenliegenden Lagerhölzern passender Größe die Möglichkeit, komfortabel Dielen zu verschrauben.

Den Gesamtdeckenaufbau sollten Sie aber dennoch erforschen.

Grüße

Thomas



Oberste Geschossdecke



@ Thomas:
Der von mir beschriebene Zustand ist bereits seit Einzug im Jahre 2009. Und von Schimmelrasen keine Spur, nicht mal ein winzigkleines Schimmelkörnchen :-)

Ich habe die PDF von Herrn Böttcher gelesen und wenn ich mich nicht täusche, gehen nur 8% der gesamten Wärmeverluste auf das Konto der Dachgeschoßdecke. Und bei diesem Wert sage ich ganz ehrlich: geschenkt.

Werde zur besseren Begehbarkeit und Verschönerung Rauspunddielen anbringen und das war's.